Traces in the Sand

Document 297 · Letter

19 December 1815

Blizanów

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld reports the death of his daughter, of Barbe and Trzciński, and his own serious illness. In the Pszczew matter the residents are applying for the contract to be annulled; Zerboni demands an explanation and seems somewhat dissatisfied with Schenck's report. He says nothing is to be hoped for from Kolno and Kamionna, and that Prusimski's daughter can hardly be compelled beyond the pledge sum already paid. He intends to come to an agreement with Leixner, to check Echaust's accounts, and asks for an answer in the Prince's own hand regarding the general power of attorney for Schenck.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 297
  2. Durchlauchtigster Fürst
  3. Gnädigsten Fürst und Herr!
  4. Mitt einen vom herbsten Graue[Gram] und Kummer verwalten Herzen
  5. schreibe ich diese paar Zeilen damit Ewr Durchlaucht wißen, daß ich noch
  6. lebe und wo ich bin. Mit welcher Inremieden ich aber anfangen
  7. soll weiß ich noch nicht — Indes ist der wüthendeste Schmerz der Verlust
  8. meiner Tochter, diese hat der Todt, vier Tage nach ihrer Entbindung, wenn
  9. ich noch kunde in Schlawenschitz erhielt, weggeraft — O Gott bewahren
  10. jedem vor solchen Herz zerschneidenden Gram weg davon
  11. Der zweite Schreck für nach was wo auch Boidelang den Todesfall
  12. des p. Barbe anonierte — Boid[elang] schreibt zwar er würde mich alles
  13. ersezzen was ich an Barbe verlohren — aber ist er schon gewiß an
  14. Barbes Stelle?
  15. Die dritte Nachricht ward mir daß Trzciński in Warschau, nachdem
  16. er sehr betrunken sich zu Bette gelegt des Nachts in einer heißen
  17. Stube erstickt sey — wie dies alles auf mich würckte können sich
  18. Ewr Durchlaucht wohl schwerlich vorstellen.
  19. der infume verzögerte Bescheid des Zerboni, die schnelle Abreise des
  20. Kaysers, das Ausbleiben des Fürsten Kanzlers, alles dies warf mich
  21. zu Boden — das Podagra Packte mich, ich war in Betsche, eine schreckliche
  22. Hämerhördal Kölick überfiel mich, ich sahe mich genötiget, um Hülfe zu
  23. erlangen, auch nach Posen bringen zu laßen, ich verkältete mich aufs Neue
  24. und das Podagra stieg nur ein Leibe. nun hatte ich wenig mehr auf den
  25. Kerb, umsomehr als mich der Arzt aufgab. Jetzt nahm ich meine alte Cur
  26. Methode zu Hülfe und emballirte immer leib im Spanischen Fliegen Pflaster
  27. dadurch ward die Guht Mobil und zog sich aus das Lüb[?], ins Kreuz und ein
  28. der Hüfte — die größte Gefahr ist nur zwar gehoben, aber ich kan
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  1. nechst stehn nicht gehen, jedoch habe ich mir laßen noch Blizanow bringe
  2. so risquent und schmerzhaft dies auch für mich war, um hier wo möglich
  3. unter beßerer Pflege ehender zu genesen.
  4. Ich liege nun hier und leide an Körper und Seele — thun kan ich jezt wenig
  5. laßt nach Gott aber gesund werden, so werde ich das Werck von einem beginnen
  6. Schenck hatt mich auch verlaßen und ist mit einem Pohlen nach Warschau gewußt.
  7. Schon war er nur ein zu theurer begleiten, der Weg nach Posen und
  8. Betsche hat was hin und zurück 247 rt geköstet, der Arzt und die Medezin
  9. Kosten emp volich an 70 rt. von Trzciński ist nun nichts zu hoffen, es muß ab
  10. gewartet werden wie sich seine Frau erklären wird —
  11. In der Betscher Angelegenheit habe ich in Posen ein Mehreres bewürkt
  12. ich habe viel Papiere extractirt die zwar 22 # kosten — Die aber von
  13. solchen Nutzen sein werden, daß ich Bally und Lombardini Befriedigung ja
  14. vielleicht noch ein mehreres erzanken werde — Die Einsassen haben
  15. um Aufhebung des Contracts angetragen — der Contract ist aber
  16. so bündig gemacht und Zerboni hält ihm für ein Meisterstück —
  17. bezahlen die Einsaſſen die Rückstände den kan man ſie wegen Cassi-
  18. rung des Contracts anhöhren.
  19. Von Kulm und Kaemen ist nach Zerbonis Versicherung nichts zu hoffen, den
  20. das schlückt die Banck — Ich werde, wenn ich gesund bei es mein erstes
  21. Geschäft sein laßen mich mit Leixner zu einigen. Dies laße der Himmel
  22. gelingen — die Forst Devastation und ruin der Wirthschaft auch
  23. anderen Betrügernen des Eichaust und zur praeficten Kurnatowski solte
  24. Schenck, nach dem ich erkränkte näher cruiren[?] — Er hat aber nur
  25. das aufgewärmt was ich vor 1½ Jahr in Meseritz entzifferte.
  26. so viel ist noch vor eintritt meiner schweren Krankheit geschehen.
