Document 197 · Letter
31 May 1810
Ollaboch
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld reports that, according to Richter, General Köckritz told van der Lahr firmly to be quiet; he says Lahr is now willing to wait. He says Köckritz is also to obtain patience over the interest owed to the Invalids' Fund. Triebenfeld means to start the business in Kalisz, then return to Wrocław, and is pressing Goldstucker and Flesch to agree to the exchange. Senior Steward Hegener is to review everything in Zagórów. He says he would pursue the Trąbczyn matter vigorously. Postscript: according to Tesmar, Lahr knows nothing of it; Triebenfeld suspects a piece of knavery by Flesch and his associates.
Triebenfeld berichtet, dass General Köckritz van der Lahr laut Richter derb zur Ruhe verwiesen habe; Lahr wolle nun warten. Köckritz solle zudem Geduld wegen der Zinsen an die Invaliden Casse erwirken. Triebenfeld will die Angelegenheiten in Kalisz einleiten, dann nach Wrocław zurück, und drängt Goldstucker und Flesch zum Tauschhandel. Ober Amtmann Hegener soll alles in Zagórów revidieren. Die Trąbczyner Sache würde er energisch betreiben. Nachschrift: Laut Tesmar weiß Lahr von nichts; Triebenfeld vermutet eine Büberei von Flesch und Consorten.
- 197
- Durchlauchtigſter Fürſt
- Gnädigster Fürst und Herr!
- Mein Richter kömt so eben von Berlin mit der frohen Nachricht zurück
- daß der beiden General Köckritz dem v[an] d[er] Lahr derb zur Ruhe ver-
- weisen laßen und daß Lahr zu warten, ſich demüthigſt erklärt hat.
- auch wird er mit den [H?] Etats Sachen ſprechen, daß man wegen
- den Zins Zahlungen an der Invaliden Casse in Geduld stehen soll.
- Ich werde nun, da ich einmahl in Pohlen bin, die Angelegenheiten in
- Kalisz bestens einleiten und dan nach Breslau zurückkehren.
- An Goldstucker und Flesch ſchreibe ich ſo eben den Tauſchhandel
- best möglichst im Geleis zu bringen —
- Übrigens ist die Geld Noth hier größer als bei uns und ich kan nichts ver-
- sprechen — Wolte nur Gott der Handel käme zu Stande.
- Ich habe hier einen alten Freund gefunden, der dem Strachwitz die Hölle
- als das ſchönſte Paradies auszumahlen verſteht, der ſoll Strachwitzen
- alles voreiten — Es ist der Ober Amtmann Hegener aus Olla-
- bock — Er soll auch alles in Zagorowo revidiren — Er wird das
- ohne Intresse thun den er ist ein edler Preuße und Ewr Durchlaucht
- Verehrer
- Ich würde jetzt mit der Trąbczyner Sache furiore vorschreiten auch
- die Konojader[?] Geschichte einleiten damit alles ein Ganzes bildet und
197
Durchlauchtigſter Fürſt
Gnädigster Fürst und Herr!
Mein Richter kömt so eben von Berlin mit der frohen Nachricht zurück daß der beiden General Köckritz dem v[an] d[er] Lahr derb zur Ruhe verweisen laßen und daß Lahr zu warten, ſich demüthigſt erklärt hat. auch wird er mit den [H?] Etats Sachen ſprechen, daß man wegen den Zins Zahlungen an der Invaliden Casse in Geduld stehen soll. Ich werde nun, da ich einmahl in Pohlen bin, die Angelegenheiten in Kalisz bestens einleiten und dan nach Breslau zurückkehren. An Goldstucker und Flesch ſchreibe ich ſo eben den Tauſchhandel best möglichst im Geleis zu bringen — Übrigens ist die Geld Noth hier größer als bei uns und ich kan nichts versprechen — Wolte nur Gott der Handel käme zu Stande. Ich habe hier einen alten Freund gefunden, der dem Strachwitz die Hölle als das ſchönſte Paradies auszumahlen verſteht, der ſoll Strachwitzen alles voreiten — Es ist der Ober Amtmann Hegener aus Ollabock — Er soll auch alles in Zagorowo revidiren — Er wird das ohne Intresse thun den er ist ein edler Preuße und Ewr Durchlaucht Verehrer Ich würde jetzt mit der Trąbczyner Sache furiore vorschreiten auch die Konojader[?] Geschichte einleiten damit alles ein Ganzes bildet und
- gutes Ansehen gewämt — Dringen Ewr Durchlaucht nur auf den Gold-
- stucker, daß er den Tausch Handel zu Stande bringt.
- In tiefsten Respect ersterben
- Ewr Durchlaucht
- Ollabock
- den 31ten May
- 1810.
- treu unterthäniger Diener
- v Triebenfeld
gutes Ansehen gewämt — Dringen Ewr Durchlaucht nur auf den Goldstucker, daß er den Tausch Handel zu Stande bringt. In tiefsten Respect ersterben Ewr Durchlaucht Ollabock
den 31ten May
1810.
treu unterthäniger Diener v Triebenfeld
- da lese ich eben ein Schreiben des Geheimen Raths Tismar, der jezt der Busen Freund
- des Köckritzes ist — der sagt
- Was macht Du für ein Hollo — Lahr schwört hoch und theuer er weis von
- nichts. Er wiße es zu gut, daß Du ein wohlhabender Mann seist — Er
- habe sich ja persönlich davon in deinen Gütern bey einen Vorwerke begegte
- fenen Holz Kauf überzeugt. Es müße sein Sachwalter oder ein
- andereres Feindseeliges Wesen seinen Nahmen gemis braucht haben —
- Er ist für die vom General erhaltene Filze sehr Böse — Seu[s/l?] du ihm
- zu beruhigen p. p.
- Ich bin nun bis zur höchsten Gewisheit überzeugt, daß das eine Büberey
- des Flesch und Consorten gewesen, um auch von Breslau wegzu-
- ſcheuchen. Ich erfahre es aber ſicher, und dann wehe den Buben —
- Es ist nur gut daß Köckritz mit Sack spricht, und daß ich da Ruhe
- Gewinnen — Die Welt sieht doch daß ich noch gute Freunde habe —
da lese ich eben ein Schreiben des Geheimen Raths Tismar, der jezt der Busen Freund des Köckritzes ist — der sagt Was macht Du für ein Hollo — Lahr schwört hoch und theuer er weis von nichts. Er wiße es zu gut, daß Du ein wohlhabender Mann seist — Er habe sich ja persönlich davon in deinen Gütern bey einen Vorwerke begegte fenen Holz Kauf überzeugt. Es müße sein Sachwalter oder ein andereres Feindseeliges Wesen seinen Nahmen gemis braucht haben — Er ist für die vom General erhaltene Filze sehr Böse — Seu[s/l?] du ihm zu beruhigen p. p.
Ich bin nun bis zur höchsten Gewisheit überzeugt, daß das eine Büberey des Flesch und Consorten gewesen, um auch von Breslau wegzuſcheuchen. Ich erfahre es aber ſicher, und dann wehe den Buben — Es ist nur gut daß Köckritz mit Sack spricht, und daß ich da Ruhe Gewinnen — Die Welt sieht doch daß ich noch gute Freunde habe —


