Document 61 · Letter
31 August 1809
Konotop (Kontop)
The writer urgently asks a Court Councillor in Wrocław to obtain 1,800 Rthl from the Prince for interest now due. He says the van der Lahr affair has left him exposed and that his estates have been placed under sequestration. With 1,800 Rthl, he says, Świniary could be saved. He then intends to break up part of his estates, assign the interest to his children for their support, and go to the King. Without help he says he will go to Königsberg; with it he could leave on 12 September and be in Sławięcice on the 16th.
Der Schreiber bittet einen Hoffrath in Wrocław dringend, beim Fürsten 1800 Rthl für fällige Zinsen zu erwirken. Durch die v. d. Lahrsche Geschichte sei er bloßgestellt, und seine Güter seien sequestriert. Mit 1800 Rthl könne Świniary gerettet werden. Er will dann einen Teil seiner Güter dismembrieren, den Kindern die Zinsen zum Unterhalt anweisen und zum König gehen. Ohne Hilfe gehe er nach Königsberg. Mit Hilfe könne er am 12. Sept. abreisen und am 16. in Sławięcice sein.
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- Wohlgeborner Herr
- Hochzuverehrender Herr Hoffrath!
- Ewr Wohlgeborn höchst verehrtes Schreiben erhielt ich heute per Expressen, meine
- Freude war Anfangs ohne Gränze sie als meinen Wetter in Breslau zu
- wißen aber bey weiterer Durchlesung Ihres Freundschaftliches Briefes
- betäubte neuer Kummer mein Herz, so daß ich mich kaum faßen konte,
- Ich habe einen Plan wie ich aus allen Embarras gerettet, allein es müße
- 1800 rt. Zinsen bezahlt werden, ehender kan ich nicht nach Breslau oder
- in jenen Gegenden kommen. Ehre und Vermögen stehen noch dorten nicht
- Spiel ich bin dermalen durch die einig verfluchte v d Lahrsche Geschichte
- schrecklich blamirt und kan, mich dort nicht ehender zeigen als bis die
- 1800 rt. Zinsen bezahlt sind. Dan kan ich dort erscheinen und meinen Plan
- ausführen. Hilft mich der Durchlauchtigste Herr nicht mit dieser
- Kleinigkeit dann stehe Gott meine verlaßene Kinder bey, ich gehe
- dann an einen andern Ort, wo ich Ihro durchlaucht Hülfe nicht bedürfen
- werde. Ich habe Er durchlaucht den Bruß meiner Tochter den
- Sie in der Verzweiflung nach der Auspfändung um der v. d.
- Lahrschen Schuld an meinen jüngsten Sohn schrieb gesandt um rührt
- ein solches Klage Geschrey dem Herrn nicht, hilft er mich nicht
- mit der Kleinigkeit, den sind ihm alle sanfte Gefühle stets
- fremd gewesen
- Theurer Freund — es sind 1800 rth die mich von Schande und Spott
- ja vom Untergange retten können, diese beſtimmen mein Wahl oder
- Wohn — ich muß sie haben den ehenderkomme ich dort nicht hin — Rettet
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Wohlgeborner Herr
Hochzuverehrender Herr Hoffrath!
