Document 182 · Letter
May 1806
Berlin
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld asks urgently for the forgotten power of attorney for Court Fiscal Pochammer, for blank forms and for blank powers of attorney attested by a court. Without them he says he has been unable to do anything for weeks. He has written to Beyme and Minister v. Voss in the Prince's name and recommended Pochammer. He intends to call on Faudel, Haugwitz and Count von Keller. He complains about the lazy Amelang and about Grattenauer, who wants titles and testimonials and who, from what Triebenfeld hears, wants to become a councillor of justice, and he proposes a refusal.
Triebenfeld bittet dringend um die vergessene Vollmacht für Hof Fiscal Pochammer, um Blanquets und gerichtlich attestierte Blankovollmachten. Ohne sie kann er seit Wochen nichts tun. An Beyme und Minister v. Voss hat er im Namen des Fürsten geschrieben und Pochammer empfohlen. Er will Faudel, Haugwitz und Graf von Keller aufsuchen. Er klagt über den faulen Amelang und über Grattenauer, der Titel und Zeugnisse will und nach dem, was Triebenfeld hört, Justiz Rath werden will, und schlägt eine abweisende Antwort vor.
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- Durchlauchtigſter Fürſt
- Gnädigster Fürst und Herr!
- In diesen Augenblick erhalte ich Ewr Hochfürstliche Durchlaucht höchst ver-
- ehrtes Schreiben von 11ten dieses. Es enthält die Depeschen an
- dH M v. Haugwitz, an Herrn Faudel, nebst Glagte[?] und Beclage[?] ein Schreiben an dh. Glenck, eine
- Schreiben an mir auf 1½ Bogen und einen N.S. von Ewr Hochfürstl. Durch
- laucht eigener Hand. Die Vollmacht für H. Hof Fiscal Pochammer
- und die Blanquets welche beide Sache ich über alles nothwendig
- brauche sind beizulegen vergeßen — Schon seyn ich mehrere Wochen
- hier und kan nichts thun, weil diese Piecen nur mangeln,
- Am König soll ich unter Ewr Durchlaucht Nahmen nicht schreiben
- diese Blanquets liegen noch alle da, aber kleinere in an
- Männer zu schreiben die absolut würken müßen habe ich nicht
- mehr — Geruhen Ewr Durchlaucht mir daher des allerbaldigen
- Die Vollmacht für Herrn Pochammer und die nöthigen Blanquets
- auch einige Gerichtlich Attestirte Vollmachten im Blanco zu sehen
- damit ich solche wie sie erforderlich sind ausfüllen laßen kan,
- An dHerrn Geheimen Cabinets Rath Beyme und an dH. Minister
- v. Voss habe ich Nahmens Ewr Durchlaucht auf die beiden lezten
- Blanquets geschrieben, den Hof Fiscal Pochammer als be-
- vollmächtigten empfohlen, damit er nur einigermaßen
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Durchlauchtigſter Fürſt
Gnädigster Fürst und Herr!
In diesen Augenblick erhalte ich Ewr Hochfürstliche Durchlaucht höchst verehrtes Schreiben von 11ten dieses. Es enthält die Depeschen an dH M v. Haugwitz, an Herrn Faudel, nebst Glagte[?] und Beclage[?] ein Schreiben an dh. Glenck, eine Schreiben an mir auf 1½ Bogen und einen N.S. von Ewr Hochfürstl. Durch laucht eigener Hand. Die Vollmacht für H. Hof Fiscal Pochammer und die Blanquets welche beide Sache ich über alles nothwendig brauche sind beizulegen vergeßen — Schon seyn ich mehrere Wochen hier und kan nichts thun, weil diese Piecen nur mangeln, Am König soll ich unter Ewr Durchlaucht Nahmen nicht schreiben diese Blanquets liegen noch alle da, aber kleinere in an Männer zu schreiben die absolut würken müßen habe ich nicht mehr — Geruhen Ewr Durchlaucht mir daher des allerbaldigen Die Vollmacht für Herrn Pochammer und die nöthigen Blanquets auch einige Gerichtlich Attestirte Vollmachten im Blanco zu sehen damit ich solche wie sie erforderlich sind ausfüllen laßen kan, An dHerrn Geheimen Cabinets Rath Beyme und an dH. Minister
v. Voss habe ich Nahmens Ewr Durchlaucht auf die beiden lezten Blanquets geschrieben, den Hof Fiscal Pochammer als bevollmächtigten empfohlen, damit er nur einigermaßen
- würksam sein kan. Beide Abschriften schicke ich mit künftiges
- Post damit Ewr Durchlaucht daraus die Demarcken ent-
- nehmen können, welche ich allewege einschlage und wie die
- Sache geleitet wird.
