Traces in the Sand

Document 260 · Letter

10 December 1814

Vienna

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld says he has sent Hardenberg's resolution and the order to the Brzeg Higher Regional Court by express courier, and he is counting on Court Councillor Hahn. He sets out the points for the princely declaration: that while in custody the Prince was induced to agree to the settlements and the codicil, that the sums were largely fictitious, and that all of it was driven by Cosmar, who he says stirred up the son against the father. The aim: annulment of the settlements, surrender of the estates, and an advance of 112/m Rthl. He asks for a Copy, blank forms and a letter of thanks to Hardenberg. Postscript: he urgently asks for 300 Rthl in Gold.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 260
  2. Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
  3. hatte ich gestern die Ehren die nur von des Herrn Fürsten Staats Kanzlers
  4. Durchlaucht gewordene Resolution nebst der Verfügung an das Brieger Oberlandes Gericht durch
  5. Gelegenheit bis Neisse und von dort aus pr Estaffette um deswillen zu übermachen, damit Ewr.
  6. Durchlaucht schnell von der glücklichen Wendung Ihrer Sache überzeugt, und zugleich praevenirt sein
  7. solten, dorten in ihren Angelegenheiten würkſam zu ſein. Ich zahle jezt ſehr auf die Gemein
  8. heit und Einsicht des guten Hoffraths Hahns, der muß nun in Brieg der Sache die Tournure beibringen
  9. daß der Bericht des Oberlandes Gerichts und Ewr Durchlaucht Erklärung überall conform mit
  10. meinen Eingaben ausfällt. Von diesem hängte dermalen alles ab — Tödtender Spott und Schande
  11. oder Ehre Glück und Ruhe des Lebens. [...] ergethan werden —
  12. daß 1tens Ewr Durchlaucht überall zum Beitritt jener schändlichen Transacte Codizills pp in Ihrer
  13. Leidens Periode, wo Sie ſelbſt Ihrer Freiheit beraubt wären, induzirt worden —
  14. 2tens daß die im Transakt zu Gunsten der alter Fürsten angegebene Summen größen
  15. theils fingirt, und darum aufgeführt sind, um den Staat und andere Creditoren
  16. zu betrügen — daß eben aus diesem Gründe
  17. 3tens die die sogenannte Curische Summa allein zu bezahlen, übernommen und Ihre gewesene
  18. Gemalie ex nexu, troz ihrer Unterschrift, zu sezzen
  19. 4. daß alle diese Sachen nur allein von Cosmar und der Fürsten in Berlin geschmiedet
  20. und Ihnen unter gleißenden Promessen oder Drohungen zum Beitritt zu geſandt wäre.
  21. 5. daß Cosmar die Sache so geleitet, daß man Sie gnädiger Herr vom Besiz der
  22. Majorats Güter wegdrängen und Ihren Sohne an deren Stelle bringen wollen, damit
  23. alle Creditoren zurückgesezt werden bäten —
  24. 6. daß Cosmar als ihm dies gelungen sich vom Sohne eine Vollmacht zu erschleichen
  25. gewust und diesem schwachen Menschen dahin gebracht, daß er selbst gegen den
  26. Vater sich aufgelehnt, jede revenue diesem verkümmert und arrest auf alles legen
  27. laßen
  28. 7. daß als Sie Ihren Irrthum eingeſehen, Sie die Sache Adressiren und mit Ihrer
  29. Creditoren sich sezzen wollen oder geeiniget hätten — daß aber Cosmar dies
  30. auch behindert habe — und dan Beweise wie sie dorten liegen, und wie
  31. den gute Hahn dies alles doch beßer als ich es weiß — Der Schluß
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  1. muß dahin dahin gehen