  27. daß die Forst Bediente Atteste geben müßen, daß der Forst
  28. durch Eichaust um 170/m rt. revenirt werden.
  29. Zerboni will, daß man ihm über alles Aufschluß verschaffen soll.
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  1. Schenck hat dies zugesagt, er weis aber recht wie dies bewürkt
  2. werden muß, und entschuldiget sich damit daß er zur Betreibung
  3. der Betscher Geschäfte keine General Vollmacht habe — Ich habe
  4. ihm gesagt ich würde desfals an Ewer durchlaucht schreiben.
  5. Er scheint diese Sache nicht zu verstehen, weil sie mehr freiegelt
  6. Güntel Sache ist — was will er erairnen welche Monita will er
  7. machen wenn er die gelegte Rechnung jener Buben nicht hat?
  8. diese werde ich mit allen Rechte fordern und diese müßen mir absolut
  9. Gesezlich gegeben worden — Finde ich den mehr Holzverkäufe
  10. und andere Dinge vor als in Rechnung aufgeführt stehen, so ist den
  11. Betrug erwiesen, und Eichaust an sich gewißenes Vermögen
  12. muß mir dann als Entschädigung dienen —
  13. Geruhen Ewr Durchlaucht mir daher, jedoch mit Eigner Hand zu
  14. antworten u Ewr Hochwohlgeboren sind von meiner Bereitwilligkeit
  15. "in allen Vorschlägen die Sie mir machen ohne bedenken und
  16. gehen zu sehr überzeugt, als daß Sie es als ein Mißtrau
  17. er ansehen könnten, wann ich diesmal die Ausstellung
  18. einer General Vollmacht in der Betscher Sache für
  19. den H. Ass[essor]. Schenck nicht genüge. Die Ursache ist nicht
  20. Abneigung gegen einigen Person — es ist blos die Aufrechtsche
  21. tung meiner Ehre und nicht wegen den vielen zu gebenden
  22. Vollmachten verspottet zu werden.
  23. Schon hat H. p. Schenck Vollmacht von mir und Ewr Hochwohl-
  24. geboren haben eine General Vollmacht cum facultate sub-
  25. stituendi die auf meine Angelegenheiten hinweiset —
  26. [...] also noch Vollmacht zu geben nötig so ertheilen, wohl
  27. dieselben, als wozu ich Sie noch strahls authorisire, solche
  28. Euer werden gewiß nach reiferen Bedacht mit mir
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  1. einerley Meinung sind wenn Sie überlegen daß ich
  2. sehen alles was ich von Betsche haben konte am Carl von
  3. Zerboni und dieser wieder an sich cedirt habe, daß
  4. Die Berichts Erſtattung des H. O[ber]. P[räsident] v. Zerboni ſo sehr
  5. verzögert worden, ist für mich ein unsäglicher Schade
  6. ich bedaure rechts mehr als daß ich dieselben damals
  7. nicht mehr Gehör gab, und Sie nach Paris reisen lies.
  8. jezt gebe ich gerne zu daß sie die Sachen im Diploma-
  9. tischen Wege betreiben p p. p."
  10. Ich habe selbst Zerboni 2 wohl in Posen gesprochen er verspricht alles zu thun will aber
  11. erst unterrichtet sein. Er schien etwas unzufrieden mit Schencks Vortrag — Er sagte
  12. mir, H. Schenck ſpricht viel und ſagt mit dem alten nichts. — Sorgen Sie daß ich mir
  13. von allen wohl anfält gesezt werde, den werden ich gerne handeln. Er verschrey
  14. heilig Ewr durchlaucht über alles zu ſchreiben.
  15. Auf der Rückreise dicktirte ich beigehendes Schreiben Nahmens Euer Durchlaucht an Zerboni
  16. den ich konte nicht mehr gehen oder stehn — Schenck hat aber weiter nichts gethan als
  17. eine besondere Eingabe an den Regierungs Director Collores[?] nach reicht worauf noch
  18. nichts resolvirt worden —
  19. Kurz so bald ich gewiße gehe ich nach Posen und Betsche. Bitte um alle gelegte Rechnungen
  20. nehme dazu den Calculator Käufer und fertige die Monita an, woraus sich allein
  21. ergeben wird. Darnach unterhandle ich aus Leixner und sehe was von Betsche
  22. zu welten ist. Nach Zerbonis Versicherung aber von Kulm und Kaemen, nichts zu hoffen
  23. er sagt die Gelder zur Bezahlung der Güter waren aus der Brodgenomen, und diese
  24. ließe sich hier nichts entgehen — zu mehr als würklich (an Pfandschilling) gezahlt wäre, würde die
  25. Tochter des Prusimski ſchwerlich zu zwingen ſein, und auch werde fiscus wenn was
  26. übrig bliebe darauf seiner Hand legen. Schend durch alle diese Züge auszuhalten
  27. Dazu habe ich keine Cassen den die mir gegebene Gr. F. die sind beinahe alle — es rechnet
  28. jene Posensche Reise noch hoch an die er vergütigt verlangt —
  29. was Grevenitz wegen Cosmar schreibt wollen Ewr Durchlaucht aus den beiden Briefe vom 8ten
  30. und 14 ersehen — gut ist daß der Minister Kircheisen diese Sache schnell zu entscheiden befohlen, und Cosmar
  31. nun fallen läst. Ehrfurchtsvoll verharre
  32. Ewr Durchlaucht
  33. Blizanow d 19tn Xbr
  34. 1815.
  35. unterthänigster Diener
  36. v Triebenfeld