Traces in the Sand

Document 213 · Letter

27 January 1811

Świątniki

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld reports that the state taxes have been paid apart from 900 Rthl; he hopes to have the sequestration lifted soon. Because no one is paying, he is conducting 43 lawsuits, among them against Niedźwiecki (6,000 Rthl), Nossalski (3,000 Rthl), the people of Oleśnica (about 33,000 Rthl), the Wrąbczyn peasants, and in 29 cases against settlers with 39,000 Rthl of unpaid interest. The costs of the lawsuits come to 1,450 Rthl, of which 750 Rthl are for the Trąbczyn lawsuit and the Meierowitz one. Hardenberg demands proof of the new seizure on the sums given from Prussia to Poland.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 213
  2. Durchlauchtigster Fürst
  3. Gnädigster Fürst und Herr!
  4. Von meiner Krankheit bin ich geheilt, meine erste Reiſe war nach Konin um Staats Schuldig
  5. zu berichtigen und einmahl die drükende Sequestration gänzl. zu gewesen. Unterwegen
  6. aber hatte ich das Unglück umgeworffen zu werden und den Kopf so zu zerquetschen
  7. daß ich von einer Seite als Africaner und von der andere als Europeer gelten kan.
  8. Inzwischen hoffe ich in ein paar Wochen hergestelt zu sein.
  9. Übrigens bin ich mit Anstrengung aller Menschlichen Kräfte so weit, daß die Staats
  10. Abgaben, warum vorzüglich die Sequestration fortdauret, bis auf 900 t. bezahlt
  11. sind, und da der Prozeß mit dem Propinations Pächter dem Kalischen Tribunal eine
  12. Sprache vorliegt, wo Nassalski sofort 3000 r. bezahlen muß, so hoffe ich künftige
  13. Woche nicht nur die Rest der Abgaben, sondern auch die Intressen von das Banko
  14. Capital zu berichtigen, und dadurch die Kostspielige Sequestration völlig zu
  15. beheben. In Ansehung der Summen von der Invaliden Casse, Mendel Oppen-
  16. heimer, Weigelt, Haugt, Seher Thos p p werde ich mich auf die Hinterbeine
  17. sezzen, als zu welchem Ende morgen die Tribunals und Landgerichts
  18. Verfügungen, auch die Atteste im Original nach Berlin per Estaffette
  19. abgesandt werden — den wenn der Bielskische Plan, daß Zinsen
  20. und Capital durch 40 Jahren mit 6 pct. bezahlt werden sollen, schon
  21. wie mann sagt, angenommen ist, als deßfals auch schon der neue
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  1. Arrest angelegt ist, so braucht mann Niemanden ein gut Wort mehr zu geben,
  2. Ja es wäre zu wünschen, daß in Schlesien ein gleiches Benefice dem
  3. Gutsbesizgern gegeben würde. Hie kan alles durch diese Gnade glücklich werden.
  4. Traurig ist es übrigens hier daß ich alles vor den Richter bringen und jeden Groschen
  5. auf den Wege Rechtens beitreiben muß; Kühn durch die neuen Verfügungen des Kaisers
  6. der Franzosen und des Königes von Sachsen weigert sich jeder einen Groschen zu beich
  7. Es sagt jede Cur: der Fürst ist ein Ausländer an dem brauchen wir nichts
  8. zu bezahlen, ich muß daher Nothgedrungen allen Widerspänstigen zu ihrer Schuldig-
  9. keit durch den Richter anhalten laßen, und deßfals schweben jezt schon an 43 Prozeße
  10. Die Bedeutendesten sind
  11. 1. Mitt Niedźwiecki wegen 6000 rt.
  12. hier zweifle ich daß mann zu einem deiner erhält.
