Document 259 · Letter
8 December 1814
Vienna
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
v. Triebenfeld says he expects Hardenberg's decision at any hour, ordering the Higher Regional Court at Brzeg to investigate the matter at once and report. If the report agrees with his submissions, he says the State Chancellor will have the 112/m Rthl paid. The Prince should declare openly before the Commissioner that he was induced to join, that the settlements harm the creditors, that the debts are fictitious and that Cosmar forged the whole thing. He should consult Court Councillor Hahn and spare not even his own son. Barbe is speaking up for him.
v. Triebenfeld erwartet stündlich Hardenbergs Resolution, dass das Oberlandesgericht Brzeg die Sache schleunigst untersuchen und berichten soll. Stimmt der Bericht mit seinen Eingaben überein, lasse der Staatskanzler die 112/m Rthl zahlen. Der Fürst soll vor dem Commissarius offen erklären, er sei zum Beitritt verleitet worden, die Transacte schadeten den Creditoren, die Schulden seien fingiert und Cosmar habe alles geschmiedet. Er soll Hoffrath Hahn zu Rate ziehen und auch seinen Sohn nicht schonen. Barbe setzt sich für ihn ein.
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- Durchlauchtigster Fürst
- Gnädigster Fürst und Herr!
- Nun kan ich Ewr Hochfürstliche Durchlaucht mit den höchsten Beweisen darthun daß Ihre
- Leiden im Ende haben werden. Jede Minute erwarte ich die über alles gute
- Resolution des erhobenen Bürger Fürsten Hardenbergs, daß das Brieger O[ber] L[andes] G[ericht] die
- ganze Sache auf das allerſchleunigſte unterſuchen und im möglichſten Kerzen Bericht
- einreichen solle, wäre die Geschichte nach Berlin gegangen, ſo hätte ſie wohl auf den
- langen Band gerathen können. Jezt ist auch dieser Kummer behoben. Aber wie
- Gnädig und schonend — meine Eingaben bleiben beim Fürsten zurück — doch dies erhrhn[?]
- Euer Durchlaucht ja aus der Resolution und Verfügung an das Ober Landes Gericht
- ist die Antwort des Brieger O[ber]. L[andes]. G[ericht]. mit einem Eingaben conform, so läst den
- Fürst Kanzler die 112/m rt. zahlen und alles geht den nach meinen Vorschlag —
- Jezt ist es Ewr Durchlaucht Sache dorten zu rücken — Sie sollen nun selbst
- vor den Commissarius, ob in Brieg oder Schlawenschitz alles erklären —
- Um Gottes willen bitte ich Sie gnädigſter fürſt ſprechen die jezt frey und ohne
- alle heil, ſagen Sie gerade heraus mir man die induzirt hätt — Beweisen den
- kurz daß die Transacte zum Nachteil der Creditoren gefertiget, und die aufgeführten
- Schulden fingirt sind. Beweisen sie durch Beymes Bruch wie Sie gelockt sind dem
- Cosmar zu glauben — Machen Sie dem Comission darauf aufmerckſam daß Cosmar
- alles mit der alten in Berlin geschmiedet, und daß man Ihnen alles nach Öhringen hin-
- gesandt / wo Sie im Arrest gewesen / und durch tausend Vorspiegelungen und
- auch Drohungen zum Beitritt hingerißen wären. Die Erklärung daß Sie
- die 300000 rt bezahlen sollen und wollen — so wie das Codizill und alle
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Durchlauchtigster Fürst
Gnädigster Fürst und Herr!
Nun kan ich Ewr Hochfürstliche Durchlaucht mit den höchsten Beweisen darthun daß Ihre Leiden im Ende haben werden. Jede Minute erwarte ich die über alles gute Resolution des erhobenen Bürger Fürsten Hardenbergs, daß das Brieger O[ber] L[andes] G[ericht] die ganze Sache auf das allerſchleunigſte unterſuchen und im möglichſten Kerzen Bericht einreichen solle, wäre die Geschichte nach Berlin gegangen, ſo hätte ſie wohl auf den langen Band gerathen können. Jezt ist auch dieser Kummer behoben. Aber wie Gnädig und schonend — meine Eingaben bleiben beim Fürsten zurück — doch dies erhrhn[?] Euer Durchlaucht ja aus der Resolution und Verfügung an das Ober Landes Gericht ist die Antwort des Brieger O[ber]. L[andes]. G[ericht]. mit einem Eingaben conform, so läst den Fürst Kanzler die 112/m rt. zahlen und alles geht den nach meinen Vorschlag — Jezt ist es Ewr Durchlaucht Sache dorten zu rücken — Sie sollen nun selbst vor den Commissarius, ob in Brieg oder Schlawenschitz alles erklären — Um Gottes willen bitte ich Sie gnädigſter fürſt ſprechen die jezt frey und ohne alle heil, ſagen Sie gerade heraus mir man die induzirt hätt — Beweisen den kurz daß die Transacte zum Nachteil der Creditoren gefertiget, und die aufgeführten Schulden fingirt sind. Beweisen sie durch Beymes Bruch wie Sie gelockt sind dem Cosmar zu glauben — Machen Sie dem Comission darauf aufmerckſam daß Cosmar alles mit der alten in Berlin geschmiedet, und daß man Ihnen alles nach Öhringen hingesandt / wo Sie im Arrest gewesen / und durch tausend Vorspiegelungen und auch Drohungen zum Beitritt hingerißen wären. Die Erklärung daß Sie die 300,000 rt bezahlen sollen und wollen — so wie das Codizill und alle
