Document 221 · Letter
20 November 1811
Blizanów
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld says he cannot send the 18,000 Rthl ordered from the Zagórów estates before two lawsuits have been won. He hopes to pay the Christmas interest so that the moratorium holds. He has set in motion the sale of Zagórów to Stössel through Count Leopold v Wartensleben; according to Wartensleben, Stössel demands that Rusinowice be included. Triebenfeld may want to exchange Blizanów for the Pila estates, settle with Weigel and Stössel (total account 470,000 Rthl) and so save Koszęcin. He rejects Wołczyn and Skorogoszcz.
Die befohlenen 18000 Rthl aus den Zagórówer Gütern kann Triebenfeld nicht senden, bevor zwei Prozesse gewonnen sind. Er hofft, die Weihnachtszinsen zu zahlen, damit das Moratorium gilt. Den Verkauf Zagórów an Stössel hat er über Graf Leopold v Wartensleben eingeleitet. Stössel verlangt laut Wartensleben, dass Rusinowice mitgenommen wird. Blizanów will Triebenfeld vielleicht gegen die Pilaer Güter tauschen, Weigel und Stössel abfinden (Gesamtrechnung 470000 Rthl) und so Koszęcin retten. Wołczyn und Skorogoszcz lehnt er ab.
- 221
- Durchlauchtigster Fürst
- Gnädigster Fürst und Herr!
- Ewr Durchlaucht befohlen, daß Ihnen von die Zagorower Güter 18000 rt gesandt werden
- ſollen. Mehr als Wehe thut es mir Ewr Durchlaucht ſagen zu müſen, daß dies
- vor der Hand nicht geschehen kan. Die Aussicht ist da daß 2 Prozesse im
- kurzen gewonnen werden, ehe dies aber nicht geschieht ist aus den Güterin
- nichts zu erhalten. Auf meinen Knieen werde ich Gott danken wenn nur die
- Weinachts Zinsen bezahlt werden, damit das Moratorium geltend bleibt.
- Übrigens habe ich im gerädesten Wege die Sache wegen Veräußerung der Zago
- rower Güter an Stösseln eingeleitet.
- Der Graf Leopold v Wartensleben ist mit dem jungen Stössel bey mir
- gewesen. Sie haben die Güter besehen und Wartensleben der über Stösseln
- alles vermag (den er ist Stösseli Schwiegersohn) ist nach Breslau gewilt nun
- Das Werk in Geleise zu bringen.
- Mein Plan ist der Sub Litt A und der Wartenslebensche Sub B
- Ich erwarte jede Stunde die Erklärung der beiden Alten Kerls —
- Einen gewißen Ober Amtman König habe ich desfals nach Breslau gesandt
- um Heymen zu stimmen.
- König ist zugleich zu Ge Sendralzki gereiset der vieleicht mit mir
- auf Blizanow gegen die Pilaer Güter tauscht — das Werk geht beßer, den Weigel wird
- Blizanow nicht so gerne als die Güter dorten nehmen, und Weigel
- muß nach meiner Meinung abholen zugleich mit Stösseln abgefunden
- werden. Dann ist Koschentin gerettet — Sie haben dann an
- Koschentin 60000 rt, diese müßen Ihnen, von die zum Majorat
- bestimmten Gelder, gegeben werden, damit bezahlen, Sie alle Ihre
- Schulden und behalten noch eine große Summe übrig.
- Aus einer andern Sache wird Ihnen vieleicht so viel werden, daß Sie die Curische
- Summa bezahlen können — das wie, und wo, mündlich
- Gelingt alles so werden Sie noch ruhig und glücklich lebend.
- Mitt Constadt ist es nichts — ich habe das Nest besehen darauf laße ich
- mich weiter nicht ein — selbst Schurgast ist eine Waßer Klitsche
- und zu theuer — Mit Pila wäre es am besten. Ich halte mein
- Blizanow 127000 rt 27000 rt. stehen und darauf folglich bleiben 100000
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Durchlauchtigster Fürst
Gnädigster Fürst und Herr!
Ewr Durchlaucht befohlen, daß Ihnen von die Zagorower Güter 18,000 rt gesandt werden ſollen. Mehr als Wehe thut es mir Ewr Durchlaucht ſagen zu müſen, daß dies vor der Hand nicht geschehen kan. Die Aussicht ist da daß 2 Prozesse im kurzen gewonnen werden, ehe dies aber nicht geschieht ist aus den Güterin nichts zu erhalten. Auf meinen Knieen werde ich Gott danken wenn nur die Weinachts Zinsen bezahlt werden, damit das Moratorium geltend bleibt. Übrigens habe ich im gerädesten Wege die Sache wegen Veräußerung der Zago rower Güter an Stösseln eingeleitet.
Der Graf Leopold v Wartensleben ist mit dem jungen Stössel bey mir gewesen. Sie haben die Güter besehen und Wartensleben der über Stösseln alles vermag (den er ist Stösseli Schwiegersohn) ist nach Breslau gewilt nun Das Werk in Geleise zu bringen.
Mein Plan ist der Sub Litt A und der Wartenslebensche Sub B Ich erwarte jede Stunde die Erklärung der beiden Alten Kerls — Einen gewißen Ober Amtman König habe ich desfals nach Breslau gesandt um Heymen zu stimmen.
