Document 205 · Letter
11 September 1810
Wrocław (Breslau)
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld pursues the exchange deal: according to the letter to Fischbach, Knobelsdorff is ready from the 11th for the journey to Zagórów, and Triebenfeld says he has asked him about the date and meeting place. Weigel wants, should Stössel take the Biskupice estates, to have himself entered there, to give the Prince a receipt and to have everything cancelled on Koszęcin. He reports that Labage is to offer linen and iron in Paris for contributions, and he expects iron prices to rise. He warns the Prince against false friends.
Triebenfeld betreibt den Tauschhandel: Knobelsdorff steht laut Brief an Fischbach ab dem 11ten für die Reise nach Zagórów bereit, Triebenfeld hat ihn nach Termin und Treffpunkt gefragt. Weigel will, falls Stössel die Bischdorfer Güter nimmt, sich dort eintragen lassen, den Fürsten quittieren und auf Koszęcin alles löschen lassen. Berichtet, Labage solle in Paris Leinwand und Eisen für Kontributionen anbieten, und erwartet steigende Eisenpreise. Warnt den Fürsten vor falschen Freunden.
- 205
- Durchlauchtigster Fürst
- Gnädigster Fürst und Herr!
- Heute früh um 5 Uhr reisete Köckritz ab ich begleitete ihm bis in seinen Wagen, der
- König wolte in einer Stunde drauf folgen — Köckritz empfiehlt sich Ewr Durchlaucht
- nochmals zu Gnaden
- was den Tausch Handel anbetrift so betreibe ich den mit Kopf und Herzen — ich hoffe
- es soll gelingen — Knobelsdorff schrieb vor einige Tage an Fischbach — Er habe sagte
- er einen Auftrag vom General Landschafts Director, diese Commission abzuhalten würde,
- bis d 10ten dauren vom 11ten an stünde er zu Befehl um jeden Tag nach Zago-
- rowo abzugehen, ich habe indes gestern an ihm selbst zu expresse, den Lombardini
- abgeschickt hat, geschrieben, und ihm befragt, wann er zu reisen gemeint sey und
- wo wir sich treffen wolten. Ich erwarte deßen Antwort um darnach weiter
- zu operiren. Weigel ist wieder sehr gut gestimmt — Er sagt
- "Will auch Stössel die Bischdorffer Güter gerne haben, so laße ich mir es ge-
- fallen, wann ich dorten eingetragen werde, gerne will ich den dem Fürsten
- Quittiren und auf Koschentin alles löschen laßen." Wir sind dicke Freunde
- er besucht mich öfter mit seine Kinder in Schweinern, den die Korn, das ist
- seine Tochter, die schließt sich sehr an meine beide Töchter an —
- Kurz auf der Seite hoffe ich alles nur mögliche Güte, umsomehr als es nun
- ausgemacht ist, daß alle in Pohlen ausstehende Gelder bezahlt werden müßen
- und außer Landes gezogen werden können.
- Die wittwen Cassen Bank, Seehandlung, Pupillen Depositoria und alle Privat
- Männer erhalten ihre Gelder, die Pohlen sind auf einemmahle alle Bettler
- und es steht jezt nahe dran, daß sie sich nicht machen und alle zu den Rußen
- übergehen. Nochrich fürchtet jezt alles und halt den Krieg zwischen Frankreich
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Durchlauchtigster Fürst
Gnädigster Fürst und Herr!
