Traces in the Sand

Document 134 · Letter

26 May 1804

Berlin

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

The loan from the Invalids' Fund promised by von Glenck has fallen through, because the Otto valuation was reduced to 78/m Rthl; Stubenrauch and the Wards' Board also refuse. Beyme had Amelang told that the King wishes to remit the Prince's debts as compensation for the Brzyce estates. Amelang proposed Schlabrendorff's confiscated Kolzig estates. Triebenfeld intends to try whether 120/m Rthl can be borrowed on Konotop and Zagórów; if this succeeded, the Zagórów and Trąbczyn estates could be broken up at leisure.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 134
  2. Durchlauchtigſter Fürſt
  3. Gnädigster Fürst und Herr!
  4. Das von Bau Rath Glenck so gewis versicherte Anlehn bey der Invaliden Casse
  5. scheitert auch, und zwar aus den Gründen. Das Invaliden Departement
  6. verlangte, daß die Ottosche Taxe noch einmahl revidirt und nach Südpreussens
  7. Cammer Principen umgeformt werden mögte. Glenck der den
  8. kürzesten Weg hierzu einzuschlagen glaubte, wandte sich auf anrathen
  9. eines gewißen Hauptman Lange, an den Hoffrath Leugnich, dieser
  10. versprach die Taxa für 25 Fr der schnell umformen zu laßen.
  11. Glenck glaubte dies, reisete ab und ersuchte nur Leugnich die
  12. neue taxa an den H. R Seelmann abgeben zu laßen. Leztere
  13. ist geschehen, zu meinen Schrecken aber erfuhr ich gestern bey meiner
  14. Ankunft, daß die neuern Taxe auf 78/m. rt. herabgesezt worden
  15. und daß solche in der Art übergeben sey.
  16. den Erfolg können Ewr Hochfürstliche Durchlaucht abnehmen — das
  17. aller traurigste aber ist nun, daß die Güter durch dieser verstüm-
  18. melten Taxe total herunter gewürdigt sind, und daß der Ver-
  19. kauf derselben sehr sehr erschwert werden wird. Selbst in Franck-
  20. furth wird, da diese Leute auf ein Anlehn von 80 bis 100/m rth
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  1. zählten, nun alles scheitern, den da Leixner in des Anlehns willen
  2. Euer Hochfürstl. Durchlaucht davon muß, so muß er auch die Instru-
  3. mente sehen, und auf der Art bekömt er die niederer Taxe in
  4. Gesichte, die man, wenn das Anlehn nicht nötig gewesen wäre,
  5. um vorzeigen dürfen. Erhalte ich nun auch noch woher 60000 rt
  6. auf der niederen Taxe geliehen, so wird es dem Verkauf äußerst
  7. schädlich werden und vieleicht gänzlich behindern.
  8. Meine einzige Hoffnung ist nun noch auf Stubenrauch gestürzt
  9. dem ich Eviction und alle nur denkliche Garantie zu leisten
  10. versprochen habe. Heute Abend will dieser seine Erklärung
  11. geben — Scheitert dieser Plan den ist hier alles verlohren
  12. den alle andern Projecte sind auch nicht einen Groschen werth
  13. und sind blos von einem gewißen Dietz, Werner, Juden Borchart,
  14. H. Lange und solchen Gesindel entworfen die weder Kopf noch
  15. Credit haben, und die nur Reverse von Glenck brauchten, um sich daran
  16. etwas borgen zu können, damit sie nicht Hunger crepiren.
  17. Traurig ist es daß Glenck auf die Schwindeleien dieser
  18. Brut gerechnet und die Zeit so höchst strafbar vertrödelt hat
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  1. Gott ist mein Zeuge, daß ich vor Kummer nicht schlafen kan. Man innigst
  2. Wunsch ist, daß der Himmel doch nur des Stubenrauchs Herz regiere
  3. mögte, den wird es ja wie gehen — gerne will ich ihm meine Haabe
  4. und meine arme bedrängte Seele verpfänden.
  5. Beyme hat gestern den Geh[eimen]. R[ath]. Am[elang]: zu sich rufen laßen, und hat ihm ge-
  6. sagt. Daß Sr. Majest. Ewr. Durchl. weder Südpreußen Güter
  7. noch Geld geben könten. Ewr Durchlaucht aber wären dem König außer
  8. ein Anlehn von Herzog von Curland, wofür der König bisher die Zinse
