Document 78 · Letter
6 October 1798
Berlin
Michaelis, court fiscal, agent in Berlin → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Michaelis reports on his visit to the Privy Finance Councillor Schulze, who knew only the Prince's letter to Minister v. Voss and expressed himself neither for nor against it. Michaelis asked him not to decide, should obstacles arise, without a hearing. On Schulze's advice he requests a power of attorney to be deposited in the registry, and proposes its wording: to pursue, with the South Prussian Department, the proposed exchange of the estates granted in fief for a lordship. Triebenfeld says the cabinet's orders are only now going to Voss.
Michaelis berichtet vom Besuch beim Geheimen Finanzrat Schulze. Dieser kannte nur das Schreiben des Fürsten an Minister v. Voss und äußerte sich weder dafür noch dagegen. Michaelis bat ihn, bei Hindernissen nicht ohne Anhörung zu entscheiden. Auf Schulzes Rat erbittet er eine Vollmacht zur Hinterlegung in der Registratur und schlägt ihren Wortlaut vor: Betreibung des vorgeschlagenen Tausches der verliehenen Güter gegen eine Herrschaft beim Südpreußischen Departement. Laut Triebenfeld gehen die Verfügungen des Kabinetts erst jetzt an Voss.
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- Durchlauchtigster Fürst,
- Gnädigster Fürst und Herr!
- Euer hochfürstl. durchl. Gnädigem befehl habe ich genügt
- und bin bey dem Geh[eimen]. Finanz Rath Schulze gewesen.
- den ich vorgestern getroffen habe. Er wüste noch nichts
- näheres von der Sache, als daß er Eure durchl. Schreiben
- an den Minister v. Voss gelesen hatte. Ueber die
- Sache selbst äußerte er sich weder für, noch gegen die
- selbe, und sagte er kenne sie noch nicht. Ich hielt
- es daher für rathsam, mich nicht weiter da es das
- erstemahl darüber auszulaßen, als daß ich ihn im all-
- gemeinen ersuchte, wenn er hinderniße fände nicht
- gleich zu decidiren, sondern mich vorher zu hören, und
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Durchlauchtigster Fürst,
Gnädigster Fürst und Herr!
Euer hochfürstl. durchl. Gnädigem befehl habe ich genügt und bin bey dem Geh[eimen]. Finanz Rath Schulze gewesen. den ich vorgestern getroffen habe. Er wüste noch nichts näheres von der Sache, als daß er Eure durchl. Schreiben an den Minister v. Voss gelesen hatte. Ueber die Sache selbst äußerte er sich weder für, noch gegen die selbe, und sagte er kenne sie noch nicht. Ich hielt es daher für rathsam, mich nicht weiter da es das erstemahl darüber auszulaßen, als daß ich ihn im allgemeinen ersuchte, wenn er hinderniße fände nicht gleich zu decidiren, sondern mich vorher zu hören,
- und über alles, was ihm bedenken machen könnte, sich Aus-
- kunft von mir ertheilen zu laßen. Auf mein Verlan-
- gen, von allem, das in der Sache vorgehen unterrichtet
- zu werden, äußerte er: ich mögte mir eine Vollmacht von
- Euer durchl. schicken laßen, und solche in der Registratus
- niederlegen, worauf mir alles, wan Euer durchl. ergehe
- zugestellt werden solle.
- Es ist mir lieb gewesen, durch dH. Kr[ieges]. Rath
- v. Triebenfeld, den ich erst heute gesprochen, benachrichtiget
- zu seyn. daß dH Schulze mich darin nicht getäuscht hat.
- daß es von nichts zu wißen vergebe, weil wie H. v. Trie-
- benfeld für durchl. näher zu melden die Gnade haben
- wird, die Verfügungen aus den Cabinet erst heute oder
- wegen, an den Minister v. Voss abgehen, und der
- Schultz also nicht ohne als künftiger. Mittwoch oder
- donnerstag die Kögl. Ordre erhalten kann.
