Document 22 · Letter
27 January 1810
Konotop (Kontop)
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld complains about the lawsuits he is conducting on account of his surety for the Prince: over the Invalids' Fund, with Oppenheimer and with Schliefen. In Poland he says he is suing Meierowitz, who owes Schliefen 6,000 Rthl of purchase money from Witów and the Prince 2,500 Rthl of ground rents. He says Stenger is to pursue the matters; he calls Hawich the greatest rogue, and says a Badenski is collecting in all the money. Lombardini did not pay the 150 Rthl; he would like 500 Rthl in coin for his children.
v. Triebenfeld klagt über Prozesse, die er wegen seiner Bürgschaft für den Fürsten führt: wegen der Invaliden Casse, mit Oppenheimer und mit der Schliefen. In Polen klagt er gegen Meierowitz, der der Schliefen 6000 Rthl Kaufgeld von Witów und dem Fürsten 2500 Rthl Erbzinsen schuldet. Stenger soll die Sachen betreiben; Hawich nennt er den größten Spitzbuben, ein Badenski ziehe alle Gelder ein. Lombardini zahlte die 150 Rthl nicht; er wünscht sich 500 Rthl Münze für seine Kinder.
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- Durchlauchtigſter Fürſt
- Gnädigster Fürst und Herr!
- Nachdem ich durch eine Mittelmäßige Verpachtung und durch reellen Beistand
- des General Köckritz meine Leiden zu beſeitigen hoften darf — packt mich
- die Gicht wieder — Schon einige Tage liege ich hart nieder, indes hoffe
- ich bald hergestelt zu sein.
- So schmerzhaft meine Krankheit inzwischen ist, so will ich doch Euer durch
- laucht befehlen, gemäs die geforderte Antwort nicht verzögen.
- Ewr Durchlaucht geruhen zu sagen, daß ich in Ihren Sachen adcitirt
- werden würden.
- Gnädigster Fürst und Herr! ich habe schon in Ihrer Sache seit geraumer
- Zeit 4 Prozeße am Halse die noch viel Geld kosten —
- den wegen der Invaliden Casse, der mit dem Juden Oppenheimer
- und jezt mit der Obrist Schleifen sind bedeutend — und ärgern
- mich schrecklich weil ich allein dafür leiden muß, daß ich mich für Ewie-
- Durchlaucht verbürgte.
- Aus treuer Anhänglichkeit wolte ich Ihnen die Odiosa nicht sagen
- betrieb die Sache im Stillen fort und bitte dabey viele-Glauben
- Sie daß diese Prozeße mich schon sehr viel Geld kosten — erst vor
- 7 Tagen habe ich dem Executor Alexius 132 rt bezahlen müßen
- und noch verlangt das Kammer Gericht 85 und 42 rt. für 127 thut
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Durchlauchtigſter Fürſt
Gnädigster Fürst und Herr!
Nachdem ich durch eine Mittelmäßige Verpachtung und durch reellen Beistand des General Köckritz meine Leiden zu beſeitigen hoften darf — packt mich die Gicht wieder — Schon einige Tage liege ich hart nieder, indes hoffe ich bald hergestelt zu sein.
So schmerzhaft meine Krankheit inzwischen ist, so will ich doch Euer durch laucht befehlen, gemäs die geforderte Antwort nicht verzögen. Ewr Durchlaucht geruhen zu sagen, daß ich in Ihren Sachen adcitirt werden würden.
Gnädigster Fürst und Herr! ich habe schon in Ihrer Sache seit geraumer Zeit 4 Prozeße am Halse die noch viel Geld kosten — den wegen der Invaliden Casse, der mit dem Juden Oppenheimer und jezt mit der Obrist Schleifen sind bedeutend — und ärgern mich schrecklich weil ich allein dafür leiden muß, daß ich mich für Ewie- Durchlaucht verbürgte.