  9. bezahlt hätte sehr ansehnliche Summen schuldig. Da Sr Majestät
  10. zweifelten zu einen Groschen von den geliehenen Summen und vorschuß
  11. weise bezahlten Intressen was wieder zu erhalten, so wolten S[eine]. M[ajestät].
  12. aus besonderen Gnaden Ewr Durchlaucht diese Summen so wie auch
  13. die bisher an den Curländern bezahlten Intressen als ein Dedoma-
  14. gement für die verlohrenen Brzyzer Güter schencken. Wogegen
  15. Ewr Durchlaucht aber von nun an den Curländern so wohl wegen
  16. Capital als Zinsen befriedigen mögten. Es wäre dies Sr M[ajestät]. nicht
  17. ner Einfall. Er hätte bey dem besten Herzen, und Liebe die er für Ewr
  18. Durchlaucht habe nicht mehr als dies bewürken können. Er habe
  19. auch Ewr Durchl. sofort diese Resolution geben sollen, da er aber
  20. nicht wiße ob solche Sie durchl. erfreulich sein dürfte, so habe er
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  1. selbige noch zurück behalten und wünsche daß Amelang Ewr Durchlaucht
  2. erst desfals sondiren mögte. Amelang hat ihm den geant-
  3. wortet. Er wiße daß Ewr Durchlaucht von König nichts geschenkt
  4. haben wolten, daß höchst Sie Sr. M[ajestät]. alles was Sie Ihm recht
  5. mäßig schuldig wären, treulich bezahlen würden, daß Ewr
  6. Durchlaucht nichts verlangten, als was Sie mit Recht fordern
  7. könten, und das erste Recht glaubten Sie zu haben, wan Sie auf eine
  8. Entschädigung der Ihnen weggenommenen Güter, wofür Ewr Durchl.
  9. die Charger Stempel um andere Gebürz mit viele Tausende
  10. bezahlen müßen, und wären höchst Sie noch viel Gelder gestahn
  11. hatten, mittel und unmittelbar drängen. Amelang hat ihm
  12. sodann proponirt, daß man Ewr Durchl. die dem Gr Schlabrendorff
  13. conficirte Kolziger Güter, als eine Entschädigung geben mögten —
  14. Hierauf hat er erwiedert, daß die Güter noch nicht eingezogen
  15. waren, daß der Kö: diese Güter wohl lieber selbst behalten würde
  16. weil Sr M[ajestät]. einen Degout für das wegschrecken der Güter noch
  17. von der vorigen Regierung her hätten; jedoch wäre bey der
  18. Sache noch die erste Möglichkeit vorhanden, um den Fürsten gefällig
  19. zu sein — Amelang wuste indes alles, den es träst wörtlich
  20. zu was der ehrliche General gesagt hatte. — Besonders war es zu
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  1. einleuchtend, daß durch deßen Vermittelung die saubere Antwort zu
  2. rük gehalten war. Dies alles hob Am[elang]: Muth und er sprach
  3. da er vorbereitet war, freimüthiger A[melang]: lebt auch jezt
  4. der ersten Hoffnung daß man artig sein und keine grobe Reso-
  5. lution geben, sondern solche gänzlich zurück halten wird — Auch daß
  6. man eilen würde die Confiscation, oder das desfalßige
  7. Urteil zu executiren, um den Ewr Durchlaucht die Kolziger
  8. Güter verleihen zu können.
  9. Braun wird dem Gen K[öckritz] in Zuge erhalten und auf diesen
  10. Weg die Sache leiten — Am[elang]: wird dies bey B[eyme]: in seiner
  11. Art thun — Beide aber wißen von einander nichts, und nach
  12. diesen Plan müßen beide am Ende ohne es gewußt zu haben auf
  13. ein Punckt zusammen treffen.
  14. Übrigens wird A[melang] ein Schreiben an B[eyme] und vieleicht am König
  15. aufsezzen, welches Ewr Durchlaucht vollziehen und abschicken sollen,
  16. dH. M[inister]. v. Hard[enberg]: Er habe ich noch nicht gesprochen, morgen soll es
  17. aber gewis geschehen. Der P: will sich durchaus in keinen
  18. Krieg einlaßen; Inzwischen soll Rußl. nicht willens sein es
  19. für diesmahl bey leeren Remonstrationen bewenden laßenen
  20. zu wollen. Sie Majestät sind etwas sehr mißlaunig nach Pommern
  21. zur Revue abgegangen und werden den 5 m. f. wieder zu Hause sein.