  13. 2. Mitt Nossalski wegen 3000 Rthl
  14. dieser wird in wenig Tagen gewonnen, und der ist reich
  15. 3. Mitt die 3. Olesnicer Buben um circa 33000 rt
  16. diese S: können nichts zahlen wan sie nur heraus zu bringen
  17. sein dem treten die Pohl[nischen]. Bauern an den Contract, zahlen 10000 Rthl. Einstands
  18. Geld und den jährl. Zins mit 2000 r.
  19. 4. Mit dem Wrąbczyner Bauren um rückständigen Zins, 1200.
  20. diese Kerl sagen, sie wären bey Schließung des Contracts in Breslau
  21. betrogen und wollen den Contract nicht halten, wenn sie nicht einen Nachlas
  22. bekämen — ich werde gerne in die Aufhebung des Contractes willigen
  23. die Kerls alles abnehmen, und wie es die Gesetze erlauben, zum lahn
  24. heraus jagen umsomehr als ich schon Leute nehmlich Pohlen genug habe.
  25. welche für die Stelle 2000 rt baar und denselben Zins geben —
  26. dies beträgt für 9 ganze und 2 halb Bauer Stellen 20000 rt
  27. 5. Schwebt schon lange Prozeß mit die Kopojner Skokumer und
  28. Swiątniker Bauren wegen den Gründen, dieser ist schon im Land
  29. Gericht gewonnen, und liegt mir den Tribunal zur Approbation
  30. vor — die Menschen müßen 742 rt. Kosten, was ihnen nicht schwer
  31. fallen wird, rembousiren —
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  1. 6. mit Berda der ein Geist Privilegium hat nach welchen er nur 23 Morgen
  2. Gründe haben soll der sich aber heimlich an 70 Morgen zugeeigenet
  3. hat und der an 1190 rt. rückständigen Zins bezahlen soll. 1190 rt
  4. Der Kerl weigert sich zahlen ich will daher den Contract aufgehoben
  5. wißen, für die Stelle erhalte ich dan sofort 3000 rt baar und den
  6. Zins höher als jezt —
  7. 7. mit 8 Hauländer die an 5000 rt. Einkaufs Gelder schuldig sind 5000 rt.
  8. dieser Prozeß wird gewonnen die Stellen eingezogen und ander
  9. weit ausgethan — wo dann die 5000 rt ein, die Kerls aber
  10. leer ausgehen.
  11. 8. mit den Rybbeck zu Drzewce wegen 225 rt
  12. rükständiger Zinsen — dieser Prozeß ist verglichen, der Rybbeck
  13. zahlt den 1 April dieses Jahres bey Verlust seiner Haabe die 225 rt.
  14. 9. Mit dem Müller Mex[?] aus Swięcia wegen 500 Rthl
  15. Einkaufs Geld um Zinsen. Der Prozeß ist etwas zurückge-
  16. halten weil der Mio[?] in 4 Wochen zu zahlen verspricht.
  17. 10. 29 Prozeße mit den Collonisten welche 39000 rt
  18. Zinsen schuldig sind und durchaus nichts zahlen wollen. 89115 rt
  19. Die Urtel werden wohl dahin ausfallen, daß man
  20. die Kerls wegzogen und andere anstellen kan, ich
  21. geräfte daß man von diese Reste mehr als 6000 rt.
  22. erhalten wird, den die Menschen sind zu Halsstarrig
  23. und gehen ein Geheim mit ihre Haabe fort —
  24. Noch stehen viele Einkaufs Gelder und Zinsen unter gute Menschen
  25. aus, diese aber muß ich vor der Hand Frist gestatten damit sie
  26. nicht auch den bösen Beitreten, und bis ich erst die Bößen ganz über-
  27. wurden haben bis Johanni muß indes alles in Ordnung sein.
  28. und von da an müßen bis 14000 rt reine Zinsen zur Casse fließen.
