Document 292 · Letter
27 May 1815
Vienna
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
He reports that the compensation case is before the Emperor; he says Minister v. Stein has promised help and that Hardenberg will give his assurance in writing. In the dispute with Cosmar, he says Stägemann is defending him; before the Prince Chancellor, Triebenfeld demanded that the sums from the deed of 1799 and the settlement of 1811 be deposited with the High Court of Appeal at Brzeg. He says Prince August is to be paid 100,000 Rthl at once by cabinet order, and that Cosmar has reportedly been denounced for embezzling family money. He proposes meeting the Prince Chancellor in Nysa.
Meldet, die Entschädigungssache liege dem Kayser vor; Minister v. Stein habe Hilfe versprochen, Hardenberg werde schriftlich zusagen. Im Streit mit Cosmar verteidige Stägemann diesen; Triebenfeld verlangte vor dem Fürst Kanzler die Hinterlegung der Summen aus der Urkunde von 1799 und dem Transact von 1811 beim Oberlandesgericht Brzeg. Fürst August sollen per Cabinets Ordre 100000 Rthl sofort gezahlt werden. Cosmar soll wegen unterschlagener Familiengelder denunziert sein. Schlägt vor, den Fürst Kanzler in Nysa zu treffen.
- 292
- Durchl. Fürst!
- p. p.
- Die Entschädigungs Sache ist anerkannt und liegt dem Kayser
- Von der Rusischen Seite vor der H. Minister v. Stein Exelenz haben alles
- mögliche zu thun Versprochen. Von H. Fürsten Hardenberg werde ich die
- Zusage schriftlich auch erhalten. In der Curischen Sache wird wenig
- mehr geschehen das Resultat ist, der König u fürst Kanzler haben den
- S. Damen Versprechen zu bezahlen, und da wird man ja schon was
- die Herrn thun werden — jeder denkende Mann sagt daß Euer
- Durchl. nun ex nexu kommen müßen — H. p. Stägemann macht den
- Geschäftsmann für den F[ürst]. Pingatilli — Es ist zum Toll werden —
- Der Befehl wegen der Deponirung der Gelder von Seiten Cosmars, ist
- an den Justiz Minister mit dem errinnern gesandt denselben zur
- Ordnung anzuhalten — Da inzwischen aber von Kuh, von Sobottendorff
- von Hahn, Klagen eingegangen sind, so hat H. Stägemann
- H. Kanzler vorgeschlagen, nicht in das Wesben nebst zu stürben, sondern
- alles von Sich ab u an den Justiz Minister zu verweisen. H. p.
- Stägemann macht nun noch den Vertheidiger des Cosmar und
- Schraubt Wuth und Rache daß man den Redlichen Mann so schlechte
- machen wolle.
- In einer vor 3 Tagen gehaltenen kurzen Conferung fuhr er Wüthend
- auf. Ewr Durchl. können sich mit der Sache weiter nicht abgeben, es gehört
- alles vor den J[ustiz]. Minister — das queruliren des Alten fürsten führt
- den Stempel der Unwahrheit — der Alte fürst ist in der Sache eine Null
- er[?] hat in den Güter nichts zu suchen er, ist abgefunden — der fürst
- August ist hier u der kennt Cosmars als ehelichen Mann, er hat ihm
- zu selbst zu seinem 9ten bestellmächtigten vernannt. H. v Triebenfeld
- handelt sehr indiscret daß er Sr Durchl. so quaett in überläuft. Ich
- antwortete, daß ich weit entfernt seyn, Sr Durchl. lästig zu fallen
- Ich verlange mir, daß mein fürstl. Mandant vor dem Hunger
292
Durchl. Fürst!
p. p.
Die Entschädigungs Sache ist anerkannt und liegt dem Kayser Von der Rusischen Seite vor der H. Minister v. Stein Exelenz haben alles mögliche zu thun Versprochen. Von H. Fürsten Hardenberg werde ich die Zusage schriftlich auch erhalten. In der Curischen Sache wird wenig mehr geschehen das Resultat ist, der König u fürst Kanzler haben den S. Damen Versprechen zu bezahlen, und da wird man ja schon was die Herrn thun werden — jeder denkende Mann sagt daß Euer Durchl. nun ex nexu kommen müßen — H. p. Stägemann macht den Geschäftsmann für den F[ürst]. Pingatilli — Es ist zum Toll werden — Der Befehl wegen der Deponirung der Gelder von Seiten Cosmars, ist an den Justiz Minister mit dem errinnern gesandt denselben zur Ordnung anzuhalten — Da inzwischen aber von Kuh, von Sobottendorff von Hahn, Klagen eingegangen sind, so hat H. Stägemann
H. Kanzler vorgeschlagen, nicht in das Wesben nebst zu stürben, sondern alles von Sich ab u an den Justiz Minister zu verweisen. H. p. Stägemann macht nun noch den Vertheidiger des Cosmar und Schraubt Wuth und Rache daß man den Redlichen Mann so schlechte machen wolle.
