Document 214 · Letter
21 July 1811
Kalisz (Kalisch)
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld reports the confirmed settlement: the bank and invalids' debts are to be paid off over 41 ¾ years at 6 per cent. For the private debts and Weigel the minister holds out the prospect of a similar moratorium. The hereditary leaseholders are paying nothing; he expects their contracts to be annulled and wants to set up demesne farms. The lawsuits over Oleśnica and Wrąbczyn are pending, and matters stand the same with Swięcia. Hecker and Hawich are stirring up the people, and Hecker is said still to owe 2,500 Rthl. On the 28th he intends to travel to Berlin.
Triebenfeld meldet den bestätigten Transact: Bank- und Invalidenschulden sollen in 41 ¾ Jahren mit 6 pct. bezahlt werden. Für Privatschulden und Weigel stellt der Minister ein gleiches Moratorium in Aussicht. Die Erbpächter zahlen nichts, er erwartet die Kassierung ihrer Contracte und will Vorwerke anlegen. Die Prozesse um Oleśnica und Wrąbczyn schweben, mit Swięcia steht es ebenso. Hecker und Hawich wiegeln die Leute auf, Hecker soll noch 2500 Rthl herauszahlen. Am 28. will er nach Berlin reisen.
- 214
- Durchlauchtigſter Fürſt
- Gnädigſter Fürſt und Herr!
- An den Todes Fall der Frau Fürstin Sacken nehme ich den lebhaftesten Antheil, mein
- lichstes Bedauren lege ich Ewr Durchlaucht zu Füßen. Der Himmel erhalte dafür
- nur Ewr Durchlaucht, laßen Ihnen alle beiden Fremd werden, und schande Ihnem
- Ruhe und die dauerhafteste Gesundheit, damit Sie noch eine lange reihe von
- Jahren die Stüzze Ihres Hauses und der Wohlthäter guter Menschen bleiben mögen.
- die Nachricht von der Höchstseeligen Frau Fürstin Tode war schon den 11ten in
- meine Hände. Gerne wäre ich zu Ewr Durchlaucht geeilt, wann nicht
- eben 4 Haupt Sachen durch dem Departements Minister entschieden werden,
- solten, von denen die Erhaltung der Pat. Güter abhing. Erst gestern
- habe ich die Bestätigung und den Approbirten Transact erhalten,
- daß die Bank und Invaliden Schulden, nebst den verlegenen Zutrahm
- durch 41 ¾ Jahre mit 6 pct. gehört bezahlt werden sollen.
- die copia erfolgen anbey, nach diesen sind die Güter [n?] 41 3/4 ganz reine
- Nach dem mir vom Minister im Geheim, gegebenen Winke wird wegen den
- Privat Schulden, ein eben mäßiges Moratorium erfolgen, wodann Hern
- Weigel auf gleiche Art abgefunden werden wird.
- Gott werde ich in Stillen auf meinen Knien danken mann jene Wucherer
- die Ewr Durchlaucht oft sehr wahr thuthen, um mit dieser weisen all
- Gemeinen Verfügung zufrieden sein müßen.
- Jezt bleibt es noch die Sache die Revenuen bestimmt auszuwirken und festzusezten
214
Durchlauchtigſter Fürſt
Gnädigſter Fürſt und Herr!
An den Todes Fall der Frau Fürstin Sacken nehme ich den lebhaftesten Antheil, mein lichstes Bedauren lege ich Ewr Durchlaucht zu Füßen. Der Himmel erhalte dafür nur Ewr Durchlaucht, laßen Ihnen alle beiden Fremd werden, und schande Ihnem Ruhe und die dauerhafteste Gesundheit, damit Sie noch eine lange reihe von Jahren die Stüzze Ihres Hauses und der Wohlthäter guter Menschen bleiben mögen. die Nachricht von der Höchstseeligen Frau Fürstin Tode war schon den 11ten in meine Hände. Gerne wäre ich zu Ewr Durchlaucht geeilt, wann nicht eben 4 Haupt Sachen durch dem Departements Minister entschieden werden, solten, von denen die Erhaltung der Pat. Güter abhing. Erst gestern habe ich die Bestätigung und den Approbirten Transact erhalten, daß die Bank und Invaliden Schulden, nebst den verlegenen Zutrahm durch 41 ¾ Jahre mit 6 pct. gehört bezahlt werden sollen. die copia erfolgen anbey, nach diesen sind die Güter [n?] 41 3/4 ganz reine Nach dem mir vom Minister im Geheim, gegebenen Winke wird wegen den Privat Schulden, ein eben mäßiges Moratorium erfolgen, wodann Hern Weigel auf gleiche Art abgefunden werden wird.
