Traces in the Sand

Document 202 · Letter

30 August 1810 [supplied]

Świniary (Schweinern)

The writer tells a friend that Father Weigel, after a visit, is satisfied and has left the whole matter to him. He says Weigel is willing to take over the estates that the Prince is acquiring. The writer is to work everything out for him in detail, so that Weigel can explain it to his son. He reports that Weigel praised his lack of self-interest at length and wants to visit him more often. Postscript: the writer hopes to sell the 2 free holdings soon.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
  1. 202
  2. Lieber Freund
  3. Vater Weigel ist sehr zu frieden von mich gegangen. Er hat die ganze Sache in
  4. meine Hände gelegt. Er will die Güter welche der Fürst hier einhandelt annehmen
  5. ich soll ihm nur bald von allen Anfalt sezzen um das Dings schnell betreiben
  6. Ich habe ihm alles gründlich erklärt Er ist damit vollkommen zu frieden, nur
  7. soll ich es ihm noch genau aus arbeiten, um es seinem Sohne ebenfals verstän-
  8. digen zu können. Ich denke Gott daß die Sache soweit ist — der Himmel
  9. wird nun schon weiter sein Gedeihen geben und mein Bemühen freyung
  10. Er gefiel sich sehr hier — Er sagte
  11. "Ach Herr v T[riebenfeld]. Sie werden von vielen verkannt, und es bleibt es jedem ein
  12. Räthsel warum sie so vor sich leben, demohngeachtet viele Menschen
  13. dienen und von keinen was nehmen. — Ich höhre oft verschiedene
  14. Urtheile, aber daran scheitert jeder daß man Ihnen keinen Eignung auf
  15. bürden kan — ich habe sie viele Jahre handeln beſonders habe ich die
  16. in Berlin beobachtet wo sie hundert tausende gewinnen konte. Sie
  17. schlagen stets alles aus, was selbst des Königes und Bischoffswerders
  18. Erstaunen erregte und was dem alten Eysenhardt oft ganz außer
  19. Faßung brachte. Ich wolte Ihnen jezt gerne was anbieten aber ich
  20. kenne sie und fürchte ein saueres Gesicht zu bekommen. Indes gebe
  21. ich mich ihnen in dieser Sache ganz hin und nehmen sie nach vollbrachten
  22. Geschäft mit dem Dank eines alten ehrlichen Mannes vorlieb — Gott
  23. wird ſie aber auch dafür ſeegenen.
  24. Lebte meine gute Frau die würde Ihnen erst danken — Inzwischen
  25. werde ich man sie es erlauben jezt ofte hier bey Ihm sey — Sie sind
  26. ein bieder Mann und der Ort wunder schön."
  27. Ich weis daß Sie Lieber Freund sich freuen, wan die Sache glücklich geht und darum
  28. eile ich Ihnen das Resultat des heutigen Tages mitzutheilen — Grüßen Sie Ihre
  29. Liebe Gattin und schlafen heut so ruhig und vergnügt als noch diesen Taywerd[?]
  30. gethan wird.
  31. Ihr
  32. Gebe nur Gott, daß ich eilig die 2 Freystelle
  33. verkaufe den geht es gleich nach kohlen, und das er sich zu verkauffen —
  34. d 20ten Aug 10 von Schweinern
  35. aufruchtiger Freund und der
  36. v Triebenfeld