Heute früh um 5 Uhr reisete Köckritz ab ich begleitete ihm bis in seinen Wagen, der König wolte in einer Stunde drauf folgen — Köckritz empfiehlt sich Ewr Durchlaucht nochmals zu Gnaden was den Tausch Handel anbetrift so betreibe ich den mit Kopf und Herzen — ich hoffe es soll gelingen — Knobelsdorff schrieb vor einige Tage an Fischbach — Er habe sagte er einen Auftrag vom General Landschafts Director, diese Commission abzuhalten würde, bis d 10ten dauren vom 11ten an stünde er zu Befehl um jeden Tag nach Zagorowo abzugehen, ich habe indes gestern an ihm selbst zu expresse, den Lombardini abgeschickt hat, geschrieben, und ihm befragt, wann er zu reisen gemeint sey und wo wir sich treffen wolten. Ich erwarte deßen Antwort um darnach weiter zu operiren. Weigel ist wieder sehr gut gestimmt — Er sagt "Will auch Stössel die Bischdorffer Güter gerne haben, so laße ich mir es gefallen, wann ich dorten eingetragen werde, gerne will ich den dem Fürsten Quittiren und auf Koschentin alles löschen laßen." Wir sind dicke Freunde er besucht mich öfter mit seine Kinder in Schweinern, den die Korn, das ist seine Tochter, die schließt sich sehr an meine beide Töchter an — Kurz auf der Seite hoffe ich alles nur mögliche Güte, umsomehr als es nun ausgemacht ist, daß alle in Pohlen ausstehende Gelder bezahlt werden müßen und außer Landes gezogen werden können.
Die wittwen Cassen Bank, Seehandlung, Pupillen Depositoria und alle Privat Männer erhalten ihre Gelder, die Pohlen sind auf einemmahle alle Bettler und es steht jezt nahe dran, daß sie sich nicht machen und alle zu den Rußen übergehen. Nochrich fürchtet jezt alles und halt den Krieg zwischen Frankreich
- und Rußland für unvermeidlich eben so glaubt er, daß die Pohlen die Tournure machen
- werden; und geschieht das, so schließes bey Gallizien auch Westpreußen an und die Pohlen werden
- sich Rußland gerade zu in die Arme, um sich zu rette, — den woher solten die armen
- Einwohner von der kleinen Provinz Warschau was doch nur den 10ten Theil von dem
- ehemaligen Königreich Pohlen ausmacht, 27 Millionen rt. nahmen.
- Es glimmt hier ein Feuer unter den Hegel, welches eine fürchterliche Explosion
- hervor bringen könte. — Indes dämmert hier ein Strahl von Hofnung der Selbſte
- Ewr Hochfürstliche Durchlaucht Aussichten darbaut, die ich mit Hochklopfenden Herzen ent-
- gegen sehe. Privat Briefe aus Wien versichern daß der Frieden zwischen Rußland und
- der Türkey in diesem Augenblick schon abgeschloßen sein — Gott gebe daß sich dies
- bestätige, den würden ein paar trübe Wolcken, die jezt den Glanz unsers Glückssteres
- noch verdunkeln, verwähnt und wir sahen schon hellere Dämmerung —
- Seit — wies Gott giebt nehmen wir Erden Wallen es von seiner Hand — der Bidere
- Mann leidet nur kurze Zeit den geht die Sache beßer —
- Den Augenblick war der ehrliche Lombardini bey mich, Er wird einzusetzen
- schicken, nun kan ich freier schreiben —
- Vor der Hand noch dies — Labage ist nach Paris geschickt, und soll für die
- zu zahlende Contributionen Leinewand und Eysen offeriren — halb und halb
- ist diese Zahlungs Modalitæt angenommen — gelange es so wäre das Eysen
- eine neue Werthe Waare — ich erfahre es zu erst und sage Ewr Durchlaucht
- treulich was für Nuzzen daraus zu ziehen sey wird
- der Schweden Krieg bietet frohe Aussichten, dar, den das Eysen wird zu immer
- hohe Preise verkauft werden.
