Traces in the Sand

Document 107 · Letter

21 October 1799

Berlin

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld forwards a letter from Colonel von Zastrow and intends to keep the royal cabinet letter until the Prince's expected arrival. Princess Sacken did not receive him. He had the Prince's letter delivered to her. He says she declared that she would never return to the Prince, that she wished to live freely and would be content with an allowance of 2/m Rthl. He says she left out of dislike and out of love for her children. Friends advise the Prince to stand firm.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
Page 1lines 1-15
  1. 107
  2. Durchlauchtigſter Fürſt
  3. Gnädigster Herr!
  4. Von dem Herrn Obristen von Zastrow ist mir beigehende
  5. Schreiben durch einen Jäger zugesandt, damit ich
  6. solches Ewr Hochfürstliche Durchlaucht unterthänigst
  7. übermachen solle. Das König Cabinets Schreiben
  8. werde ich erst heute oder morgen erhalten.
  9. da Ewr Hochfürstliche Durchlaucht hier wohl um
  10. gleich eintreffen werden, so werde ich solcher
  11. bis zu höchst dero Ankunft an mich behalten
  12. der Frau Fürstin Sacken durch habe ich zwar
  13. aufwarten wollen bin aber nicht angenommen und
  14. dieser Hinsicht habe ich nur Ewr Hochfürstl
  15. Durchlaucht Schreiben der Frau Fürsten
Page 2lines 16-30
  1. behändigen laßen. Jezt eben sende ich Ihr annoch
  2. ein vom Hrn. Ob. v. Zastrow an von K[öckritz]. erhalte-
  3. nes Schreiben, aus welchen die Frau Fürstin
  4. sich überzeugen soll, daß Ewr Durchlaucht
  5. bald eintreffen können.
  6. Der gute Monarch und der ganze Haft nimt an
  7. der Ereignis den lebhaftesten Anteil und alles
  8. ist auf Ewr Durchlaucht Seite —
  9. Die Fürsten Sa: hatt den Profes: Selle wahr
  10. scheinlich an einigen Orten der Sache derge-
  11. ſtalt vortragen laßen, daß man ſie nur
  12. allen bemittleiden solle
  13. Zu der Fürsten kommt mir die F v Rietesel
  14. der Adv. Cosmar der Min[ister]. Heinitz, ein
  15. gewisser Hoym und der Professor Selle —
Page 3lines 31-49
  1. Ubrigens man[?] in Publicum fast alles Haare klein
  2. und hier werden den die Noten beigefügt —
  3. Mann was durch Hein die Fürsten habe erklärt
  4. Sie wolle nie zu Ewr Durchlaucht zurück.
  5. Sie wolle frey leben wo es Ihr gefiele
  6. Sie wäre mit 2/m rt Appanage zufrieden.
  7. Sie die Fürsten wäre Engel reine hätte keine Ver-
  8. bindung mit einem andern, und wäre mir wegen
  9. gangen, 1. weil die Personen Abneigung gegen
  10. Ewr Durchl zu gros sey und
  11. 2. Weil Sie Ihren Kindern nicht alles durch
  12. bringen helfen wollen, den Sie haben ſchon
  13. unsäglich viel Schulden mit unterschrie-
  14. ben mehr aber könne Sie nicht unter
  15. schreiben um daher hatte sie den Schrit
  16. aus Liebe zu Ihren Kindern gewählt, im
  17. lieber Civilitur Tod zu sein, als das
  18. ganze Vermögen durch bringen zu wollen.
  19. Dies dem müſi das Gewaſſche anderer Seelen
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  1. Ew. Hochfürstliche Durchlaucht Freunde wünschen jezt
  2. mir daß Höchst sie sich mit Festigkeit der
  3. Fürstin Sacken zeigen, und kurz alles bestimmen
  4. gerne wird von Allse Seits alles aprobirt werden.
  5. seit vorgestern ist hies selbst bey Hoffe die Nachricht
  6. Suvarow sey nun auch geschlagen, und er selbst ge-
  7. fangen; Man ist über die verschiedenen Nachrichten
  8. daher voller Erwartung — der würdige Obrist
  9. v. K[öckritz]. aber freut sich, daß er recht geurtheilt
  10. und selbst die Kriegerischen Partheien sagen jezt
  11. Gott wie gut ist es daß sich unser Monarch
  12. in nichts gemischt hat.
  13. In tiefster Submission ersterbe
  14. Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
  15. Berlin d. 21ten Octobr
  16. 1799
  17. treuer Knecht
  18. v Triebenfeld