Document 116 · Letter
11 December 1803
Wrocław (Breslau)
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld says illness prevents him from coming in person to obtain orders about the sale of the estates. He regards the talk that debts of 150,000 Rthl rest on Trąbczyn, which Walichnowski is to take over, and that he is nevertheless to pay 56,000 Rthl and a canon of 5,000 Rthl a year, as a misunderstanding, and he fears for the Prince's honour. He proposes demanding firmly from Walichnowski 60,000 or 80,000 Rthl as hereditary purchase money and 4 to 5,000 Rthl in annual hereditary rent. He asks for secrecy and for secret instructions. He says Walichnowski seriously wants to acquire the Trąbczyn estates.
Triebenfeld kann krankheitshalber nicht persönlich Befehle zum Güterverkauf einholen. Er hält das Gerede, auf Trąbczyn hafteten 150000 Rthl Schulden, die Walichnowski übernehmen solle, und er solle dennoch 56000 Rthl und einen Canon von 5000 Rthl jährlich zahlen, für missverstanden und fürchtet um die Ehre des Fürsten. Er schlägt vor, von Walichnowski 60000 oder 80000 Rthl Erbkaufgeld und 4 bis 5000 Rthl jährlichen Erbzins fest zu fordern. Er bittet um Verschwiegenheit und geheime Weisung. Walichnowski wolle die Trąbczyner Güter ernsthaft erwerben.
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- Euer Hochfürstliche Durchlaucht
- würde ich mich gerne persönlich zu Kosten lagen und
- über den Güter Verkauff höchst dero Befehle ein
- hohlen, aber ich bin sehr kranck und kan nicht aus
- den Zimmer kommen. Die Pohlen wählen mich stets
- zu ihren Arbitur, nur weiß ich nicht immer was
- ich sagen soll, weil kein vnter Plan gemacht
- sondern die Sache bald so bald anders vorge-
- tragen wird. So heiſt es zum Beispiel daß
- auf Trąbczyn 150000 rt Schulden hafteten die
- Walichnowski übernehmen, und daß er dem
- ohngeachtet 56000 rt. und einen Canon von 5000 rt
- Jährlich übernehmen soll.
- Was an der Sache ist kan ich nicht beurteilen, ich halte
- es aber vor eine Unrecht verstandenes Geschwäh-
- und fürchte nur daß Ewer Durchlaucht Ehre dadurch
- leidet. Den haften Schulden auf den Gütern, so ist dies
- da nicht nothwendig daß dies jeden Pohlen, der die
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Euer Hochfürstliche Durchlaucht würde ich mich gerne persönlich zu Kosten lagen und über den Güter Verkauff höchst dero Befehle ein hohlen, aber ich bin sehr kranck und kan nicht aus den Zimmer kommen. Die Pohlen wählen mich stets zu ihren Arbitur, nur weiß ich nicht immer was ich sagen soll, weil kein vnter Plan gemacht sondern die Sache bald so bald anders vorgetragen wird. So heiſt es zum Beispiel daß auf Trąbczyn 150,000 rt Schulden hafteten die Walichnowski übernehmen, und daß er dem ohngeachtet 56,000 rt. und einen Canon von 5,000 rt Jährlich übernehmen soll.
Was an der Sache ist kan ich nicht beurteilen, ich halte es aber vor eine Unrecht verstandenes Geschwähund fürchte nur daß Ewer Durchlaucht Ehre dadurch leidet. Den haften Schulden auf den Gütern, so ist dies da nicht nothwendig daß dies jeden Pohlen, der die
- Güter in Erbpacht nehmen will gesagt wird.
- Mein unvorgreiflicher Vorschlag ist.
- daß dem Walichnowski gesagt wird, daß er
- 60000 oder 80000 rt Erb Kauf Geld dermalen
- und zu ewigen Zeiten 4 bis 5000 rt jährl Erb-
- Zins zahlen müße, und daß Ewr Durchl Befehlen
- würden an, wenn er den Zins, der auf der ersten
- Hypotheque versichert bliebe, zahlen solle.
- Dies wäre den ein vestes Wort von den durchaus
- nicht abgegangen werden müſte.
- Ich kenne die Pohlen ganz — zeigt man einen
- vesten Ton und Entschloßenheit, verachtet ihr aner-
- bieten beſonders alle Beſtechungen, ſo iſt man gleich an-
- Ziele mit diese Brut.
- Ich habe dies bey Dombrowska[Dąbska?] sattsam bewiesen.
- Verzeihen sie gnädigster Fürst und Herr meinen Frey
- müthigen Vortrag. Er ist aber wahrhaft gut gemeint.
- Geruhen Ewr Durchlaucht auch noch diese Bitte zu
Güter in Erbpacht nehmen will gesagt wird. Mein unvorgreiflicher Vorschlag ist. daß dem Walichnowski gesagt wird, daß er 60,000 oder 80,000 rt Erb Kauf Geld dermalen und zu ewigen Zeiten 4 bis 5,000 rt jährl ErbZins zahlen müße, und daß Ewr Durchl Befehlen würden an, wenn er den Zins, der auf der ersten Hypotheque versichert bliebe, zahlen solle. Dies wäre den ein vestes Wort von den durchaus nicht abgegangen werden müſte.
Ich kenne die Pohlen ganz — zeigt man einen vesten Ton und Entschloßenheit, verachtet ihr anerbieten beſonders alle Beſtechungen, ſo iſt man gleich an- Ziele mit diese Brut.
Ich habe dies bey Dombrowska[Dąbska?] sattsam bewiesen. Verzeihen sie gnädigster Fürst und Herr meinen Frey müthigen Vortrag. Er ist aber wahrhaft gut gemeint. Geruhen Ewr Durchlaucht auch noch diese Bitte zu
- beherzigen und laßen dies billet ja nicht Wünstere noch andern
- sehen — es würde ehender schaden als nützen —
- die Menschen sind oft zu Haabsüchtig um, wann sie ein
- Bidermann auf diesen Wegen entgegen tritt, dem
- Laßen und schaden sie
- Befehlen Sie mir durch 2 Zeilen in Stillen wie Sie
- es haben wollen, und rechnen Sie Gnädigster Fürst dan
- auf meinen Treuen Eyfer, der doch noch 10 mahl großer
- sein und nur mehr ans Herz gehen wird, als meine
- würklich ſchmerzhaften Krankheit.
- Walichnowski hat würklich reellen willen die Trąbczyner
- Güter an sich zu bringen.
- In tiefster Submission ersterbe als
- Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
- Breslau den 11ten Decbr. 1803
- treuester untertänigste Diener
- v Triebenfeld
beherzigen und laßen dies billet ja nicht Wünstere noch andern sehen — es würde ehender schaden als nützen — die Menschen sind oft zu Haabsüchtig um, wann sie ein Bidermann auf diesen Wegen entgegen tritt, dem Laßen und schaden sie Befehlen Sie mir durch 2 Zeilen in Stillen wie Sie es haben wollen, und rechnen Sie Gnädigster Fürst dan auf meinen Treuen Eyfer, der doch noch 10 mahl großer sein und nur mehr ans Herz gehen wird, als meine würklich ſchmerzhaften Krankheit. Walichnowski hat würklich reellen willen die Trąbczyner Güter an sich zu bringen.
In tiefster Submission ersterbe als Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
Breslau den 11ten Decbr. 1803
treuester untertänigste Diener
v Triebenfeld