In einer vor 3 Tagen gehaltenen kurzen Conferung fuhr er Wüthend auf. Ewr Durchl. können sich mit der Sache weiter nicht abgeben, es gehört alles vor den J[ustiz]. Minister — das queruliren des Alten fürsten führt den Stempel der Unwahrheit — der Alte fürst ist in der Sache eine Null er[?] hat in den Güter nichts zu suchen er, ist abgefunden — der fürst August ist hier u der kennt Cosmars als ehelichen Mann, er hat ihm zu selbst zu seinem 9ten bestellmächtigten vernannt. H. v Triebenfeld handelt sehr indiscret daß er Sr Durchl. so quaett in überläuft. Ich antwortete, daß ich weit entfernt seyn, Sr Durchl. lästig zu fallen Ich verlange mir, daß mein fürstl. Mandant vor dem Hunger
- Tode mit seinen umgebungen geschützt werde, so wohl der Fürst als ich
- praeleudirte nur, und das mit dem grösten Rechte, daß Cosmar die in
- Der Urkunde von 1799. und in Transact von 1811 bestimmte Summen
- Bey des Brieger O[ber]. Landes Gericht deponiren solle, worinn dieser Gerichtshof
- ihm so viel mal Monirt hätte das geschehe von seitten Cosmars nie.
- Er trehte sich stets trozzend heraus, und die Creditoren mit denen Sich
- der fürst geeiniget ihren u. fleheten mit dem fürsten um das
- Ihrige — die Summen häuften sich von Jahr zu Jahr Cosmar wäre
- dafür nicht solvendo u entstünde die Frage war diese Summen der-
- einst ersezen solle.
- Der Fürst Kanzler war gerührt u sagte, zu leben muß doch der Alte
- fürst u wo bleiben dann die revenuen?
- Stägemann weinte das würde sich schon finden, wenn die Sache genau
- untersucht würde. Gewiß wurde der Fürst alles erhalten haben, auch
- würde Cosmar wohl vieles an die Creditoren haben zahlen müssen —
- noch mehreren Redensarten ward die Sache abgebrochen — und ich erwarte
- noch immer die erste zeille Antwort.
- Noch neuern Briefen höre ich daß Cosmar würklich wegen unterschlagen
- Familien Gelder noch aus Curland her durch einen auswärtigen
- Mann denunzirt sein soll — u daß zuerst nun diese Sache in Berlin
- untersucht werden soll. Auf Pr: Adolphs geschichte soll die Sache
- großen Einfluß haben — Stägemann wollte ihn auch lezthin auch hier
- Vertheidigen.
- Fürst Augusts Sache ist nun durch Cabinets Ordre so veste abgemacht
- daß ihm die 100/m thaler Absolut u sogleich gezahlet werden sollen —
- Cosmar wollte sich noch zuletzt mit der Ausflucht Retten, daß der alte
- fürst dem Landgrafen von Hessen eine Summe von 300/m rt. schuldig
- sey und da haftenden die Schlawenschitzer Güter in subsidium, der
- Geheime Rath Philippsborn aber berichtete an König u trug
- darauf an, daß der König doch ehender seinen Unterthanen, als
Tode mit seinen umgebungen geschützt werde, so wohl der Fürst als ich praeleudirte nur, und das mit dem grösten Rechte, daß Cosmar die in Der Urkunde von 1799. und in Transact von 1811 bestimmte Summen Bey des Brieger O[ber]. Landes Gericht deponiren solle, worinn dieser Gerichtshof ihm so viel mal Monirt hätte das geschehe von seitten Cosmars nie. Er trehte sich stets trozzend heraus, und die Creditoren mit denen Sich der fürst geeiniget ihren u. fleheten mit dem fürsten um das Ihrige — die Summen häuften sich von Jahr zu Jahr Cosmar wäre dafür nicht solvendo u entstünde die Frage war diese Summen dereinst ersezen solle.
Der Fürst Kanzler war gerührt u sagte, zu leben muß doch der Alte fürst u wo bleiben dann die revenuen?
