Document 246 · Letter
25 October 1814
Vienna
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
In the matter of the Polish estates, von Triebenfeld is to stay quiet until a decision has been reached about Poland. If the district of the Trąbczyn estates falls to Russia, he says the Prince Chancellor will speak for the Prince with the Emperor. He says he submitted a petition after altering it twice. In the Koszęcin matter nothing of substance has yet happened. News from the congress: Saxony falls entirely to Prussia, and nothing has been decided about Poland. Zerboni received the Order of the Red Eagle. He encloses a pamphlet by Gärtner.
In der Sache der polnischen Güter soll v. Triebenfeld ruhig bleiben, bis über Polen entschieden ist. Fällt der Bezirk der Trąbczyner Güter an Russland, werde der Fürst Kanzler sich beim Kaiser für den Fürsten einsetzen. Eine Eingabe hat er nach zweimaliger Änderung eingereicht. In der Koszęciner Sache ist noch nichts Wesentliches geschehen. Kongressnachrichten: Sachsen fällt ganz an Preußen, über Polen ist nichts entschieden. Zerboni erhielt den Roten Adlerorden. Er legt eine Broschüre Gärtners bei.
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- Durchlauchtigster Fürst
- Gnädigster Fürst und Herr!
- Ewr Durchlaucht Höchst verehrtes Schreiben vom 9 ten dieses Monats habe ich erst den 23ten
- erhalten, wann meine Briefe welche ich an Ewr Durchlaucht sende einen gleich Schneckenför-
- migen Gang gehen, dann ſieht es traurig aus — Hier ist es jezt etwas ruhig, die Monarchen
- haben sich dennoch entschloßen nach Ungarn zu gehen, und sind würklich heute dahin abgegangen.
- Nach Ihrer Rückkehr wird der Congress eröffnet. Die Minister sind indes hiergeblieben und
- arbeiten mit der grösten Thätigkeit fort. Sachſtens Schicksal iſte nun Breits für immer ent-
- schieden, Preußen erhält es ganz — Weimar erhölt einen kleinen Zuwachß Meinungen Gotha pp.
- bleiben wie sie sind, doch ſind alle dem Laug untergeordnet. Wegen Pohlen iſt noch nichts
- entſchieden. Österreich will ſich durchaus nicht zum Ziele legen, auch Talleyrand ſcheint unter
- der Hand zu hezzen, daher die günstige Verzögerung. Jedoch haft man von der fortdau-
- ernden Freundschaft zwischen dem Rußischen Kayser und unsern König, das Beste — denn der
- Strich von Thoren dicht an Kalisz weg nach Kempen zu wäre für Preußens Anstrengungen
- ein zu geringes Aequivalent, und könte diese Linie nie als eine militairische Gränze ange-
- sehen werden. Schlesien und Preußen würden immer ohne Verbindung bleiben, und bey Huß
- landt Großmacht als verlohren Provinzen betrachtet werden müße, weil dorten keine Vesten
- gen oder Flüße von Bedeutung vorhanden sind.
- Über die Reichs Angelegenheiten kan ich heute wenig sagen, den Herrn v. Gärtner lag
- etliche Tage sehr krank, auch ich habe 4 Tage wegen Gichtische Anfälle und einen vorschwollen
- Kopf die Stube hüthen müßen. Mit erster Post aber werde ich viel schreiben können
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Durchlauchtigster Fürst
Gnädigster Fürst und Herr!
Ewr Durchlaucht Höchst verehrtes Schreiben vom 9 ten dieses Monats habe ich erst den 23ten erhalten, wann meine Briefe welche ich an Ewr Durchlaucht sende einen gleich Schneckenförmigen Gang gehen, dann ſieht es traurig aus — Hier ist es jezt etwas ruhig, die Monarchen haben sich dennoch entschloßen nach Ungarn zu gehen, und sind würklich heute dahin abgegangen. Nach Ihrer Rückkehr wird der Congress eröffnet. Die Minister sind indes hiergeblieben und arbeiten mit der grösten Thätigkeit fort. Sachſtens Schicksal iſte nun Breits für immer entschieden, Preußen erhält es ganz — Weimar erhölt einen kleinen Zuwachß Meinungen Gotha pp. bleiben wie sie sind, doch ſind alle dem Laug untergeordnet. Wegen Pohlen iſt noch nichts entſchieden. Österreich will ſich durchaus nicht zum Ziele legen, auch Talleyrand ſcheint unter der Hand zu hezzen, daher die günstige Verzögerung. Jedoch haft man von der fortdauernden Freundschaft zwischen dem Rußischen Kayser und unsern König, das Beste — denn der Strich von Thoren dicht an Kalisz weg nach Kempen zu wäre für Preußens Anstrengungen ein zu geringes Aequivalent, und könte diese Linie nie als eine militairische Gränze angesehen werden. Schlesien und Preußen würden immer ohne Verbindung bleiben, und bey Huß landt Großmacht als verlohren Provinzen betrachtet werden müße, weil dorten keine Vesten gen oder Flüße von Bedeutung vorhanden sind.
Über die Reichs Angelegenheiten kan ich heute wenig sagen, den Herrn v. Gärtner lag etliche Tage sehr krank, auch ich habe 4 Tage wegen Gichtische Anfälle und einen vorschwollen Kopf die Stube hüthen müßen. Mit erster Post aber werde ich viel schreiben können
- Von des Herrn Staats Kanzlers durchlaucht Hülfe, hoffe ich mit Zuversicht für Ewr Durchlaucht
- sehr viel Gutes — beigehende Pieze mit allen Beilagen habe ich, nach 2 mahliger Abän-
- derung einreichen müßen. Ich hatte das erste mahl Ewr Durchlaucht Schreiben nicht allegirt, das
- doch eigentlich als eine Vollmacht angesehen werden muß.
