Traces in the Sand

Document 200 · Letter

27 August 1810

Wrocław (Breslau)

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld regrets that the birds sent by the Prince arrive only after General v. Köckritz has departed. Seegebarth, he says, should be put off with the prospect of money hoped for from the Polish estates. Triebenfeld intends to travel to Zagórów. He doubts that Weigel will accept Stössel as a debtor, and proposes to Weigel that he acquire the estates the Prince is to take over in Silesia and satisfy Stössel. He has asked whether the Prince may show himself to the King at Koźle or elsewhere.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
Page 1lines 1-23
  1. 200
  2. Durchlauchtigster Fürst
  3. Gnädigster Fürst und Herr!
  4. Ewr Hochfürstliche Durchlaucht höchst gnädiges Schreiben mit die Hauses häuer habe ich im dieser
  5. Stunde erhalten, ich bedaure daß sie nicht um einen Post Tag früher eingingen den da
  6. hätten sie noch dem Herrn Gen[eral]: v. Köckritz ein Quentchen Lebens Kräfte, zu der Reise
  7. gewähren können, ſo aber treffen die Vögel nun erſt den Sontag ein wo K[öckritz] ſchon ab-
  8. gereißet sein wird. Ich werde ihm nun wohl hier erzählen können, daß dieser Broden
  9. seiner dorten harrt —
  10. dem Herrn v Seegebarth kan wohl weiter nichts gesagt werden, als daß Ewer durch
  11. laucht bemüht sein würden den Rest berichtigen zu laßen, umfangehr als Sie einige
  12. Hoffnung hätten bald Gelder aus Ihren Pohl[nischen] Besitzungen zu ziehen — Sind die
  13. Estaffetten Gelder die von der Campagnen herühren, den nicht etwan im König
  14. Angelegenheiten gesandt? Wäre dies, so könten Sie dem Hlrn v Seegebarth zu
  15. dahin verweisen.
  16. Meine Eile war vergeblich der faule Brufurt ist nicht gekommen, ich muß mir
  17. anderweiten Rath schaffen um nach Pohlen reißen zu können. Vielleicht glückt das
  18. in ein paar Tagen und den gehe ich sogleich nach Zagorowo um bis zum 7ten zurück
  19. zu sein. Übrigens glaube ich nicht das Weigel zu geben wird, daß Stössel sein Schuld
  20. mann sein soll — der junge Bernhardi gelt viel bey dem alten Weigel, der hat ihm ſondern
  21. müßen. Er hat so fort declarirt mit Stössel, wo was zu thun haben zu wollen.
  22. Ich stehe schon im Correspondence mit ihm, daß er selbst die Güter welche Ewer Durchlaucht
  23. in Schlesien annehmen, acquiriren und höchst Ihnen Quittiren auch Stössel befriedigten soll.
Page 2lines 24-52
  1. Ich habe ihm bemerklich gemacht, daß Stössel der jezt pauren ist sich gut behandeln laßen, würde
  2. daß er Weigel wird meine Forderung, ohne daß es für ihm fühlbar werden könte, auf eine ſolide
  3. Art und noch wohl mit großen Vorteil einbekäme — daß er bey seiner große Bekannt
  4. schaft leicht die Güter wieder gewesen könne. Ich habe ihm gerade hin gesagt, daß er
  5. im andern Falle, wenn er hartherzig diesen Vortheilhaften Plan zurück weisen solte —
  6. Methusalems Alter mit Ewr durchlaucht erreichen müßte, um einst völlig befriediget
  7. zu ſein — den ſo gerade hin könte er Ewr Durchlaucht nicht antasten — im Grunde
  8. wären alle Ihre Güter fide. Cörruch, da könte nur im höchsten Falle arrest auf deinen
  9. Theil der Revenuen gelegt werden — und da würde erfordert, daß Ewr Durchlaucht
  10. noch 200 Jahre leben müßten, die Pohl allein[?] gewährten für ihm eine Aussicht — da
  11. indes damit ein glücklicher Tausch bewürkt werden könte, so wäre dies der einzig er
  12. wünschte Moment. Inzwischen möchte der Tauſch noch ſo vorleihhaft ſein, ſowären
  13. Ewr Durchlaucht nicht gemeint Güter hier zu nehmen, wenn Sie nicht sofort
  14. Ihre vorzüglichste Gläubiger damit abfinden könten.
  15. Ich erwarte begierig und die Antwort.
  16. Das der König kommt wißen Ewr Durchlaucht nun längst ich begreife nur nicht wie
  17. Sie meinen Brief mit den Tismarschen am 22ten auch nicht gehabt haben — Ich glaube
  18. daß Ewr Durchlaucht der Königl. sehen wird und erwarte sehnsuchtsvoll an Freytag
  19. ein Schreiben, ich habe angefragt, ob man es übel deuten würde, wan Ewr Durch
  20. laucht sich in Cosel oder wo es sey dem König zeigten. Im Fall es nicht schon beschloßen
  21. wäre daß Er sich mit Ewr Durchlaucht sehen will.
  22. was ich erfahre sende ich sie Expresse
  23. Der Prinzeß Emilie und dem Erlauchten braven, Albert empfehle ich mich auf das ohne
  24. erbietigste und ersterbe als
  25. Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
  26. Breslau d 27tn Aug.
  27. 1810
  28. unterthängst treuer Diener
  29. v Triebenfeld