Aus treuer Anhänglichkeit wolte ich Ihnen die Odiosa nicht sagen betrieb die Sache im Stillen fort und bitte dabey viele-Glauben Sie daß diese Prozeße mich schon sehr viel Geld kosten — erst vor 7 Tagen habe ich dem Executor Alexius 132 rt bezahlen müßen und noch verlangt das Kammer Gericht 85 und 42 rt. für 127
- thut zusammen 259 rt Courant. Empich führt den Oppenheimerschen Prozeß der
- hat ſchon viel erhalten und er verlangt von er reussirt noch viel mehr —
- der Schliefensche Prozeß wird in Breslau wieder mich geführt
- und im Pohlen führe ich ihm wider Meierowitz.
- Dieser Kerl ist der Schliefen noch 6000 rt Kauf Geld von Wittow schuldig — ich
- gab der Schliefen einen Revers wovon ich ihr für die Summa mit gut sagte
- ich that das ein Euer durchlaucht die 500 rt. jährl. Erbzinse von Wittow zu er-
- halten, die Meierowitz nun schon durch 4 Jahre und länger restiret —
- Aus Dankbarkeit, daß ich der H. zu alle dem was Sie weg hat geholfen
- habe, hat ſie mich verklagt — ich habe nothgedrungen nun den Meierowitz
- verklagen müßen um die Vettel zu die 6000 rt und Ewr Durchlaucht
- zu die 2500 rt restirende Erbzinsen zu verholfen. Der Prozeß kostet
- schon in Breslau und Pohlen, am 500 r. Ich habe es gelitten geduldet, bezahlt
- und Ewr Durchlaucht nichts gesagt, den ich ſchöne Sie zu gerne, weil
- Sie der Leiden schon genug haben.
- Die Sache mit der Invaliden Casse macht mich ganz Sümerlos, Sie kostet
- mich schon viel tausend Thaler, Ehre, um Gesundheit — Sie ist der
- Grund Stoff zu allen meinen bisher geduldeten Leiden und Nahme laßen
- Kummer. Ich hofte Gott solte einmahl helfen, und die Sache durch einen
- Todesfall — enden — Es geschieht nicht, und ich kan nichts thun als
- die Sache zu verschleppen suchen.
- Nach Pohlen zu gehen, dagegen stränkt sich mein Ehrgefühl — Ihnen
- ist dies nicht fremd und daher werden Sie auch wohl abwarten bis
- sich die Sachen ändern. Ich arbeite fort und hoffe zu reussiren
- ich habe einen gewißen Stenger angenommen der die Sache jezt mit
thut zusammen 259 rt Courant. Empich führt den Oppenheimerschen Prozeß der hat ſchon viel erhalten und er verlangt von er reussirt noch viel mehr — der Schliefensche Prozeß wird in Breslau wieder mich geführt und im Pohlen führe ich ihm wider Meierowitz.
Dieser Kerl ist der Schliefen noch 6,000 rt Kauf Geld von Wittow schuldig — ich gab der Schliefen einen Revers wovon ich ihr für die Summa mit gut sagte ich that das ein Euer durchlaucht die 500 rt. jährl. Erbzinse von Wittow zu erhalten, die Meierowitz nun schon durch 4 Jahre und länger restiret — Aus Dankbarkeit, daß ich der H. zu alle dem was Sie weg hat geholfen habe, hat ſie mich verklagt — ich habe nothgedrungen nun den Meierowitz verklagen müßen um die Vettel zu die 6,000 rt und Ewr Durchlaucht zu die 2,500 rt restirende Erbzinsen zu verholfen. Der Prozeß kostet schon in Breslau und Pohlen, am 500 r. Ich habe es gelitten geduldet, bezahlt und Ewr Durchlaucht nichts gesagt, den ich ſchöne Sie zu gerne, weil Sie der Leiden schon genug haben.
Die Sache mit der Invaliden Casse macht mich ganz Sümerlos, Sie kostet mich schon viel tausend Thaler, Ehre, um Gesundheit — Sie ist der Grund Stoff zu allen meinen bisher geduldeten Leiden und Nahme laßen Kummer. Ich hofte Gott solte einmahl helfen, und die Sache durch einen Todesfall — enden — Es geschieht nicht, und ich kan nichts thun als die Sache zu verschleppen suchen.
