Traces in the Sand

Document 112 · Letter

10 February 1801

Unknown

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Postscript. Triebenfeld learns from Court Councillor Wunster that Wildeganst and the Jew Heymann have done nothing in the Prince's business. According to Wildeganst, he says judgment has already been given on the bill of exchange for 11/m Rthl that Triebenfeld signed for the Prince, and that he is to be arrested. The bailiff Rudolph has already enquired after him. He begs for swift measures. He says Prince George has sold his estates for 750,000 Rthl. He proposes that the Prince induce Count Schlabrendorff to take the bill of exchange back from the Jews.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 112
  2. Verzeihen Ewr Hochfürstliche Durchlaucht diesen Nachtrag ich hatte
  3. dies Schreiben ſchon geſiegelt als eben der Hoffrath Wunster zu
  4. Hause kam, um mir erzählte —
  5. "daß der H. v. Wildeganst und Jude Heymann in Ewer Durchlaucht
  6. Sache hier gar nichts gethan habe — Zugleich entdeckte
  7. er mir, daß ihm Wildegens gesagt habe, da es wegen
  8. den von mir für Ewr Hochfürstliche Durchlaucht unter
  9. schriebenen Wechsel a 11/m Rthl. bereits erkannt sey,
  10. daß ich, so bald ich zurück komme, oder wohl gar
  11. noch hier, aretirt werden solle."
  12. daß die Sache wahr ist glaube ich dadurch bestätiget zu
  13. sehen, daß der Amtpfänder Rudolph schon einige mahl
  14. in meinem Hause gewesen, und sich nach mir erkundiget
  15. hatt.
  16. Ich bitte Ewr Hochfürstliche Durchlaucht um Gottes willen
  17. diese Sache zu beherzigen und dorten solche Vorkehrungen
  18. auf das schleunigste treffen zu laßen, daß ich nicht
  19. mit Schande gebrandmarkt, um in Arrest geschleppt
  20. werde. Dem Gott weis, hätte ich das Geld wüste
  21. es irgend wo aufzutreiben, so schafte ich es und
  22. bezahlte sogleich alles — Und hätte mich hier der bis
  23. hafte Wildeganst nicht allen Credit verdorben, so hätte
  24. ich das Geld erhalten — dies ist ein wahrer Betragen
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  1. und hindert, wie selbst Meyer weis, mir in allen Plänen, damit
  2. ſich der Menſch wichtig und mir dahin bringen will, daß ich ihm abſo-
  3. lut wieder als Geschäftsmann annehmen soll. — In meinem Sachen brauche
  4. icht nicht den Pölgen bei ich los und habe alle meine Termine berichtiget;
  5. nun mit den Prinzen George durch bleibe ich verwickelt — dieser
  6. hatt meine Güter für 750000 rt verkauft und hatt sich andere
  7. Güter wobey alles verwickelt ist andrehen laßen. Wilde-
  8. Ganst und der Jude ſizzen Tage um Nacht bey ihm prellen, dem
  9. Prinzen ums Geld — Für mich aber ist der Prinz nie zu Hause
  10. und daher sehe ich mich nicht mit ihm — das ist doch großer
  11. Undanck — Übrigens wolte ich den gerne tragen — wann ich
  12. mir nicht zu ſehen müßte daß die Menſchen den Herrn ins tiefſte
  13. Labirinth stürzte und ihm irre führen und mich unglücklich machten.
  14. Ich kan also keinen Rath schaffen und bitte daher Ewr Durchlaucht
  15. dringendeß flehentlich, die Sache dahin zu tourniren, daß ich nicht
  16. in Schande und Spott verfalle und Arretirt werde.
  17. Ich habe in der Angst gedacht / ob es nicht gut wäre, wenn
  18. Ewr Durchlaucht den Grafen Schlabrendorff dahin vermäht-
  19. daß er den Wechßel aus den Händen der Juden zurück
  20. nähme — den ſen des Schlabrendorffs Sache iſt es doch
  21. nur allein — die Juden müßen nur in der Geschichte figu-
  22. riren, und daher glaube ich daß Schlabrendorff / wan Ewr
  23. Hochfürstliche Durchlaucht ihn recht ernstlich angehen, auch
  24. es ſich gerne gefallen laßen wird den Wechſel von die Juden
  25. zurück zu nehmen, und wan er prolongirt wird zu
  26. warten.
  27. ad 10. Febr. 1801.