Gott werde ich in Stillen auf meinen Knien danken mann jene Wucherer die Ewr Durchlaucht oft sehr wahr thuthen, um mit dieser weisen all Gemeinen Verfügung zufrieden sein müßen.
Jezt bleibt es noch die Sache die Revenuen bestimmt auszuwirken und festzusezten
- damit ein gründlicher Etat formirt werden kan.
- Die Erbpächter zahlen durchaus nichts — die desfalßigen Prozeße schweben
- des Resultat wird sein, daß alle Contracte cassirt und die Bestimung heraus
- geschmißen werden müßen, wogegen man auf die gerodeten Länderinnen Vor-
- werker anlegen muß.
- Bier und Brandwein Urbar wird schon für Ewr Durchl. vom 1ten July admi-
- nistriret — diese branche wird höchst an 6000[?] rt tragen, statt daß mann
- von den Pächtern durch arge Prozeße Baum 1500 rt heraus bekommen hat.
- der Olesnicer und Wrąbczyner Prozeß schwebt, es kan noch 6 Wochen davon
- ehe die Sachen beym Tribunal entschieden werden — so viel weiß ich indes
- gewiß, daß die Contracte cassirt werden, und dann erhalten Ewr Durchlaucht
- er 40000 rt. auf ein jedes dort den jährlichen Zins von 2000 rt —
- mit Swięcia komt es accurat so, den die jezzigen Besitzer zahlen durch
- aus keinen Groschen, sie müßen fort und zur Poladen angesagt werden
- das sind jezt noch die einzigen welche zahlen die Teutschen Absolut nichts
- Die Revenuen werden wenn alles durch Prozeß errungen sein wird an
- 22 bis 24000 rthl zu stehen kommen. Jetzt zahlt kein Teufel was selbst
- alle Executionen früchten nichts. Hecker und Hawich sezzen dazu die Leute
- auf, und dies macht die leester noch hartnäckiger — Indes ist Hecker
- gestern im Tribunal völlig gewiesen, Sobald der Prefect aus dem Bade
- retournirt wird der Bube arretirt. Der Dieb fordert Lohn ohn
- erachtet er so weit ich die Sachen entlernet habe schon mehr den
- 5000 Rthl hinter sich hatt. Er ward 1808 in Februar angenommen
- sagte sich den 25ten 9br deßelben Jahres selbst los, und er konte mir
damit ein gründlicher Etat formirt werden kan.
Die Erbpächter zahlen durchaus nichts — die desfalßigen Prozeße schweben des Resultat wird sein, daß alle Contracte cassirt und die Bestimung heraus geschmißen werden müßen, wogegen man auf die gerodeten Länderinnen Vorwerker anlegen muß.