Stägemann weinte das würde sich schon finden, wenn die Sache genau untersucht würde. Gewiß wurde der Fürst alles erhalten haben, auch würde Cosmar wohl vieles an die Creditoren haben zahlen müssen — noch mehreren Redensarten ward die Sache abgebrochen — und ich erwarte noch immer die erste zeille Antwort.
Noch neuern Briefen höre ich daß Cosmar würklich wegen unterschlagen Familien Gelder noch aus Curland her durch einen auswärtigen Mann denunzirt sein soll — u daß zuerst nun diese Sache in Berlin untersucht werden soll. Auf Pr: Adolphs geschichte soll die Sache großen Einfluß haben — Stägemann wollte ihn auch lezthin auch hier Vertheidigen.
Fürst Augusts Sache ist nun durch Cabinets Ordre so veste abgemacht daß ihm die 100/m thaler Absolut u sogleich gezahlet werden sollen — Cosmar wollte sich noch zuletzt mit der Ausflucht Retten, daß der alte fürst dem Landgrafen von Hessen eine Summe von 300/m rt. schuldig sey und da haftenden die Schlawenschitzer Güter in subsidium, der Geheime Rath Philippsborn aber berichtete an König u trug darauf an, daß der König doch ehender seinen Unterthanen, als
- Ausländer schätzen müße, Ich bewieß daß die Schuld allein
- auf die fürstenthümer Öhringen Neuenstein u Ingelfingen
- hafte, und darauf befahl der König an Kanzler, daß die Gelder
- Gezahlt werden sollen, die Sache lag dennoch wieder 14 Tage um
- ergieng vor etwa 6 Tagen ein Vulminantis Schreiben an M.
- Kircheisen — daß diese 100000 rt. sogleich in ohne alle widerrede
- bezahlt werden sollen.
- Ernst August hat sich artig bey den Fürst Hardenberg bedancke
- u zugleich den Wunsch geäußert, daß für Durchl. nicht mehr so
- fort von Cosmars gedruckt werden mögten.
- Ich glaube Er wird nun jezt da Hahn dorthin kömt wohl
- schnell die Vollmacht zurück nehmen — mit Ewr durchl. gemein-
- schaftliche Sache machen u mir dann erst ist Cosmars Grob be-
- reitet.
- Der Fürst Kanzler wird wohl erst den 5ten Juny von hier abgehn — Er
- geht über Neisse? wie wäre es wenn Ewr Durchl. ihn dort selbst
- angiengen? Es ist nötig mit ihm über ihre milit. Sache zu
- sprechen — ich würde mit Courir Pferden voraus eillen —
- Der Koch murat hat seinen Lohn erhalten — diesen H hat
- die Rache schnell erwitt.
- Ehrfurchtsvoll verharre.
- Ewr Durchl.
- Der König ist gestern in
- Der Nacht von der Gräfin Zichy
- abgereiſt.
- Wien den 27ten May.
- 1815
- treu gehorsamster Diener
- v Triebenfeld
Ausländer schätzen müße, Ich bewieß daß die Schuld allein auf die fürstenthümer Öhringen Neuenstein u Ingelfingen hafte, und darauf befahl der König an Kanzler, daß die Gelder Gezahlt werden sollen, die Sache lag dennoch wieder 14 Tage um ergieng vor etwa 6 Tagen ein Vulminantis Schreiben an M. Kircheisen — daß diese 100,000 rt. sogleich in ohne alle widerrede bezahlt werden sollen.
Ernst August hat sich artig bey den Fürst Hardenberg bedancke u zugleich den Wunsch geäußert, daß für Durchl. nicht mehr so fort von Cosmars gedruckt werden mögten. Ich glaube Er wird nun jezt da Hahn dorthin kömt wohl schnell die Vollmacht zurück nehmen — mit Ewr durchl. gemeinschaftliche Sache machen u mir dann erst ist Cosmars Grob bereitet.
Der Fürst Kanzler wird wohl erst den 5ten Juny von hier abgehn — Er geht über Neisse? wie wäre es wenn Ewr Durchl. ihn dort selbst angiengen? Es ist nötig mit ihm über ihre milit. Sache zu sprechen — ich würde mit Courir Pferden voraus eillen — Der Koch murat hat seinen Lohn erhalten — diesen H hat die Rache schnell erwitt.
Ehrfurchtsvoll verharre.
Ewr Durchl.
Der König ist gestern in
Der Nacht von der Gräfin Zichy
abgereiſt.
Wien den 27ten May.
1815
treu gehorsamster Diener
v Triebenfeld


