Document 244 · Letter
18 October 1814
Vienna
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Reports from the Congress of Vienna: the Emperor, the King and Grand Duke Constantine have been given Austrian regiments. The princes and estates of the Empire have asked Metternich to reinstate the Emperor of Austria as head of the Empire. Nothing has been decided about Poland, and Wilhelm von Humboldt is doing excellent work. Triebenfeld assures the Prince of a quiet life in Sławięcice, urgently awaits his letter and asks whether someone should be sent to Brzeg about Cosmar and the settlement of 1811.
Berichtet vom Wiener Kongress: Der Kayser, der König und Großfürst Constantin erhielten österreichische Regimenter. Reichsfürsten und Stände baten Metternich, den Kaiser von Österreich wieder als Oberhaupt einzusetzen. Über Polen ist nichts bestimmt, Humboldt wirkt bestens. Triebenfeld verbürgt dem Fürsten ein ruhiges Leben in Sławięcice, erwartet dringend dessen Schreiben und fragt, ob jemand wegen Cosmar und des Transacts von 1811 nach Brzeg gesandt werden soll.
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- Durchlauchtigster Fürst
- Gnädigster Fürst und Herr!
- Die Monarchen sind hier geblieben und das große Maneuvre hat hier in Wien
- statt gehabt, ich habe keinen Theil daran nehmen oder es sehen können, indes
- soll es an Eleganz alles übertroffen haben —
- der Kayser als unser König. G[roß]. F[ürst]. Constantin pp. haben Regimenter in der
- Österreichischen Armee erhalten — die auch jeder bey dem Maneuvre vor
- geführt hat. Allein der König v Wurtemberg war nicht zu Pferde und fuhr / was ich en
- passant selbsten sahe in einen mit 8 Pferden bespannten Wagen und zwar in
- einen Orientalischen Aufzug, den Wahrhaft verbundeten Souverains nach —
- In Pferd ist auch den Maneuvre elinirt, die Herzigkeit zwischen den beiden
- Kaysern und unseren König, die allewege gezeigt worden, hat allen Glauben
- übertroffen. Unser König ist nach den verschiedenen Trasts auf den Balkon
- getreten, hat sich ein gefultes Glaß mit Champagner reichen laßen und
- laut die Gesundheit aller braven Soldaten getrunken — Ein viel laufend
- fachiger danck begleitet mit viel Milliren fremden Thränen, wurden dem
- König dafür selbst von den ältesten Bärkigen Kriegern gezollt, und es schien
- auf ewig aller Haß zwischen Österreich und Preußen, denn man ehedem mit der
- Mutter milch einstag erlaßen und auf immer entschwunden zu sein —
- Einstimmung arbeiten die 4 möchte an das Wohl der Menschheit, und nur
- der büsdenkende wird zähne Bürschem und vielen Kind restitirt auf die Zukunft
- Blicken die der Binderdenkende heut so hoffnungsvoll und froh entgegen sieht.
- der König v. Wurt: soll mit der Constitution, die er den verbündeten Machten,
- zur Prüfung vorlegen will, noch immer aus Licht treten; Es hat bemühen
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Durchlauchtigster Fürst
Gnädigster Fürst und Herr!
Die Monarchen sind hier geblieben und das große Maneuvre hat hier in Wien statt gehabt, ich habe keinen Theil daran nehmen oder es sehen können, indes soll es an Eleganz alles übertroffen haben — der Kayser als unser König. G[roß]. F[ürst]. Constantin pp. haben Regimenter in der Österreichischen Armee erhalten — die auch jeder bey dem Maneuvre vor geführt hat. Allein der König v Wurtemberg war nicht zu Pferde und fuhr / was ich en passant selbsten sahe in einen mit 8 Pferden bespannten Wagen und zwar in einen Orientalischen Aufzug, den Wahrhaft verbundeten Souverains nach — In Pferd ist auch den Maneuvre elinirt, die Herzigkeit zwischen den beiden Kaysern und unseren König, die allewege gezeigt worden, hat allen Glauben übertroffen. Unser König ist nach den verschiedenen Trasts auf den Balkon getreten, hat sich ein gefultes Glaß mit Champagner reichen laßen und laut die Gesundheit aller braven Soldaten getrunken — Ein viel laufend fachiger danck begleitet mit viel Milliren fremden Thränen, wurden dem König dafür selbst von den ältesten Bärkigen Kriegern gezollt, und es schien auf ewig aller Haß zwischen Österreich und Preußen, denn man ehedem mit der Mutter milch einstag erlaßen und auf immer entschwunden zu sein — Einstimmung arbeiten die 4 möchte an das Wohl der Menschheit, und nur der büsdenkende wird zähne Bürschem und vielen Kind restitirt auf die Zukunft Blicken die der Binderdenkende heut so hoffnungsvoll und froh entgegen sieht. der König v. Wurt: soll mit der Constitution, die er den verbündeten Machten, zur Prüfung vorlegen will, noch immer aus Licht treten; Es hat bemühen
- den Anschein, als würde er die Überfahrt versäumen —
- Mehrere Reichs Fürsten und alle 4 Stände haben sich dahin geeiniget, daß sie
- eine Deputation am Fur: Metternich gesandt und diesem gebeten haben, daß der
- Kayser v Österreich wieder als ihr Oberhaupt auftreten solle, dem sie sich
- willig und gern unterwerfen wolten, wann ihre alte Rechte wieder hergestellt
- werde, Sie wolte dann eine gesamt Macht bilden die schwerlich eine im
- Weil gleich stehen solle — der Fürst Metternich hat die Stände damit zur
- Geduld verwiesen und sie dahin beschieden, daß es vor der Land noch nicht gerathen
- sey damit vorzutreten.
