Document 217 · Letter
15 August 1811
Berlin
Colonel von Sanitz, another of the officers granted estates in 1796 → Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent
Von Sanitz asks whether the first tribunal has already decided on the Prince's Trąbczyn estates, and asks if possible for copies of the justice of the peace's judgment and of the tribunal's sentence. He has moved to Berlin to save what remains of his lost fortune. He says his former agent in Poznań, Weltzer, holds out little hope. From the Saxon court he hears that Polish Commissioners, acting on a petition from Dąbska, have ordered the estates to be returned to her. He says war in the north is expected soon.
Von Sanitz fragt, ob das erste Tribunal über die Trąbczyner Güter des Fürsten schon entschieden hat, und bittet möglichst um Abschriften des Friedensrichter-Urteils und der Tribunalsentenz. Er ist nach Berlin gezogen, um Reste seines verlorenen Vermögens zu retten. Sein früherer Posener Sachwalter Weltzer hat wenig Hoffnung. Vom sächsischen Hof hört er, Polnische Commissarien hätten auf eine Bittschrift von Dąbska befohlen, ihr die Güter zurückzugeben. Man vermute einen baldigen Krieg im Norden.
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- Hochwohlgebohrner Herr
- Insonders Hochzuehrender Herr Lieutenant!
- Schönen muß ich mir wohl, Ew. Hochwohlgebl.
- gütiges Schreiben so lange danckbahrlich unbeant-
- wortet gelaßen zu haben, rechnete ich nicht auf
- ihr gütiges Entschuldigen, so würde es jezt nicht
- von neuen Wagen Dieselben mit meinen
- gegenwärtigen zu belästigen.
- daß ich Schleßen und Brau verlassen müßen,
- worinnen beinahe 49 Jahre meist glücklich und
- froh gelebt, und bei in zu meinen Auffenthalt
- gewählt, um meine dringünste Geschäfte der
- Verlust meines Vermögens, hier beßer zu betreiben
- wenn möglich noch etwas zu retten, wäi-
- Ihnen vielleicht nicht gantz unberauß sein
- Allein noch sind hierzu die Außachten nicht sehr
- klar, und selbst mein alte gewesener Sachwalter
- in Posen Hl. Weltzer, der sich jezt auch hier aufhält,
- der die Polnische Justiz zu können glaubt, hat wenig
- Hoffnung, das Ausweitige Departement hat sich
- für mich an den Dresden Huffe verraut, allen
- auch dieser, will zwar daß die vorher bezahlten
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Hochwohlgebohrner Herr Insonders Hochzuehrender Herr Lieutenant! Schönen muß ich mir wohl, Ew. Hochwohlgebl. gütiges Schreiben so lange danckbahrlich unbeantwortet gelaßen zu haben, rechnete ich nicht auf ihr gütiges Entschuldigen, so würde es jezt nicht von neuen Wagen Dieselben mit meinen gegenwärtigen zu belästigen.
daß ich Schleßen und Brau verlassen müßen, worinnen beinahe 49 Jahre meist glücklich und froh gelebt, und bei in zu meinen Auffenthalt gewählt, um meine dringünste Geschäfte der Verlust meines Vermögens, hier beßer zu betreiben wenn möglich noch etwas zu retten, wäiIhnen vielleicht nicht gantz unberauß sein Allein noch sind hierzu die Außachten nicht sehr klar, und selbst mein alte gewesener Sachwalter in Posen Hl. Weltzer, der sich jezt auch hier aufhält, der die Polnische Justiz zu können glaubt, hat wenig Hoffnung, das Ausweitige Departement hat sich für mich an den Dresden Huffe verraut, allen auch dieser, will zwar daß die vorher bezahlten
- Schulden nachgesucht werden könten, waß aber
- die Güter selbst betrift, so sucht Er — absehen kein
- officieller Befehl des Keisers hiezu vorhanden.
- die damaligen Polnischen Richter zu entschuldigen
- und die tilsitum friedens articulae so für
- und hierinnen sein, nicht darauf anwendbahr
- zu machen.
- Der hiesige Franzosische Gesante, bei dem voriges
- sehr bei meinen Hiersein war, macht mir in
- der Art hoffnung: daß wenn kein ausdrückliche
- Keiserliches Befehl hierzu vorhanden, und ich die
- official Ihm geben könnte, Er sich meine vor,
- nehmen wolte. Endlich habe ich den selbst
- vom Sächsischen Hofe, welcher sagt, daß die
- von Dąbska in desden den Keiser und die
- zurückgabe der Güter gebeten — So keiselich
- Majestät bloß der damaligen Pluischen Regierung
- Ihre Bittschrift zugeschickten Hierauf haben
- Die Polnsche Commissarien befohlen der am
- Dąbska die Güter wieder zugeben.
