Traces in the Sand

Document 109 · Letter

31 January 1801 [supplied]

Berlin

The writer reports to a friend that Wildegansch is in Berlin and claims the Prince has sent him; he says Wildegansch and his followers have invented a money transaction with Asch and Schlabrendorff in order to cheat the Prince out of the costs. He hears that nothing will be decided for 2 months. Postscript: Bukowiecki will pay only 2,400 Rthl in yearly rent for Pszczew. He hears that there are plans to sue the writer over a bill of exchange for 11/m given to Schlabrendorff and to obtain a decree of execution; the friend is to warn the Prince.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
Page 1lines 1-33
  1. 109
  2. Lieber Freund!
  3. Nach meiner Meinung mag der Kerl heißen wie und sei, was er will so
  4. muß man ihm aufsuche und flater, wo irgend denckt, daß er einen
  5. Aufschluß von jenen Spez zbübereien geben kan.
  6. Es ist ja der Weg den ich immer vorschlug — und eben so ist
  7. noch ein 2ter der wohl an Ende der Beste sein wird.
  8. jedoch muß dieser ja nicht unbewezt bleiben — Schräcklich ist
  9. es doch was der gute brave Fürst alles dulden muß
  10. ich wird nicht was man denckt, daß man den Herr, so sehr
  11. zu nahe tritt?
  12. Die Welt ist so voller Bösewichter um und ankbare Menschen
  13. daß man bey jedem Schritt den man verwächts thut immer
  14. auf einen heimtückischen Buben stößt — der es sich vorzüglich
  15. zur Pflicht macht jedem Bidermann bey Seite zu drängen
  16. Der Lasterhafte Kerl der Wildegansch ist hier — Alle, Menschen
  17. sagt er daß ihm der Fürst hergesandt habe — Mehrere Gute
  18. sind desfals Aignirt — der Schuft hatt den Fürsten blos eine
  19. Nase gedreht, den blos erfand der Bube mit seinen Anhang
  20. Dies Project wegen eines Geld Negoces daß nun mit Asch
  21. und Schlabrendorff so hannsch einleitete und den guten Fürsten
  22. wegen die Kosten prellen wolte. Wie ich aber höhre, so wird
  23. im 2 Monats in dieser Sache nichts entschieden werden, wo
  24. hernach es noch immer heißt Gott weis wie? / und so lange wird
  25. die Bande hier ſizzen — und der Fürst ist — betrogen.
  26. Bis aus Ende bei ich
  27. Ihr
  28. Undrehnen
  29. Berlin den 31ten Januar 1801.
  30. Freund und Diener
  31. v Triebenfeld
Written sideways on the page
  1. An Sr durchl. schreibe ich nicht, weil ich höchst dieselbe im Schlawenschitz glauben
  2. Solten des Fürsten durchl. aber da sei, so legen Sie mich demselben zu füßen
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  1. H v Bukowiecki schreibt mich und will für Betsche nicht mehr
  2. als 2400 rt Jahr Pacht gebe der Mann ist wohl toll?
  3. Schade um des Porto so ich für sein Geschwere geben müßen
  4. Hier höhre ich auch daß der Jude Asch und Gad-Nahmens Träger
  5. des Schlabrendorff mich doch wegen den für den Pärzten durch
  6. laucht am Schlabrendorff gegebenen Wechsel von 11/m v. fort
  7. hin verklagen, und ein executions Decret gegen mich aus
  8. machen — Ich bitte Sie um Gottes willen ſagen Sie doch
  9. Seiner Durchl. daß der Herr darauf acht geben laße.
  10. und daß der Feige der den Herrn so Belögen die Sache
  11. Contrecarrire — Es wäre ja eine ewige Schande wann
  12. Man meiner Frau den Amts Pfänder in meiner Abwe-
  13. senheit ins Hauß schickte — O Gott was muß man nicht
  14. alles in der Welt leiden.