- Nun herzig und Ihnen edelster der Menschen und allen Fürsten Kindern allein
- Mann geäbt Ihnen biderne Fürst schreckliche Grüben — glauben und trauen Sie nichts
- was man Ihnen auch irgend sagt. — Ihre Herzens Güte wird von Ihren Feinde
- schrecklich gemisbraucht, und selbst die so oft Ihr höchstes Zutrauen genießen
- sind pure Schein Freunde — also sehen die Sich vor — ich bitte Sie besser
und Rußland für unvermeidlich eben so glaubt er, daß die Pohlen die Tournure machen werden; und geschieht das, so schließes bey Gallizien auch Westpreußen an und die Pohlen werden sich Rußland gerade zu in die Arme, um sich zu rette, — den woher solten die armen Einwohner von der kleinen Provinz Warschau was doch nur den 10ten Theil von dem ehemaligen Königreich Pohlen ausmacht, 27 Millionen rt. nahmen. Es glimmt hier ein Feuer unter den Hegel, welches eine fürchterliche Explosion hervor bringen könte. — Indes dämmert hier ein Strahl von Hofnung der Selbſte Ewr Hochfürstliche Durchlaucht Aussichten darbaut, die ich mit Hochklopfenden Herzen entgegen sehe. Privat Briefe aus Wien versichern daß der Frieden zwischen Rußland und der Türkey in diesem Augenblick schon abgeschloßen sein — Gott gebe daß sich dies bestätige, den würden ein paar trübe Wolcken, die jezt den Glanz unsers Glückssteres noch verdunkeln, verwähnt und wir sahen schon hellere Dämmerung — Seit — wies Gott giebt nehmen wir Erden Wallen es von seiner Hand — der Bidere Mann leidet nur kurze Zeit den geht die Sache beßer — Den Augenblick war der ehrliche Lombardini bey mich, Er wird einzusetzen schicken, nun kan ich freier schreiben — Vor der Hand noch dies — Labage ist nach Paris geschickt, und soll für die zu zahlende Contributionen Leinewand und Eysen offeriren — halb und halb ist diese Zahlungs Modalitæt angenommen — gelange es so wäre das Eysen eine neue Werthe Waare — ich erfahre es zu erst und sage Ewr Durchlaucht treulich was für Nuzzen daraus zu ziehen sey wird der Schweden Krieg bietet frohe Aussichten, dar, den das Eysen wird zu immer hohe Preise verkauft werden.
Nun herzig und Ihnen edelster der Menschen und allen Fürsten Kindern allein Mann geäbt Ihnen biderne Fürst schreckliche Grüben — glauben und trauen Sie nichts was man Ihnen auch irgend sagt. — Ihre Herzens Güte wird von Ihren Feinde schrecklich gemisbraucht, und selbst die so oft Ihr höchstes Zutrauen genießen sind pure Schein Freunde — also sehen die Sich vor — ich bitte Sie besser
- Fürst herzigst darum — Für mich ist mehr als Gift Dolch und Hollen fein Ihnen
- edelster der Menschen zu sagen was vorgeht und was im hinterhalt läuſcht. Ich habe
- daher einen Weg eingeschlagen, wo Sie alles erfahren, darnach richten Sie aller
- ein und zeigen Sie sich als ein großer Mann mit der Ihnen stets eigenen Würde
- rechnen Sie darauf daß ein kurzen Evenements eintreten werden, wo Sie die glän-
- zendeste Rollen spielen und Ihre Feinde gedemüthiget sehen werden.
- Ich bin ein armer Erden Müller, etwas wißen Sie über mein unglückliches Geschick, aber viel
- leicht thue ich mehr zu Ihren Nuzzen als alle Großen der Erde —
- Mitt unbegränzter Verehrung erſterbe
- Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
- Breslau d 11ten Sept.
- 1810.
- treu unterthäniger Diener
- v Triebenfeld
Fürst herzigst darum — Für mich ist mehr als Gift Dolch und Hollen fein Ihnen edelster der Menschen zu sagen was vorgeht und was im hinterhalt läuſcht. Ich habe daher einen Weg eingeschlagen, wo Sie alles erfahren, darnach richten Sie aller ein und zeigen Sie sich als ein großer Mann mit der Ihnen stets eigenen Würde rechnen Sie darauf daß ein kurzen Evenements eintreten werden, wo Sie die glänzendeste Rollen spielen und Ihre Feinde gedemüthiget sehen werden. Ich bin ein armer Erden Müller, etwas wißen Sie über mein unglückliches Geschick, aber viel leicht thue ich mehr zu Ihren Nuzzen als alle Großen der Erde — Mitt unbegränzter Verehrung erſterbe
Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
Breslau d 11ten Sept.
1810.
treu unterthäniger Diener
v Triebenfeld