- Morgen früh oder heute, den es ist ganz Uhr in der Nacht
- als ich die Estaffette erhalte, eile ich zu H v Faudel, sehe
- mich auch mit dh. Gr v. Haugwitz und spreche hernach mit dem
- Herrn Grafen von Keller der eben hier in Goldenen Adler
- logirt und der jetzt das porte feuille übernehmen
- soll wenn H. v. Haugwitz so wie H. p. von Hardenberg es schon
- gethan mehrere Monathe auf Urlaub gehen wird.
- was ich hier und da höhre werde ich mit erster Post
- melden. Nur geruhen Ewr Durchlaucht mir schleunig
- die Blanquets die Vollmacht für H. Pochammer und beſonders
- ein paar gerichtlich attestirte Vollmachten in Blanco zu
- senden, damit ich in leztern Falle eine andere Vollmacht
- für H. Pochammer ausfüllen kan.
- den das Aufgabet solte so nicht statt finden — ich hatte
- es vergeßen in der Eile wegzustreichen — auch könnte
- es leicht sein, daß man nicht so viel Geld geben wolte
- da müste den eine geringere Summa eingeschaltet werden
würksam sein kan. Beide Abschriften schicke ich mit künftiges Post damit Ewr Durchlaucht daraus die Demarcken entnehmen können, welche ich allewege einschlage und wie die Sache geleitet wird.
Morgen früh oder heute, den es ist ganz Uhr in der Nacht als ich die Estaffette erhalte, eile ich zu H v Faudel, sehe mich auch mit dh. Gr v. Haugwitz und spreche hernach mit dem Herrn Grafen von Keller der eben hier in Goldenen Adler logirt und der jetzt das porte feuille übernehmen soll wenn H. v. Haugwitz so wie H. p. von Hardenberg es schon gethan mehrere Monathe auf Urlaub gehen wird. was ich hier und da höhre werde ich mit erster Post melden. Nur geruhen Ewr Durchlaucht mir schleunig die Blanquets die Vollmacht für H. Pochammer und beſonders ein paar gerichtlich attestirte Vollmachten in Blanco zu senden, damit ich in leztern Falle eine andere Vollmacht für H. Pochammer ausfüllen kan.
den das Aufgabet solte so nicht statt finden — ich hatte es vergeßen in der Eile wegzustreichen — auch könnte es leicht sein, daß man nicht so viel Geld geben wolte da müste den eine geringere Summa eingeschaltet werden
- Die sehr große Entfernung von Ewr Durchlaucht erschwere
- den Geschäftsgang führe, und wan dazu die Vollmacht
- und andere Papiere fehlen, dan geräth alles ins Stocken.
- Mehr als traurig ist es für mich daß ich kennen einzigem
- Menschen habe der es treu und redlich mit Eure Frühle meint
- alle wollen sich nur bereichern, raisoniren über alles wißen
- aber in Grunde nichts und thun auch durchaus nichtes.
- Der faule Amel[ang]: hier schreibt keine Sylbe führt mich
- öfters durch seine Lügen irre, und im Ende ist er immer
- der erste der die Hand ausstreckt.
- Grattenauer ist würklich verrückt, dem kan ich zu
- nichts mehr brauchen — bald schreit er um Geld — bald
- will er einen Titel bald ein Zeugnis haben, daß er
- würklich Hohenlohe Ohringscher Officiant sey und hierher
- gar nicht gehörigen soll er arbeiten den ist erkraus
- soll er reisen und hier oder da einen Prozeß leiten
- den raſet er — Kurz der Kerl ist nicht zu brauchen.
- Geld habe ich ihm gegeben, den er hat sein Gehalt
- auf 1 1/2 Jahr voraus weg — Titel, und falsche Zeug-
- niße aber werde ich ihm nie gewähren. Ich habe
- ihm etwas Nerveuse zur Ruhe verwiesen —
Die sehr große Entfernung von Ewr Durchlaucht erschwere den Geschäftsgang führe, und wan dazu die Vollmacht und andere Papiere fehlen, dan geräth alles ins Stocken. Mehr als traurig ist es für mich daß ich kennen einzigem Menschen habe der es treu und redlich mit Eure Frühle meint alle wollen sich nur bereichern, raisoniren über alles wißen aber in Grunde nichts und thun auch durchaus nichtes. Der faule Amel[ang]: hier schreibt keine Sylbe führt mich öfters durch seine Lügen irre, und im Ende ist er immer der erste der die Hand ausstreckt.
