Traces in the Sand

Document 70 · Letter

25 March 1810

Konotop (Kontop)

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

From Trąbczyn, Triebenfeld reports an advantage: Kramplitz failed to appear, and a new hearing has been set for 2 April. He says Raczkowski and Küntzel are pursuing the matter with Honrichs, and he considers recovery certain. Hecker, who has given surety and means to pay by Midsummer, remains at the cash office because of a misunderstanding on the part of Chief Prefect Garczynski; Cabanis is to check on him. Triebenfeld intends to go to Berlin for 6 days. For the sequestration of his own estates the Landschaft is demanding some 4,000 Rthl in costs.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 70
  2. Durchlauchtigſter Fürſt
  3. Gnädigster Fürst und Herr
  4. Aus beigehendes Schreiben des p Hecker wollen, Euer Hochfürstliche Durchlaucht ſich gnädigſt
  5. zu überzeugen geruhen, daß Gott die Seinen oft wunderlich führt —
  6. Ich wolte den Hecker gehen laßen aber durch ein Mißverständnis des Ober Prefectus
  7. Garczynski muß ich ihm nun ſchon ſezzen laßen bis ein milderer Wind über unſere
  8. Fluren hinzieht.
  9. Garczynski glaubte dem Heiller alles übergaben zu müßen und hat ihm im
  10. der Hinsicht vorfordern laßen. Um nichts zu hindern laſſe ich die Sache
  11. gehen, den Hecker hat aus dummen Eyfer sich mit Leib und Seele verbürgt.
  12. Er gelobt auf Johanni alles bezahlt zu haben. Das werde ich sehr gerne
  13. annehmen. Um aber ganz sicher zu gehen habe ich ihm mit Honrichs nach Costen
  14. hin beſtelt wo ich ihm ſelbſst ſprechen und von ihm nochmahls alles Gerichtl.
  15. Stipuliren laßen will.
  16. Seine des Heckers Caution werde ich Garczynsken anweisen, damit man den
  17. Kerl recht in den Händen hatt; inzwischen werde ich ihm nicht allein über der
  18. Casse trotz der papiernen Caution schalten laßen, sondern durch Garczynsken
  19. noch den Cabanis / der ein grund ehrlicher Mensch ist / als Controllens zur
  20. Seite ſezzen laßen, so wird Garczynski alles zurück gewähren, und wenn
  21. Hecker herein plumpt so darf er nicht über Ewr Durchlaucht oder mich ſchreien
  22. diese Sache steht auf der Art wunder gut.
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  1. Wegen Trąbczyn stehen wir schon ein großen Vorteil, den der Bübische Kramplitz
  2. ist, wie die Beilage zeigt nicht erschienen.
  3. den 2ten April ist ein neuer Termin angesetzt — Kwilecki bleibt noch
  4. 2 Monath — Daher ist nichts verloren.
  5. Raczhowski und Küntzel stehen mit Honrichs der Sache vor — alles ist
  6. jezt für Ewr Durchlaucht Intresse gestimmt. Diese Güter werden gewis
  7. vindigirt, und haben wir Zagorowo wieder frey, Trąbczyn zurück, den
  8. ſoll es nicht fehlen;
  9. des Raczkowski und Kuntzels Briefe lege ich bey, bitte mir aber alles
  10. schnell zurück zu senden.
  11. daß ich nicht nach Schlawenschitz komme darüber zu reinen Ewr Durchlaucht
  12. nicht. Es geſchieht von Ihres Beſten willen, daß ich hier ſezze mich ärgere
  13. und hungern — Ich meine es mit Ihnen gnädigster Herr wahrhaft gut
  14. Ich rette Ihnen alles und schaffe Ihnen bey Gott noch mehr als Sie denken
  15. aber unerre Sie nicht um deuten meine Handlungen nicht unrecht.
  16. Der Zeitpunkt ist nicht ferne, wo wir unsere Feinde verlachen können —
  17. Von Berlin aus ist wenig zu hoffen darum dürfen wir uns nicht übereilen
  18. Complimente machen nicht statt
  19. Wann ich Hecker und Honrichs gesprochen habe, den gehe ich nun Ihrentwillen noch
  20. ehe ich nach Schlawenschitz komme auf 6 Tage nach Berlin —
  21. daß ich mehr weis können Sie gnädigster Fürst und Herr glaube, — sonst
  22. reißte ich nicht dorthin — Meinen Stolz beugt kein Gott — Die Sache wegen
  23. Colloma ist angefangen, ich werde sie ehrenvolle beenden, und in Berlin
  24. schon wißen womit ich jedem das Maul stopfen kan —
  25. Nachhandelt mann Sie zu und ankbar. Ich dulde keine Demüthigung und werde
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  1. Ihnen oder mich nichts vergeben. Sie ſind der einzige auf dieſen Erden wund
  2. gegen den ich meinen Herz ausschüttete und dem ich eine Leiden klagte. Dem
  3. König selbst, schrieb ich wie es mein Gefühl erheischte. Er ist mit Summa
  4. schuldig und zählte für alle Aufopferungen auch nicht einen Groschen — ich konte
  5. also Leck ſprechen, und jezt ſoll es mündlich noch mit mehrere Nachdruck ge-
  6. schehen. — Rochad meint es mit Ewr Durchlaucht und mir gut — Aber reell thür
  7. er wenig — ich weill bemüht ſind, ſeine Gefühle zu werden, darum werde ich
  8. eilig die Reiſe machen.
  9. Die 600 rt die Honrichs mit nahmen ſind in 2 Fuß alten Ungar eingeschaffen und im
  10. Garczynski Keller gefloßen — Sie würken gut —
  11. Meine Güter sind an die Pächter übergeben, alles ist so geordnet, daß keine neue
  12. Schulden gemacht werden können, und die Pächter die Zinsen bey eigener Vertretung
  13. halb jährig prompt zahlen müßen — Aber die Landschaft liquidirt für ihre
  14. 2 Jahrige Sp: Sequestration, wo sie auch keinen Groschen abgeführt hat, noch
  15. an 4000 rt. Kosten. Da gehen noch für ein ganzes Jahr die Pacht Überschüße
  16. drauf und ich muß derweile mit den Meinen kümmerlich leben. Indes seis
  17. ſtehe ich doch das Ende meiner Leiden.
  18. In tiefster Hochachtung ersterbe.
  19. Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
  20. Kontop den 25ten Merz
  21. 1810.
  22. treu unterthäniger Diener
  23. v Triebenfeld