- De ich Euer Wohl. bloß Wahrheiten ver-
- tragen, und mich nie davon entfernen werde, so kann
- ich höchstdenenselben nur bloß die unterthänigste Ver-
und über alles, was ihm bedenken machen könnte, sich Auskunft von mir ertheilen zu laßen. Auf mein Verlangen, von allem, das in der Sache vorgehen unterrichtet zu werden, äußerte er: ich mögte mir eine Vollmacht von Euer durchl. schicken laßen, und solche in der Registratus niederlegen, worauf mir alles, wan Euer durchl. ergehe zugestellt werden solle.
Es ist mir lieb gewesen, durch dH. Kr[ieges]. Rath
v. Triebenfeld, den ich erst heute gesprochen, benachrichtiget zu seyn. daß dH Schulze mich darin nicht getäuscht hat. daß es von nichts zu wißen vergebe, weil wie H. v. Triebenfeld für durchl. näher zu melden die Gnade haben wird, die Verfügungen aus den Cabinet erst heute oder wegen, an den Minister v. Voss abgehen, und der Schultz also nicht ohne als künftiger. Mittwoch oder donnerstag die Kögl. Ordre erhalten kann. De ich Euer Wohl. bloß Wahrheiten vertragen, und mich nie davon entfernen werde, so kann ich höchstdenenselben nur bloß die unterthänigste Ver
- führung geben, daß ich alles was in meinen Kräften steht
- zur Instandsbungung bierzubeigen, nicht verfehlen werde, auch
- werde ich durch die zu übersendende Vollmacht im Stand ge-
- setzt werden, genauer recognosciren zu können.
- Ich würde die Vollmacht dahin auszufüllen,
- vorschlagen.
- "daß ich bey dem kaysl. hochlöbl. Südpreusische
- Departement zur Betreibung des vorgeschlagnen
- tausches, der E. Hochfürstl. durchl. von des
- hochfürstl. Kr. Magistät verliehenen Güter —
- gegen die Herrschaft — und zur acquisition
- von den — Gütern, Vorschläge zu thun, und
- mich in Unterhandlungen einzulassen, bevoll-
- mächtigt sey." — H.
- die von Euer hochfürstl. durchl. mir Gnädigst versprochen
- Nachrichten von der Grolltowskischen Sache, und die Quit-
- tung des Schneides will ich mir unterthänigst ausbitten
- Ich muß dem Eifer dH. v. Triebenfeld für Euer Wohl
- Interesse, Gerechtigkeit wiederfahren lassen.
- Sehr erfreulich wird es für mich
führung geben, daß ich alles was in meinen Kräften steht zur Instandsbungung bierzubeigen, nicht verfehlen werde, auch werde ich durch die zu übersendende Vollmacht im Stand gesetzt werden, genauer recognosciren zu können. Ich würde die Vollmacht dahin auszufüllen, vorschlagen.
"daß ich bey dem kaysl. hochlöbl. Südpreusische Departement zur Betreibung des vorgeschlagnen tausches, der E. Hochfürstl. durchl. von des hochfürstl. Kr. Magistät verliehenen Güter — gegen die Herrschaft — und zur acquisition von den — Gütern, Vorschläge zu thun, und mich in Unterhandlungen einzulassen, bevollmächtigt sey." — H.
die von Euer hochfürstl. durchl. mir Gnädigst versprochen Nachrichten von der Grolltowskischen Sache, und die Quittung des Schneides will ich mir unterthänigst ausbitten Ich muß dem Eifer dH. v. Triebenfeld für Euer Wohl Interesse, Gerechtigkeit wiederfahren lassen. Sehr erfreulich wird es für mich
- seyn, Euer durchl. glückliche Ankunft in Breslau zu
- erfahren. Mit diesen Gesinnungen ersterbe ich
- Euer hochfürstl. durchl.
- Berlin[?]
- d 6. October
- 1798
- unterthänigst treu gehor-
- samster.
- Michaelis
seyn, Euer durchl. glückliche Ankunft in Breslau zu erfahren. Mit diesen Gesinnungen ersterbe ich Euer hochfürstl. durchl. Berlin[?]
d 6. October
1798 unterthänigst treu gehorsamster.
Michaelis



