Document 41 · Letter
20 September 1808
Berlin
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld received the letter too late to travel to Erfurt with the Count, and he has no cash. He means to borrow money and, when the Emperors return, to work through the Grand Duke on the Prince's behalf. He says the French government has partly lifted the sequestration in South Prussia and ordered the revenues released. He says Lichnowski belongs at Trąbczyn and must wait there. Metzig is to be reprimanded for not collecting the townspeople's debts of 8 to 9,000 Rthl.
Triebenfeld erhielt das Schreiben zu spät, um mit dem Grafen nach Erfurt zu reisen, und hat kein Bargeld. Er will Geld borgen und bei der Rückkehr der Kaiser über den Großfürsten für den Fürsten wirken. Das französische Gouvernement habe die Sequestration in Südpreußen teilweise aufgehoben und die Freigabe der Revenuen befohlen. Lichnowski gehöre nach Trąbczyn und müsse dort abwarten. Melzig soll zurechtgewiesen werden, weil er die Schulden der Bürger von 8 bis 9000 Rthl nicht eintreibt.
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- Durchlauchtigſter Fürſt
- Gnädigſter Fürſt und Herr!
- Ewr Hochfürstliche Durchlaucht höchst gnädiges Schreiben habe ich zu erhalten
- die Ehre gehabt. Ich bedaure nichts mehr als daß dies nicht 4 Tage früher
- geschehen konte, da eben der Graff hier durch und nach Erfurth gieng
- ein leichtes wäre es mir gewesen mich an den anzuschließen und mit
- ihm jene Tour zu machen. Heute ist es nüslich den Weg nach Erfurth
- anzutrete, weil es ganz unbestimmt ist wie lange die beiden Kayser
- dorten verweilen werden, überdem fehlt es mir auch an Baar
- Geld den Weg dahin zu machen, mit leeren Händen läßt sich dorten
- nichts thun. Überdem glaube ich wird im Erfurth noch nicht alles
- entschieden werden ich meine man wird dorten nur erst alles
- entwerfen und dann die Charten zum spielen geben — Es kommt drauf
- an wer mitspielt, und ob nicht der gröste Spieler so gut wie
- unser Herr sein Spiel Codille verliert. Die Aliance zwischen
- England Schweden Osterreich und die Türkey ist bedeutend, und kan
- vieleicht Rußland zu Schritte zwingen, die es jezt nicht zu thun,
- ahndet. Mein Tichten und Trachten ist nur daß Ewr Hochfürstl.
- Durchlaucht wieder auf den rechten Plaz gestellt sein mögten
- und dazu werde ich in Stillen alles mögliche Beitragen
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Durchlauchtigſter Fürſt
Gnädigſter Fürſt und Herr!
Ewr Hochfürstliche Durchlaucht höchst gnädiges Schreiben habe ich zu erhalten die Ehre gehabt. Ich bedaure nichts mehr als daß dies nicht 4 Tage früher geschehen konte, da eben der Graff hier durch und nach Erfurth gieng ein leichtes wäre es mir gewesen mich an den anzuschließen und mit ihm jene Tour zu machen. Heute ist es nüslich den Weg nach Erfurth anzutrete, weil es ganz unbestimmt ist wie lange die beiden Kayser dorten verweilen werden, überdem fehlt es mir auch an Baar Geld den Weg dahin zu machen, mit leeren Händen läßt sich dorten nichts thun. Überdem glaube ich wird im Erfurth noch nicht alles entschieden werden ich meine man wird dorten nur erst alles entwerfen und dann die Charten zum spielen geben — Es kommt drauf an wer mitspielt, und ob nicht der gröste Spieler so gut wie unser Herr sein Spiel Codille verliert. Die Aliance zwischen England Schweden Osterreich und die Türkey ist bedeutend, und kan vieleicht Rußland zu Schritte zwingen, die es jezt nicht zu thun, ahndet. Mein Tichten und Trachten ist nur daß Ewr Hochfürstl. Durchlaucht wieder auf den rechten Plaz gestellt sein mögten und dazu werde ich in Stillen alles mögliche Beitragen
- Ich war auf den Weg nach Königsberg mußte aber wieder hierher zu
- rük kehren. Jetzt suche ich mir etliche Tausend über Geld zu borgen
- und mit diesen paße ich auf die retour des 2 Kaysers und Groß
- fürsten. An diese schließe ich mich und gehn mit sie wohin es auch
- sein mag es koste was es wolle. Durch den Groß Fürsten allen
- werde ich Ewr Durchlaucht wegen würken — ich habe mann Erfahrung
- gemacht diese werde ich nüzzen, und wan die Haupt Sachen der
- Monarchen abgehandelt sind den Großfürst so lange bitte bis er
- mit Ihrer Sache vorschreitet, ich habe zu oft die Bemerkung ge-
- macht daß der, der zulezt spricht bey den großen Herrn Recht
- behält — Hjostein ist jezt tief gesunden, und ich glaube daß Ewr Durch
- laucht Sachen jezt in Kurzen den glücklichsten Ausgang nehmen werden.
- Ehe dieser Mann auftrat und das Ruder in der Hand nahm war
- der König und die Königen Ewr Durchlaucht sehr zugethan, und ich
- hofte zu der Zeit das Beste. Sogleich aber als H v Stein zweiden.
- tig über Ihr geführtes Comando sprach änderte sich auch der Ton
- des Hofes. Indes glaube ich wird es nun bald an Männer gänzlich
- fehlen die das Ruder vernünftig führen können. Daher wird man
- sich nach dem einzigen Manne, dem die Natur selbst zum Hulde gestern
- pult hat, wohl wieder umsehen, und ihm herbey zu schaffen trachten
- müßen. Der Heuchlerische Kalckreuth wird zum alten W. und
- war soll vortreten. Keiner ist im Staate der es so redlich mit
- dem König gemeint als Ewer Durchlaucht. Jeder verbindet mit
- seinen Handlungen nur sein eigen Intresse und sucht seine Taschen
Ich war auf den Weg nach Königsberg mußte aber wieder hierher zu rük kehren. Jetzt suche ich mir etliche Tausend über Geld zu borgen und mit diesen paße ich auf die retour des 2 Kaysers und Groß fürsten. An diese schließe ich mich und gehn mit sie wohin es auch sein mag es koste was es wolle. Durch den Groß Fürsten allen werde ich Ewr Durchlaucht wegen würken — ich habe mann Erfahrung gemacht diese werde ich nüzzen, und wan die Haupt Sachen der Monarchen abgehandelt sind den Großfürst so lange bitte bis er mit Ihrer Sache vorschreitet, ich habe zu oft die Bemerkung gemacht daß der, der zulezt spricht bey den großen Herrn Recht behält — Hjostein ist jezt tief gesunden, und ich glaube daß Ewr Durch laucht Sachen jezt in Kurzen den glücklichsten Ausgang nehmen werden. Ehe dieser Mann auftrat und das Ruder in der Hand nahm war der König und die Königen Ewr Durchlaucht sehr zugethan, und ich hofte zu der Zeit das Beste. Sogleich aber als H v Stein zweiden. tig über Ihr geführtes Comando sprach änderte sich auch der Ton des Hofes. Indes glaube ich wird es nun bald an Männer gänzlich fehlen die das Ruder vernünftig führen können. Daher wird man sich nach dem einzigen Manne, dem die Natur selbst zum Hulde gestern pult hat, wohl wieder umsehen, und ihm herbey zu schaffen trachten müßen. Der Heuchlerische Kalckreuth wird zum alten W. und war soll vortreten. Keiner ist im Staate der es so redlich mit dem König gemeint als Ewer Durchlaucht. Jeder verbindet mit seinen Handlungen nur sein eigen Intresse und sucht seine Taschen
- zu hätten. Alle treten leise auf um sich auf Ihren Plazzen zu erhalten und
- sich wohl zu nähren. Keiner ist der dem Monarchen wahrheit sagt und
- gerade zu geht. Der Graf Lottom[?] und Graf Palzen sind ein paar
- rechtliche Männer, beide aber müßen äußerst behutsam gehen weil
- sie sonsten leicht in Scat gelegt werden könten —
- Mein unvergreiflicher Rath ist daß Euer durchlaucht jezt in Erfurth
- rechts thun sondern abwarten, was in großen geschehen wird, den die
- Sachen bleiben, so wahr ein Gott nicht so und blitzschnell kan sich alles
- andern — das einzige Bestrebe Ewr Durchlaucht und Ihrer Anhänger
- muß jezt sein, daß Sie erst wieder auf den Plaz kommen.
- warum wollen Sie nicht nach Schlesien gehen, ich thäte es, meldete
- dem König daß ich da sey und daß sich zu ihm kommen würde.
- Ich stehe mit meinen Leben dafür — sucht Ewr Durchlaucht der König
- wieder so ist alles sofort in Geleise — umsammehr von Konstantin
- oder der Kayser etwas vorgearbeitet haben werden.
- sie kennen den König, er hat nicht das Herz Ihnen gnädigster Herr
- was zu proponiren. Überdem hält er sich jezt vor Arm und
- von allen entblößt, können Sie ihm aber entgegen und sagen
- ihm daß Sie jezt helfen und rathen, ihm aber alle weile nicht lästig
- fallen wollen, so vergöttert er Ere durchlaucht —
- Was wäre es vor ein Glück wan Sie dermalen in Königsberg
- wären, wan der Kayser zurück kömt. Alles würde beßer gehen
- und Muthvoller verhandelt werden.
- die dermaligen Alentours d. K. würden über Ihre Erscheinung
- gewaltig erſchrecken, aber bald würde ſich jeder vor Ihnen u Triebenfeld
zu hätten. Alle treten leise auf um sich auf Ihren Plazzen zu erhalten und sich wohl zu nähren. Keiner ist der dem Monarchen wahrheit sagt und gerade zu geht. Der Graf Lottom[?] und Graf Palzen sind ein paar rechtliche Männer, beide aber müßen äußerst behutsam gehen weil sie sonsten leicht in Scat gelegt werden könten — Mein unvergreiflicher Rath ist daß Euer durchlaucht jezt in Erfurth rechts thun sondern abwarten, was in großen geschehen wird, den die Sachen bleiben, so wahr ein Gott nicht so und blitzschnell kan sich alles andern — das einzige Bestrebe Ewr Durchlaucht und Ihrer Anhänger muß jezt sein, daß Sie erst wieder auf den Plaz kommen. warum wollen Sie nicht nach Schlesien gehen, ich thäte es, meldete dem König daß ich da sey und daß sich zu ihm kommen würde. Ich stehe mit meinen Leben dafür — sucht Ewr Durchlaucht der König wieder so ist alles sofort in Geleise — umsammehr von Konstantin oder der Kayser etwas vorgearbeitet haben werden. sie kennen den König, er hat nicht das Herz Ihnen gnädigster Herr was zu proponiren. Überdem hält er sich jezt vor Arm und von allen entblößt, können Sie ihm aber entgegen und sagen ihm daß Sie jezt helfen und rathen, ihm aber alle weile nicht lästig fallen wollen, so vergöttert er Ere durchlaucht — Was wäre es vor ein Glück wan Sie dermalen in Königsberg wären, wan der Kayser zurück kömt. Alles würde beßer gehen und Muthvoller verhandelt werden.
die dermaligen Alentours d. K. würden über Ihre Erscheinung gewaltig erſchrecken, aber bald würde ſich jeder vor Ihnen u Triebenfeld
- tief beugen — beherzigen Euer durchlaucht das wohl, Schaffe sich wo es
- möglich ist einige Tausend werden zusammen und gehn den muthvoll
- diesen Weg — Sie fehlen so wahr Gott ist nicht —
- die Südpreuße Sachen sind wie ich Ewr Durchlaucht vorhero ge-
- schrieben bestens eingeleitet, das Französische Gouvernement hat
- einen Theil der Sequestration aufgehoben und die Revenuen
- zu verabfolgen, Befohlen. Die Sache ist nach Warschau an die
- Französischen Charge d’Affaires gesandt damit er das Justiz
- Ministerium dies mit den Andeuten bekannt machen solle die
- Gelder ungehindert passiren zu laßen. Sobald dies von Warschau
- in Kalisz publique gemacht sein wird werde ich sorgen daß Sie
- von dorten Gelder erhalten.
- Die Briefe an Lichnowski und Metzig sind gut und der Sache
- völlig angemeßen. Lichnowski gehört nach Trąbczyn und da
- muß er abwarten bis sich die Zeiten ändern
- Dem Herrn Melzig würde ich noch apparte schreiben und ihm
- so zurechte weisen, daß er sich deßen lange erinnern soll.
- Die Bürger sind dorten inq verschiedener Laudemial Gelder
- und der 4000 rt restierende Kauf Summa über 8 bis 9000 rt
- schuldig, warum treibt der Bösewicht das nicht zusammen
- und meldet daß das Geld da ist den würde man schon sehen wie
- man es heraus schafte. Der Bube hat ja aus meinen Händen
- damals als [vor?] das Geschäft mit Bürger, leiten half baare 200
- rt[?] d'or bekommen, die ich den Kerl aus meiner Tasche gab, Jezt
- muß er dafür was thun oder soll es fühlen.
- In tiefsten Respect ersterben
- Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
- Berlin den 20ten 7br 1808
- unterthäniger treuer dien
- Peter
- Heut komt ein Courir von Prinzen Willhelm, da würde ich erfahren, ob der Aufenthalt
- an Erfurt von Dauer sein wird, wäre dies, dan gienge ich doch hin — kommt aber der
- Kayser Allex: sehen die künftige Woche zurück den erwarte ich ihm in Storkow — wo ich
- bald von allen Anfalt gesezt sein werde — zu der Storkower Reise habe ich dreißig, Fr. d'or
- hier behalten. — Den zur großen Reise muß ich wenigstens 400 Fr. d'or in der Chatoulle haben, und die werde ich hier borgen[?]
tief beugen — beherzigen Euer durchlaucht das wohl, Schaffe sich wo es möglich ist einige Tausend werden zusammen und gehn den muthvoll diesen Weg — Sie fehlen so wahr Gott ist nicht — die Südpreuße Sachen sind wie ich Ewr Durchlaucht vorhero geschrieben bestens eingeleitet, das Französische Gouvernement hat einen Theil der Sequestration aufgehoben und die Revenuen zu verabfolgen, Befohlen. Die Sache ist nach Warschau an die Französischen Charge d’Affaires gesandt damit er das Justiz Ministerium dies mit den Andeuten bekannt machen solle die Gelder ungehindert passiren zu laßen. Sobald dies von Warschau in Kalisz publique gemacht sein wird werde ich sorgen daß Sie von dorten Gelder erhalten.
Die Briefe an Lichnowski und Metzig sind gut und der Sache völlig angemeßen. Lichnowski gehört nach Trąbczyn und da muß er abwarten bis sich die Zeiten ändern Dem Herrn Melzig würde ich noch apparte schreiben und ihm so zurechte weisen, daß er sich deßen lange erinnern soll. Die Bürger sind dorten inq verschiedener Laudemial Gelder und der 4,000 rt restierende Kauf Summa über 8 bis 9,000 rt schuldig, warum treibt der Bösewicht das nicht zusammen und meldet daß das Geld da ist den würde man schon sehen wie man es heraus schafte. Der Bube hat ja aus meinen Händen damals als [vor?] das Geschäft mit Bürger, leiten half baare 200 rt[?] d'or bekommen, die ich den Kerl aus meiner Tasche gab, Jezt muß er dafür was thun oder soll es fühlen. In tiefsten Respect ersterben
Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
Berlin den 20ten 7br 1808
unterthäniger treuer dien
Peter
Heut komt ein Courir von Prinzen Willhelm, da würde ich erfahren, ob der Aufenthalt an Erfurt von Dauer sein wird, wäre dies, dan gienge ich doch hin — kommt aber der Kayser Allex: sehen die künftige Woche zurück den erwarte ich ihm in Storkow — wo ich bald von allen Anfalt gesezt sein werde — zu der Storkower Reise habe ich dreißig, Fr. d'or hier behalten. — Den zur großen Reise muß ich wenigstens 400 Fr. d'or in der Chatoulle haben, und die werde ich hier borgen[?]



