Traces in the Sand

Document 286 · Letter

31 March 1815

Vienna

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld reports on Napoleon's return and the threat of war; he says little can be achieved amid the confusion, that Hardenberg promises everything and that Stägemann acts as he pleases. Since Prusimska has had the Polish estates restored to her, he submitted the enclosed memorandum: it calculates the losses on Kamionna and Trąbczyn (assessed at 316,000 Rthl, net value 240,000 Rthl) and demands 390,100 Rthl in cash or in estates. He asks for the swiftest possible reply and for blank forms; Beguelin would like a letter from the Prince.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 286
  2. Durchlauchtigster Fürst
  3. Gnädigster Herr!
  4. Die gegenwärtige Epoque wird wohl die merkwürdigste in den Jahrbühren der Welt
  5. bleiben, und was auch auch geschehen wird wird nur immer eine Folge derselben sein —
  6. Zu befürchten ist mir daß die Souverains aller Orten zu spät kommen werden. Den
  7. Napoleon steht heut beinahe am Rhein und die Osterreicher, Huße pp fange, erst an
  8. Reise Gelder zu Negozirnen — Wellington ist erst gestern abgegangen, und wird
  9. die Eng oder Hannörrischen Truppen zusammen ziehen — Nur unsere Truppen werden,
  10. vorgeschoben, und würden diese geschlagen, & dann stehn uns Gott bey der Parvenu
  11. hat ſchon über 200000 Mann beisammen —
  12. Schönlich ist es daß so etwas unter den Augen aller Souverains hat geschehen können
  13. und arg ist es daß man seinen Fried noch immer für so gering hält —
  14. d 7ten Aprill gehen die rusz Truppen durch Prag — dahin werden die Monarchen
  15. gehen und dann hierher zurückkehren — wenn aber würden Dir am Rhein kommen?
  16. Der Krieg ist also ſo gut als complett erklärt. — Napoleon iſt von Paris weg eilt dem
  17. Rheine zu Ney ist mit einen starken Corps nach der Schweiz zu gegangen, und
  18. dermalen wird ein Corps nach das andere von Napoleon gebildet, so daß man nicht
  19. wißen wird wohin man sich zuerst wenden soll —
  20. daß bey allem diesen Verwirrungen hier wenig bewürkt werden kan, können Ewer Durchlaucht
  21. leicht erachten — Fürst Hardenberg verspricht forthen alles zu thun — H. p. v. Stägemann
  22. aber denkt und handelt wie es ihm gefält —
  23. Etwas wird indes ehe man hier ab, und zur Arme geht geschehen. Und da die
  24. beiden Ihren der Prusimska die Pohl[nischen] Güter wieder gegeben, so habe ich
  25. beigehendes P[ro]. M[emoria]. / was indes wohl ausgearbeitet ist / eingegeben — darauf
  26. erwarte ich den Bescheid — Abgewiesen können. Ewer Durchlaucht damit nicht würde.
  27. General Amſtetten iſt der Einzige der Guten Willen hat — und der verſichert daß
  28. Sie durch Güter entschädiget werden müßen —
  29. Übrigens scheint alles eine andere Gestallt gemeinen zu wollen, den nichts ist wohl wan
  30. delbarer als das Krieges Gelück — der Schneckenförmige Gang aller Geschäfte
  31. durch 7 Monath, und die Butterweise Nachgiebigkeit und höchst unrecht angebrachte
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  1. Generositaet hat alles dickhäutig gemacht und vieles verdorben — auch zweifelt mann, ob die
  2. Menschen wieder nach den vorherigen Behandlungen mit so frohen Muth dran gehen
  3. werden. In Pohlen ſieht es ſchon Bunt aus, die Beester laßen ihre Freude
  4. über die wieder Erscheinung des Napoleons bereits laut werden, und tanzen schon
  5. statt auf die Beine auf die Kopfe — Magalles[?] inzwischen gehen wie es immer willen,
  6. Mein einziger Wunsch ist nur daß Ewr Durchlaucht dem Cosmar gelesen und Herr
  7. der ſämtl. Majorats Güter heißen, das andere wird ſich finden —
  8. Übrigens müste ich jezt, wann ich an Ewr Durchlaucht Stelle wäre, sehr wohl
  9. was ich thäte —
  10. "Ich nähme blos die 98714. rt und sagte zum König und Kayser, sind
  11. haben über mein Eigenthum disponirt. — Dies muß mir ersezt werden —
  12. Es beträgt 367164 rt gestett vorstehenden Gericht behalten die Herr Kayser und König diese, und
  13. mann Quittire mich über die Curische Schuld als auch über die 35000 rt
  14. und laße mir sofort mein Eigenthum reinen und offen —
  15. Mein Sohn begnüge sich derweile mit die Hohenlohiſchen Güter
  16. Die Canz Prinzeßinnen stehen bey beiden Herrn in ſehr hohen Gnaden —"
  17. Ich verſtumme in Ehrfurcht, und erſterbe als
  18. Ewr Durchlaucht
  19. N. S. es nicht möglich daß Eberhard herkommen kan?
  20. um die allerſchleunigſte Antwort und mehrere
  21. Blanquets bitte ich —
  22. N. B. der biedere Geheime Staats Rath Beguelin wolte ein Schreiben von
  23. Euer Durchlaucht haben, damit er in der einen Sache würkſam ſam
  24. Bätte um Er: Blan[quets]: ward dies geschrieben und hier ist seine
