Document 210 · Letter
13 November 1810
Kalisz (Kalisch)
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld reports on three lawsuits. He hopes to recover Trąbczyn by vindication and so save 22,000 Rthl of dowry money. Falz, President Smagorzewski and the assessors received payments. He says the people of Oleśnica owe 39,270 Rthl, and that Polish peasants from Oleśnica wish to enter into their contract. Niedźwiecki owes 6,000 Rthl and the tenant of the propination rights 3,000 Rthl. Hawich must go. By New Year he hopes for 44,000 Rthl, including 12,000 Rthl from the old Hollanders and 6,000 Rthl from Radzinski of Szetlewek. The Prince is asked to obtain leave from Danckelmann for the clerk Sommer.
Triebenfeld berichtet über drei Prozesse. Trąbczyn hofft er zu vindizieren und damit 22000 Rthl Brautschatz zu retten. Falz, Präsident Smagorzewski und Assessoren erhielten Zuwendungen. Die Oleśnicer schulden 39270 Rthl, polnische Bauern aus Oleśnica wollen in ihren Contract treten. Niedźwiecki schuldet 6000 Rthl, der Propinationspächter 3000 Rthl. Hawich muss fort. Bis Neujahr erhofft er 44000 Rthl, darunter 12000 Rthl von den alten Hauländern und 6000 Rthl von Radzinski von Szetlewek. Der Fürst soll bei Danckelmann Urlaub für Referendarius Sommer erwirken.
- 210
- Durchlauchtigster Fürst
- Gnädigster Fürst und Herr
- So eben erhalte ich Ewr Durchlaucht drey Schreiben wogegen Höchſt Sie auch
- drey von mir erhalten haben müßen.
- Die Geschäfte sind hier von dem Belange, daß sie mir fast alle Sinne rauben
- ich weis nicht wohin ich mich zuerst wenden soll.
- Die neuern Geschäfts Gange in den hiesigen Zürich und andern Bureaux waren
- mich als ich her kam so fremd als dem blind gebohrenen die Optic — Jezt
- kenne ich sie und es geht beßer.
- Mann ſezt hier Termin in einer Sache an, man nimt aber dann die
- Sache nicht vor, sondern es muß dann erst der Ups oder die sogenante
- Eintragung in den Registirn gemacht werden. Wie es nun dem Pre-
- ſidenten gefält, nimt er das Regiſter um da muß man von morgends
- 9 Uhr bis Mittags paßen, ob die Sachen die man vor hat vorkömmt
- So stehe ich noch mit der Trąbczyner — heute ist noch die 11te Sache in
- Register, sie kan nun jede Stunde vorkommen, den vielmahls
- dauert empfrozeß nur eine halbe Stunde auch gehen sie oft per
- non ſunt? und dann muß wieder um einen neuen Termin ge-
- beten und ein neuer Termin gemacht werden, der den allemahl
- nach dem das Object ist um wie bey Trąbczyn 237 rt. kostet —
- Da nun hier 3 solche Prozeße vor liegen so muß ich das Nest hüthen
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Durchlauchtigster Fürst
Gnädigster Fürst und Herr So eben erhalte ich Ewr Durchlaucht drey Schreiben wogegen Höchſt Sie auch drey von mir erhalten haben müßen.
Die Geschäfte sind hier von dem Belange, daß sie mir fast alle Sinne rauben ich weis nicht wohin ich mich zuerst wenden soll. Die neuern Geschäfts Gange in den hiesigen Zürich und andern Bureaux waren mich als ich her kam so fremd als dem blind gebohrenen die Optic — Jezt kenne ich sie und es geht beßer.
Mann ſezt hier Termin in einer Sache an, man nimt aber dann die Sache nicht vor, sondern es muß dann erst der Ups oder die sogenante Eintragung in den Registirn gemacht werden. Wie es nun dem Preſidenten gefält, nimt er das Regiſter um da muß man von morgends 9 Uhr bis Mittags paßen, ob die Sachen die man vor hat vorkömmt So stehe ich noch mit der Trąbczyner — heute ist noch die 11te Sache in Register, sie kan nun jede Stunde vorkommen, den vielmahls dauert empfrozeß nur eine halbe Stunde auch gehen sie oft per non ſunt? und dann muß wieder um einen neuen Termin gebeten und ein neuer Termin gemacht werden, der den allemahl nach dem das Object ist um wie bey Trąbczyn 237 rt. kostet — Da nun hier 3 solche Prozeße vor liegen so muß ich das Nest hüthen
- Indes stehen die Sachen sehr gut, Trąbczyn hoffe ich ganz gewis zu vindeziren
- Falz ist ein kalter Mann — Er wird hier für den Klügsten gehalten
- und der Richter hört auf sein Wort — Er hat nun 300 rt erhalten und
- vielmehr habe ich ihm zugesagt wenn wir obtenuen —
- Der Tribunals Präsident ein gewißer Smagorzewski ist ein alter Be-
- kannten von mir — Er hat 100 # angenommen.
