Document 27 · Letter
19 October 1807
Wrocław (Breslau)
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld reports that the Prusimski family has taken Trąbczyn and Kamionna by force. He has only had protests entered in order to secure the sum he registered, but for the time being he expects them to be rejected. He says Napoleon's answer to a letter from General von Sanitz's wife, whose husband's estates were taken from her, will serve as the standard. He intends to travel tomorrow to Memel, perhaps on to St Petersburg, and hopes to obtain help through Emperor Alexander or Grand Duke Constantin.
Triebenfeld meldet, dass die Familie Prusimski Trąbczyn und Kamionna mit Gewalt an sich genommen hat. Er hat nur Protestationen einlegen lassen, um die von ihm eingetragene Summa zu sichern, erwartet aber vorerst Abweisung. Die Antwort Napoleons auf ein Schreiben der Generalin v. Sanitz, der man die Güter ihres Gemahls nahm, werde als Norm dienen. Er will morgen nach Memel reisen, vielleicht nach St Petersburg, und hofft über Kaiser Alexander oder Großfürst Constantin Hilfe zu erreichen.
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- Durchlauchtigster Fürst
- Gnädigster Fürst und Herr!
- Ob dies Schreiben das Schicksahl aller vorhergehenden haben wird, laße
- ich dahin gestellt sein, aus treuer Anhänglichkeit an Ewr Hochfürstliche
- Durchlaucht kan ich nicht ermüden, wo sichs thun läss fortzuwürken.
- und Höchstdenenselbe, auf diesen Weg die neuerdings eingetretene
- Ereignisse ganz gehorsamst zu melden.
- daß Trąbczyn und Kaemen von der Prusimskischen Familie mit
- Gewalt genommen, werden Ewr Durchlaucht wohl schon wissen, und
- dass jezt gegen dieses einseitige Unternehmungen nichts erhebliches
- gethan werden kan werde, Eure Durchlaucht einzusehen geruhen.
- Ich habe blos die Protestationen einlegen lassen, um sehr die
- von mir eingetragene Summa zu sichern. Ob dies gelingen wird
- wage ich noch nicht zu behaupten, ja ich glaube vielmehr daß
- vor der Hand alles abgewiesen werden wird.
- Die Hoffnung, daß sich die Sache in ganzen ändern und die
- Heppige Lage eine ganze andere Gestalt gewinnen wird.
- ist der einzige Ander auf den ich allein baar.
- Die Frau Generalin v. Sanitz der man auch die ihren Gemahl
- verliehene Güter genommen, hat selbst an d. K[aiser]. Napoleon
- geschrieben und ihm im Erklärung gebeten, weil er
- nur alle, dem Wibicki das Gut Maniecki zurück.
- zu geben, alles andere aber in Statu quo zu laßen
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Durchlauchtigster Fürst
Gnädigster Fürst und Herr!
Ob dies Schreiben das Schicksahl aller vorhergehenden haben wird, laße ich dahin gestellt sein, aus treuer Anhänglichkeit an Ewr Hochfürstliche Durchlaucht kan ich nicht ermüden, wo sichs thun läss fortzuwürken. und Höchstdenenselbe, auf diesen Weg die neuerdings eingetretene Ereignisse ganz gehorsamst zu melden.
