Traces in the Sand

Document 47 · Letter

March 1809 [supplied]

Konotop (Kontop)

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld replies to a Court Councillor on four points. He says the Saxon moratorium protects the estates for 3 years provided the interest is paid. The 50,000 Rthl of the Invalids' Fund, he says, stand as the first mortgage, and lawsuits against Oppenheimer are pending in Berlin and Kalisz. Meyer's claim, he says, is unfounded; a suit for 25,000 Rthl is pending against Giese et Consorten, as is one in Niedźwiecki's case. The Augustinow colonists' petition for remission should be rejected, since their hereditary lease contracts oblige them to pay.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 47
  2. Wohlgeborner Herr
  3. Insonders hochgeehrter Herr Hoffrath!
  4. Ich habe dieser Tage den Justiz Bürgermeister Hawich und dem Inspector
  5. Hecker von Zagorowo hier gehabt, und Sr. Hochfürstliche Durchlaucht über
  6. alles Raport durch einen Expressen abgestattet.
  7. Was inzwischen die mir gefälligst communizirten 4 Sachen anbetrift, so er
  8. wieder ich darauf ergebenst, daß
  9. 1. das von dem König von Sachsen gegebene General Moratorium
  10. 3 Jahre vor allen Druck jener Güter schüzt, wan nur die Interessen
  11. gehörig bezahlt werden — Und diese zu berichtigen habe ich die dor-
  12. tigen Menschen auf der Seele gebunden. Ich bin auch gewis daß sel-
  13. bige bis zu dieser Zeit schon berichtiget sind, den wie mir der
  14. p Hawich berichtete so hätte Honrichs der sich zum Sequestor
  15. creiren laßen die Gelder zur weitern Beförderung an der Behörde
  16. bereits vor einigen Wochen abgeliefert —
  17. Die 50000 rt welche damals die Invaliden Casse Sr Hochfürstliche Durchl.
  18. lich sind auf die Güter anhörig eingetragen und bedarf wie vorgesagt
  19. weiter nichts als daß die Intressen bezahlt werden.
  20. So viel nur beiwohnt macht man der Invaliden Casse diese Gelder
  21. weder von der einen noch der andern Seite strittig, den selbst das
  22. Französische General Gouvernement befahl mir die vorgeschoß-
  23. Intressen, die man aus Irrthum durch Militairische Execution und
  24. Arrest von mir als der Durchlaucht Mandatarius beitrieb, zurück
  25. zu zahlen, weil diese Schuld Post dem Invaliden Fond gehöre.
  26. Ich glaube auch nicht daß die Invaliden Casse bedroht worden, daß
  27. man ihr dies Capital je von Seiten des Königes von Sachsen
  28. noch weniger der Franzosen strittig machen werde.
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  1. es scheint mehr eine Vorsichtsmaaßregel der Curatoren zu sein. Inzwischen
  2. ist es denen Männern nicht zu verargen war, Sie Ihre Schuldigkeit thun
  3. und es konte ihnen wohl vom Seiten Sr Hochfürstl. Durchlaucht versichert
  4. werden, daß
  5. Höchstdieselben sich mit für der Sache verwenden und dafür
  6. sorgen würden, daß die Invaliden Casse stets ihre Zinsen
  7. prompt erhalten solle, auch daß im Fall man es von Seiten
  8. des Königs von Sachsen aus Irrthum mit einziehen wolle Höchst
  9. Sie sich nach möglichkeit mit dafür verwenden würden. Übriger
  10. habe die Invaliden Casse auf die in Rede begriffene Güter die
  11. erste Hypotheque müße alle sonstige Creditoren vorgehen und
  12. dürfe oder könne nicht gefährdet werden, auch würden Er
  13. Durchlaucht an Niemanden Intressen noch weniger Capital willig
  14. als an der Invaliden Casse zahlen, umsomehr der Judische
  15. Banquier Oppenheimer sein Gerichtlich gegebenes Wort wegen
  16. völliger Befriedigung der Invaliden Casse nicht gehalte, und
  17. wasfals auch schon seit mehrere Monathe ein Prozeß in Berlin
  18. und eben jezt in Kalisz entamirt sey.
  19. Was 2tens des Meyers Praetension wegen Bauten betrift, so ist mir solche
  20. so fremd als den Blind gebohrenen die Optic ich wolte auch wohl darauf
  21. schwören, daß ehender der Meyer an Sie Durchlaucht als Sie durchläuß
  22. ihm schuldig sey, den so viel ich weils ist dieser Mensch nie in Dienst
  23. Die Durchlaucht gewesen, sondern hat sich blos auf das Gut des HErren
  24. Bau Rath Glenck aufgehalten.
  25. Was der Meyer von dem Giese et Consorten spricht, so ist das
  26. nötige gegen die Kerls veranlaßt und schwebt wegen 25000 rt. so
  27. die buben restiren der Prozeß. Eine grobe Lage aber ist es
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  1. daß die Kerls nicht alle Gründe erhalten hätte, die ihm in Contract zugesagt
  2. seid — die Sache stehe wie vorgesagt schon seit 4 Jahre in Prozeß-Königl.
  3. wolten sich die Betrüger hinter der Schuz wehr verstecken, und es
