Traces in the Sand

Document 14 · Letter

2 November 1815

Poznań (Posen)

Joseph Zerboni di Sposetti, Chief President at Poznań → Karl August von Hardenberg, Prussian State Chancellor

Zerboni reports to Hardenberg: he says the Prince sold Kolno and Kamionna to Leixner before 1806, but not Trąbczyn, and that all the estates passed back in 1806/7 to the heirs of the previous owner. He says a certain Schenck, acting as authorised agent, is claiming 318,500 Rthl in compensation, best provided through the office of Sokolnik. Zerboni considers the calculations nonsense; he says the Prince let Trąbczyn fall into disrepair and burdened it with debts. The cabinet, he says, can only induce the Russian cabinet to compensate the Prince. A note in the margin records that Triebenfeld and Leixner have died.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. Posen den 2ten November 1815.
  2. Euer Durchlaucht haben mir mit dem Erlaß vom
  3. 6ten Juny d. J. zwey Schreiben des Fürsten von Ho-
  4. henlohe, an Hochdieselben, und an des Herrn Mini-
  5. sters Freiherrn von Stein Excellenz vom 12ten May
  6. d. J. mit dem Befehle zugefertiget: mich über
  7. die Schritte zu äußern, welche zum Vortheile die-
  8. ses Fürsten bei dem Kaiserlich russischen Cabi-
  9. nette zu machen sein würden.
  10. der Fürst Hohenlohe erhielt von des höchstseeli-
  11. gen Königes Majestät, die Güter Kolno und Kaemen
  12. im Posenschen, und die Güter Trąbczyn im Kal-
  13. scher Departement zum Geschenk. Beyde Güter wa-
  14. ren früher ein Eigenthum des in der Insurrection
  15. am Jahre 1794. befangen gewesenen Starosten
  16. Prusimski, und dem Staate durch Confiscation
  17. anheim gefallen.
  18. Die Güter Kolno und Kaemen hat der Fürst
  19. noch vor dem Jahre 1806 an den Banco-Rendanten
  20. Leixner verkauft. Die Trąbczyner aber nicht.
  21. Sämtliche Güter sind durch die politischen Begebenhei-
  22. ten der Jahre 1806/7 an die Erben des vorigen Eigen-
  23. thümers zurückgelangt, welchem sie unter diesen
  24. Umständen, nach dem Wiener Tractate vom 3t
  25. May d. J. verbleiben; wogegen Sr Majestät die
  26. Donatarien für ihren Verlust zu entschädigen ge-
  27. neigt sind.
  28. Nachdem der Fürst Hohenlohe wegen die-
  29. ser Entschädigung verschiedentlich theils mündlich durch
Written by the receiving office
  1. c. 3278 fr: Paris 18. Nov 1815.
  2. Herrn L. R. Balan
  3. Die Güter Kolno u. Kaemen, welche
  4. im Grosherzogthum Posen belegen sind,
  5. gehören dem H. Fürsten zu Hohenlohe
  6. garnicht mehr, da er sie schon im Jahr
  7. 1805 für 142,000 rt an den Banco
  8. Rendanten Leixner verkauft hat, für
  9. welchen der Besitzstand auch längst
  10. berichtiget ist. Es ist gar kein Grund
  11. vorhanden, weshalb der Fürst in diese
  12. Sache immiſcirt werden kann, auch scheint
  13. sich sein Mandatoris, der verstorben
  14. v Triebenfeld, und aus Mitleid für
  15. Leixner, der inzwischen auch verstorben ist,
  16. intereßirt zu haben. Diese Angelegenheit
  17. wird jetzt durch die HauptAmt, als Inselung
  18. der durch intalulirten Capitulien, be-
  19. sonders zu Sprache gebracht werden, und
  20. kommt just mir daruf an:
  21. daß sich das könig Miniſtrium der
  22. auswärtigen Angelegenheiten für vielen Fürsten zu Hohenlohe
  23. wegen der Trąbczyner Güter kein zusch[?]. Meisten[?]. Hofe werden
  24. daher diese Sache dem Hn Gericht Jordan widerum erfolgen bey 13 April St[ä]g[emann].
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  1. den Kriegesrath von Triebenfeld, theils schrift-
  2. lich durch inhaltslose Briefe mit mir communi-
  3. cirt hat, ist endlich ein gewisser Schenk als
  4. sein Mandatarius aufgetreten, und hat mir
  5. durch einen Band-Rechnungen deducirt daß den
  6. Fürsten für den Verlust der Güter Trąbczyn
  7. eine Entschädigung von 318,500. rt. gebühre, und
  8. daß dieser am besten durch das in Pohlen dicht an
  9. der Grenze belegene Domainen Amt Sokol-
  10. nik ausgeglichen werden könne, welches jähr-
  11. lich 15,000 rt. Pacht zahle. Der Fürst trägt da-
  12. rauf an, es bey dem russischen Cabinette zu ver-
  13. mitteln, daß ihm dies Domainen Amt von Sr.
  14. Majestät dem Kaiser erblich verliehen wer-
  15. de.
  16. In Rücksicht der Güter Kolno und Kaemen
  17. bescheidet sich der Mandatarius daß die Entschädi-
  18. gung wohl zunächst der p Leixner als Eigenthu-
  19. mer zu fordern habe.
  20. Die mir vorgelegten Berechnungen sind,
  21. voll Unsinn und ekelhaft zu lesen. Die Trąb-
  22. czyner Güter dürften ursprünglich nicht ein
  23. Drittheil des Werthes des Domainen Amtes So-
  24. kolnik gehabt haben, sind von dem Fürsten
  25. deterriorirt und mit Schulden überladen, wor-
  26. den. Ich glaube kaum daß er eine Entschädigung
  27. mehr zu fordern hat.
  28. Bey dieser Lage der Sache dürfte das was
  29. zur Beruhigung des Fürsten Hohenlohe
  30. von Seiten unseres Cabinettes ohne sich zu com-
  31. promittiren geschehen kann, sich darauf zu redi-
  32. ciren:
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  1. "das kaiserlich russische Cabinet zu dem
  2. Entschlusse zu vermögen, den Herrn
  3. Fürsten für den Verlust von Trąbczyn
  4. zu entschädigen,"
  5. und es hiernächst Sr Durchlaucht selbst zu über-
  6. laßen.
  7. das, wofür dieselben zu entschädigen,
  8. und in welcher Art dieselben zu entschä-
  9. digen sind? mit den russischen Be-
  10. hörden selbst zu reguliren.
  11. Die mir zugefertigten, Eingangs dieses
  12. Berichtes erwähnten Original=Briefe, rei-
  13. che ich unterthänigst zurück.
  14. Posen den 2t November 1815
  15. Zerboni di Sposetti
  16. Sr Durchlaucht
  17. dem Königlich Preußischen Staats Canzler
  18. Herrn Fürsten von Hardenberg
  19. zu
  20. Paris