Document 108 · Letter
22 July 1800
Wrocław (Breslau)
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld complains that Prince George does not reply, despite the letters delivered by President v. Schuckmann, and sends no remittances. He says Kuh has sued him for 5,800 Rthl and obtained a decree of execution, and that seizure is threatened for Friday. The minister wanted to calm Kuh but is said not to be coming until Thursday. He says the Prince has burdened the estates sold to him for 280,000 Rthl with debts of 270,000 Rthl. Due are 20,000 Rthl to Liepman Meyer and, on 7 August, 12,000 Rthl. Triebenfeld intends to call on the Prince and asks for a way out.
Triebenfeld klagt, Prinz George antworte trotz der von Präsident v. Schuckmann zugestellten Briefe nicht und schicke keine Remessen. Kuh habe ihn wegen 5800 Rthl verklagt und ein Exekutionsdekret erwirkt; am Freitag drohe Arrest. Der Minister wollte Kuh beruhigen, soll aber erst Donnerstag kommen. Der Prinz habe die ihm für 280000 Rthl verkauften Güter mit 270000 Rthl verschuldet. Fällig sind 20000 Rthl an Liepman Meyer und am 7. August 12000 Rthl. Triebenfeld will den Prinzen aufsuchen und bittet um einen Ausweg.
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- Durchlauchtigſter Fürſt
- Gnädigster Fürst und Herr!
- Die Sache mit dem Prinzen George wird immer bedenklicher, und die Noth auf
- Seiten meiner immer größer
- Der Präsident v. Schuckman schreibt mich daß er dem Prinzen meine
- Briefe richtig zu geſtellt hatt, der Prinz antwortet demohngeachtet
- keine Sylbe, und schickt auch keine Remessen.
- Der Jude Kuh hatt mich wegen die 5800 Rthl verklagt, er hatt
- ſchon ein executions Decret und den Freytag ſoll ich zahlen oder
- arctirt werden — ich war desfalls gestern im Dÿhrenfurth
- der Minister verſicherte, daß er heute in Breslau ſein würde
- und den Juden beruhigen wolle. Jezt war ich in seiner Wohnung
- da heißt es daß er den Donnerstag erſt kommen würde.
- Es ist wahrhaftig schrecklich wie mich der Prinz behandelt
- In Berlin hatt er 120000 rt die Güter geborgt — Alsdan hatt
- er durch Schuz gezogen 55000 rt — hier hatt er gezogene laut den ver-
- dammten Wechßels circa 23000 rt.
- Die Unkosten p.p. 8000
- ders sind Sum. 206000 rt Nun stehen noch auf die Güter 64000 rt. Schuld
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Durchlauchtigſter Fürſt
Gnädigster Fürst und Herr!
Die Sache mit dem Prinzen George wird immer bedenklicher, und die Noth auf Seiten meiner immer größer Der Präsident v. Schuckman schreibt mich daß er dem Prinzen meine Briefe richtig zu geſtellt hatt, der Prinz antwortet demohngeachtet keine Sylbe, und schickt auch keine Remessen. Der Jude Kuh hatt mich wegen die 5,800 Rthl verklagt, er hatt ſchon ein executions Decret und den Freytag ſoll ich zahlen oder arctirt werden — ich war desfalls gestern im Dÿhrenfurth der Minister verſicherte, daß er heute in Breslau ſein würde und den Juden beruhigen wolle. Jezt war ich in seiner Wohnung da heißt es daß er den Donnerstag erſt kommen würde. Es ist wahrhaftig schrecklich wie mich der Prinz behandelt In Berlin hatt er 120,000 rt die Güter geborgt — Alsdan hatt er durch Schuz gezogen 55,000 rt — hier hatt er gezogene laut den verdammten Wechßels circa 23,000 rt.
Die Unkosten p.p. 8000 ders sind Sum. 206,000 rt Nun stehen noch auf die Güter 64,000 rt. Schuld
- Auf der Art hatt der Theure Prinz schon die Güter mit 270000 Rthl
- verschuldet — Ich habe ihm solche für 280000 Rthl verkauft und
- der rest ist 10000 Rthl.
- Dies ist doch wahrlich der gröbste Betrug, einen ehrlichen Kerl
- in so kurzer Zeit um sein Vermögen zu prellen, und hinterher
- noch in Schande und Spott zu stürzen daß man mich mit Arrest
- droht —
- Wie das werden ſoll weis ich nicht, arctiren kan ich mich nichts laßen
- beſänftiget der Minister nicht die Juden Kuh[?] u. die 5800 rt. so geht
- der Lerm los + den ersten will Liepman Meyer den 20000 rt haben —
- und den 7ten August sollen die 12000 rt. bezahlt werden
- Dies ist eine Post von 37800 rt.
- Ich habe nichts den mein ganzer Credit ist hin — Aufrichtig ge-
- standen ich kan die Schmach nicht abwarten noch arctiren zu laßen,
- ich gehe weg, ſuche den Prinzen auf, und wo ich ihm finde,
- Kirche ich mich — Mag den erfolgen was da will — die
- Welt wird den erfahren wie schändlich mich dieser Prinz an
- geführt hatt
- Wüste Ewr Hochfürstliche Durchlaucht eine Ausweg zur
- Rettung meiner Ihre so würde ewig Danckbar sein
- Ich erſterbe
- Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
- Breslau
- d 22 July 1800
- treuester Knecht
- v Triebenfeld
Auf der Art hatt der Theure Prinz schon die Güter mit 270,000 Rthl verschuldet — Ich habe ihm solche für 280,000 Rthl verkauft und der rest ist 10,000 Rthl.
Dies ist doch wahrlich der gröbste Betrug, einen ehrlichen Kerl in so kurzer Zeit um sein Vermögen zu prellen, und hinterher noch in Schande und Spott zu stürzen daß man mich mit Arrest droht — Wie das werden ſoll weis ich nicht, arctiren kan ich mich nichts laßen beſänftiget der Minister nicht die Juden Kuh[?] u. die 5,800 rt. so geht der Lerm los + den ersten will Liepman Meyer den 20,000 rt haben — und den 7ten August sollen die 12,000 rt. bezahlt werden Dies ist eine Post von 37,800 rt.
Ich habe nichts den mein ganzer Credit ist hin — Aufrichtig gestanden ich kan die Schmach nicht abwarten noch arctiren zu laßen, ich gehe weg, ſuche den Prinzen auf, und wo ich ihm finde, Kirche ich mich — Mag den erfolgen was da will — die Welt wird den erfahren wie schändlich mich dieser Prinz an geführt hatt Wüste Ewr Hochfürstliche Durchlaucht eine Ausweg zur Rettung meiner Ihre so würde ewig Danckbar sein Ich erſterbe
Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
Breslau
d 22 July 1800
treuester Knecht
v Triebenfeld