- Wegen Sachsen wird viel gesprochen — Es wird aber wohl bey dem längst hin
- gefaßte Beschlüßen bleiben.
- Wegen Pohlen ist noch nichts bestimmt, indes versichert der Binderste Mann, daß in
- so weit Ewr Durchlaucht die Sache angeht, Höchst Sie draut das beste Könnten
- der Minister Bar. v. Hum[boldt]: würkt hier bestens weil ihm die Sache selbst interessirt.
- daß übrigens Ewer durchlaucht noch ein ruhiges glückliches Leben in Schlawenschitz wurde
- führen können und daß Sie ihre dortigen Haupt Feind im Kurzen im Staube getreten sehen
- werden, dafür kan ich Ihnen gnädigster Fürst bürgen. Die gröste Verschwiegenheit nur
- ist mir anbefohlen, weil noch mancher Steine des Anstoßes aus dem Wege zu räumen
- ist — der schönste Morgen aber dämmert schon
- Der gute Geh[eime]. Rath v Gärtner der sich Ewer Durchlaucht ehr erbietigst zu Füßen legt, ist seit
- mehreren Tagen sehr kranck, sobald er geweßt, sehe ich vom demselben viel we-
- sentliche Nachrichten mit —
- Fägelnitzet ist alles, ich muß wegen den vielen Geschäften sehr wachsam sein. Mitt
- ungeduld sehe ich ein Schreiben von Ewr Durchlaucht entgegen damit ich darnach
- meine Maaßregeln nehmen, kan — ungern ließe ich daß nun im besten Gang gebrachte.
- Werck liegen, und nur die größte Noth kan mich dazu bringen —
- jezt noch das, wird, wenn der Staats Kanzler, F[ürst]. Hardenberg einen Bericht wegen Cosmar
den Anschein, als würde er die Überfahrt versäumen — Mehrere Reichs Fürsten und alle 4 Stände haben sich dahin geeiniget, daß sie eine Deputation am Fur: Metternich gesandt und diesem gebeten haben, daß der Kayser v Österreich wieder als ihr Oberhaupt auftreten solle, dem sie sich willig und gern unterwerfen wolten, wann ihre alte Rechte wieder hergestellt werde, Sie wolte dann eine gesamt Macht bilden die schwerlich eine im Weil gleich stehen solle — der Fürst Metternich hat die Stände damit zur Geduld verwiesen und sie dahin beschieden, daß es vor der Land noch nicht gerathen sey damit vorzutreten.
Wegen Sachsen wird viel gesprochen — Es wird aber wohl bey dem längst hin gefaßte Beschlüßen bleiben.
Wegen Pohlen ist noch nichts bestimmt, indes versichert der Binderste Mann, daß in so weit Ewr Durchlaucht die Sache angeht, Höchst Sie draut das beste Könnten der Minister Bar. v. Hum[boldt]: würkt hier bestens weil ihm die Sache selbst interessirt. daß übrigens Ewer durchlaucht noch ein ruhiges glückliches Leben in Schlawenschitz wurde führen können und daß Sie ihre dortigen Haupt Feind im Kurzen im Staube getreten sehen werden, dafür kan ich Ihnen gnädigster Fürst bürgen. Die gröste Verschwiegenheit nur ist mir anbefohlen, weil noch mancher Steine des Anstoßes aus dem Wege zu räumen ist — der schönste Morgen aber dämmert schon Der gute Geh[eime]. Rath v Gärtner der sich Ewer Durchlaucht ehr erbietigst zu Füßen legt, ist seit mehreren Tagen sehr kranck, sobald er geweßt, sehe ich vom demselben viel wesentliche Nachrichten mit — Fägelnitzet ist alles, ich muß wegen den vielen Geschäften sehr wachsam sein. Mitt ungeduld sehe ich ein Schreiben von Ewr Durchlaucht entgegen damit ich darnach meine Maaßregeln nehmen, kan — ungern ließe ich daß nun im besten Gang gebrachte. Werck liegen, und nur die größte Noth kan mich dazu bringen — jezt noch das, wird, wenn der Staats Kanzler, F[ürst]. Hardenberg einen Bericht wegen Cosmar
- man das Brieger Ober Landes Gericht, besonders wegen des Aufzuhebenden Transacts vom 1811
- forderheit zuversicht auf daßelbe zu rechnen sein, und würde es nicht gerathen sein, zu seiner
- Zeit jemanden dahin zu senden, der die Sache im Stillen leiten und betreiben mögte?
- sehr nötig werde ich, so wie ich belehrt bin, was zu erst geschehen sollen, Ewr Durchlaucht Nachricht
- von jedem Erfolg geben damit man auch dorten würden kan.
- In tiefster Verehrung ersterbe,
- Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
- Der Souveraine Prinz von Holland nimt der Königs Titell an —
- Wien den 18ten Octobr
- 1814.
- treu unterthänigster Diener
- v Triebenfeld
man das Brieger Ober Landes Gericht, besonders wegen des Aufzuhebenden Transacts vom 1811 forderheit zuversicht auf daßelbe zu rechnen sein, und würde es nicht gerathen sein, zu seiner Zeit jemanden dahin zu senden, der die Sache im Stillen leiten und betreiben mögte? sehr nötig werde ich, so wie ich belehrt bin, was zu erst geschehen sollen, Ewr Durchlaucht Nachricht von jedem Erfolg geben damit man auch dorten würden kan. In tiefster Verehrung ersterbe,
Ewr Hochfürstliche Durchlaucht Der Souveraine Prinz von Holland nimt der Königs Titell an — Wien den 18ten Octobr
1814.
treu unterthänigster Diener
v Triebenfeld