- zu der Koschentiner Sache ist noch nichts wesentliches geschehen, weil B[arbe]: und A: nicht räthlich finden
- auf einmahl so viel vorzutragen.
- In der Pohl[nischen] Güter Geschichte soll ich so lange ruhig sein bis Pohlens Loos gefallen ist, denn wann
- ja der Bezirk worin die Trąbczyner Güter liegen, an Rußland falle, solte, so wird
- der Fürst Kanzler gewiß gleich alles bey des Westen Kaysers Majestät zum besten für
- Ewr Durchlaucht bewürken.
- Zerboni hat den Rothen Adler Orden 3ter Classe heute erhalten, und geht nach
- Warschau. Der Himmel ertheilt seine Gaben noch eben so wunderlich als 1793
- Neuwied Erbach Leiningen und andere mehr ſind als Deputirte am Kayser Franz von Seiten der
- aufsstände gegangen. Der Kayser hat sie gnädigst angeführt, und das mögliche zu thun
- versprochen — darauf haben sich diese Herrn auch eine Audienz bey unsern König erbeten
- diese hat der König abgeschlagen und ihnen blos sagen laßen. Sie möchten ihr Begehren
- schriftlich einreichen. Diese Sachen scheinen sich sehr ins Weite zu ziehen, und am
- Ende dürfte der Berg eine Maus gebühren —
- Übrigens Bombardindt H. Gl Rath v Gärtner / würklich einer der ersten Köpfe und ein sehr
- geachteter Mann / schrecklich, und wie ich glaube nicht ohne Effect — Beigehende Schrift oder
- Bändchen sehe ich an vielen Orten, worin er der Verfaßer ist. Noch existiren 4 dergleichen, und
- jedes von gleicher Kraft. Der K von Wur: ist darüber wütend —
- Ewr Durchlaucht sende ich diese Broschüre darum, damit die sehen, daß alles was man ſagen,
- kann, schon gesagt worden, um die Sache im alten Geleis zu bringen, — ich erwarte vom
- H. W. Befehl, was in Ewr Durchlaucht Nahmen noch gesagt werden soll — Ins Blauen schieße ich nun einmahl nicht
- Spannen und vom erregt eine große Sensation — Gott weiß was daraus werden wird?
- Die unbegränzte Verehrung ist es in der ich ersterbe
- Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
- Wien den 25ten Octobr
- 1814
- treu gehorſamſter Diener
- v Triebenfeld
Von des Herrn Staats Kanzlers durchlaucht Hülfe, hoffe ich mit Zuversicht für Ewr Durchlaucht sehr viel Gutes — beigehende Pieze mit allen Beilagen habe ich, nach 2 mahliger Abänderung einreichen müßen. Ich hatte das erste mahl Ewr Durchlaucht Schreiben nicht allegirt, das doch eigentlich als eine Vollmacht angesehen werden muß.
zu der Koschentiner Sache ist noch nichts wesentliches geschehen, weil B[arbe]: und A: nicht räthlich finden auf einmahl so viel vorzutragen.
In der Pohl[nischen] Güter Geschichte soll ich so lange ruhig sein bis Pohlens Loos gefallen ist, denn wann ja der Bezirk worin die Trąbczyner Güter liegen, an Rußland falle, solte, so wird der Fürst Kanzler gewiß gleich alles bey des Westen Kaysers Majestät zum besten für Ewr Durchlaucht bewürken.
Zerboni hat den Rothen Adler Orden 3ter Classe heute erhalten, und geht nach Warschau. Der Himmel ertheilt seine Gaben noch eben so wunderlich als 1793 Neuwied Erbach Leiningen und andere mehr ſind als Deputirte am Kayser Franz von Seiten der aufsstände gegangen. Der Kayser hat sie gnädigst angeführt, und das mögliche zu thun versprochen — darauf haben sich diese Herrn auch eine Audienz bey unsern König erbeten diese hat der König abgeschlagen und ihnen blos sagen laßen. Sie möchten ihr Begehren schriftlich einreichen. Diese Sachen scheinen sich sehr ins Weite zu ziehen, und am Ende dürfte der Berg eine Maus gebühren — Übrigens Bombardindt H. Gl Rath v Gärtner / würklich einer der ersten Köpfe und ein sehr geachteter Mann / schrecklich, und wie ich glaube nicht ohne Effect — Beigehende Schrift oder Bändchen sehe ich an vielen Orten, worin er der Verfaßer ist. Noch existiren 4 dergleichen, und jedes von gleicher Kraft. Der K von Wur: ist darüber wütend — Ewr Durchlaucht sende ich diese Broschüre darum, damit die sehen, daß alles was man ſagen, kann, schon gesagt worden, um die Sache im alten Geleis zu bringen, — ich erwarte vom
H. W. Befehl, was in Ewr Durchlaucht Nahmen noch gesagt werden soll — Ins Blauen schieße ich nun einmahl nicht Spannen und vom erregt eine große Sensation — Gott weiß was daraus werden wird? Die unbegränzte Verehrung ist es in der ich ersterbe
Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
Wien den 25ten Octobr
1814
treu gehorſamſter Diener
v Triebenfeld