Grattenauer ist würklich verrückt, dem kan ich zu nichts mehr brauchen — bald schreit er um Geld — bald will er einen Titel bald ein Zeugnis haben, daß er würklich Hohenlohe Ohringscher Officiant sey und hierher gar nicht gehörigen soll er arbeiten den ist erkraus soll er reisen und hier oder da einen Prozeß leiten den raſet er — Kurz der Kerl ist nicht zu brauchen. Geld habe ich ihm gegeben, den er hat sein Gehalt auf 1 1/2 Jahr voraus weg — Titel, und falsche Zeugniße aber werde ich ihm nie gewähren. Ich habe ihm etwas Nerveuse zur Ruhe verwiesen —
- Nun höhre er will Ewr Durchlaucht bitten — Ihm zum Justiz Rath
- zu ernennen, alsdan will er ein Justiz Collegium formiren —
- und in Breslau den Fürstl. Hohenlohischen Justiz Presidenten machen
- auch will er wegen seines Gehalts auf die Schlesischen Güter
- angewiesen werden —
- Solte er Eure Durchlaucht würklich mit solchen Anträge kommen
- ſogerühm Sie ihm nur kurz zu ſagen.
- daß er sich wegen seines Gehalts, wenn er was zu fordern
- zu haben glaube an dem Hr. R[ath]. v. Triebenfeld wenden solle.
- der die Südpreuße Casse wohl gehörig instruiren würde.
- Jeden der was zu fordern habe, zu bezahlen.
- Titels aber gäben sie kennen ihrer Officianten Es
- sey dann daß ein oder der andere sich besonders
- in Sie verdient gemacht hätte — Übrigens aber
- vermischte Sie die Südpreuße Sachen weder mit
- den Schlesischen noch weniger mit den Hohenlohischen
- und wer mit diesen Anordnungen und einmahl eingeführt
- Geschäftsgange nicht zu frieden wäre, den müsten Sie
- es überlaßen, sich in seinen wünsche angemeßenes Un-
- terkommen zu suchen.
- Ich ſtehe dafür daß, wenn Ewr Durchlaucht aus einem solchen Tone
- sprochen werden, jeder seine Schuldigkeit thun wird.
- In tiefsten Respect ersterbe
- Ewr Durchlaucht
- Berlin d. 16 t. May morgendt zu [3?] uhr
- 1806
- treu gehorsamster diener
- v Triebenfeld
Nun höhre er will Ewr Durchlaucht bitten — Ihm zum Justiz Rath zu ernennen, alsdan will er ein Justiz Collegium formiren — und in Breslau den Fürstl. Hohenlohischen Justiz Presidenten machen auch will er wegen seines Gehalts auf die Schlesischen Güter angewiesen werden — Solte er Eure Durchlaucht würklich mit solchen Anträge kommen ſogerühm Sie ihm nur kurz zu ſagen.
daß er sich wegen seines Gehalts, wenn er was zu fordern zu haben glaube an dem Hr. R[ath]. v. Triebenfeld wenden solle. der die Südpreuße Casse wohl gehörig instruiren würde. Jeden der was zu fordern habe, zu bezahlen. Titels aber gäben sie kennen ihrer Officianten Es sey dann daß ein oder der andere sich besonders in Sie verdient gemacht hätte — Übrigens aber vermischte Sie die Südpreuße Sachen weder mit den Schlesischen noch weniger mit den Hohenlohischen und wer mit diesen Anordnungen und einmahl eingeführt Geschäftsgange nicht zu frieden wäre, den müsten Sie es überlaßen, sich in seinen wünsche angemeßenes Unterkommen zu suchen.
Ich ſtehe dafür daß, wenn Ewr Durchlaucht aus einem solchen Tone sprochen werden, jeder seine Schuldigkeit thun wird. In tiefsten Respect ersterbe
Ewr Durchlaucht Berlin d. 16 t. May morgendt zu [3?] uhr 1806
treu gehorsamster diener
v Triebenfeld



