Document 207 · Letter
30 September 1810
Kalisz (Kalisch)
Copy of a memorandum signed by Hecker and Honrichs: the Trąbczyn lawsuit has been set in motion at Kalisz, with a hearing on 24 October. The lawyer promises a favourable outcome and has received 200 Rthl in advance. The sequestration of the estates has ended. A settlement with the hereditary leaseholders of Oleśnica over 12 Hufen in hereditary lease is recommended. The Dutchmen consider only 2 gulden per Morgen bearable instead of 3 gulden v. Triebenfeld thinks arrears could be partly remitted; he says Knobelsdorff would rather have land than interest.
Abschrift eines Pro Memoria, unterzeichnet von Hecker und Honrichs: Die Einleitung des Trąbczyner Prozesses in Kalisz ist besorgt, Termin am 24. Oktober. Der Anwalt sagt günstigen Ausgang zu und erhielt 200 Rthl Vorschuss. Die Sequestration der Güter ist beendet. Mit den Erbpächtern von Oleśnica wird ein Vergleich über 12 Hufen in Erbpacht empfohlen. Die Holländer halten statt 3 fl nur 2 fl pro Morgen für tragbar. v. Triebenfeld meint, Rückstände könnten teilweise erlassen werden; Knobelsdorff wolle lieber Land als Zinsen.
- 207
- Abschrift
- Kalisz am 30ten Septr 1810.
- Pro Memoria
- Ewr p haben wir die Ehre ganz unterthänigst zu berichten, daß wir jetzt hier in
- Kalisz die Einleitung des Trąbczyner Prozeßes gänzlich besorgt haben, und daß nun
- am 24ten 8br der dazu bestimmte Termin festgesezt ist, die Ursache weshalb sich
- diese Sache so lange verzögert hat, besteht darin, daß die Herrn beim Tribunal
- seit 8 Wochen Ferien gehabt. Die sich erst mit den heutigen Tag geendiget haben.
- Der H. R. R. Falz[?] hat nun diesen Prozeß übernommen und seinen möglichsten Fleiße
- Eyfer dabey verwendet, derselbe hat uns auch schon die sichere Haftung ge-
- macht, daß der günstigte Ausgang dieses Prozeßes auf unserer Seite am
- Termin, wo immer gleich das Urtel am Termin publicirt wird, erfolgen.
- würde. Was das Honorarium für dH. Falz betrift, so will derselbe nicht
- fordern, sondern überläßt dies Er durchlaucht seine eigene Disposition.
- die 200 rt Vorschuß haben wir ihm abgegeben, womit er sehr zu fremden war.
- Mit der Administration / soll wohl heißen Sequestration / auf unsere Güter hat es
- jezt gänzlich ein Ende, und das Gerücht geht hier sehr stark daß der König
- von Preußen die sämtl. hier ausstehenden Gelder wieder an sich nehmen wird.
- Gott gebe nur daß diese Sage gegründet sein möge. Mit dem Erbpachtern
- von Olesnica wäre es am besten, wann wir uns vergleichen dürften,
- sie verlangen 12 Hufen Land im Erbpacht mit billigen Canon, und Sie durch
- sind den wieder in völligen Besiz von Olesnica. Das Klagen und La-
- mentiren der Pol[nischen] Bauren und Holländer ist nach wie vorher, da die Geträder
- Preise sich noch immer gleich bleiben, und nicht steigen wollen — mit den erstern
- haben wir am 12ten Octobr Termin an Ort um Stelle, und leztere sind mit
- 3 fl. pro Morgen noch nicht zufrieden, und vermeinen nur mit 2 fl. pro Morgen
- bestehen zu können. Wir verharre Ewer p p Hecker, Honrichs.
- NB der H. Fried: Gr. Kwilecki bittet sehr um den versprochenen lebendigen Hirsch —
- Meine Anmerkung — denen Bauen und Hauländern könte von Rückstande etwas er-
- laßen werden — für die Folge nichts — Mann läßt sie was jetzt in Pohlen
- leicht geschehen kan, reisen, umsomehr als dH v Knobelsdorff lieber Land als
- Zinsen haben will und es sich zu gleichen Preisen rechnet.
- v Triebenfeld
207
Abschrift
Kalisz am 30ten Septr 1810.
Pro Memoria Ewr p haben wir die Ehre ganz unterthänigst zu berichten, daß wir jetzt hier in Kalisz die Einleitung des Trąbczyner Prozeßes gänzlich besorgt haben, und daß nun am 24ten 8br der dazu bestimmte Termin festgesezt ist, die Ursache weshalb sich diese Sache so lange verzögert hat, besteht darin, daß die Herrn beim Tribunal seit 8 Wochen Ferien gehabt. Die sich erst mit den heutigen Tag geendiget haben. Der H. R. R. Falz[?] hat nun diesen Prozeß übernommen und seinen möglichsten Fleiße Eyfer dabey verwendet, derselbe hat uns auch schon die sichere Haftung gemacht, daß der günstigte Ausgang dieses Prozeßes auf unserer Seite am Termin, wo immer gleich das Urtel am Termin publicirt wird, erfolgen. würde. Was das Honorarium für dH. Falz betrift, so will derselbe nicht fordern, sondern überläßt dies Er durchlaucht seine eigene Disposition. die 200 rt Vorschuß haben wir ihm abgegeben, womit er sehr zu fremden war. Mit der Administration / soll wohl heißen Sequestration / auf unsere Güter hat es jezt gänzlich ein Ende, und das Gerücht geht hier sehr stark daß der König von Preußen die sämtl. hier ausstehenden Gelder wieder an sich nehmen wird. Gott gebe nur daß diese Sage gegründet sein möge. Mit dem Erbpachtern von Olesnica wäre es am besten, wann wir uns vergleichen dürften, sie verlangen 12 Hufen Land im Erbpacht mit billigen Canon, und Sie durch sind den wieder in völligen Besiz von Olesnica. Das Klagen und Lamentiren der Pol[nischen] Bauren und Holländer ist nach wie vorher, da die Geträder Preise sich noch immer gleich bleiben, und nicht steigen wollen — mit den erstern haben wir am 12ten Octobr Termin an Ort um Stelle, und leztere sind mit 3 fl. pro Morgen noch nicht zufrieden, und vermeinen nur mit 2 fl. pro Morgen bestehen zu können. Wir verharre Ewer p p Hecker, Honrichs. NB der H. Fried: Gr. Kwilecki bittet sehr um den versprochenen lebendigen Hirsch — Meine Anmerkung — denen Bauen und Hauländern könte von Rückstande etwas erlaßen werden — für die Folge nichts — Mann läßt sie was jetzt in Pohlen leicht geschehen kan, reisen, umsomehr als dH v Knobelsdorff lieber Land als Zinsen haben will und es sich zu gleichen Preisen rechnet. v Triebenfeld
