Document 298 · Letter
22 December 1815
Blizanów
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld is still ill. As regards the compensation promised in the Treaty of Vienna, he says he has no fears, since his friend Boidelang, a confidant of Wilhelm von Humboldt, is to take Barbe's place. He says he wants first to settle matters here, then to put the business at Pszczew in order, and afterwards to travel to Berlin. He asks that the post office at Strelitz be instructed and that letters be sent to him by express messenger. The game he has asked for is to be delivered at Gostyszyn to the chief tenant Faust. In Kalisz, he says, the Prussian taler is now worth only 20 Groschen.
Triebenfeld ist weiter krank. Wegen der im Wiener Tractat zugesagten Entschädigung fürchtet er nichts, da sein Freund Boidelang, Vertrauter Humboldts, an Barbes Stelle treten soll. Er will erst hier aufräumen, dann die Angelegenheit in Pszczew ordnen, danach nach Berlin reisen. Er bittet, das Postamt Strelitz anweisen zu lassen und ihm Briefe durch Expresse zu schicken. Erbetenes Wild soll in Gostyszyn beim Generalpächter Faust abgegeben werden. In Kalisz gelte der preußische Taler nur noch 20 gg.
- 298
- P[ro]. M[emoria].
- Madame Schenck hat meinen Bothen, so wie den Sansenberger
- 3 Tage aufgehalten, weil sie ihren Mann von Warschau
- zurück erwartete — So eben schickt mir Ew. durchlaucht
- Schreiben an ihm den Schenck mit der Abschrift des Zerbonischen Brogst[?]
- nebst mehreren von Berlin und Gott weis woher die sehr lange
- unterwegens wäre, und wofür ich an 7 rt. stärte bezahlen müßen —
- Da übrigens mein Bothe zurück kehrte so lege ich dies noch
- bey — Im Ganzen wiederhohle ich das was ich am 19ten schon gesagt
- habe — Meine Krankheit daurer fort und ich kan noch nicht
- laufen oder stehn — Sezzen kan ich bereits, und ich hoffe die kranck-
- heit wird sich lindern — Mein zerrißenes herz aber wird schwerlich
- mehr geheilt werden —
- Zerbonis super Kluge Reden sind die welche ich Ewr Durchlaucht schon
- von Wien berichtete — Wäre die Sache nicht in den Wiener Tractat
- aufgenommen und die Entschädigung zu erste zu gesagt worden
- so könte er Recht haben — so aber ist Wahrheit im geraden
- Sinne gesprochen wohl das Beste —
- Boidelang steht jezt auf den Punckt an Barbes Stelle zu treten, und
- der ist mein Freund so acht wie es Barbe zu sein konte — auch ist
- diesem noch mehr zu machen — Er ist zugleich vertrauter Freund
- des H. p v. Humboldt — Genug wegen der Entschädigung fürchte ich nichts.
- auch heißt es daß der R Kayser Ende Merz zurückkehrt — und
- daher eile a) nicht so sehr nach Berlin die Sache entgeht
- uns nicht — Erst muß ich hier meine Sache aufräumen
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P[ro]. M[emoria].
Madame Schenck hat meinen Bothen, so wie den Sansenberger 3 Tage aufgehalten, weil sie ihren Mann von Warschau zurück erwartete — So eben schickt mir Ew. durchlaucht Schreiben an ihm den Schenck mit der Abschrift des Zerbonischen Brogst[?] nebst mehreren von Berlin und Gott weis woher die sehr lange unterwegens wäre, und wofür ich an 7 rt. stärte bezahlen müßen — Da übrigens mein Bothe zurück kehrte so lege ich dies noch bey — Im Ganzen wiederhohle ich das was ich am 19ten schon gesagt habe — Meine Krankheit daurer fort und ich kan noch nicht laufen oder stehn — Sezzen kan ich bereits, und ich hoffe die kranckheit wird sich lindern — Mein zerrißenes herz aber wird schwerlich mehr geheilt werden — Zerbonis super Kluge Reden sind die welche ich Ewr Durchlaucht schon von Wien berichtete — Wäre die Sache nicht in den Wiener Tractat aufgenommen und die Entschädigung zu erste zu gesagt worden so könte er Recht haben — so aber ist Wahrheit im geraden Sinne gesprochen wohl das Beste — Boidelang steht jezt auf den Punckt an Barbes Stelle zu treten, und der ist mein Freund so acht wie es Barbe zu sein konte — auch ist diesem noch mehr zu machen — Er ist zugleich vertrauter Freund des H. p v. Humboldt — Genug wegen der Entschädigung fürchte ich nichts. auch heißt es daß der R Kayser Ende Merz zurückkehrt — und daher eile a) nicht so sehr nach Berlin die Sache entgeht uns nicht — Erst muß ich hier meine Sache aufräumen
- dann bringe ich die Betscher es beste Geleis und hernach
- eile ich nach Berlin.