daß Trąbczyn und Kaemen von der Prusimskischen Familie mit Gewalt genommen, werden Ewr Durchlaucht wohl schon wissen, und dass jezt gegen dieses einseitige Unternehmungen nichts erhebliches gethan werden kan werde, Eure Durchlaucht einzusehen geruhen. Ich habe blos die Protestationen einlegen lassen, um sehr die von mir eingetragene Summa zu sichern. Ob dies gelingen wird wage ich noch nicht zu behaupten, ja ich glaube vielmehr daß vor der Hand alles abgewiesen werden wird. Die Hoffnung, daß sich die Sache in ganzen ändern und die Heppige Lage eine ganze andere Gestalt gewinnen wird. ist der einzige Ander auf den ich allein baar. Die Frau Generalin v. Sanitz der man auch die ihren Gemahl verliehene Güter genommen, hat selbst an d. K[aiser]. Napoleon geschrieben und ihm im Erklärung gebeten, weil er nur alle, dem Wibicki das Gut Maniecki zurück. zu geben, alles andere aber in Statu quo zu laßen
- befohlen, die desfalßige Antwort wird nun auch in Ew. Durchlaucht
- Sache zur Norm dienen, und sobald diese erfolgt werde auch ich die
- nötigen Pläne zur weitern Operation entwerfen —
- Ich gehn morgen wieder nach Memel und vieleicht von dorten mit Auf-
- tragen nach Petersburg oder wo ich den Kayser Allexander finden
- werde. Es kan leicht geschehen, daß ich durch den Gros Fürsten
- Constantin, dem ich die schöne Garnitur Gewehre geschenckt, in
- Ewr Durchlaucht Sache etwas Gutes bewürke. Durch unseren
- Höst kan ich in der Geschichte auch nicht das mindeste effectuiren.
- Sowohl der König als auch die angebetete Königin mit allen jezt
- dort vorhandenen Alantons verehren Ewr Durchlaucht in höchsten
- Grade — Niemand aber kan dermalen helfen — ich behellige
- auch dem guten Monarchen mit Sache dieser Art durchaus nicht, den
- es würde, weil er Ewr Durchlaucht wahrhaft liebt und schäzt, seiner
- Kummer nur vermehren. Bei ich aber so glücklich Alexander
- oder auch Ihre Konstantin nahe zu kommen, dann werde ich alles
- aufbieten, daß diese helfen sollen, und ich glaube, daß es nur ge-
- lingen wird Mittel aufzufinden, wodurch der Sache eine solche
- Tournure gegeben werden soll daß alle Pohlen ihre Söhnen erschloßen
- sollen, wan es ihnen gelüsten mögte ihre Krallen nach Ewr Durch
- laucht haabe fernerhin auszustrecken.
- Gebe nur der Himmel daß Ewr Durchlaucht bald zurückkehren.
- Mit unbegränzter treuer Anhänglichkeit und der tiefsten Hochachtung
- ersterbe
- Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
- Bre[slau] d. 19ten 8br.
- 1807
- treu gehorsamster Diener
- Peter
befohlen, die desfalßige Antwort wird nun auch in Ew. Durchlaucht Sache zur Norm dienen, und sobald diese erfolgt werde auch ich die nötigen Pläne zur weitern Operation entwerfen — Ich gehn morgen wieder nach Memel und vieleicht von dorten mit Auftragen nach Petersburg oder wo ich den Kayser Allexander finden werde. Es kan leicht geschehen, daß ich durch den Gros Fürsten Constantin, dem ich die schöne Garnitur Gewehre geschenckt, in Ewr Durchlaucht Sache etwas Gutes bewürke. Durch unseren Höst kan ich in der Geschichte auch nicht das mindeste effectuiren. Sowohl der König als auch die angebetete Königin mit allen jezt dort vorhandenen Alantons verehren Ewr Durchlaucht in höchsten Grade — Niemand aber kan dermalen helfen — ich behellige auch dem guten Monarchen mit Sache dieser Art durchaus nicht, den es würde, weil er Ewr Durchlaucht wahrhaft liebt und schäzt, seiner Kummer nur vermehren. Bei ich aber so glücklich Alexander oder auch Ihre Konstantin nahe zu kommen, dann werde ich alles aufbieten, daß diese helfen sollen, und ich glaube, daß es nur gelingen wird Mittel aufzufinden, wodurch der Sache eine solche Tournure gegeben werden soll daß alle Pohlen ihre Söhnen erschloßen sollen, wan es ihnen gelüsten mögte ihre Krallen nach Ewr Durch laucht haabe fernerhin auszustrecken.
Gebe nur der Himmel daß Ewr Durchlaucht bald zurückkehren. Mit unbegränzter treuer Anhänglichkeit und der tiefsten Hochachtung ersterbe
Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
Bre[slau] d. 19ten 8br.
1807
treu gehorsamster Diener
Peter