Nach Pohlen zu gehen, dagegen stränkt sich mein Ehrgefühl — Ihnen ist dies nicht fremd und daher werden Sie auch wohl abwarten bis sich die Sachen ändern. Ich arbeite fort und hoffe zu reussiren ich habe einen gewißen Stenger angenommen der die Sache jezt mit
- Macht betreibt — Er kostet mich viel aber wird gewis alles aufs Reine
- bringen — dumm köpfe können jezt durchaus nicht gebraucht werden, Man
- wird dort ausgelacht und die Sache verschlimmern sich gleich — Es
- müßen Absolut Menschen Auftreten die die Sprache verstehen, weil alles
- in der Landes Sprache verhandelt wird —
- Theuer laßen sich aber diese Männer bezahlen, — ich treibe es auf und
- gebe es, ohne Ewer Durchlaucht immer lästig zu fallen. Dem Ihre Klagen
- zerreißen mir so schon das Herz, ich Liebe den zu sehr —
- das Geld was Lombardini gegeben hat und jezt geben ſoll iſt nicht der
- 10ten Theil von dem was ich schon gegeben habe — Pinseln und Betteln
- kan ich nicht, ich dulde und trage für die Mein gnädigster Fürſt
- was keiner in der Welt weiter thun würde.
- Hier sind wieder 3 Decrete ich thue was möglich ist — Mit Gewalt aber
- kan ich jezt nichts erzwingen. Hätte ich 50/m Mann zu comandiren, den
- legte ich Ihnen alle Schazze von Pohlen zu Füßen — so aber muß ich
- dulden und harren.
- Honrichs und Hawichs Ankunft sehe ich hier täglich entgegen. Stenger
- untersucht alles und bis dahin suspendire ich mein Urtheil — So viel
- ist sicher daß Hawich der gröste Spitzbube ist — rt es Honrichs auch
- dann wehe ihm — Nur Geld hat er nicht erhalten, sondern ein gewißer
- Badenski der von der Regierung angestellt ist zieht alles
- Ich habe daher keinen Groschen von dorther gesehen. Nehme auch auf
- Ehre von dorther nichts um nicht in Verwirrung zu gerathen
- Lombardini hat die 150 rt. nicht gegeben — ich hatte sie an meinen
- Sohn angewiesen, der war hier wolte Geld haben, weil er requirte
Macht betreibt — Er kostet mich viel aber wird gewis alles aufs Reine bringen — dumm köpfe können jezt durchaus nicht gebraucht werden, Man wird dort ausgelacht und die Sache verschlimmern sich gleich — Es müßen Absolut Menschen Auftreten die die Sprache verstehen, weil alles in der Landes Sprache verhandelt wird — Theuer laßen sich aber diese Männer bezahlen, — ich treibe es auf und gebe es, ohne Ewer Durchlaucht immer lästig zu fallen. Dem Ihre Klagen zerreißen mir so schon das Herz, ich Liebe den zu sehr — das Geld was Lombardini gegeben hat und jezt geben ſoll iſt nicht der 10ten Theil von dem was ich schon gegeben habe — Pinseln und Betteln kan ich nicht, ich dulde und trage für die Mein gnädigster Fürſt was keiner in der Welt weiter thun würde.
Hier sind wieder 3 Decrete ich thue was möglich ist — Mit Gewalt aber kan ich jezt nichts erzwingen. Hätte ich 50/m Mann zu comandiren, den legte ich Ihnen alle Schazze von Pohlen zu Füßen — so aber muß ich dulden und harren.