  2. daß die Transacte und Codizill welche gegen der Sanct[?]: Urkunde von 1799 streiten sofort
  3. aufgehoben werden, daß Ihnen die Güter sobald zu bewirthschaften überlaßen bleiben.
  4. daß Sie ſich mit dem Creditoren einigen dürfen oder daß der ſchon geſchloßene Verein
  5. bestehen möge — denn ſchlößlich daß Ihnen zur Tilgung der Haupt Schuld ein Capi-
  6. tal vom 112/m rt vorgeschoßen werden mögte — welches nach den Triebenfeldschen Plane
  7. in der benannten Zeit getilgt werden soll ppp —
  8. Endlich laßen Sie dem guten Hahn dem Cosmar ganz im Grund, wegen seiner unterlaßenen
  9. Rechnungslegung, wegen seiner infamen administrationen Bogen —
  10. Sie haben gnädigster Fürst Wahrheit und das gröste Recht auf ihrer Seite — machen Sie nur
  11. keine Complimente und schonen auch Niemanden. Ihr Sohn hat Sie nicht redlich behandelt
  12. Er hat aus dummen Geitz einen Complot mit Ihre todt Feinde gegen Sie eingeschritten.
  13. Übergroße Gnade ist es wann Sie ihn die Besizungen an Mich belasten, unßmehr als
  14. ſich dorten viel Gutes hoffen läſt — wovon ich aber leider nun profitiren kan, weil
  15. ich die Würtembergsche Majestät sehr arg angegriffen habe — ich darf mit Gärtner
  16. nie dem Würtembergschen Boden betreten — Ein Glück ist es daß wir nicht zu große Umwege machen
  17. dürfen —
  18. Übrigens habe ich gestern in der höchsten Wuth, als ich den Brief von meiner Tochter erhielt,
  19. keine Abschrift von der Fürsten Hard: Resolution genommen, indem mir selbige in allen
  20. den Augenblick überbracht wurde. Gerathen wird nun daß ich solange hier
  21. bleiben soll, bis die Sache von Brieg zurückkömmt — auch bis man wegen
  22. Pohlen aufs reine ist — Befehlen Ewr Durchlaucht daher daß mir mit erster Post eine
  23. Abschrift hierher gesandt wird — Auch schicken Sie mir ein Stück 4 Blanquets
  24. mit, damit ich einige Danksagungs Schreiben an verdiente Menschen geben kan —
  25. An den edlen Fürsten Hardenberg schreiben Sie des eeligsten Selbst und danken ihm im
  26. rührendesten Tonn wobey Sie ihm das weitere in Ihrer Sache empfehlen — dies geruhen
  27. Sie nur habe bald zu zu senden, damit es übergeben und alles weitere besorgen kan —
  28. Mit der allervollkommsten Hochachtung beharre ich
  29. Ewr Durchlaucht
  30. Wien d 10ten Xbr
  31. 1814.
  32. ganz gehorsamer diener
  33. v Triebenfeld
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  1. 260a)
  2. Ein Tausend daß habe ich bereits an den thätigsten Freund cedirt —
  3. Ein redender Beweiß daß man in F H Hauß helfen will und wird
  4. Minister Humboldt helft auch im beide Sachen —
  5. Schicken Euer Durchlaucht ja eilig die 300 rt aber in Gold umgesetzt
  6. das was ich mit genommen ist beinahe alle — der Ausgaben finden
  7. sich viel mehr als ich vor meldete — Die vidimirung mehrerer Papiere
  8. die Ausfertigung der Cession kostet dem Stempel wegen über 190 fl
  9. und so findet sich manches — Mein ganzer Bestand ist heute 118 fl. was fange ich damit
  10. bey dieser Ennormen Theuerung hier an — zwey Freunde die ich hier hatte, und die mich in
  11. Fall der Noth allenfals geholffen hätte sind seit 1807 gestorben. Ich kan meine Zuflucht zu
  12. niemand nehmen, liegen kan ich die angefangene Sache, die jezt sehr gut steht nicht
  13. laßen. Schaffen, also Euer Durchlaucht Rath, ich wäre sonsten hier gränzenlos elend —