Bier und Brandwein Urbar wird schon für Ewr Durchl. vom 1ten July administriret — diese branche wird höchst an 6,000[?] rt tragen, statt daß mann von den Pächtern durch arge Prozeße Baum 1,500 rt heraus bekommen hat. der Olesnicer und Wrąbczyner Prozeß schwebt, es kan noch 6 Wochen davon ehe die Sachen beym Tribunal entschieden werden — so viel weiß ich indes gewiß, daß die Contracte cassirt werden, und dann erhalten Ewr Durchlaucht er 40,000 rt. auf ein jedes dort den jährlichen Zins von 2,000 rt — mit Swięcia komt es accurat so, den die jezzigen Besitzer zahlen durch aus keinen Groschen, sie müßen fort und zur Poladen angesagt werden das sind jezt noch die einzigen welche zahlen die Teutschen Absolut nichts Die Revenuen werden wenn alles durch Prozeß errungen sein wird an 22 bis 24,000 rthl zu stehen kommen. Jetzt zahlt kein Teufel was selbst alle Executionen früchten nichts. Hecker und Hawich sezzen dazu die Leute auf, und dies macht die leester noch hartnäckiger — Indes ist Hecker gestern im Tribunal völlig gewiesen, Sobald der Prefect aus dem Bade retournirt wird der Bube arretirt. Der Dieb fordert Lohn ohn erachtet er so weit ich die Sachen entlernet habe schon mehr den 5,000 Rthl hinter sich hatt. Er ward 1808 in Februar angenommen sagte sich den 25ten 9br deßelben Jahres selbst los, und er konte mir
- nur für 8 Monath sein Gehalt fordern — das betrug 400 rt. — Er hat aber nach
- der Revision an 5000 rt weg — seine Papierne Caution beträgt höchstens 2100
- rt nach den Cours da muß er noch 2500 rt herauszahlen, seine Einmischung
- von 10 Aprill 1810 bis zum 8 Januar 1811 gilt nicht und ist verworfen —
- daß ich übrigens Ewr Durchlaucht ſeit den Monath Februar nicht geſchrieben habe,
- ſolte, beſtreite ich, und werde das Gegentheil beweisen —
- Ich weis nur erthegt, seitdem ich hier Guts besitzer bey, daß mich Hecker, Hawich
- und diese Buben für einen gefährlichen Manneider gegeben es mit den Feinden von Pohlen
- hielte, daher man meine Briefe aufgehoben hat — So wie aber der General
- Fiscal zurück kömt formire ihren S: einen Criminal Prozeß —
- Übrigens habe ich Cabanis / für deßen Ehrlichkeit ich stets Bürge / beauftragt, Ewr
- durchlaucht über jeden eingenommenen und zurückgeben Groschen, die püncklichsten Rechnungen
- einzuſenden. Ich habe mich kümmerlich durch gewunden oft gehungert und in
- ein Loch gelegen, wogegen Ewr Durchlaucht Hunde geringer ein fallest genannt
- werden kan. Meine ſchöne Kontopper Güter hat darüber der Teufel gehohlt
- ich war dem Lahn von jene verſch Berliner Geſchichte her ſo wie dem Blockade
- und Stolz apfel noch an 6500 t. schuldig über 2000 rt hatte ich hierher gegen
- und mich und nach verreißt, die Wucherer verfolgte bis hier in Pohlen ich
- mußte von ihre mal gré den Tausch Handel eingehen damit ich mir ge-
- rettet, und nicht abermahls wie in Berlin arretirt würde.
- Indes hat man mich hier mit Liebe und Güte aufgenommen, ich glaube ich werde
- hier ein ruhiges Arzt finden —
- Sonsten habe ich das Personale vermindert um wohlfeile Menschen für Ewr Durchlaucht engagirt —
- der Wirthschafts Commissarius, der Wort / was jeder Erbherr selbst ſen soll / der
- Rentmeister, der Ober Förster, 2 Unterförster , Ein Amtmann über der Propi-
- nation, Kosten jährlich 1000 rt, ich denke damit können Ewr Durchlaucht zufrieden sein.