Honrichs und Hawichs Ankunft sehe ich hier täglich entgegen. Stenger untersucht alles und bis dahin suspendire ich mein Urtheil — So viel ist sicher daß Hawich der gröste Spitzbube ist — rt es Honrichs auch dann wehe ihm — Nur Geld hat er nicht erhalten, sondern ein gewißer Badenski der von der Regierung angestellt ist zieht alles Ich habe daher keinen Groschen von dorther gesehen. Nehme auch auf Ehre von dorther nichts um nicht in Verwirrung zu gerathen Lombardini hat die 150 rt. nicht gegeben — ich hatte sie an meinen Sohn angewiesen, der war hier wolte Geld haben, weil er requirte
- vom Regiment gejagt zu werden, den ich konte ihm nichts geben weil eben
- der Executor den lezten Groschen nur abgenommen, und 100 rt nach
- Berlin geschickt werden müßten — Lombardini hat nichts gegeben
- und mein Sohn lebt so wie ich und meine Töchter in der grösten
- Noth — Mein Kummer ist durch die verworrene Geschichten bey
- Gott ohne Gränzen — denken Sie sich Mein Fürst nun die Schande, meine
- Töchter arbeiten für Geld Puz und Stickerein. Sie haben sich gerichtlich
- von mir los gesagt, um nur die Meubles zu retten, und das was
- Sie von der Mutter haben in Salvo zu bringen — ich kan sie nichts
- geben, bis ich meine Güter wieder frey habe. Ich wies dem Sohn
- 100 rt. und die Töchter 50 rt. an — Lombardini aber war nicht so gefallig
- wie ich seit einer Stunde höhre, das Geld zu zahlen — Es empört einen
- Inneres — den das habe ich nicht verdient —
- könte ich in der Eil 500 rt. Münze auftreiben um sie die Kinder eilig zu
- schicken, ich gäbe gerne auf Johanni, wenn die Pacht Gelder eingehen
- 1000 rt dafür wieder.
- Diese Nachricht macht mich schier wüthend. — Ich habe alles gerne und willig
- hingegeben — ich habe nie einen heller aus Euer Durchlaucht Güter gezogen
- und mich läst man diese Sprache dulden — Sobald ich gesund bey werde ich Ewr.
- Durchlaucht die Berechnung vorlegen. — Auch bitte ich Sie aus Pohlen die Nachricht
- einzuziehen — Ob ich daher einen Groschen gezogen. O Gnädigster Fürst
- das thut zu weh —
- O hatte ich nur bald 500 rt für meine arme Kinder. Nein das übersteigt
- alle Gränzen —
- Gott erhalte Ewr Durchlaucht und laße es Ihnen wohler ergehen als mir
- dieser Schlag trift mich zu hart
- Ich ersterbe
- Ewr Durchlaucht
- Kontop. 27ten Januar
- 1810
- unterthäniger Diener
- v Triebenfeld
vom Regiment gejagt zu werden, den ich konte ihm nichts geben weil eben der Executor den lezten Groschen nur abgenommen, und 100 rt nach Berlin geschickt werden müßten — Lombardini hat nichts gegeben und mein Sohn lebt so wie ich und meine Töchter in der grösten Noth — Mein Kummer ist durch die verworrene Geschichten bey Gott ohne Gränzen — denken Sie sich Mein Fürst nun die Schande, meine Töchter arbeiten für Geld Puz und Stickerein. Sie haben sich gerichtlich von mir los gesagt, um nur die Meubles zu retten, und das was Sie von der Mutter haben in Salvo zu bringen — ich kan sie nichts geben, bis ich meine Güter wieder frey habe. Ich wies dem Sohn 100 rt. und die Töchter 50 rt. an — Lombardini aber war nicht so gefallig wie ich seit einer Stunde höhre, das Geld zu zahlen — Es empört einen Inneres — den das habe ich nicht verdient — könte ich in der Eil 500 rt. Münze auftreiben um sie die Kinder eilig zu schicken, ich gäbe gerne auf Johanni, wenn die Pacht Gelder eingehen 1,000 rt dafür wieder.
Diese Nachricht macht mich schier wüthend. — Ich habe alles gerne und willig hingegeben — ich habe nie einen heller aus Euer Durchlaucht Güter gezogen und mich läst man diese Sprache dulden — Sobald ich gesund bey werde ich Ewr. Durchlaucht die Berechnung vorlegen. — Auch bitte ich Sie aus Pohlen die Nachricht einzuziehen — Ob ich daher einen Groschen gezogen. O Gnädigster Fürst das thut zu weh — O hatte ich nur bald 500 rt für meine arme Kinder. Nein das übersteigt alle Gränzen — Gott erhalte Ewr Durchlaucht und laße es Ihnen wohler ergehen als mir dieser Schlag trift mich zu hart
Ich ersterbe
Ewr Durchlaucht
Kontop. 27ten Januar
1810
unterthäniger Diener
v Triebenfeld



