Traces in the Sand

Document 149 · Letter

2 December 1804

Trąbczyn

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld says he is expecting the people from the Oder and Netze marshes and has sold waste land on the border on favourable terms; no Hufe, he says, is to be given up for less than 600 Rthl. He hopes the valuation of the Zagórów estates will come to more than 400,000 Rthl, and intends to raise money in Berlin for Schlabrendorff and Lichnowski. The Wrąbczyn subjects, he reports, are refusing the rent, complaining of Glenck's threats and of forced services for citizens of Zagórów, and offering one Rthl per Morgen; he referred them to justice-burgomaster Schenck.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
Page 1lines 1-19
  1. 149
  2. Durchlauchtigster Fürst
  3. Gnädigster Herr!
  4. Noch immer sehe ich die Ankunft der Oder und Nezzbrücher Leute
  5. entgegen. Von Mittwoch an werden sie sich wohl Schaaren weise
  6. einfinden, und da hoffe ich schnell am Ziel meiner Wünsche zu sein
  7. Mehrere Gründe die die Swięcier ausgemerkt hätte, und die als
  8. Wüste Winkel an den Gränze herum lagen, habe ich sehr vorteil
  9. haft verkauft, ich bringe den Boden den man gar nicht geachtet
  10. nicht nur gut am Mann, sondern ebene die Figur nun mit dem
  11. großen Käufern auf regulaire Pläzze beßer abschließen zu
  12. können. Von meinen einmahl entworfenen Plan gehn ich nicht ab,
  13. und ich stehe davor daß keine Hufe unter 600 rt / das heißt
  14. GrundGeld und Zinsen zusammen genommen / wegegeben werden
  15. soll. Ist es nur mit dem allerschlechtesten Gründen geglückt
  16. ſo wird es mir bey den Beſſerpre nicht fehlen.
  17. Die Taxe wird diese Woche wohl fertig werden, und wie
  18. ich hoffe vom der Zagorower Gütern über 400000 rt ausfallen
  19. Hierdurch wird allen Unwillen trozz geboten, ich nehme in
Page 2lines 20-40
  1. Berlin so viel Geld als zur Bezahlung der Ge Schlabrendorff, Lich-
  2. nowski und anderer drückenden Gläubigern nötig ist und bezahle.
  3. Allmählig, kömt für diese Gründe das Geld an man zahlt jene
  4. Schuld wieder ab, auf der Art wird nichts durch Übereilung verlohren
  5. und das große Ziel ist erreicht. Schwer, sehr schwer, geht es
  6. her, denn es ist durch die leichte vorherigen Verkäufe vieles
  7. verdorben; indes wird meine Beharrlichkeit siegen, dafür
  8. hafte ich.
  9. Der lezthinige Ärger mit Glenck, wo mir der Mensch ins Gesicht
  10. sagt ich wolle ihm sein Eigenthum entreißen, und der Verdruß
  11. mit den Olesnicer aufgehezten Erbpächtern, hat mir eine fürchter
  12. liche Colique zugezogen die mir zwang 3 Tage das Bette
  13. zu hüten, ich bin noch sehr Marade.
  14. Ubrigens haben die Wrąbczyner Unterthanen gegen ihren Contract
  15. protestirt und weigern sich den Zins abzuführen.
  16. Ihre Beschwerde ist, daß ihme Glenck angedroht ihre Gründe
  17. abzunehmen, und sie dafür andere geben zu wollen, außer
  18. dem Beklagen sie sich daß des Glencks Schreiber, sie durchs
  19. ganze Jahr noch zu dienen gezwungen und daß er, da er die
  20. Dienste nicht alle auf der Woigdtey brauchen können, die Unterthanen
  21. nach Zagorowo geschickt wo sie den Bürgern arbeiten müßen, und wofür
Page 3lines 41-62
  1. sich der Meyer pro Person / deren 18. sind / täglich 4 gg. bezahlen laßen.
  2. die Unterthanen finden dies zu hart, daß man sie wie die Sclaven zum
  3. dienen an andere fremde Menschen verkauft.
  4. Der Meyer hat die Leute überdem bekannt gemacht, daß er sämtliche
  5. 18 Wirthe ganz zur Voigtey ziehen, und daß sie Glenck an den von
  6. Marowecki, welcher auf der Art 15000 rt für die Voigtey
  7. giebt, mit verkaufen will.
  8. Die Unterthanen flehen daß Ewer Durchlaucht dies nicht gestatten
  9. mögten, ſie wollen gerne einen rthlr pro Morgen von ihren
  10. Ackern geben, und alles leisten was sonsten in ihren Kräften
  11. stände. Ich habe die Menschen mit ihren Geſuchen und La-
  12. mentos an dem Justiz Bürgermeister Schenck gewiesen, und dem
  13. ersucht sie zu beruhigen und die Sache aufs reine zu bringen
  14. damit Glenck nicht wieder schreit, daß ich ihm sein wohl er-
  15. worbenes Eigenthum entreißen wolle.
  16. In tiefster Hochachtung ersterbe
  17. Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
  18. Trąbczyn
  19. den 2ten Decbr.
  20. 1804
  21. unterthänigster Diener
  22. v Triebenfeld