nur für 8 Monath sein Gehalt fordern — das betrug 400 rt. — Er hat aber nach der Revision an 5,000 rt weg — seine Papierne Caution beträgt höchstens 2,100 rt nach den Cours da muß er noch 2,500 rt herauszahlen, seine Einmischung von 10 Aprill 1810 bis zum 8 Januar 1811 gilt nicht und ist verworfen — daß ich übrigens Ewr Durchlaucht ſeit den Monath Februar nicht geſchrieben habe, ſolte, beſtreite ich, und werde das Gegentheil beweisen — Ich weis nur erthegt, seitdem ich hier Guts besitzer bey, daß mich Hecker, Hawich und diese Buben für einen gefährlichen Manneider gegeben es mit den Feinden von Pohlen hielte, daher man meine Briefe aufgehoben hat — So wie aber der General Fiscal zurück kömt formire ihren S: einen Criminal Prozeß — Übrigens habe ich Cabanis / für deßen Ehrlichkeit ich stets Bürge / beauftragt, Ewr durchlaucht über jeden eingenommenen und zurückgeben Groschen, die püncklichsten Rechnungen einzuſenden. Ich habe mich kümmerlich durch gewunden oft gehungert und in ein Loch gelegen, wogegen Ewr Durchlaucht Hunde geringer ein fallest genannt werden kan. Meine ſchöne Kontopper Güter hat darüber der Teufel gehohlt ich war dem Lahn von jene verſch Berliner Geſchichte her ſo wie dem Blockade und Stolz apfel noch an 6,500 t. schuldig über 2,000 rt hatte ich hierher gegen und mich und nach verreißt, die Wucherer verfolgte bis hier in Pohlen ich mußte von ihre mal gré den Tausch Handel eingehen damit ich mir gerettet, und nicht abermahls wie in Berlin arretirt würde. Indes hat man mich hier mit Liebe und Güte aufgenommen, ich glaube ich werde hier ein ruhiges Arzt finden — Sonsten habe ich das Personale vermindert um wohlfeile Menschen für Ewr Durchlaucht engagirt — der Wirthschafts Commissarius, der Wort / was jeder Erbherr selbst ſen soll / der Rentmeister, der Ober Förster, 2 Unterförster , Ein Amtmann über der Propination, Kosten jährlich 1,000 rt, ich denke damit können Ewr Durchlaucht zufrieden sein.
- die Prozeße allein kosten ein rasendes Geld, und ehe alles geordnet sey wird,
- kan der Satan noch nimmer ein paar Tausend von Hohlen — Für diesmahl
- über soll nichts umsonst weg geworfen werden, denn wenn ich jezt einen
- Prozeß im Ewr Durchlaucht angelegenheiten verliehre, so will ich vom Profess.
- Ohrfeigen dulden.
- d. 28ten gehn ich nach Berlin und den 12ten Aug. bin ich wieder hier, man
- will auch dort sprechen — Auch wünscht der Minister Gen[eral]: Prefect Graf
- Garczynski daß ich ihm eine Sache besorgen soll.
- die Zeiten sind von großen Dingen geschwängert. Gerne spräche
- ich Ewr Durchlaucht auch nur 1 Stündchen — M Hard: ist mein Grüner
- und Konstan: meint es gut — die ferien treten hier jezt ein da ruhen
- Die Richter, weiß ich wo Ewr Durchlaucht jezt sind, da lege ich mich
- Ihnen wohl selbst persönlich zu kösten.
- In tiefsten Respect ersterbe.
- Ewr Durchlaucht
- Kalisz den 21ten July
- 1811.
- unterthäniger treuer Diener
- v Triebenfeld
die Prozeße allein kosten ein rasendes Geld, und ehe alles geordnet sey wird, kan der Satan noch nimmer ein paar Tausend von Hohlen — Für diesmahl über soll nichts umsonst weg geworfen werden, denn wenn ich jezt einen Prozeß im Ewr Durchlaucht angelegenheiten verliehre, so will ich vom Profess. Ohrfeigen dulden.
d. 28ten gehn ich nach Berlin und den 12ten Aug. bin ich wieder hier, man will auch dort sprechen — Auch wünscht der Minister Gen[eral]: Prefect Graf Garczynski daß ich ihm eine Sache besorgen soll. die Zeiten sind von großen Dingen geschwängert. Gerne spräche ich Ewr Durchlaucht auch nur 1 Stündchen — M Hard: ist mein Grüner und Konstan: meint es gut — die ferien treten hier jezt ein da ruhen Die Richter, weiß ich wo Ewr Durchlaucht jezt sind, da lege ich mich Ihnen wohl selbst persönlich zu kösten.
In tiefsten Respect ersterbe.
Ewr Durchlaucht
Kalisz den 21ten July
1811.
unterthäniger treuer Diener
v Triebenfeld