- Zwey Assoren die alte Freunde des Referendarius Sommers sind haben
- Jeder dreißig bekommen, um sind noch 2 die Bearbeite ich auf andere
- manier und der Wein kostet mich schon an 160 rt.
- Gewonnen wird durch Trąbczyn sehr viel — den außer die Güter retten
- wir gleich die eingetragene 22000 rt Brautschatz, und die übrigen Kosten
- welche die Dąbska erſezzen muß ſind dan noch wohl 2 mahl ſo hoch —
- dies ist selbst das Sentiment der Richter — Sie giebt auch um will es durch
- Fürsprache und große fehlen zwingen — Gott wird mir aber helfen —
- Die 2t Sache ist mit die Olesnicer Buben.
- Ich muß die Kerls heraus haben den schon sind sie schuldig — 16000 rt Canon
- ferner am Abgaben die für sie ausgelegt sind. 8270 rt
- Der Rest des Einstands Geldes 10000 rt
- Hierzu die Intressen und Kosten mit wenigstens 5000 rt
- Summa 39270 rt
- Sie saßen im Genus alles was sie aus dem Dorfe zogen gaben sie den
- die Juristen, die Prefectur hat nun verboten keine Zinsen mehr an die H. zu geben
- und nun sind sie Matt — Unglücklicher Weise aber habe, die Kerls nichts
Indes stehen die Sachen sehr gut, Trąbczyn hoffe ich ganz gewis zu vindeziren Falz ist ein kalter Mann — Er wird hier für den Klügsten gehalten und der Richter hört auf sein Wort — Er hat nun 300 rt erhalten und vielmehr habe ich ihm zugesagt wenn wir obtenuen — Der Tribunals Präsident ein gewißer Smagorzewski ist ein alter Bekannten von mir — Er hat 100 # angenommen.
Zwey Assoren die alte Freunde des Referendarius Sommers sind haben Jeder dreißig bekommen, um sind noch 2 die Bearbeite ich auf andere manier und der Wein kostet mich schon an 160 rt. Gewonnen wird durch Trąbczyn sehr viel — den außer die Güter retten wir gleich die eingetragene 22,000 rt Brautschatz, und die übrigen Kosten welche die Dąbska erſezzen muß ſind dan noch wohl 2 mahl ſo hoch — dies ist selbst das Sentiment der Richter — Sie giebt auch um will es durch Fürsprache und große fehlen zwingen — Gott wird mir aber helfen — Die 2t Sache ist mit die Olesnicer Buben.
Ich muß die Kerls heraus haben den schon sind sie schuldig — 16,000 rt Canon ferner am Abgaben die für sie ausgelegt sind. 8,270 rt Der Rest des Einstands Geldes 10,000 rt Hierzu die Intressen und Kosten mit wenigstens 5,000 rt Summa 39,270 rt Sie saßen im Genus alles was sie aus dem Dorfe zogen gaben sie den die Juristen, die Prefectur hat nun verboten keine Zinsen mehr an die H. zu geben und nun sind sie Matt — Unglücklicher Weise aber habe, die Kerls nichts
- und das Geld ist verlohren — jezt ist es gelungen daß sich etliche Pohlnische
- Bauern aus Olesnica erklärt haben in den Contract zu treten und die 10000 rt
- Einstands Geld zu bezahlen, auch die 2000 rt. Zinsen alljähren Anticipando
- zu bezahlen, und vieleicht glückts daß sie auch einen Teil der Rückständigen
- Abgabe zu berichtigen übernehmen — die Sache ist in der Arbeit wird
- nachdem ich dem Unterrichter für dem sie liegt 30 deut. gegeben habe rasch
- betrieben, auch hoffe ich hier schnell das Exmissions Decret zu erhalten.