  4. sind die Gründe durch 2 vereidete Conducteurs nachgemäßen, und die Sache
  5. zum Gange erwert — Auf der Wald vorauf die Olesnicer holzen sollen.
  6. ist diesen Teufeln zu gemeßen, sind während den Laufe des Krieges
  7. darauf Gewalthätigkeiten durch der Sequestration verübt, so könne
  8. sich die Olesnicer an den Sequestor halten, nach ihren Contract, sind
  9. so durchlaucht nicht gehalten in irgend einen Falle eine Remission
  10. zu gestatten.
  11. Was v. Niedźwiecki Sache betrifft, so schwebt desfals ein Prozeß
  12. und ist gewiß alles von dem Zürich bedienten anhängig gemacht was
  13. zur möglichsten Deckung der durchlaucht erforderlich ist
  14. daß übrigens dieser armseelige Mensch Revenuen aus die Güter
  15. schaffen will ist eine Fanfaronade, den so lange die Sequestration
  16. dauret kan niemand ohne deren willen einen Heller daher nehmen
  17. Noch sind nicht alle rückständige Zinsen, deponirt ist so viel beigetrieben
  18. / worauf Hawich jezt gewis halten wird / dann cessirt sofort die
  19. Sequestration und die Sache komt wieder in Geleise —
  20. das traurigste ist, daß alles über den Krieg und die schlechte Zeiten
  21. klagt und nichts zahlt — der Edellman und Bürger hingegen versteckt
  22. sich jezt hinter das auf 3 Jahr gegebene Moratorium / was freilich
  23. Sr Durchlaucht auch sehr zu statten kant / aber die Cassen bleiben
  24. dabey leer — Dem Meyer würde indes zu sagen sein,
  25. daß nach dem Antwort des p v Triebenfeld der Meyer nie in Sie
  26. durchl. Diensten gestanden, daß er durchlaucht ihnen nichts schuldig
  27. waren, und daß von sein Anerbieten, Gelder aus die Güter,
  28. zu schaffen kon Gebrauch gemacht werden könte, weil nach den
  29. Gesezzen Niemand aus Gütern die unter Sequestration
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  1. gesagt wären, ohne Vorwißen des Curators oder Sequestors Gelder
  2. ziehen dürfe.
  3. Was endlich die Eingabe der Augustinower und anderen Collonisten
  4. betrift, so ist sich darauf weiter nicht einzulaßen als diese Mensch
  5. mit ihr Gesuch in der Art abzuweisen.
  6. daß Sie nach ihren Erbpachts Contracten verbunden
  7. sind ohne Rücksicht auf irgend einer Remission
  8. die Zinſen zu bezahlen. Den noch obwalte kein
  9. Urtheil daß weder die p v Dąbska noch irgend
  10. ein Mensch ein Recht gehabt habe sie aus ihrem Gründen
  11. zu verdrängen, daß die Zeiten schlecht und der
  12. Krieg große Noth herbey geführt habe könne nicht
  13. in Abrede gestellt werden, da aber ihre Contracte
  14. alle Casse fortuit in sich faßten, und es ausdrücklich
  15. davon gesagt sey, daß sie diese nicht von ihren Abgaben
  16. und Lasten schüzte, so könten Sie durchlaucht, so nahe
  17. es auch Ihren Herzen gienge, ihnen eine willfahrende
  18. Antwort ihres Gesuchs geben, als Sie durchlaucht
  19. von Ihren Creditoren selbst gedrängt und die
  20. Zinsen zu bezahlen gezwungen wurden.
  21. Es ist dies sehr nötig sich die Leute so viel möglich von
  22. Leibe zu halten dem wan man einen dies gewährt
  23. so kommen sie alle, ich werde genug von die Menschen
  24. bestürmt ja es vergeht kein Post Tag wo ich nicht mehrere
  25. Thaler für Paquete Briefe voll Unsern bezahlen muß.
  26. Und da diese Collonien bey Drzewce allen diesen Johannischen
  27. über 6000 rt zu bezahlen haben, so würde die Schuld in der folge
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  1. zu hoch anwachsen, umsomehr da alle andere diesen Beispiel
  2. folgen würden, und die Hochfürstl. Durchlaucht würden
  3. nie Zinsen erhalten.
  4. Was übrigens meine Reise nach Schlawenschitz betrift
  5. so brenne ich vor Begierde mich Sr Durchlaucht persönlich
  6. zu Füßen zu legen, Aber Hindernißen die ich sogleich ohn-
  7. möglich beseitigen kan, verstatten es nicht ehender von
  8. hier abzugehen, bis ich mit meinen Affairen in etwas aufs
  9. reine bei — Ein nur zu Berlin unverschuldeter Weise
  10. betroffenes Unglück hatte zur Folge daß ich dorten ein ganzes
  11. Jahr sezzen und selbst Arrest dulden müste. Der Verheerende
  12. Krieg viel alle meine Reveniren auf, ich konte von hier
  13. nichts ziehen und müste Schulden machen, meine Gläubiger wachten
  14. auf und man Sequestrirte meine Kontopper Güter
  15. noch jezt muß ich die Sequestration desfals dulden und
  16. mein Eigenthum mit dem Rücken ansehen, Ich bin sehr ungeduldig
  17. und kan ehender nicht weg bis ich mit meine Gläubiger
  18. aufs reine bin.
  19. Mit der vollkommensten Hochachtung bin ich
  20. Ewr Wohlgeborn
  21. ganz ergebenster Freund und Diener
  22. v Triebenfeld