König ist zugleich zu Ge Sendralzki gereiset der vieleicht mit mir auf Blizanow gegen die Pilaer Güter tauscht — das Werk geht beßer, den Weigel wird Blizanow nicht so gerne als die Güter dorten nehmen, und Weigel muß nach meiner Meinung abholen zugleich mit Stösseln abgefunden werden. Dann ist Koschentin gerettet — Sie haben dann an Koschentin 60,000 rt, diese müßen Ihnen, von die zum Majorat bestimmten Gelder, gegeben werden, damit bezahlen, Sie alle Ihre Schulden und behalten noch eine große Summe übrig. Aus einer andern Sache wird Ihnen vieleicht so viel werden, daß Sie die Curische Summa bezahlen können — das wie, und wo, mündlich Gelingt alles so werden Sie noch ruhig und glücklich lebend. Mitt Constadt ist es nichts — ich habe das Nest besehen darauf laße ich mich weiter nicht ein — selbst Schurgast ist eine Waßer Klitsche und zu theuer — Mit Pila wäre es am besten. Ich halte mein Blizanow 127,000 rt 27,000 rt. stehen und darauf folglich bleiben 100,000
- Die Pilaer Güter hält Sandrelzki 250000 rt. darauf stehen 125000 rt.
- Schulde bleiben reine 125000, folglich erhält Sandrelzki / wann die Sache
- so geht / noch 25000 rt. diese will er sogleich baar haben, und diese
- müste Weigel geben, auch könte etwas dazu von den Zagorower Resten
- wenn die Prozeße gewonnen, genomm werden.
- Auf alle Falle erhält Weigel auf diesen Wege 100000 rt.
- Auf Zagorowo hatt er 52500 rt. stehen
- Stössel bleibt zu vergüten schuldig 20000 rt.
- Müste Weigel noch erhalten 17500 rt.
- Sind 190000 rt.
- Stössel muß wie der Plan sub A zeigt die
- Zagorower Güter nehmen. Er verlangt
- aber wie Leopold Wartensleben sagt, daß Russinowitz
- mit angenommen wird, weil dem beide familien
- aus Schlawenschitz heraus und nach Pohlen ziehen wollen,
- Auf der Art erhalt Stössel, wenn er würklich
- so viel zu fordern hat 280000 rt.
- des beträgt 470000 rt.
- Dieſe werden gedeckt.
- 1. Für Zagorowo 300000 rt.
- 2. Für Weigel dort eingetragen, 52500 rt.
- 3. durch Blizanow oder Pielen 100000 rt.
- 4. durch Zuzahlung der 17500 rt.
- Sind 470000 rt.
- Wann dies alles glücklich geht um beendigt ist dann komme
- ich nach diesen Tage Werck bester Fürst zu Ihm, und Lebe
- und sterbe mit Ihnen — die 100000 rt so wie das was ich
- schon an und für die gegeben habe zahlen Sie mich hernach
- in Terminen zurück so daß es mir Ihnen noch dem Fürst
- August lästig fält —
- Mit traunster Anhänglichkeit und der tiefsten Ehrfurcht
- ersterbe
- Ewr Durchlaucht
- Die Papiere geruhen Ew. Durchlaucht
- mir wieder mit zu schicken ich habe kannen Schreiben
- den Augenblick erhalte
- ich am Schreiben ich muß
- wider nach Neisse
- Blizanow
- d 20ten 9br 1811.
- treu unterthänigſten Knecht
- v Triebenfeld
Die Pilaer Güter hält Sandrelzki 250,000 rt. darauf stehen 125,000 rt. Schulde bleiben reine 125,000, folglich erhält Sandrelzki / wann die Sache so geht / noch 25,000 rt. diese will er sogleich baar haben, und diese müste Weigel geben, auch könte etwas dazu von den Zagorower Resten wenn die Prozeße gewonnen, genomm werden. Auf alle Falle erhält Weigel auf diesen Wege 100,000 rt. Auf Zagorowo hatt er 52,500 rt. stehen Stössel bleibt zu vergüten schuldig 20,000 rt. Müste Weigel noch erhalten 17,500 rt. Sind 190,000 rt.
Stössel muß wie der Plan sub A zeigt die Zagorower Güter nehmen. Er verlangt aber wie Leopold Wartensleben sagt, daß Russinowitz mit angenommen wird, weil dem beide familien aus Schlawenschitz heraus und nach Pohlen ziehen wollen, Auf der Art erhalt Stössel, wenn er würklich so viel zu fordern hat 280,000 rt. des beträgt 470,000 rt.
Dieſe werden gedeckt.
1. Für Zagorowo 300,000 rt.
2. Für Weigel dort eingetragen, 52,500 rt.
3. durch Blizanow oder Pielen 100,000 rt.
4. durch Zuzahlung der 17,500 rt. Sind 470,000 rt.
Wann dies alles glücklich geht um beendigt ist dann komme ich nach diesen Tage Werck bester Fürst zu Ihm, und Lebe und sterbe mit Ihnen — die 100,000 rt so wie das was ich schon an und für die gegeben habe zahlen Sie mich hernach in Terminen zurück so daß es mir Ihnen noch dem Fürst August lästig fält — Mit traunster Anhänglichkeit und der tiefsten Ehrfurcht ersterbe
Ewr Durchlaucht Die Papiere geruhen Ew. Durchlaucht mir wieder mit zu schicken ich habe kannen Schreiben den Augenblick erhalte
ich am Schreiben ich muß
wider nach Neisse
Blizanow
d 20ten 9br 1811.
treu unterthänigſten Knecht
v Triebenfeld

