Traces in the Sand

Document 295 · Letter

17 November 1815

Poznań (Posen)

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Von Triebenfeld says he missed the Russian Emperor at Kalisz. According to Chief Postal Director Espagne, Prince Chancellor Hardenberg is still in Paris and will not reach Berlin for another three weeks; Barbe, he says, is lying ill there with nervous fever. Triebenfeld is looking into the matter of Pszczew (Betsche), where the subjects have applied for the contract to be cancelled, intends to collect money from the tenant in Blizanów, and plans to travel to Berlin. He encloses Zerboni's reply to Schenck and doubts the report Schenck claims to have sent Hardenberg. Also rumours about Stein, Radziwiłł and Biron.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 295
  2. Durchlauchtigſter Fürſt
  3. Gnädigster Fürst und Herr!
  4. Bey meiner lezthinigen Ankunft in Kalisz erfuhr ich zu meinem tödtlichsten
  5. Schrecken, daß der Ruß Kayser Nachts vorhero diesen Ort passirt und in
  6. ſeine Staaten zurück gegangen ſey — der Haupt Plan meiner Reiſer war
  7. nun gescheitert, indes ſezte ich meinen Weg fort um mich dem Fürſten
  8. Kanzler, auf dem allein nun alles ankömt, zu Füßen zu legen und deßen
  9. Hülfe zu erflehen — In Posen traf ich einen gewißen Espagne der
  10. hier als Ober Poſt Director angestellt ist, der vom Fürſten Kanzler
  11. sehr geschäzt wird und ein buſen Freund von Barbe iſt. Dieser gab mir
  12. die traurige Kunde — daß der Fürst Kanzler noch in Paris sey, daß
  13. er den 17ten abgehen würde, daß Barbe dort in am Nerven fieber
  14. Brand läge — daß der Fürst Hard: über Cassel und Frankf[urt] am Main gehen
  15. daſelbſt vieles abzumachen habe, und erſe über 3 Wochen nach Berlin kommen
  16. würde. Dies waren alles sehr niederſchmetternde Nachrichten, welche noch
  17. fast die Sinne lähmten. Ich ſpähe jezt hier die Betscher Sache nach
  18. um zu sehen, ob dabey was zu gewinnen, ist — umsomehr als die Untertha-
  19. nen bereits um Aufhebung des Contracts angehalten haben.
  20. Erhalte ich hier balde in der Sache Licht so gehe ich nochmahls nach Blizanow
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  1. um etwas Geld von meinen Pächter zu erpreßen und eile dann nach Berlin —
  2. Was übrigens d. O[ber]. P[räsident]. v. Zerb[oni]. die Spositen[?] für eine saubere Antwort am A. Schenck
  3. gegeben wollen sich Ewr Durchlaucht aus der Beilage zu überzeugen geruhen —
  4. Nach des H. v. Zerboni Versicherung so will seinen Gutachtl. Bericht vor Fürst, Kanzler
  5. abgeſchikt haben wir er lautet weiß ich noch nicht, doch ſoll ich ihn morgen
  6. zu sehen bekommen — Inzwischen zweifle ich an der Existenz eines solchen
  7. Berichts, den wie hätte man den an Schenck die ſämtlichen Acten remittiren
  8. können, welche dem Bericht doch absolut beigefügt werden mußten — umſonnahme
  9. als ſelbige die Original beläge in ſich faßen. Überhaupt leuchtet aus der
  10. Antwort nicht viel guter Wille, sondern vielmehr die pp. Ironie hervor
  11. den wir konte ein so klag sein vollender Geschäftsmann, einen Schenck
  12. an der Person des Rußen Kaysers weisen, und ihm zu diesen Behuf die ori-
  13. ginal Acten hingeben —? Inzwischen hat Schenck die Resolutionen ein
  14. paar Tage nach der Reise des Kaysers durch Kalisz erhalten — er konte
  15. zum guten Glück dem Kayser damit nicht antreten und vieleicht alles
  16. verderben — O wie gut wäre es gewesen wann ich nach Paris gegangen
  17. wäre und dorten ohne den Bericht dH. O Præſidenten abzuwarten gewürkt
  18. hätten. Dermalen ist nun nichts zu thun als des Fürsten Kanzlers Rükkehr
  19. nach Berlin abzuwarten und deßen Hülfe zu erflehen —
  20. Minister Stein ist, wie mir der Biedern Ober Post Director C[?] — im Geheim
  21. sagte gänzlich im Scat gelegt — Es mag ihm keiner — das
  22. Schicksahl dieſes edlen Mannes iſt doch ſehr traurig. Er hat doch
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  1. dem General Ch viel gethan — Er hat alles geopfert, und eine
  2. läßt man ihm gehen — Ich bedaure ihm sehe — der Fürst Kanzler
  3. bleibt, um des willen so lange aus weil der selber jezt in Frankfurt a/m
  4. alles allein einleiten und abmachen muß —
  5. Übrigens gehen hier viele Gerüchte, die sich wohl nie bestättigen werden
  6. Der Fürst Radziwiłł ist vom Kayser nach Warschau hin bestellt und
  7. kannz Biron kömt hier her, daraus will man vieles folgern
  8. Wohin ich mich eigentlich wenden werde, werden ich Ewr Durchlaucht noch
  9. vor meinen Abreise von hier unterthänigst melden.
  10. In tiefsten Ehrerbietigkeit verharre als
  11. Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
  12. Posen
  13. den 17ten Novbr.
  14. 1815
  15. Unterthäniger diener
  16. v Triebenfeld