  25. Antwort, dies ist ein brave Mann, der nun nicht los läßt.
  26. Wien den 31ten Merz
  27. 1815.
  28. treu gehorſamer Diener
  29. v Triebenfeld
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  1. 286 a)
  2. P[ro] M[emoria]
  3. Der Höchſtſeelige König verliehe 1796 dem Fürſten Hohenlohe durch die Kaemener und Trąbczyner Güter welche
  4. dem Fiscus nach dem entwichenen , Staroßen Prusimski auf eine gestalten, waren
  5. Der Prusimski hatte aber die Kaemener Güter an einem gewißen v. Broniewski für 80000 rt.
  6. und die Trąbczyner an den v. Chełmski für 36000 Ducaten verpfändet
  7. EWr Besizungsreifung dieser Güter, von Seiten des Fürsten, war nun Frörmig als die Beziehung einige
  8. Revenuen denckbar — Im Wege Rechtens müßte alles erst nachgesucht und entſehinde, werden —
  9. Der des falßige Prozeß war 1804 mich nicht beendiget, der Fürst ſohn ſich genöthiget, um einmahl der
  10. Güter sein nennen zu können, mit dem Broniewski einen Vergleich abzuschloßen und ihn 55000 rt.
  11. Abstand zu bezahlen. Die Prozeß Kosten betrugen 6000 rt.
  12. Dies beträgt — 61000 rt.
  13. Von Johanni 1805 bis Johanni 1807 besaß also der Fürst nur die Güter während welcher
  14. Zeit er selbige an den Banko Director Leixner verkaufte. 1807 aber nahm ihn
  15. Der Pohl[nische] Fiscus und zwar 14 Wochen nach den Tilsitter Frieden die Güter gewaltsam weg.
  16. während diese 8 Jahre als die Tochter des Prusimski die Güter besaß gebühren, dem Fürsten
  17. von vorstehende 65000 rt. die Interessen, und diese Betrage 24400 rt.
  18. Des Fürsten baare Forderung von die Kaemener Güter beträgt demnach, 85400 rt.
  19. während der Besiz zeit des Fürsten Ließ selbiger die Güter gerichtlich taxiren
  20. die Taxe fiel auf — 180000 rt. aus
  21. Hiervon abgezogen die vor in Anrechnung gebrachten 55000 rt.
  22. so bleibt ein Mehr Werth von 125000 rt.
  23. Dieser Mehrwerth aber gehört nun mit den 8 Jährigen Güte
  24. Ertrag dem Banko Director Leixner als Käufer derselben
  25. Die 85400 rt sogenannter Pfandschilling gehören dem Fürsten
  26. einzig und allein — der Jude Meyer Bernhard bei ihm das Guld. der
  27. Fürst gab dafür eine Hypothequen auf Winniec pp welche Güter
  28. gedachter Meyer Bernhard bis jezt im Pfand besuchen hat.
  29. was die Trąbczyner Güter betrifft so würden auch diese auf 316000 rt.
  30. taxirt — darauf contrahirte der Fürst schulden
  31. 1. von Lichnowski 70000 rt.
  32. 2. von Weigel 30000 rt.
  33. 3. von Grotowski 20000 rt.
  34. 4. von Zerboni 10000 rt.
  35. 5. Mann Ge. Seher Thos 8000 rt.
  36. Auf diese zahlter der Fürst von Lichnowski 32000 rt.
  37. an Weigel 30000 rt.
  38. Es bleibe also im Abzug zu bringenden Schuldig 76000 rt.
  39. Der reine Wahrwerth dieſer Güter beträgt demnach 240000 rt.
  40. Der Fürst muste diese Güter gehören zu 12100 rt. dies that von 1806 bis 1815 — 108900 rt.
  41. Hierwo[?], ob die Intresse von 76000 rt. mit 34200 rt.
  42. ſo betragen, die dem Fürſten, entzogenen 9 Jährigen Revenuen 74700 rt.
  43. Summa 390100 rt.
  44. welche nun dH. Fürſte zu Hohenlohe entweder Baar oder durch
  45. Güter zu ersezzen sind.
  46. v Triebenfeld
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  1. d 1 Aprilis Nun fängt die französische Geschichte schon an sehr schuldig zu werden —
  2. Napoleon ist vom ganzen Lande aber Volk[?] als Kayser ausgerufen —
  3. die Engeländern erklären, daß sie sich in die innere französischen Angelegen-
  4. heiten nicht mischen wollen — Also wird Napoleon wohl Kayßer bleiben —
  5. die Rußen nähern sich zwar aber — Es werden mir kreuz lohne Marschen gemacht —
  6. sie sollen sich nur in Teutschland ausfraßen und alles verheeren —
  7. Erben so geht es mit den O___schen Truppen, diese bewegen sich sehr schwerfelligen
  8. den da fehlt es an allen — die Engeländer scheinen die ganze Sache eingeleitet
  9. zu haben und bleiben ganz in der Ferne stehen — Sachsen ist so wenig als Pohl[en].
  10. zu trauen — zulezt bleiben die Preußen mit den Holländern Haßen den pp.
  11. Kleinen ganz allein ſtehen, und die beiden Kayser werden verlangen, daß dieſe
  12. die Castainien vorher aus den Feuer hohlen ſollen damit ſie ſin freſten können.
  13. Napoleon wird sich in vnter[?] Communication mit Marat oder Italien
  14. sezen und wie möglich die Combinirten in der Flanke und im Rücken nehmen
  15. dieſe müßen nun gegen ihm, ſeine Spießgeſellen ſchickt er den eilig mit
  16. mehrere Hauſten nach die Niederlande, und wo ſollen da die Menſchen
  17. eilig herkommen, um Unfälle abzuwehren —?
  18. Ein Tollers Stück ist noch nicht seit Anlagen der Welt vorgekommen
  19. hier erſcheinen / zwar im Geheim / schon ganz verfluchte Pasquille; iſt fürchte
  20. daß sich F[ürst]. H[ardenberg]. Todt ärgern, oder so oder ſo unterliegen wird —