  29. Für 3 Vorwerker die ich wieder herstelle bietet man nach der
  30. Propination jährl. 9000 rt dies Betrage den an 23000 rt. reinen Einkünften
  31. die Zinsen würden, jährlich inch des Amortisations Fonds den 14000 rt betragen
  32. und daher Ew. durch in den ersten Zeiten 9000 rt zur Causa von
  33. Johanni ab fließen —
  34. 48467 rt wurden gewis bis Johanni eingehen — worin noch einen Theil von rückständigen
  35. ziehen, Staunz, Podat den Kosten pp berichtiget werden muß. Der Ausfall ist 40648 rt.
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  1. Die Mathern Sorge und Kummer die ich inzwischen hier Dulde sind mit keiner Fe[e?]der zu
  2. beschreiben, ich weis nicht wenn ich erst höhren um wohin ich mich wenden soll —
  3. Die neueren Verfügungen des Napolons verrücken allen die Köpfe Niemand giebt
  4. mit Guten einen Heller. Seit die 3 Monath, daß ich hier bin sind 2800 rt durch Exe-
  5. cution beigetrieben — die Prozeße Kosten schon 1450 rt, wovon allein der Trąbczyner
  6. und Meierowitzsche, die ich umstehend zu erwehnen vorgesen 750 rt weggefreßen haben
  7. Abgaben habe ich bezahlen laßen 1500 rt. dies thut schon 2950 rt. Jezt soll ich
  8. wieder an 600 rt vorschüße nach Konin und Kalisz einsenden — wenn ichs nicht
  9. so geht alles verlohren, der Sequestor liquidirt täglich, seine neue Rechnung
  10. beträgt 2236 rt. Es ist der favorit des Prefecten Garczynski, ich muß
  11. ihm nach Möglichkeit flattiren, damit er nur nicht hiesigt und chicanirt
  12. sonſte geht alles verlohren, ja man jägt mich von dannen wie die
  13. Kappe vom Taubenschlag. Gerne möchte ich Ewr Durchlaucht nur ein
  14. 40000 rt schaffen, so daß sie doch wieder einmahl einen Noth Pfennig
  15. haben, auch strebe ich dahin eine ganz fixirte Revenue Ihnen nachweisen
  16. zu können um darauf mit Zuversicht zu rechnen, und das Ende der
  17. Schulden zu bestimmen damit Ihre Nachkommen wißen was Sie dereinst
  18. von diese Güter haben —
  19. Hier hat man alle Tage neue Gerüchte die sich aber selten bestätig
  20. so viel ist mir indes bekannt, daß man in Berlin wie in Tollhause
  21. lebt, nur auf Erpreßungen denkt, übrigens nicht ein Wort was
  22. was in den benachbarten Cabinettern vorgeht. So weis Hard[enberg]
  23. selbst nicht ein Jotta darin, daß aufs neue Arrest auf alle nur
  24. denkliche Summen die aus den Preußen nach Pohlen gegeben sind, gelegt, und
  25. der Zinß und Amortisations Fond auf 40 Jahre festgesezt ist.
  26. Zerboni hat alle eine gräßliche Nase gedreht und lacht sich jezt hier.
  27. ins Häusichem in Deine Verhandlungen bezwecke nur das Wohl von Sachß und Pohlen
  28. Hard: fordert von mir über den neuen Arrestschlag und den Amort: Platz Beweise
  29. ich sende ihm selbige morgen — ich ersterbe Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
  30. Swiątniki den 27ten Januar 1811
  31. unterthänigster
  32. v Triebenfeld
Written sideways on the page
  1. Geruhen Ewr Durchlaucht mir doch durch einen Expressen zu schreiben — Sie habe ja dort solche
  2. Pohlnische Kerls genug — Auf der Post ist es gefährlich — die Briefe werden geöffnet
  3. und gehen daher viele ganz verlohren — N. S. den Augenblick bin ich hier mit 3 Juristen einig
  4. geworden — Sie dienen alle 3, das heiß im Konin Kalisch auch in Warschau durchs ganze Jahr für 700 rt.
  5. den für jede Sache einzeln geben, da reiche ich nicht mit 3000 rt, den Falz nahe allen 400 rt. vorschuß und verlangte noch 3000 rt. —