Traces in the Sand

Document 132 · Letter

23 May 1804

Frankfurt an der Oder

The writer is travelling back to Wrocław having achieved nothing, since he waited in vain for Glenck. He complains that in the case of Pszczew others made 30,000 Rthl at the Prince's expense. His friend is to persuade Director Stubenrauch to buy Kamionna, so that he hands over the money by Midsummer. The writer says he will stand surety for an annual revenue of 10,000 Rthl. The Prince would be satisfied with 180,000 Rthl. Without an entry payment the subjects paid 50 Rthl per Hufe yearly. He urges caution with the Cabinet Councillor.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 132
  2. Mein Theuerſter Freund
  3. Da eben bin ich willens im Wagen zu steigen und nach Breslau zurück zu
  4. kehren. Zum rasend werden war es für mich so lange hier zu sezzi-
  5. auf H. Glenck zu warten, und am Ende nichts auszurichten.
  6. Das Resultat ist immer daß die Menschen in Trüben fischen und
  7. barbarisch an den Fürsten gewinnen wollen.
  8. An Betsche haben die Leute in so kurzer Zeit dreißig Tausend
  9. rthl gewonnen ohne sich im mindesten bemühen zu dürfen.
  10. Die Unterthanen kaufen sich nur frey und geben 30000 rt mehr
  11. als die Käufer gegeben haben. Indes profitiren leztere diese
  12. Summa. Verwöhnt durch dies Geschäft solte bey Kaemen
  13. noch mehr als dies gleich gewonnen, und dennoch dem Fürsten
  14. Gott weis welche dann Schrauben angelegt werden — dies
  15. kan ich nicht einschreiten und gehn daher unverrichteter Sache
  16. ab — Jezt mein Theurer Freund sorgen Sie man
  17. daß dh Ere Director Stubenrauch die Güterkauft und das
  18. Geld hergiebt. — Ich will dem Manne für eine reine um
  19. immerwährende Revenue, wann ich die Güter dismembriren darf von
  20. = 10000 Rthl Jahrl haften — dies betrüge a 5 pro Cent
  21. gerechnet ein Capital von 200/m rt. Da man aber dem H. p. Glenck
  22. versichert hat, daß das Ordens Capital zufrieden ist wann
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  1. ob 4 pro Cent reine Zinsen von seine Capitalien hat, so könte man
  2. den Werth der Güter auf 250000 rt annehmen.
  3. Nun aber würde der Fürst mit 180000 rth da er Geld braucht sehr zu
  4. frieden sein, folgl. gewandts Cap. 70000 rt. baar bey diesen Kauf.
  5. Sie könte noch dies ausreden, daß das Capitel oder die Ordens
  6. Cammer, wan noch mehr heraus gebracht würde, eine der Sache
  7. angemeßene tantieme geben müste.
  8. In Fall der Herr Director Stubenrauch dies eingehen will
  9. so habe Sie die Gewogenheit mir eine Estaffette zu schicken
  10. ich inle den gleich wieder nach Berlin schließe ab und leiste
  11. die Eviction.
  12. Hätte ich die Sache ehender so gekannt so wäre alles schon aufs
  13. reine und es hätte dabey viel gewonnen werden können. So aber
  14. erfährt man immer alles zu späth.
  15. H. Glenck hat stets auf ein Kauf Geld von 500 rt. pro Hube
  16. gerechnet, so die Leute zahlen solten — In dieser Hinsicht auf
  17. er einen leichten Erbzins von 10 bis 12 rt pr Hufe an
  18. nehmen, und der Werth der Güter ward vermindert
  19. wan ich aber nun kein Einstands Geld nehmen so zahlt
  20. der Unterthan willig 50 rt. pro Hufe jährl. Hierdurch kant
  21. nun ein en norm hoher Werth heraus, so daß ich noch
  22. Alter Zinsen und für Bier und Brandwein Urbar eine ewig
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  1. bestehende Vereine vom 12000 rt. und folglich einen Werth a 4 pct. von
  2. 300000 rt heraus zu bringen in Stande bin; nach welchen die
  3. Ordens Cammer an 120000 profitiren würde.
  4. beherzigen Sie dies und suchen den würdigen guten Man den Cammer
  5. Director Stubenrauch dahin zu bewegen, daß er den Kaufmacht
  6. und bis um Johanni dieses Jahres die Gelder dazu hergiebt
  7. In der Koltziger Güter Sache oder in den Dedomagirungs Geschäft
  8. suchen Sie das beste zu bewürken, gehen aber ja bey dem Herrn
  9. Cabinets Rath behutsam, den jezt fürchte ich diesen Mann außer
  10. ordentlich.
  11. Mit dem treuesten Herzen und der großen Anhänglichkeit bin
  12. ich unausgesezt
  13. Ihr
  14. Frankfurth a/d O.
  15. den 23 May 1804.
  16. treu ergebenster Diener
  17. v Triebenfeld