- Übrigens bin ich im Ängſten wegen mehrere Briefe die fehr
- so ist von Brafurt einer nach Schlawenschitz gesand an welchen
- wie sehr viel liegt, geruhen Ewr Durchlaucht doch auf das Post
- Amt zu Strehlitz sagen zu laßen, daß man alle Briefe an Ewr
- Durchlaucht abgeben läst und schicken mir solche durch Expresse Bothe
- hieher den vor dem 15 Januar gehn ich gewiß nicht von hier
- weg und da können noch einige Bothen kommen — wäre es übrigens
- möglich daß mir König aus Sansenberg von Frischling und Rehbrück
- könte herschicken, so wäre es gut denn der Italienis hat mir selbst
- darum angesprochen — Es müßte dies Wild werth aber eine Meile
- von Kalisz in Gostyszyn an den General Pächter Faust abgegeben
- oder dort eingelegt worden, damit man es nicht auf das Pohln[ische]
- Gränz zoll Amt weg nimmt —
- Gestern iſt in Kalisz das Preußen Geld verrufen nur Vert und
- zahlen soll gelten — Vor der Hand soll das Grobe Preuß Courant
- der Thaler nur 20 gg genommen werden — die 2 gg. stücken aber sollen
- gar nicht genommen, sondern aus dieses Reich verbannt sein
- Nächſt dieſen haben die Pohlen gerade zu erklärt, daß ſie
- nie Truppen gegen die Türde stellen würden — sind das nicht
- beoßer.
- Gostyszyn liegt auf der großen
- Straße von Kempen nach Kalisz
- Blizanow d 22 ten Xbr
- 1815
- v Triebenfeld
dann bringe ich die Betscher es beste Geleis und hernach eile ich nach Berlin.
Übrigens bin ich im Ängſten wegen mehrere Briefe die fehr so ist von Brafurt einer nach Schlawenschitz gesand an welchen wie sehr viel liegt, geruhen Ewr Durchlaucht doch auf das Post Amt zu Strehlitz sagen zu laßen, daß man alle Briefe an Ewr Durchlaucht abgeben läst und schicken mir solche durch Expresse Bothe hieher den vor dem 15 Januar gehn ich gewiß nicht von hier weg und da können noch einige Bothen kommen — wäre es übrigens möglich daß mir König aus Sansenberg von Frischling und Rehbrück könte herschicken, so wäre es gut denn der Italienis hat mir selbst darum angesprochen — Es müßte dies Wild werth aber eine Meile von Kalisz in Gostyszyn an den General Pächter Faust abgegeben oder dort eingelegt worden, damit man es nicht auf das Pohln[ische] Gränz zoll Amt weg nimmt — Gestern iſt in Kalisz das Preußen Geld verrufen nur Vert und zahlen soll gelten — Vor der Hand soll das Grobe Preuß Courant der Thaler nur 20 gg genommen werden — die 2 gg. stücken aber sollen gar nicht genommen, sondern aus dieses Reich verbannt sein Nächſt dieſen haben die Pohlen gerade zu erklärt, daß ſie nie Truppen gegen die Türde stellen würden — sind das nicht beoßer.
Gostyszyn liegt auf der großen
Straße von Kempen nach Kalisz
Blizanow d 22 ten Xbr
1815
v Triebenfeld

