Traces in the Sand

Document 106 · Letter

25 May 1799

Berlin

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld thinks the purchase of estates proposed by the Jew Dann is a swindle. He says Dann wants to win over Mr. von Echart, the buyer of the Lichtenau houses, for it, and that Dann has also put such plans to Prince George. He reports that under a decree by default of the Poznań Government the estates in Brzyce are to be taken from the Prince again. The chambers are intriguing over the forests, lawsuits are causing high costs, and the exchange matter is at a standstill. He believes the ministers would permit the exchange only on the monarch's order.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
Page 1lines 1-18
  1. 106
  2. Durchlauchtigſter Fürſt
  3. Gnädigster Herr!
  4. Der Hof Fiscal Michaelis hatt mich Ewr Hochfürstliche
  5. Durchlaucht Schreiben in Betracht des von den Juden
  6. Dann vorgeschlagenen Güter Kaufs comuniciret.
  7. Da indes der Jude schon vor Eingang dieses gnädigen
  8. Schreibens bey mir gewesen war, so bin ich im Stande
  9. Ewr Hochfürstliche Durchlaucht hierauf so gleich tief
  10. gehorſamſt zu erwiedern —
  11. "daß der Dann glaubt den H. v. Echart, welcher
  12. hier die Lichtenauschen Häuser gekauft, dahe
  13. zu persuadiren daß er in eine Empletu dieser
  14. Art entrire —"
  15. Es ist dies also ein gewöhniglicher Mecklen Plan
  16. der mit Jüdischen Schwindel verbrämt ist — da
  17. derselbe Jude hatt dem Prinzen George nicht minder
  18. diesen und andere dergleichen Pläne vorgeritten.
Page 2lines 19-36
  1. Übrigens sieht es fatal aus Nach einen von der Posen-
  2. schen Regierung erlaßenen Contumacial Decret
  3. will man Ewr Hochfürstliche Durchlaucht absolut
  4. die Brzyzer Güter wieder nehmen — wann nun
  5. hierzu genommen die Cammern mit dem dortigen Forst
  6. bedienten wegen den Forsten auch nichts als Cabale macht
  7. und Ewr Durchlaucht selbige entreißen will, so ist
  8. auf der Seite alles verlohren.
  9. Ich meinerseits sehe nicht ab was aus der Sache wer-
  10. den soll — Alle wege Chicaniren die Cammern, über-
  11. dem werden von mehreren Seiten proceße formirt
  12. schröckliche Kosten und Geld Splitterungen werden
  13. gemacht demohngeachtet läßt sich das Ende derselben
  14. nicht absehen, und in dieser Hinsicht ist an keinen
  15. ruhigen Besiz dieser Güter zu dencken.
  16. Die Tausch Sache bleibt auch auf unendlicher
  17. Bahn liegen, und man denckt weder an Besichtigung
  18. noch veranschlagung der Güter, und ohne Umschweif
Page 3lines 37-59
  1. geredet, so glaube ich daß die H. Min[ister]: hier en Souverain
  2. agiren und die Tauſch nie geſchehen laßen würden es
  3. sey den, daß der Monarch befiehlt —
  4. durch einen sichern Mann würde ich Ewr Durchlaucht
  5. alles weitere unterthänigst melden.
  6. In tiefſter Devotion erſterbe
  7. Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
  8. Den Augenblick erhalte ich Ewr Hochfürstliche Durchlaucht beide gnädige
  9. Schreiben mit den Einlagen — P übler Wille den ich Ewr Durchlaucht
  10. durch einen andern und sichern Weg melde, leuchtet hier zu sehr hervor
  11. Noch heut erhält er ein äußerst höfliches Schreiben welches, an
  12. Wildeganchen eingeschloßen gewesen sein soll — indes wird durch
  13. diesen Helden nichts gewonnen, es sey dann daß Ewr Hochfürstliche
  14. Durchlaucht dem Mann der ihm dem P empfahl jezt dorten zu
  15. allen einstimmen — die Zeiten sind jezt sonderbar, und in
  16. dieser Hinsicht läst sichs frey von Herzen sprechen.
  17. Ewr Durchlaucht sind ja wie nur Eysenhardt sagt mit dem
  18. Pferde gestürzt — Um Gottes willen bitte ich die Gnädigster
  19. Fürst und Herr nehmen sie sich doch einigermaßen in Acht —
  20. Berlin den 25ten May
  21. 1799.
  22. treu untertänigster Diener
  23. v. Triebenfeld.