- die 3te Sache ist mit dem Niedźwiecki — der ist von 6000 rt schuldig
- er soll zahlen und räumen, wird aber auch nichts weiter haben als
- 2000 Klafter Erlen Hoch, was schon am Waßer steht, des gleichen 60 Stück
- Vieh und etliche Pferde, was eiligst alles mit Arrest belegen laßen.
- Hawich ist der einzige Spizbube der alles aufhaupt besonders
- alle Zins Bauren, den die habe noch nichts gezahlt und wollen auch
- nicht zahlen. Jezt hat mir die Prefectur Militär Execution bewilligt
- das hilft aber nichts, sie prügeln die Soldaten heraus und so stehe ich
- blanck und verlaßen. Hawich muß jezt fort — da denke wird
- beßer werden. Uberdem habe ich die Freyheit alle die Kerls heraus
- zu schmeißen, wenn ich nur andere Wirthe anstelle damit die
- Conscriptions Listen nicht Adict werden. Nun erbiete sich
- die Olesnicer Pohl[nischen] Bauren, so viel Poladen aufzubringen, daß alle
- Stellen besezt werden können und die gerne den Zins bezahlen werde.
- dieses leztere Motif denke ich soll würcken. Den das habe
- die Teutschen Ochsen nicht geglaubt — die Pohlen finden sich geehrt daß
und das Geld ist verlohren — jezt ist es gelungen daß sich etliche Pohlnische Bauern aus Olesnica erklärt haben in den Contract zu treten und die 10,000 rt Einstands Geld zu bezahlen, auch die 2,000 rt. Zinsen alljähren Anticipando zu bezahlen, und vieleicht glückts daß sie auch einen Teil der Rückständigen Abgabe zu berichtigen übernehmen — die Sache ist in der Arbeit wird nachdem ich dem Unterrichter für dem sie liegt 30 deut. gegeben habe rasch betrieben, auch hoffe ich hier schnell das Exmissions Decret zu erhalten. die 3te Sache ist mit dem Niedźwiecki — der ist von 6,000 rt schuldig er soll zahlen und räumen, wird aber auch nichts weiter haben als 2,000 Klafter Erlen Hoch, was schon am Waßer steht, des gleichen 60 Stück Vieh und etliche Pferde, was eiligst alles mit Arrest belegen laßen. Hawich ist der einzige Spizbube der alles aufhaupt besonders alle Zins Bauren, den die habe noch nichts gezahlt und wollen auch nicht zahlen. Jezt hat mir die Prefectur Militär Execution bewilligt das hilft aber nichts, sie prügeln die Soldaten heraus und so stehe ich blanck und verlaßen. Hawich muß jezt fort — da denke wird beßer werden. Uberdem habe ich die Freyheit alle die Kerls heraus zu schmeißen, wenn ich nur andere Wirthe anstelle damit die Conscriptions Listen nicht Adict werden. Nun erbiete sich die Olesnicer Pohl[nischen] Bauren, so viel Poladen aufzubringen, daß alle Stellen besezt werden können und die gerne den Zins bezahlen werde. dieses leztere Motif denke ich soll würcken. Den das habe die Teutschen Ochsen nicht geglaubt — die Pohlen finden sich geehrt daß
- man ſie des Zutrauen geant, und werden alles aufbieten um im Beſiz der
- Stellen zukommen. Die Olesnicer erbieten sich sofort 4 bis 5000 Rt. baar
- zu erlegen — die 5ten Sache ist mit dem Propinations Pächter —
- der Kerl ist 3000 rt. schuldig — er hat zu bezahlen weigert sich aber
- und will Nachlas habe, oder den Pacht aufgeben, weil ihm das nach
- den Code Napoleon frey steht.
- Ich habe einen andern, aber bereits in Petto, der zahlt voraus
- und daher habe ich den Schuft vorgestern verklagt und um harte
- Execution angesucht, die im wenig Tagen erfolgen wird.
- Jezt ist nur die Noth stehe groß den ich soll mit leeren Händen zu viel bewürken
- Gelangt es aber nur erst Trąbczyn zu vindiziren den zahlt der Pächter
- sofort 7000 rt.
- die alten Hauländer auf den mit sie eingeschrittenen Contract
- was sie mir heilig zu gesichert haben 12000 rt.
- Die Olesnicer Pohl[e]n. können 5000 rt.
- Für Niedźwiecki Holz und Vieh kan eingehen 3000 rt.
