Traces in the Sand

Document 88 · Letter

8 December 1798

Wrocław (Breslau)

Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen → Otto von Voss, Minister of State for South Prussia

The Prince replies to Voss's letter of the 1st of this month. Voss has not agreed in the desired way to the exchange, applied for from the King, of the Prince's South Prussian estates for the district of Krotoszyn, without Polajewo. In the Prince's view, Voss's reasons rest only on the reports of the commissioners, who he says assumed more in the case of Krotoszyn than an impartial investigation would show. He is almost resolved to convince the King of the disinterestedness of his proposal.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
Page 1lines 1-27
  1. 88
  2. Copia
  3. An den Herrn Minister v. Voss
  4. Hochwohlgebohrner
  5. Aus Eure Excellenz gefälligen Schreiben vom 1ten dieses habe ich die Gründe
  6. ersehen, durch welche dieselben veranlasset worden, die von mir bey des Kö-
  7. nigs Majestät in Antrag gebrachte Vertauschung meiner SüdPreußischen
  8. Güter gegen das Amt Krotoszyn, worzu ich nach meiner schon er-
  9. gebenen Erklärung Polajewo keinesweges mitgerechnet habe, nicht in
  10. der gewünschten Art beyzupflichten.
  11. Wäre ich nicht überzeugt, daß jene Gründe, lediglich auf die Euer Excellenz
  12. lenz in dieser Sache von den Commissarien erstatteten Berichten und Re-
  13. sultaten, nicht aber in der eignen Überzeugung von der wahren Be-
  14. schaffenheit des Amts Krotoszyn beruheten: So würde ich den
  15. patriotischen Eyfer, mit welchem Euer Excellenz das Königliche In-
  16. teresse so gewissenhafft hierbey warteten, nicht so sehr verehren, als
  17. ich es würklich thue, da ich nach den von mir genommenen Renseigne-
  18. ments und nach Euer Excellenz in vorigen Zeiten selbst gethanen Aeuße
  19. rungen versichert bin, daß die Commissarien im gegenwärtigen Fall
  20. bey Krotoszyn mehr angenommen und gerechnet haben, als nach einer
  21. unpartheiischen Untersuchung von Sachverständigen Männern wird an Tage
  22. kommen
  23. Bey den vielfältigen Versicherungen, welche des Königs Majestät mir von
  24. Allerhöchst dero gnädigen Wohlwollen zu geben geruhet, und welche zu
  25. bethätigen Sie nur Gelegenheit entgegen gesehen haben, würde ich es
  26. Daher meiner Pflicht nicht angemeßen halten, wenn ich mich bey dem mei-
  27. nem Gesuch entgegen gestellten Gründen, beruhigen sollte; vielmehr
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  1. bin ich bey der Reinheit meiner Absicht, und beyder unverfälschten
  2. Darstellung, meiner Actenmäßigen Beweise, fast entschlossen, Sr.
  3. Majestät zu überzeugen, daß bey der von mir in Vorschlag gebracht
  4. ten Vertauschung nicht diejenigen eigennützigen Absichten zum Grun-
  5. de gelegen haben, wie solches in der That der Fall seyn würde,
  6. wenn man die Sache nachdem von Euer Excellenz erstatteten von des
  7. Königs Majestät mir comunicirten Bericht beurtheilen wollte.
  8. Von Euer Excellenz edelmüthigen Gesinnungen halte ich mich daher ver-
  9. sichert, daß dieselben diejenigen anderweitigen Demarchen, welche ich
  10. meinem gebräubten Ehrgefühl und der Gerechtigkeits Liebe mei
  11. nes Monarchen wegen, zu unternehmen verpflichtet bin, eben
  12. so sehr billigen, und so viel es von ihrer eignen Uberzeu
  13. gung abhängt unterstützen werden, als ich aufrichtig versichere
  14. mit den Gesinnungen der vollkommensten Hochachtung zu seyn.
  15. Euer
  16. Breslau den 8ten Dezbr. 1798