Traces in the Sand

Document 238 · Letter

7 May 1813

Sławięcice (Schlawenschitz)

Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen → Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent

Hohenlohe complains that Trzciński has paid nothing and that Zerboni has not met his obligations. He says Mr Weigelt is pressing him, and he means to calm him with Trzciński's bills of exchange. An earlier letter from Triebenfeld, he thinks, was probably lost in the fire at the post house in Wartenberg. He encloses an open letter to the Russian Emperor for use as needed. The King, the State Chancellor and the Minister of Justice, he says, refused him help with the settlement with the creditors at Brzeg. He hopes to obtain something from Meierowitz, and asks after Ratke.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 238
  2. Hochwohlgl Herr
  3. Hochzuehrender Herr Krieges und Forst Rath!
  4. Dero Bothe kam heute Vormittag erſt an, er entschuldigt ſich damit
  5. daß er so lange unterwegs war, daß er irre gegangen wäre, aus
  6. Seiner March Route sehe ich, daß er auch bei dem OberAmtman Koenig war.
  7. Er sagte daß dieser zu Hause war, und Ihm die Briefe selbst abgenommen
  8. habe. Weder Trzciński, Zerboni, noch Koenig läßt etwas von sich
  9. hören, erſter hat noch nichts bezahlt, der zweyte auch noch keine von ſeinen
  10. Verbindlichkeiten erfüllt, Herr Weigelt placzt mich sehr, ich werde nun
  11. Versuchen ob ich Ihn durch die Trzcińskischen Wechsel beruhigen kann.
  12. Diese Gelder von Großen brauchte ich zur wahren Nothdurft dem leider
  13. stehet noch hier alles wie Sie es kennen. Dero gänzliches Stillschweigen,
  14. hat mich mit Kummer erfüllt, da ich daraus schliese, daß alle Ihre Bemüh-
  15. ungen vor mich fruchtlos waren, ich schickte Euer Hochwohlgeboren!
  16. einen Bothen, der aber nur ein Recepisse vom Amtmann aus Bliz-
  17. anow, was Herr Schenck nachdem dieser Expresse 4 Tage aufgehalten wor[den]
  18. dahien erweiterte, daß Sie! verreißet wären in 14 Tagen wiederkehren
  19. und ich dem balde Antwort erhalten sollte diese, erfolgte zu meinem
  20. großen Bedauern und würklichen Nachtheil nicht, erst heute sehe
  21. ich aus Euer Hochwohlgeboren Erlaß vom 29ten april, daß schon früher
  22. Sie mir geschrieben, welche Zeilen ich nicht erhielte. Ich kann
  23. auf mein Wort versichern, daß dero Brief den ich hier Beantworte
  24. Der erſte iſt, den ich ſeit Sie Schlawenschitz verlieben von denenſelben
  25. erhielte, Vergebens leider sehnte ich mich längst darnach. Ich
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  1. Ich freue mich daraus zu sehen, daß ich nicht ganz aus Dero anderun-
  2. vertilgt bin — ich will glauben daß das Schreiben deßen Verlust
  3. mir die Nachläßigkeit des Herrn Könige zuzogen, vor mich wenig
  4. stens belehrende Eröfnungen mag enthalten haben, daher schon
  5. war es unverantwortlich: daß er es auf Wartenberg zur Post
  6. gabe. Was aus dem Brief geworden kann ich mitt errathen, besonders
  7. da Sie! mir den Datum nicht anzeigten, aus den Zeitungen
  8. ersehe ich daß bei dem Brand von Wartenberg des Posthaus
  9. mit abbrannte, und viele dort liegende Briefe ein Raub
  10. der Flammen wurden. — Das schließte dabei ist nun daß ich von
  11. dem nichts weiß was Sie! wünschten daß ich thun sollte, in
  12. deßen lege ich hier ein Schreiben an des Rusſischen Kay-