- Gegenwärtig bin beschäftigt dieses Übersehen
- gelaßen, und werde sehen in wie weit
Schulden nachgesucht werden könten, waß aber die Güter selbst betrift, so sucht Er — absehen kein officieller Befehl des Keisers hiezu vorhanden. die damaligen Polnischen Richter zu entschuldigen und die tilsitum friedens articulae so für und hierinnen sein, nicht darauf anwendbahr zu machen.
Der hiesige Franzosische Gesante, bei dem voriges sehr bei meinen Hiersein war, macht mir in der Art hoffnung: daß wenn kein ausdrückliche Keiserliches Befehl hierzu vorhanden, und ich die official Ihm geben könnte, Er sich meine vor, nehmen wolte. Endlich habe ich den selbst vom Sächsischen Hofe, welcher sagt, daß die von Dąbska in desden den Keiser und die zurückgabe der Güter gebeten — So keiselich Majestät bloß der damaligen Pluischen Regierung Ihre Bittschrift zugeschickten Hierauf haben Die Polnsche Commissarien befohlen der am Dąbska die Güter wieder zugeben. Gegenwärtig bin beschäftigt dieses Übersehen gelaßen, und werde sehen in wie weit
- der Französische hiesige Gesante, sich dieser Sachen
- annehmen wird, weide auch nicht verfohlen
- Ew. Hochwohlgebl. so gleich davon Nachricht
- gegeben, damit Fr. Hochfürstlich Durchlaucht
- die ich mich zu Gnaden zu empfehlen bitte
- davon gleichfals villeicht gebrauch machen
- könten.
- Wie werde die Wohltaten vergeßen so ich durch
- diesen Fürsten erhilt, meine Anhänglichkeit
- kann und wird nie sterben.
- Ist denn noch keine Sententz aus den ersten
- Tribunal über des Fürsten Trąbczyner
- Güter heraus? Hütten Ew. Hochwohlgeb. wohl
- die Güte mir wißen zu laßen, 1) wenns
- möglich abschriftlich — waß die Friedens Ruhte
- feurteilt, und 2t waß die Sententz mit den
- triebonal besagt hat?
- Neues wolle Ihnen gerne mit fielen allein
- auß in einem Tage hier für gewis ausgegeben.
- wird den andern bezweiffelt, und den dritten
- verdrängt eine zweite oft wiedersprechend
der Französische hiesige Gesante, sich dieser Sachen annehmen wird, weide auch nicht verfohlen Ew. Hochwohlgebl. so gleich davon Nachricht gegeben, damit Fr. Hochfürstlich Durchlaucht die ich mich zu Gnaden zu empfehlen bitte davon gleichfals villeicht gebrauch machen könten.
Wie werde die Wohltaten vergeßen so ich durch diesen Fürsten erhilt, meine Anhänglichkeit kann und wird nie sterben.
Ist denn noch keine Sententz aus den ersten Tribunal über des Fürsten Trąbczyner Güter heraus? Hütten Ew. Hochwohlgeb. wohl die Güte mir wißen zu laßen, 1) wenns möglich abschriftlich — waß die Friedens Ruhte feurteilt, und 2t waß die Sententz mit den triebonal besagt hat?
Neues wolle Ihnen gerne mit fielen allein auß in einem Tage hier für gewis ausgegeben. wird den andern bezweiffelt, und den dritten verdrängt eine zweite oft wiedersprechend
- die erſten So viel scheint aber doch aus
- allen hervorzuleuchten, daß man einen
- baldigen Ausbruch des Krieger in Norden
- vermutet. Würde es im Abend klar
- so würde es in Norden brennen
- sei ist glaube ich der Ableiter.
- zu Erwaltung einer zütigen Antwort
- und Verzeihung meiner Nachläßigkeit
- verharre in der vollkommensten
- Hochachtung lebenslang
- Ew Hochwohlgebohren
- Berlin
- g. 15ten August
- 1811
- Stalauer Str:
- Nr 13
- gantz gehorsamtreuer Sud[?] a[?] dien
- v Sanitz
die erſten So viel scheint aber doch aus allen hervorzuleuchten, daß man einen baldigen Ausbruch des Krieger in Norden vermutet. Würde es im Abend klar so würde es in Norden brennen sei ist glaube ich der Ableiter. zu Erwaltung einer zütigen Antwort und Verzeihung meiner Nachläßigkeit verharre in der vollkommensten Hochachtung lebenslang Ew Hochwohlgebohren
Berlin
g. 15ten August 1811
Stalauer Str:
Nr 13 gantz gehorsamtreuer Sud[?] a[?] dien v Sanitz