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  1. Gott erbarme sich! Was ist doch der Glenck vor ein verdrehtes Wesen
  2. nun ist alles aus. Stubenrauch ist durch das Überlaufen von schlechten
  3. Kerls aufgebracht und will mit der Sach nichts zu thun haben. Die Inva-
  4. liden Casse will kein Geld geben — eben so ist beim Pupillen Collegio alles
  5. verdorben — was soll ich nun anfangen?
  6. Kontop verkaufen? was nicht den Kolzig — O Gott mein schonir Plan
  7. O hatten Ewr Durchl. doch den Narren an goldene Kette lege und ihm
  8. mit Straeburger Pasteten füttern laßen, so hätte seine Unterhaltung
  9. zwar viele gekostet, aber er hätte doch weder Ihre Ruhe unter
  10. graben noch weniger Ihnen hier um Credit und guten Nahmen bringen
  11. können. Es ist mehr als schändlich daß der Mensch sich hier mit
  12. alle niedere Bestien von Mäcklern eingelaßen und jedem Buben
  13. Reversse auf Summen gegeben und sich mit sie in Societaets Con-
  14. tracte eingelaßen hat. Es wird am Ende nothwendig werden
  15. alle diese Zettel durch öffentliche Blätter als null und nichtig
  16. erklären zu laßen, weil sonsten Ewr. Durchl. noch mit 50 Prozeße
  17. belästiget werden dürfte.
  18. Mich schwindelt, wan ich an den nahen Termin denke und wann auf einmahl
  19. auch der lezte Funcken von Hoffnung erloschen ist. Es ist jezt 1 Uhr in
  20. der Nacht — ich kan vor Angst nicht ruhen und rasten, und das Vieh
  21. im Menschlicher Gestalt schläft sorglos — o gerechter Gott
  22. was ist doch ein Mensch ohne wahres Ehrgefühl?
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  1. O hätte doch nur der unvernünftige Mensch nicht zum aller
  2. größten Unglück die Ottosche Taxe so vernicht und verstümmten laßen
  3. so hätte ich mit Amelang, der sich thätig beweiset und der durch Beyme
  4. Jezt Credit gewinnt, noch viel nicht Rath geschaft, und auf meinen
  5. Nahmen oder Wechsel / weil man mich vor reich hält / die Gelder schaffen
  6. können. Aber auch diese Aussicht ist mich durch vernichtung der
  7. Ottoschen Taxa geraubt. Ich will zwar probiren und reiten im
  8. einer Stunde nach Potsdam zu Pliehen dieser sagte mich vor etlichen
  9. Tagen, daß er 300/m rt. in Seehandlungs Obligation liegen hätten
  10. daß er wünschte einmahl eine Probe zu machen, ob er durch Güter
  11. Kauf nicht was gewinnen könte — Vieleicht giebt Gott auf diesem
  12. Wege Glück — Wan ich daher retournire ein Mehreres —
  13. Geld wäre nun zu haben. Rietz hat Geld — auch will es der Prinz Ferdinand
  14. durch Vermittelung des Stubenrauchs geben — Man fordert aber sichere Hy-
  15. potheque. Wo soll ich diese aber hernehmen.
  16. Die Taxen von den Zagorower Gütern sind nur 124/m rthl und diese sind belastet
  17. mit 56000 rt. also sehen über die Hälfte verschuldet, den, daß die Güter
  18. 4 mahl so viel werth sind weis ich — die Taxen aber streiten dagegen und
  19. folglich ist darauf nicht zu zählen. Kulm und Kaemen ist versudelt den die
  20. Jezzige Taxe ist 118000 rt und 66/m rt. sind Broniewski zugesprochen bleibt
  21. also auch kein fond um darauf mit Sicherheit Geld zu nehmen oder zu verlange,
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  1. Ich werde nun noch dies versuchen — ich werden probiren, ob man auf Kontop
  2. und Zagorowo 120/m rt. Leihen will, wozu ich noch einen Wechsel offeriren werden.
  3. gienge dies so ließe sich noch alles recessoren, den als den hätte man Zeit
  4. die Kaemener Sache solide zu beendigen und einen guten Verkauf zu besorgen, auch
  5. in die Zagorower und Trąbczyner Güter mit Muße zu dismembriren.
  6. richte ich nichts aus so eile ich schnell nach Frankfurth und probire dort noch ein
  7. mahl man heil. In tiefsten Respect ersterbe.
  8. Ewr Hochfürstl Durchlaucht
  9. Berl[in] d. 26ten May 1804
  10. treuester Knecht
  11. v Triebenfeld