Ewr Wohlgeborn höchst verehrtes Schreiben erhielt ich heute per Expressen, meine Freude war Anfangs ohne Gränze sie als meinen Wetter in Breslau zu wißen aber bey weiterer Durchlesung Ihres Freundschaftliches Briefes betäubte neuer Kummer mein Herz, so daß ich mich kaum faßen konte, Ich habe einen Plan wie ich aus allen Embarras gerettet, allein es müße 1,800 rt. Zinsen bezahlt werden, ehender kan ich nicht nach Breslau oder in jenen Gegenden kommen. Ehre und Vermögen stehen noch dorten nicht Spiel ich bin dermalen durch die einig verfluchte v d Lahrsche Geschichte schrecklich blamirt und kan, mich dort nicht ehender zeigen als bis die 1,800 rt. Zinsen bezahlt sind. Dan kan ich dort erscheinen und meinen Plan ausführen. Hilft mich der Durchlauchtigste Herr nicht mit dieser Kleinigkeit dann stehe Gott meine verlaßene Kinder bey, ich gehe dann an einen andern Ort, wo ich Ihro durchlaucht Hülfe nicht bedürfen werde. Ich habe Er durchlaucht den Bruß meiner Tochter den Sie in der Verzweiflung nach der Auspfändung um der v. d. Lahrschen Schuld an meinen jüngsten Sohn schrieb gesandt um rührt ein solches Klage Geschrey dem Herrn nicht, hilft er mich nicht mit der Kleinigkeit, den sind ihm alle sanfte Gefühle stets fremd gewesen Theurer Freund — es sind 1,800 rth die mich von Schande und Spott ja vom Untergange retten können, diese beſtimmen mein Wahl oder Wohn — ich muß sie haben den ehenderkomme ich dort nicht hin — Rettet
- mich der Fürst damit, den erscheine ich dort gerechtfertiget aber auch nicht ohne
- Citat. Ich führe dan mit Ehre meine Sache aus — Dismembrire einen Theil
- meiner Güter, weise meine Kinder die Zinßen zu ihrer Unterhaltung an
- und gehe dann zum König, wo ich bleibe bis vieles geschehen ist, dies ist
- mein Plan und dies sind die Folgen, was der Fürst Rath wegen den 1800 rt
- schaft — Geschieht dies leztere nicht den kan ich dort nicht mehr auftreten
- sondern gehe nach Königsberg und von da vieleicht in der Hölle —
- Das Herz möchte mich bersten, wenn ich mein Unglück was ich so un-
- verschuldet leide überdenke.
- Hier sind die Güter durch das bruit was ich ewigen der Lahrschen Geschichte
- in Berlin duldete, Sequestrirt, dort nun geschwemmen aber, wo soll ich mich hinwenden?
- Schweinern kan mit 1800 rt gerettet und ich im Stand gesezt werden
- alle Pläne auszuführen — Hier würde es auch Regenreiche Folge,
- bereiten. Mann würde schonender mit mich umgehen, wo ich Schweinern
- wieder frey hätte, also alles kömt dort auf die schleunige
- Hilfe sie Durchlaucht an
- Ich würde ihm ja gerne dafür wieder Lebeseeligkeit und alles
- opfern, wann der Herr nur dies für mich thut
- Sorgen Ewr Wohlgeborn, also wann es Ihnen in der Welt,
- möglich ist, und schaffen Sie bald Rath den kan ich den 12ten Sept.
- von hier abreisen um den 16ten in Schlawenschitz sein — ohne
- Diese Hülfe aber verlaste ich alles
- Mit danns baren Herzen, und wahrer Hochachtung werde ich stets
- sein
- Euer Wohlgeborn
- Kontop den 31ten August
- 1809.
- treuergebener Freund und Diener
- v Triebenfeld
mich der Fürst damit, den erscheine ich dort gerechtfertiget aber auch nicht ohne Citat. Ich führe dan mit Ehre meine Sache aus — Dismembrire einen Theil meiner Güter, weise meine Kinder die Zinßen zu ihrer Unterhaltung an und gehe dann zum König, wo ich bleibe bis vieles geschehen ist, dies ist mein Plan und dies sind die Folgen, was der Fürst Rath wegen den 1,800 rt schaft — Geschieht dies leztere nicht den kan ich dort nicht mehr auftreten sondern gehe nach Königsberg und von da vieleicht in der Hölle — Das Herz möchte mich bersten, wenn ich mein Unglück was ich so unverschuldet leide überdenke.
Hier sind die Güter durch das bruit was ich ewigen der Lahrschen Geschichte in Berlin duldete, Sequestrirt, dort nun geschwemmen aber, wo soll ich mich hinwenden? Schweinern kan mit 1,800 rt gerettet und ich im Stand gesezt werden alle Pläne auszuführen — Hier würde es auch Regenreiche Folge, bereiten. Mann würde schonender mit mich umgehen, wo ich Schweinern wieder frey hätte, also alles kömt dort auf die schleunige Hilfe sie Durchlaucht an Ich würde ihm ja gerne dafür wieder Lebeseeligkeit und alles opfern, wann der Herr nur dies für mich thut Sorgen Ewr Wohlgeborn, also wann es Ihnen in der Welt, möglich ist, und schaffen Sie bald Rath den kan ich den 12ten Sept. von hier abreisen um den 16ten in Schlawenschitz sein — ohne Diese Hülfe aber verlaste ich alles Mit danns baren Herzen, und wahrer Hochachtung werde ich stets sein
Euer Wohlgeborn
Kontop den 31ten August
1809.
treuergebener Freund und Diener
v Triebenfeld

