Traces in the Sand

Document 224 · Letter

December 1811 [inferred]

Unknown

The writer is negotiating the sale of the Zagórów estates to General Schimmelpfennig, who wants them for 200/m Rthl. Schimmelpfennig's sons-in-law, cavalry captain von Kotzow and v. Johnston, are to inspect the estates together with Lieutenant Sommer. The payment plan: the estates Seliz and Modzewo for 110/m, the estate Goła Wieś, 66,000 Rthl in mortgage bonds at par, the remainder in cash or in Silesian mortgage bonds. According to cavalry captain v Stössel of Rusinowice, the sale to Weigel and Stössel has fallen through. The addressee should bring the lawsuits to an end.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 224
  2. Hochwohlgeb.
  3. Leider mußte ich bis heute Ew Hlr. Toten warten lassen, dem ich das erfor-
  4. derliche Tageld und seinen Lohn bezahlt habe. Ich würde von einem Tag
  5. zum andern hingehalten, ehe ich nähere und etwas bestimmte Auskunft
  6. über den an dieselben erwähnten Gegenstand in meinem letzten
  7. weitläuftigen Schreiben erhielt. Durch den H. General Schimmelpfennig
  8. erhielt ich heute die Nachricht, daß er nicht selbst bei seinem hohen Alter
  9. in der jetzigen Witterung die Zagorower Güter beweisen könnte, aber
  10. beschlossen hätte, seine beiden Schwiegersöhne, den Rittmeister von
  11. Kotzow und den H. v. Johnston dazu zu beauftragen, und deswegen
  12. den H. Lieut[enant] Sommer nach den Feyertagen bei sich zu sehen wünschen,
  13. damit er diese Reise mit ihnen nach ihm vorher gegebener nä-
  14. herer Auskunft über mehrere die Güter betreffende Gegenstände
  15. dahin machen könte. Was ich nun vorläufig mit einigem Ver-
  16. laß über des H. Generals Meinung heute vernahm, welche
  17. ich hier Ewr Hochw. worüber sich dann wol noch manches wenden
  18. oder anders leiten lassen wird, indessen dürfte es nöthig
  19. seyn, in seine Ideen einzugehen und mit den Gegenrechnun-
  20. gen sich darnach zu richten. Er, der General hofft meine
  21. Güter am 200/m rt zu erhalten und seine Zahlung Plan davor
  22. soll, wenn es nach seinem Wunsch gehen würde, nachfolgender
  23. seyn:
  24. 1. er will gerne seine Güter Seliz und Modzewo vor 110/m
  25. im Handel anbringen,
  26. 2. dann möchte er das kleine Gut Goła wies, was jetzt
  27. H. v Johnson besitzt, und worin er 6000 rt hat, mit
  28. angeben
  29. 3. sodann will er ein der Generalis gehöriges Capital
  30. was 66000 rt beträgt, die aber in Achtpreußischen Pfandbrie-
  31. fen bestehen, al pari angenommen wissen, an 12000 rt
  32. würde er auch meist in dergleichen Papieren noch zu [wollen?]
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  1. und den Fest baar oder in schlesischen Pfandbriefen, wenn ja
  2. mehr nöthig seyn würde, so meinte er allenfals noch an
  3. 20000 rt. durch zugebung guter sicherer Hypotheken auf sch
  4. sische Besitzungen zugeben zu können.
  5. Dabei äußerte man sind noch, daß wann wider des alten
  6. Schimmelpfennigs Verhoffen mehr fonds zu dieser Requisition
  7. erforderlich seyn sollte, er wünsche, daß dieses Quantum
  8. auf den Gütern eingetragen stehen bleiben könne,
  9. oder daß ich mir die Reste und in den Güter ausstehen-
  10. de Forderungen als Eigenthum behalten, zu deren Ein-
  11. ziehung er dann gerne mitwirken werde. Nach Berlin
  12. hat er bereits am Freytag vor 8 Tagen seine beiden
  13. Söhne abgeschickt und das mütterliche Capital der deß Preu-
  14. ßischen Pfandbriefe flott zu machen. Diese stehen nun in
  15. Berlin nach dem Cours 52 1/2 Procent, vor die von ihm
  16. angegeben werden wollende Güter würden nach
  17. führen und verläßiger Angabe im Verkauf wol
  18. 95000 rtl baares Geld zu erhalten seyn; daher würde
  19. wan dann nach dem Plan, den er sich ausgedachtheil
  20. wol in Allem, wenn er auch 220000 giebt und eigentlich
  21. noch courant berechnet erhalten circa 170000 rt. Wenn aus dem
  22. Handel was werden soll, so muß man ihn mit Wahr-
  23. scheinlichkeit überzeugen können, daß er bedeutend dabei
  24. gewinne, da nun meine Lage es schlechterdings er-
