Traces in the Sand

Document 177 · Letter

24 September 1805

Berlin

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Because of the mobilisation little can be achieved in Berlin. Privy Councillor Reinbeck is pursuing the approval of the dismemberment at Zagórów and Trąbczyn; on this depends the money hoped for from the Invalids' Fund and the Wards' Board. Enclosed is a list of the new colonies (21,407 Morgen, 578 farmers; 4,575 Morgen remain to the manorial lordship (Dominium)). Radzinski is to pay in 6,000 Rthl. Scattered colonists promised several thousand Rthl. Still to be paid are Prusimska 20,000, Weigel 23,000 and Schlabrendorff 25,000 Rthl.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 177
  2. Durchlauchtigster Fürst
  3. Gnädigster Fürst und Herr
  4. Hier ist dermalen wenig abzumachen den alles iezt wegen der Mobilmachung der
  5. Armee in Verwirrung. