Document 299 · Letter
16 January 1816
Blizanów
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld intends to press the receipt that has been found with Leixner at Międzyrzecz while in Pszczew, and to have the debt struck off. He says he will agree to a cancellation of the contract, which the townspeople, the peasants and Zerboni want, only on conditions, among them 11,000 Rthl of canon arrears to the Prince. He says a further 99,000 Rthl from Pszczew are still due to the Prince. Triebenfeld insists that the 72,000 and 65,000 Rthl belonged to Kamionna. Trzciński is granted a postponement until Midsummer. Schenck wants a general power of attorney; Triebenfeld asks for a letter so as to be rid of him.
Triebenfeld will in Pszczew mit Leixner in Międzyrzecz die aufgefundene Quittung geltend machen und die Schuld löschen lassen. Einer Aufhebung des Kontrakts, die Bürger, Bauern und Zerboni wünschen, will er nur unter Bedingungen zustimmen, darunter 11000 Rthl rückständiger Canon an den Fürsten. Aus Pszczew stünden dem Fürsten noch 99000 Rthl zu. Triebenfeld besteht darauf, dass die 72000 und 65000 Rthl auf Kamionna gehörten. Trzciński erhält Aufschub bis Johanni. Schenck will eine Generalvollmacht; Triebenfeld bittet um ein Schreiben, um ihn loszuwerden.
- 299
- Durchlauchtigster Fürst
- Gnädigster Fürst und Herr!
- Meine Krankheit hat aufgehöhrt nur die große Schwäche verstattet mich mich
- nicht weite Reisen anzutreten. Der Arzt untersagt um sich der Witterung
- sofort zu exponiren, daher ich noch etliche Tage Quarentaine halten muß.
- in dieser Rücksicht werde ich die Rückkunft dieses Bothens abwarten
- Meine Güter Angelegenheiten in Kohlen habe ich arangirt — Es bleiben
- wir gerade 62000 rt übrig — Schenck hat mir die Güter an einen
- Juden sendenhaft und schlecht verpachtet — doch erhalte ich jezt durch andern
- tourniren so viel daß ich reisen werde können und die mannigfaltigen
- Kosten bestreiten — 500 rt werden mir jezt und damit gehe ich nach Bet-
- sche und von dort nach Berlin — der Kayser Alexander kommt erst
- Ende Aprill nach Berlin, worüber ich jedoch mit nächsten noch ausführliche
- Auskunft von p. Boidelang erwarte.
- In Betsche wird mein erstes Geschäft sein, sich mit Leixner in Meseritz
- zu einigen und zu sehen daß ich die Aufgefundene Quittung in Gültigkeit
- bringe — Gelanget das, den laße ich die Schuld im Hypothequen Buch löschen.
- und ſuche den Nuzzen heraus der aus Betsche zu ziehen ist:
- Die Bürger und Bauer haben sich als insolvent erkläre und dringen auf
- Aufhebung des Contractes — Sie beweisen die Lation, daß sie über den
- Hälfte Ceedirt[?] sind den die Güter waren nur für 64000 rt abgeschäzt
- Ich beweise daß selbst die Allhste Landes Behörde alles geprüft und
- ber durchlaucht Angebe gebilligt —
- da übrigens d O P Zerboni die Aufhebung des Contractes wünscht, so werde
- ich darin willigen, jedoch quaevis competentia nur vorbehalten —
- das heißt er die Bürger und Bauren verliehren ihr gegebenes Angeld —
- 2. Sie müßen sofort den rükständigen Canon und Competenz mit circa [7?]000 bezahlen
- damit die Sequestration sofort aufhört.
- 3. Sie müßen Ewr durchlaucht sofort den rükständigen Canon mit 11/m rt. abführen
- 4. Müßen Sie sich erklären, wie sie die rückständigen Zinsen tilgen wollen.
- NB diese Zinsen forderte sonsten der Staat, jezt wird das aber in die
- Bruche fallen, wenn nun bewiesen wird daß man die auf Betsche
- eingetragenen Summe von resp. 137000 rt zur Ungebühr als Bayon-
- ner Summen gerechnet hat, sondern daß es reines privat Eigen-
- thum Ewr Durchlaucht ist.
- was hiervon zu gewinnen. Dein wird werde ich wahrnehmen,
- 5. Müßen die Gemeinden selbst mit die Waffen gegen Eichaust und seine Spießgeselle
- kehren —
299
Durchlauchtigster Fürst
Gnädigster Fürst und Herr!
Meine Krankheit hat aufgehöhrt nur die große Schwäche verstattet mich mich nicht weite Reisen anzutreten. Der Arzt untersagt um sich der Witterung sofort zu exponiren, daher ich noch etliche Tage Quarentaine halten muß. in dieser Rücksicht werde ich die Rückkunft dieses Bothens abwarten Meine Güter Angelegenheiten in Kohlen habe ich arangirt — Es bleiben wir gerade 62,000 rt übrig — Schenck hat mir die Güter an einen Juden sendenhaft und schlecht verpachtet — doch erhalte ich jezt durch andern tourniren so viel daß ich reisen werde können und die mannigfaltigen Kosten bestreiten — 500 rt werden mir jezt und damit gehe ich nach Betsche und von dort nach Berlin — der Kayser Alexander kommt erst Ende Aprill nach Berlin, worüber ich jedoch mit nächsten noch ausführliche Auskunft von p. Boidelang erwarte.
In Betsche wird mein erstes Geschäft sein, sich mit Leixner in Meseritz zu einigen und zu sehen daß ich die Aufgefundene Quittung in Gültigkeit bringe — Gelanget das, den laße ich die Schuld im Hypothequen Buch löschen. und ſuche den Nuzzen heraus der aus Betsche zu ziehen ist: Die Bürger und Bauer haben sich als insolvent erkläre und dringen auf Aufhebung des Contractes — Sie beweisen die Lation, daß sie über den Hälfte Ceedirt[?] sind den die Güter waren nur für 64,000 rt abgeschäzt Ich beweise daß selbst die Allhste Landes Behörde alles geprüft und ber durchlaucht Angebe gebilligt — da übrigens d O P Zerboni die Aufhebung des Contractes wünscht, so werde ich darin willigen, jedoch quaevis competentia nur vorbehalten — das heißt er die Bürger und Bauren verliehren ihr gegebenes Angeld —
2. Sie müßen sofort den rükständigen Canon und Competenz mit circa [7?]000 bezahlen damit die Sequestration sofort aufhört.
3. Sie müßen Ewr durchlaucht sofort den rükständigen Canon mit 11/m rt. abführen
4. Müßen Sie sich erklären, wie sie die rückständigen Zinsen tilgen wollen. NB diese Zinsen forderte sonsten der Staat, jezt wird das aber in die Bruche fallen, wenn nun bewiesen wird daß man die auf Betsche eingetragenen Summe von resp. 137,000 rt zur Ungebühr als Bayonner Summen gerechnet hat, sondern daß es reines privat Eigenthum Ewr Durchlaucht ist.
was hiervon zu gewinnen. Dein wird werde ich wahrnehmen,
5. Müßen die Gemeinden selbst mit die Waffen gegen Eichaust und seine Spießgeselle kehren —
- Noch meiner Rechnung bliebe dann Ewr Durchlaucht
- 1. Die Zinsen von Circa 68000 rt.
- 2. der rückständige Canon von 11000 rt.
- 3. die von den Bauren 1805 angezahlten 28000 r.
- 4. was Eichaust und seine Spießgesellen entrissen werden kan mit 20000 rt.
- So hätten Ewr Durchlaucht von Betsche überhaupt 127000 rt.
- NB die 28000 rt haben Ewr Durchlaucht schon da würden
- Sie noch zu erhalten haben 99000 rtl.
- Nun kömt es darauf an was Betsche noch werth ist, der Wald ist total
- devastirt. 64000 rt ward es abgeschäzt — Queritur wird es 72000 rtl.
- werth haben? Auch wie wird es mit die andern darauf stehenden 65000 rt
- aus sehen? Sie stehen zwar auch in der Quittung ich weiß aber
- noch nicht ob ich Leixner auch zu deren Annahme werde bewegen können.
- Gelänge das und Leixner nähme diese Summa auf Kulm und Kaemen hin
- den wäre allen geholfen —
- Ewr Durchlaucht hätten wie vor geſagt zu erhalten 99000 rt.
- Von den Gütern selbst nählen ich die 72000 rt.
- von dem Rest mit circa 20000 rt.
- wurde Lombardini H H Hahn und der gute Bally bezahlt.
- Alles kömt indes darauf an daß es mir mit Leixner geneigt —
- Der Mann ist jezt Blutarm ich muß ihm unterstüzzen und Geld
- zu den Kosten Aufwand seiner Geschäfte geben.
- d O P Zerboni ist von höhern Orts beauftragt ihm zu Souteniren
- Kaemen soll ihm bleiben — Ich bestehe inzwischen darauf, daß die
- auf Betsche eingetragene Summa von 72 und 65000 rt nicht auf Betsche
- sondern auf Kaemen laut Quittung des Meyer Bernhard hingehöhren —
- Gott gebe mir ferner Glück — Ewr Durchlaucht aber geruhen mir
- zu schreiben, ob dies durchaus Ihren Beifall hat —
- das Entſchädigungs Geſchaft was durch die michante Zögerung im Stocken
- gerathen, wird dennoch sehr gut ausgehen. Es wird diplomatisch be-
- arbeitet, und der H. Minister v Humboldt braucht mich jezt sehr —
- Trzciński ist wieder hier — Es ist nicht dieser sondern den Major
- Trzciński der erstickt ist — Er ist vorgestern bey mir gewesen
- und hat bis Johanni wo er für ein verkauftes Gut 25000 rt erhält,
- um Nachsicht gebeten — Prozeßiren kan ich nicht das kostet Geld —
- ich habe ihm solche verstattet, aber versichert daß ich ihm nicht nur auf
- die Kauf gelder, sondern auf alle Revenuen Arrest legen.
- Von Schenck sehr und höhre ich nichts — Er will allein eine General
- Vollmacht haben — Geruhen Ewr Durchlaucht mir doch ein Schreiben
Noch meiner Rechnung bliebe dann Ewr Durchlaucht
1. Die Zinsen von Circa 68,000 rt.
2. der rückständige Canon von 11,000 rt.
3. die von den Bauren 1805 angezahlten 28,000 r.
4. was Eichaust und seine Spießgesellen entrissen werden kan mit 20,000 rt. So hätten Ewr Durchlaucht von Betsche überhaupt 127,000 rt. NB die 28,000 rt haben Ewr Durchlaucht schon da würden Sie noch zu erhalten haben 99,000 rtl.
Nun kömt es darauf an was Betsche noch werth ist, der Wald ist total devastirt. 64,000 rt ward es abgeschäzt — Queritur wird es 72,000 rtl. werth haben? Auch wie wird es mit die andern darauf stehenden 65,000 rt aus sehen? Sie stehen zwar auch in der Quittung ich weiß aber noch nicht ob ich Leixner auch zu deren Annahme werde bewegen können. Gelänge das und Leixner nähme diese Summa auf Kulm und Kaemen hin den wäre allen geholfen — Ewr Durchlaucht hätten wie vor geſagt zu erhalten 99,000 rt. Von den Gütern selbst nählen ich die 72,000 rt. von dem Rest mit circa 20,000 rt.
wurde Lombardini H H Hahn und der gute Bally bezahlt. Alles kömt indes darauf an daß es mir mit Leixner geneigt — Der Mann ist jezt Blutarm ich muß ihm unterstüzzen und Geld zu den Kosten Aufwand seiner Geschäfte geben. d O P Zerboni ist von höhern Orts beauftragt ihm zu Souteniren Kaemen soll ihm bleiben — Ich bestehe inzwischen darauf, daß die auf Betsche eingetragene Summa von 72 und 65,000 rt nicht auf Betsche sondern auf Kaemen laut Quittung des Meyer Bernhard hingehöhren — Gott gebe mir ferner Glück — Ewr Durchlaucht aber geruhen mir zu schreiben, ob dies durchaus Ihren Beifall hat — das Entſchädigungs Geſchaft was durch die michante Zögerung im Stocken gerathen, wird dennoch sehr gut ausgehen. Es wird diplomatisch bearbeitet, und der H. Minister v Humboldt braucht mich jezt sehr — Trzciński ist wieder hier — Es ist nicht dieser sondern den Major Trzciński der erstickt ist — Er ist vorgestern bey mir gewesen und hat bis Johanni wo er für ein verkauftes Gut 25,000 rt erhält, um Nachsicht gebeten — Prozeßiren kan ich nicht das kostet Geld — ich habe ihm solche verstattet, aber versichert daß ich ihm nicht nur auf die Kauf gelder, sondern auf alle Revenuen Arrest legen. Von Schenck sehr und höhre ich nichts — Er will allein eine General Vollmacht haben — Geruhen Ewr Durchlaucht mir doch ein Schreiben
- wie ich es in meinen leztern verlangte zu senden, damit ich ihm los werde
- Mit Zerboni ist er, ich weiß nicht aus was für Gründen, zerfallen —
- "Der Wb[?] P schrieb auch lezthin am Landrath v Kurnatowski, er solle
- mit dem Ober Förster Seager und mit dem Geheimen Rath von Trieben-
- feld vor der Hand die Forst Devastationen in Betsche untersuchen
- damit man hell sehn — Schenck ist darüber beleidiget, daß man
- ihm bloß von der Regierung geantwortet, daß seine Eingabe nicht
- verstanden werden könte — Er will wann er eine General Voll-
- macht, und 500 rt nebst freier defraherung erhält, nach Posen gehen
- und in der Sache arbeiten — Schwer wird es mir 10 rt aufzutreiben
- ich habe ihm also keinen Bescheid darüber gegeben — und brauche
- ihm im Grunde nicht —
- Meines Pächters Bruder ist Hauß Factor und Liebling von Zerboni
- durch deßen Händen gehen alle Opfer ein, die dargebracht werden."
- Hätten Ewr Durchlaucht mir ein Frisling für Z schalen können so wäre
- es von Nutzen gewesen —
- Mein Pächter geht mit mir nach Posen — Er steht selbst mit H. Z[erboni].
- wegen Lieferungen in sehr genauer Liäison — und wird nur
- dienste leisten —
- Sobald ich Ewr Durchlaucht Antwort erhalte reise ich nach Posen und Betsche
- Ehrfurchts voll ersterbe
- Ewr Durchlaucht
- der Bothen erhält pro Meile 3 gg Cour
- 1 rt habe ich ihm hier gegeben geruhen.
- Ewr Durchlaucht dorten den Rest aus
- zahlen zu laßen.
- Blizanow
- d. 16ten Januar
- 1816.
- unterthänigster diener
- v Triebenfeld
wie ich es in meinen leztern verlangte zu senden, damit ich ihm los werde Mit Zerboni ist er, ich weiß nicht aus was für Gründen, zerfallen — "Der Wb[?] P schrieb auch lezthin am Landrath v Kurnatowski, er solle mit dem Ober Förster Seager und mit dem Geheimen Rath von Triebenfeld vor der Hand die Forst Devastationen in Betsche untersuchen damit man hell sehn — Schenck ist darüber beleidiget, daß man ihm bloß von der Regierung geantwortet, daß seine Eingabe nicht verstanden werden könte — Er will wann er eine General Vollmacht, und 500 rt nebst freier defraherung erhält, nach Posen gehen und in der Sache arbeiten — Schwer wird es mir 10 rt aufzutreiben ich habe ihm also keinen Bescheid darüber gegeben — und brauche ihm im Grunde nicht — Meines Pächters Bruder ist Hauß Factor und Liebling von Zerboni durch deßen Händen gehen alle Opfer ein, die dargebracht werden." Hätten Ewr Durchlaucht mir ein Frisling für Z schalen können so wäre es von Nutzen gewesen — Mein Pächter geht mit mir nach Posen — Er steht selbst mit H. Z[erboni]. wegen Lieferungen in sehr genauer Liäison — und wird nur dienste leisten — Sobald ich Ewr Durchlaucht Antwort erhalte reise ich nach Posen und Betsche Ehrfurchts voll ersterbe
Ewr Durchlaucht
der Bothen erhält pro Meile 3 gg Cour
1 rt habe ich ihm hier gegeben geruhen.
Ewr Durchlaucht dorten den Rest aus
zahlen zu laßen.
Blizanow
d. 16ten Januar 1816.
unterthänigster diener
v Triebenfeld