- die Propinations Pacht von Nassalski 3000 rt.
- der neue Pächter zahlt anticipando 3000 rt.
- Von den jetzigen Radzinski von Szetlewek 6000 rt.
- Von den ausstehenden Zinsen höchstens 5000 rt.
- Summa 44000 rt.
- Dies könte wenn alles glücklich gingen bis Neujahr
- eingehen. Mit künftiger Post kan ich darüber sehen ein mehreres schreiben,
- der Referendarius Sommer leistet mir sehr gute dienste, geruhen Ewr Durch
- laucht doch eiligst an den Presidenten Grafen Danckelmann nach Breslau zu
- schreiben, daß er dem Sommer noch einen Urlaub auf 4 Wochen ertheilen
- den hätte ich den Mann nicht, so müßte ich unterliegen und unverrichter Sache
- zurück — bewürken Ewer Durchlaucht ihm also auf das eiligste den Urlaub
- In tiefer Submission ersterbe
- Herr Durchlaucht
- Kalisz den 13ten Novbr.
- 1810
- unterthäniger Diener
- v Triebenfeld
- Der Meierowitz ist auch an der Schlieben 7800 rt und an Ewr Durchl. 3000 rt. Canon schuldig
- er will die erste Summa als den Rest des KaufGeldes gleich bezahlen, die 3000 rt. aber renigirt er
- sich — das giebt wieder eine Prozeß und ich bin immer in der Klemme —
- das erste Geld, was ich aber auftreibe geht an der Invaliden Casse und Meierowitz muß die Schlieben
- wenigstens einige Tausend rt. fehnden damit ich mir Luft bekomme.
man ſie des Zutrauen geant, und werden alles aufbieten um im Beſiz der Stellen zukommen. Die Olesnicer erbieten sich sofort 4 bis 5,000 Rt. baar zu erlegen — die 5ten Sache ist mit dem Propinations Pächter — der Kerl ist 3,000 rt. schuldig — er hat zu bezahlen weigert sich aber und will Nachlas habe, oder den Pacht aufgeben, weil ihm das nach den Code Napoleon frey steht.
Ich habe einen andern, aber bereits in Petto, der zahlt voraus und daher habe ich den Schuft vorgestern verklagt und um harte Execution angesucht, die im wenig Tagen erfolgen wird. Jezt ist nur die Noth stehe groß den ich soll mit leeren Händen zu viel bewürken Gelangt es aber nur erst Trąbczyn zu vindiziren den zahlt der Pächter sofort 7,000 rt.
die alten Hauländer auf den mit sie eingeschrittenen Contract was sie mir heilig zu gesichert haben 12,000 rt. Die Olesnicer Pohl[e]n. können 5,000 rt.
Für Niedźwiecki Holz und Vieh kan eingehen 3,000 rt. die Propinations Pacht von Nassalski 3,000 rt. der neue Pächter zahlt anticipando 3,000 rt.
Von den jetzigen Radzinski von Szetlewek 6,000 rt. Von den ausstehenden Zinsen höchstens 5,000 rt. Summa 44,000 rt.
Dies könte wenn alles glücklich gingen bis Neujahr eingehen. Mit künftiger Post kan ich darüber sehen ein mehreres schreiben, der Referendarius Sommer leistet mir sehr gute dienste, geruhen Ewr Durch laucht doch eiligst an den Presidenten Grafen Danckelmann nach Breslau zu schreiben, daß er dem Sommer noch einen Urlaub auf 4 Wochen ertheilen den hätte ich den Mann nicht, so müßte ich unterliegen und unverrichter Sache zurück — bewürken Ewer Durchlaucht ihm also auf das eiligste den Urlaub In tiefer Submission ersterbe
Herr Durchlaucht
Kalisz den 13ten Novbr.
1810
unterthäniger Diener
v Triebenfeld
Der Meierowitz ist auch an der Schlieben 7,800 rt und an Ewr Durchl. 3,000 rt. Canon schuldig er will die erste Summa als den Rest des KaufGeldes gleich bezahlen, die 3,000 rt. aber renigirt er sich — das giebt wieder eine Prozeß und ich bin immer in der Klemme — das erste Geld, was ich aber auftreibe geht an der Invaliden Casse und Meierowitz muß die Schlieben wenigstens einige Tausend rt. fehnden damit ich mir Luft bekomme.



