Traces in the Sand

Document 222 · Letter

1 December 1811

Blizanów

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld reports that Baron Stössel is willing to take over the Zagórów estates for his claims according to his plan, and urgently asks for an answer whether the Prince wants the matter settled in this way with Stössel and Weigel. He says Stössel demands a letter from the Prince; Count Wartensleben advises that it should state that, because of the mother-in-law's will, Koszęcin cannot be paid for, and that he is therefore giving Zagórów, to which Triebenfeld wishes to add the Blizanów estates. Köckritz calls Triebenfeld to Berlin.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 222
  2. Durchlauchtigster Fürst
  3. Gnädigster Fürst und Herr!
  4. Daß der Baron Stössel Willens ist die Zagorower Güter für seine Forderungen
  5. nach meinen Plan anzunehmen wollen Ewr Durchlaucht aus den beige
  6. henden Brief des Ob Amt Königs zu entnehmen geruhen. Jezt kömt
  7. es darauf an, daß der Baron ist: bald herkömt den ist die Sache auch
  8. selbst mit dem alten Weigel gemacht — Schon seit ein paar Tage
  9. sehe ich die Zukunft meines desfals an Ewr Durchlaucht gesandten
  10. Bothens entgegen. Jede Verzögerung kan der guten Sache schädlich werden
  11. hätte ich Leute auf die ich mich verlaßen könte und Pferde, so solte jezt
  12. ein Reitender den andern jagen, aber ich habe, ſeitdem mein alter
  13. ehrlicher Richter die Winter quartiere bezogen, keinen treuen Menschen
  14. auch kein Geld und keine Pferde.
  15. Ich schicke dieſemnach auch noch dieſen Bothen und bitte um ſchleunige
  16. Antwort, "Ob Ewr Durchlaucht nach meinen Plan die Sache
  17. mit Stössel und Weigel abgemacht wißen wollen, oder
  18. ob Höchſt Sie einen andern Plan haben?
  19. So weit ich Ewr Durchlaucht Laage kenne und so viel bisher Verstand
  20. mir die Mutter Natur gegeben hat, ſo ſehe ich keine Ehrenvollere.
  21. schnellere und beßere Rettung nicht für Ewr Durchlaucht, als diese
  22. Stössel und Weigel werden befriediget — Sie erhalten den von die
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  1. die nachgelaßenen Gelder der verstorbenen Fürsten Sacken, welche
  2. zum Ankauf zweier Majorate für die Pr. Adolph und Allexander
  3. verwandt werden sollen, an 670000 rt. baar zurück — damit
  4. können sie die Hölle bey jezigen Zeiten face bieten —
  5. In Berlin, wo nur der Geld Sack gilt, wird dies einen Lerm
  6. machen der durch die Wolken hinan dröhnen wird
  7. Ich bitte um die schleunigste Antwort um ersterbe
  8. Ewr Durchlaucht
  9. Blizanow d. 1ten Xbr
  10. 1811
  11. ganz gehorſamſter treuer Diener
  12. v Triebenfeld
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  1. P[ro]. M[emoria].
  2. Ich hatte diesem Brief schon gesiegelt und den Bothen übergebenden läst
  3. sich der Gr. Cesur Wartensleben, welcher Directe von Breslau komt meldig
  4. Stössel will nach seiner Versicherung mit Weigel entriren. Er
  5. will aber von Euer durchlaucht ein Schreiben haben, daß Sie selbst
  6. in den von mir gemachten Plan willigen würden.
  7. Cesur Wartensleben Räth, daß Ewer durchlaucht an ihm dem alten Stössel
  8. des eiligstem schreiben mögten —
  9. "daß Sie von jeher gesonnen gewesen wären Koschentin zu erhalten
  10. und daß Sie durch den Todt Ihrer Schwiegermutter geglaubt
  11. hätte in den Zustand versetzt zu werden Koschentin bezahlen
  12. zu können — da indes die Frau Fürsten dergestalt testirt
  13. hätte, daß Ihnen nichts zu disponiren übrig bliebe, so wolten
  14. sie zur Befriedigung seiner / des p. Stössels und des Weigels / die
  15. Zagorower Güter geben, welches Triebenfeld noch die Blizanower
  16. Güter zu gesellen wolle. Sie hätten zu dem Ende Trie-
  17. benfelden alles abzumachen übertragen, und ersuchten ihm,
  18. wann ihm dies genehm wäre sich mit Triebenfeld über alle
  19. diese Sachen im Unterhandlung zu sezzen"
  20. Ich bin nun ganz ganz rest überzeugt, daß diese Geschichte zu Stande
  21. könt, wenn Ewr Durchlaucht nicht andere Plane haben. — Zueten
  22. Ende schon ich in aller Eile einen reitenden Bothen — dem dorten noch 5 rt
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  1. zu geben sind — Geruhen Ewer Durchlaucht mir durch diesen Kerl
  2. den Brief und alle Ihre sonstige Befehle auf das allerwächigste
  3. zu senden, damit ich selbst mit das Schreiben nach Breslau eilen
  4. und Stösseln selbst hohlen kan — der Bothe hat versprochen in
  5. 5 Tage wieder hier zu sein — Geruhen Sie zu eilen — die
  6. Sache ist wichtig groß und heen, und sichert Ihnen gnädiger Fürst
  7. die froheste Zukunft.
  8. Übrigens schreibt mir Köck[ritz]: ich soll bald bald nach Berlin
  9. kommen. Es wäre vieles in Werke und es würde alles
  10. noch gut werden
  11. Mein ältester Sohn der in 2 ten Schluſe zuſaren Regiment diente
  12. ist nach Berlin gerufen und wird in Garde da Corps als seconde
  13. Luit: angestelt — der König hat lange mit ihm gesprochen und
  14. sich nach eins und das andere erkundiget, besonders Köck[ritz]
  15. vielleicht — In der c Sache nur mündlich
  16. v Triebenfeld