- teuflische Fabricate des Cosmars legen Sie ja reat und ohne alle Furcht vor-
- ziehen Sie ja in allen Fällen, dem Hoffrath Hahn zu Rathe — Er kan vieleicht ausfallend
- ſind aber er geht gerade und hängt Ihnen treulich an — Schonen Sie weder Ihren Sohn
- noch ſonſten jemand, ſprechen ſie allewege die Wahrheit und daß ohne Schmülle
- Ihre Kinder werden Ihnen hernach ehren und lieben müßen. — Jetzt bezweifle ich beides —
- dem Kampf ist hier glücklich bestanden, die herrlichste Bahn ist geöffnet, treten
- Sie um dorten, mit Kopf und Herz vor und Kronen — Ehre Ruhe und Zufrieden
- heit, lehren dann wieder, und begleiten Ihnen bis am Rande des Grabes —
- Aber nochmals bitte ich Sie thun Sie nichts ohne den ehrlichen Hahn —
- Gegen die Offizienten, oder eigentlich gegen den Anbeter des falschen Gotzen u. dem Herrn
- Testaments Executor konten Sie mit der Ihnen sonst eigenen Würde reicht, und vermeiden
- Sie alle Vertraulichkeit. Ach weit schweren werden dann die Vögel mann die
- Sache werk zur Sprache kömt, pfeifen.
- Zeit ist nicht zu verloren, ich nun also Ihnen beßer Fürst dies alles, damit Sie
- praevirirt sind, durch einen Courir bis Neisse zu melden, — vom Neisse soll man
- Ihnen eine Estaffette senden, um den Talismann schnell in Händen zu be-
- kommen — Früchten dürfen Sie nun nichts mehr, der vorhabene Biedere Fürst
- Kanzler will und wird reell helfen — und mein edler Freund B[arbe] — würkt
- als grund ehrlicher Mann, dem Sie nie genug danken können, mit glühenden Eyfer
- fort. Dies in größten Eile heute, übermorgen ein mehreres —
- von Gärtner und Göschel höhre ich daß der Göttliche Mann, F[ürst]. Hard: Dich der
- Hohenlohische Sache vor allen nimmt — Auch das wird gut —
- Die gröste Verehrung ist es in der ich ersterbe.
- Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
- des Kongreßes Ende ist noch
- nicht abzusehen und vieleicht noch weit entfernte
- Wien d. 8tn. Xbr 1814.
- treu gehorsamer Diener
- v Triebenfeld
teuflische Fabricate des Cosmars legen Sie ja reat und ohne alle Furcht vorziehen Sie ja in allen Fällen, dem Hoffrath Hahn zu Rathe — Er kan vieleicht ausfallend ſind aber er geht gerade und hängt Ihnen treulich an — Schonen Sie weder Ihren Sohn noch ſonſten jemand, ſprechen ſie allewege die Wahrheit und daß ohne Schmülle Ihre Kinder werden Ihnen hernach ehren und lieben müßen. — Jetzt bezweifle ich beides — dem Kampf ist hier glücklich bestanden, die herrlichste Bahn ist geöffnet, treten Sie um dorten, mit Kopf und Herz vor und Kronen — Ehre Ruhe und Zufrieden heit, lehren dann wieder, und begleiten Ihnen bis am Rande des Grabes — Aber nochmals bitte ich Sie thun Sie nichts ohne den ehrlichen Hahn — Gegen die Offizienten, oder eigentlich gegen den Anbeter des falschen Gotzen u. dem Herrn Testaments Executor konten Sie mit der Ihnen sonst eigenen Würde reicht, und vermeiden Sie alle Vertraulichkeit. Ach weit schweren werden dann die Vögel mann die Sache werk zur Sprache kömt, pfeifen.
Zeit ist nicht zu verloren, ich nun also Ihnen beßer Fürst dies alles, damit Sie praevirirt sind, durch einen Courir bis Neisse zu melden, — vom Neisse soll man Ihnen eine Estaffette senden, um den Talismann schnell in Händen zu bekommen — Früchten dürfen Sie nun nichts mehr, der vorhabene Biedere Fürst Kanzler will und wird reell helfen — und mein edler Freund B[arbe] — würkt als grund ehrlicher Mann, dem Sie nie genug danken können, mit glühenden Eyfer fort. Dies in größten Eile heute, übermorgen ein mehreres — von Gärtner und Göschel höhre ich daß der Göttliche Mann, F[ürst]. Hard: Dich der Hohenlohische Sache vor allen nimmt — Auch das wird gut — Die gröste Verehrung ist es in der ich ersterbe.
Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
des Kongreßes Ende ist noch
nicht abzusehen und vieleicht noch weit entfernte
Wien d. 8tn. Xbr 1814.
treu gehorsamer Diener
v Triebenfeld

