Traces in the Sand

Document 26 · Letter

28 October 1806

Wrocław (Breslau)

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld says he has learned from Secretary Koppe that the Prince survived the army's defeat. Minister von Stein lent him 8,000 Rthl on the Konotop mortgage of 10,000 Rthl. He is sending the order for 6,000 Rthl to Koppe, and he intends to bring 4,000 Rthl as soon as he knows where the Prince is staying. On a mortgage on Świniary of 20,000 Rthl he means to ask Stein for money again. He hopes the Prince will receive the Kolzig estates; then he could raise 100,000 Rthl.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 26
  2. Durchlauchtigster Fürst
  3. Gnädigster Fürst und Herr!
  4. Daß Ewr Hochfürstliche Durchlaucht Leben und der schrecklichste Gefahr entgangen
  5. ſind erſehe ich aus ein Schreiben des Secretair Koppe. Mein Kummer war
  6. desfals Gränzenlos umsomehr als so viel boshafte Gerüchte ausgestreut
  7. wurden, die der Sache einen Millionen mahl ärgern Anstrich gaben als sie
  8. würklich jezt ist. Ich lebte in der Hoffnung daß alles glücklich gehen muste.
  9. Ich war im Begriff zu Ewr Durchlaucht zu reisen und hatte mir zu
  10. dem Ende auf eine Kontopper Hypotheque 8000 rt des Herrn Minister
  11. von Stein Exellenz erbeten, weil es jetzt schwer hält auch nur 10 rt aus
  12. Südpreußen zu erhalten. Alß auf einenmahle die Nachricht von der
  13. Niederlage unserer Armee einging. Mein einziges Bestrebung nun
  14. war zu erfahren, wohin sich Ewr Durchlaucht gewandt hatten.
  15. der Rittmeister v Dorville versicherte daß Ewr Durchlaucht
  16. nach Schlesien gegangen wären. Eben dies betheuerte der President
  17. des General Post Amts v. Seegebarth, mit den Zusaz, daß Ewr.
  18. Durchlaucht mit wenig Menschen nach Sagan zu gegangen wären,
  19. Ich lies mir daher eine Anweisung von 6000 rt auf Breslau geben
  20. und nahm 2000 rt. Tresor Scheine, eilte damit jenen Winkel zu
  21. wo ich mich den völlig getäuscht sahe — Kumer voll gieng
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  1. nach Breslau und Berathſchlagte eben mit Hahn was zu thun ſey als
  2. ich die Estaffette von Secretair Koppe aus Stettin erhielt.
  3. Meine Freude war nun größer als einen Kummer es vorher gewesen
  4. war, und ich danke nur Gott daß Sie leben.
  5. Inzwischen kan ich weiter in der Eile nichts thun, als daß ich Ewr
  6. Durchlaucht die Anweisung auf die 6000 rt übermache welche des
  7. Herrn Minister v. Stein Excellz, der gewis Ihr wahrer Freund ist,
  8. wohl dorten gleich baar auszahlen laßen wird. Sobald ich
  9. dan Nachricht habe wo Ewr Durchlaucht gewis zu finden sind, den
  10. bringe ich Ihnen noch 4000 rt.
  11. Dies sind aber nicht Gelder aus Südpreußen, sondern auf verpfändet
  12. Kontopper Hypotheque geborgte Summen. Ich weis auch nicht ob wir
  13. sobald Geld aus Südpreußen, wo allen der Teufel in die Köpfe
  14. Gefahren ist, haben werden. Ich werde daher noch einmahl dem Biderst
  15. Minister v Stein angehen müßen, daß er mir auf eine Schweiner-
  16. sche Hypotheque von 20000 rt Geld giebt. Genug was ich auftreibe
  17. kan bringe ich Ewr Durchlaucht.
  18. kommen hernach die Rußen, den hat es in Pohlen keine Noth, da nehme
  19. ich den Kantschumeiner Lands Leute zu Hülfe und da werde
  20. Ich schon wieder Geld bekommen —
  21. An den Herrn Minister v Stein hatte ich auf ein Blanquet einen Brief
  22. geschrieben — daß Ewr Durchlaucht Ihm erſuchte, dem p. v Triebenfeld
  23. wann er für höchst Sie was nachsuchen würde, gefällig zu sein
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  1. Diesen Brief gab ich ab ward gleich vorgefordert und gefragt was
  2. ich wünschte — ich übergab das Petitum mir auf die Kontopper
  3. Hypotheque von 10000 rt 8000 rt zu leihen. Dies gewährte der
  4. Bidermann sogleich, und im Herzen froh wolte ich mit dies Sümchen
  5. zu Ewr Durchlaucht eilen als die traurigen Nachrichten eingiengen.
  6. Ich hatte nur Anweisung auf Leipzig für Ewr Durchlaucht geben
  7. laßen, dies bis ich den umschreiben und die Anweisung auf mich
  8. an die Breslauer Banck gebe — Jetzt sende ich diese Anweisung
  9. Hr. Estafette in dH Koppe damit er schnell diese Gelder erhalten
  10. und nach Ewr Durchlaucht überbringen kan. Sobald ich nun
  11. erfahre wo Höchstdieselben sich hinwenden, die bringe ich wie vor
  12. gesagt mehr
  13. So eben erhalte ich aus den Cabinet von Jemanden die Nachricht, daß Ewr
  14. durchlaucht benehmen, und tapfrigkeit über alles gepriesen wird,
  15. wie viel Antheil ich davon nehme darf ich Ewr Durchlaucht nicht
  16. erſt weitläuftig ſchildern. Zugleich habe ich große Hoffnung
  17. daher bekommen, daß man Ewr Durchlaucht die Kolziger Güter geben
  18. wird. Glückt mir dies, den schaffe ich bald 100000 rt die Sie allen
  19. verwenden können wohin Sie wollen; dann brauchte wir keinen
  20. fremden Credit zu suchen.
  21. Gott gebe Ewr Durchlaucht ferner Sieg und erhalte höchst Sie
  22. Gesund es wohl dan ersterbe ich als
  23. Ewr Durchlaucht
  24. Breslau d. 28ten Octob.
  25. 1806.
  26. treu unterthänigster Diener
  27. v Triebenfeld