  25. fordert, daß diese Aussicht benutzt werde, so ver-
  26. traue ich zu Ew. Hochw. Klugheit, daß die diese
  27. meine Winke benutzen, und zu meinen Dank und Zusen
  28. denheit dieses vorseyende Geschäft glücklich zu Ende
  29. führen werden. Den Lieut[enant]. Sommer habe ich ebenfalls
  30. dahin instruirt und wird er mit voller Kraft bei
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  1. seiner Anwesenheit in Sel[u?]ze dahin zu wirken bemüht
  2. seyn, daß der General Schimmelpfennig Cathen und der
  3. wie Ew. Hochw. auf die Möglichs geschwinde Art wissen
  4. machen
  5. Dieses ist was ich über diesen Gegenstand zu sagen vermag
  6. und sage ich nur die Bitte hinge, daß Eerwir alles anwenden
  7. mögen, daß sich diese gemachte Anlage bald realisin. Es
  8. beruht hierauf wirklich mein Wohl und Wehe. Mein Dank ge-
  9. gen die wird meinen freundschaftlichen Gesinnungen gleichkommen —
  10. Noch ein Umstand, der seit gestern angetreten ist, macht mir
  11. die Benutzung dieses Aussicht um so mehr wünschen, da ich nun
  12. gewiß weiß, daß das Verkaufs Projekt unsrer Güter an
  13. Weigel und Stössel nicht geneigt. Der Rittmeister v Stössel
  14. auf Ruzynowice kan gestern von Berlin über Breslau
  15. wo sein Vater ihm Auftrage an mich gab, hier an, und
  16. reiste heute nach Ruzynowice zurück. Er hätte auch
  17. Weigel vertraut und weitläuftig gesprochen. Er versichert
  18. mich, daß dieser sich nicht auf diesen Handel einlassen
  19. würde, daß sein Vater, wie es ganz wahr, es allein
  20. nicht thun könne, und daß Ruzynowice mit hereinmeln
  21. war, schien ihn zu wundern. Kurz zu Realisirung dieses
  22. Plans bleibt auch nicht der mindeste Anschein. Er machte mir
  23. einige Anträge von seinem Vater, die dieser nur wieder-
  24. hohlen will, wozu er mich um den 6ten Januar zu besuchen
  25. gedankt. Vielleicht läßt sich noch ein Ausweg zu seiner Be-
  26. ruhigung finden. Es wäre unnütz über diesen Plan, den ich
  27. als ganz gescheitert betrachten muß, noch etwas Weiteres
  28. zu sagen, als daß es deswegen um so nöthiges ist, den
  29. angeknüpften Pfaden mit Schimmelpfennig zu verfolgen
  30. Da mir Hülfe unverhänglich nöthig ist, so beschwöre ich die
  31. dorten alles aufzubieten, um die Prozesse zu beendigen
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  1. wodurch und balde Gelder zu Handen kommen können. Ich habe nach
  2. Öhringen eine Estaffette geschickt, um das Herkommen meiner Sohn
  3. zu betreiben. Der muß heute dort angekommen seyn, und ich
  4. hoffe darauf bald noch dem hienen Jahr Antwort zu erhalten
  5. oder sie selbst bald hier zu sehen. In mehrerem betracht finde ich
  6. mich nun recht geplagt und ich habe alle Hände voll zu thun,
  7. um mehrere Uebel abzuwenden. Küsten Sie sich mein beßer
  8. Freund nun ja zu allem was unser vorhabendes Güterhandels
  9. geschäft befördern und schnell zum Abschluß führen kann.
  10. der H. Lieut[enant] kommen wird Ihnen alles getreulich melden
  11. und gewiß an seinen Bemühungen es nicht fehlen lassen. Ich
  12. hoffe, wenn alles glücklich geht Sie froh wiederzusehen und
  13. freue mich Ihrer Lassen die mich ja nicht ohne Nachricht beson-
  14. ders wenn Sie für was sachdienliches zu melden haben. Ihre
  15. vorgehabte Reise nach Neisse wird wahrscheinlich nicht stattge-
  16. funden haben, da ich nichts darüber weiter hörte. Die andern
  17. Angelegenheit, worüber die mir mündlich Eröffnung thun wollten
  18. liegt nur sehr am Herzen und wünschte ich darüber nur vor-
  19. läufig von denenselben einige Winke zu erhalten
  20. dem H. Lieut[enant] Sommer trage ich noch auf, denselben
  21. einigen Gegenstände ans Herz zu legen, die vielleicht nothwen-
  22. dig seyn dürften vor der Ankunft der Johnstonschen Schwie-
  23. gersöhne noch in Richtigkeit zu bringen und ich bitte die
  24. ergebenst hierauf geneigte Rücksicht ge nehmen ge
  25. wollen.
  26. Geruhen die Sich von meiner wahren Anhänglichkeit stets
  27. über und die Versicherung derjenigen Hochachtung ange-
  28. nehmen