  13. sers Majestaet unter offenem Siegel an, um wenn Sie
  14. und dazu geeignet finden, der nötige gebrauch davon gemacht
  15. werden kann. Auf jeden Fall habe ich gethan was ich Vermochte,
  16. und bitte um Euer Hochwohlgeboren fernere Belehrung,
  17. ich habe bisher nichts versäumt, um mit aller Resignation
  18. meinen Patriotismus und guten Willen zu beweisen.
  19. was ich Schriebe, und wie man mir antwortete, zeiget die
  20. Anlage. — an den König, an den Herrn Staats Kanzler
  21. und an den Justiz Minister Verwandte ich mich erneuert
  22. in meinem drückenden Anliegen um zu Brieg zu dem
  23. von mir angetragenen Vergleichs abkommen mit den
  24. Creditoren kräftig beizurücken, und die Bestimmung einer
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  1. einer billigen Competenz vor mich zu begünstigen, es
  2. wurde mir diese Verwendung auch verweigert, sonst schweiget
  3. man über alles, und es scheinet man wünsche mich zu letzt
  4. dem Hunger todt preiß zu geben. Sie! Wißen bereits hierüber
  5. alles, woher ich unnütz finde weiter etwas davon zu sagen, Meine
  6. Lage ist Schreckl. und das Benehmen gegen mich Grausam.
  7. General v. Roeder stellte dieses Herrn v. Hardenberg noch in Breslau
  8. vor, ich bliebe aber auch ununterrichtet über das Resultat. — ich fleh-
  9. ete den Schutz der beiden Monarchen erneuert auf gewiß Fälle
  10. an, um mich nicht des Vorwurfs einer Verſäumniß zu Schulden
  11. kommen zu laßen, und vertraute mein Schreiben an den König
  12. dem Staats Kanzler und das an den Kayser dem Herrn Minister
  13. v Stein zur Übergabe an, auch dieses wollte ich Ihnen! nicht
  14. Verehreigen, ich bitte aber nur von dieser Eröfnung den Vor-
  15. ſichtigſten Gebrauch zu machen. Loſen mich Ewr Hochwohlgeb. zu
  16. ohne baldige Nachricht über den Eingangen dieſes Schreibens, und belehre
  17. mich über den Hergang Dero Unterhandlungen, schneller konnte ich
  18. Ihre Wünsche nicht befolgen da der brief morgen früh mit der
  19. Reitpost morgen abgehet und den 11ten dieses Wahrscheinlich in
  20. Dresden ankomt. Wie ich heute höre waren
  21. Die beiden Monarchen bereits nach Altenburg abgegangen
  22. auf keinen Fall können Sie aber von denenselben so weit
  23. entfernt sein, daß Sie! nicht persöhnlich die Verhandlungen
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  1. anknüpfen könten. Die Auszeigung Dero ältesten H.
  2. Sohns hat mich sehr gefreut, und ich nehme Antheil an
  3. seinen Leiden durch die Blesſure. Sie handlen durch Ihren
  4. persöhnlichen Besuch wie ein Vortrefflicher Vatter. Was ich
  5. schätze. — Melden Sie mir doch balde, wenn Sie zurück
  6. Kommen, und wo wir uns am füglichsten sprechen können
  7. ich hoffe denn doch das von Meierowitz balde wird etwas
  8. zu erhalten seyn, da mir Hülfe gar zu Noth thut, Es scheint
  9. zu meinem Trost daß Sie. Von Ratkes Bearbeitung noch
  10. Nutzen erwarten, haben Sie dann darüber von Ihm der
  11. Zeit etwas näheres vernommen? Wenn Euer Hochwohlgl.
  12. Denn gar nicht bey der Anwesenheit der hohen Herrschaften
  13. zu Kaliſch. Um Ihren Freundschaftlichen Beyſtand bitte
  14. ich mit Vertrauen, Unter Anwünschung Dauerhafter
  15. Geſundheit, und glücklicher Reiſe, Verbleibe ich in Vor-
  16. züglicher Hochschätzung
  17. Euer Hochwohlgebl.
  18. Schlawenschitz
  19. 7ten May 1813
  20. treu ergebenster Freund und Diener
  21. F[riedrich]. L[udwig]. F[ürst]. zu Hohenlohe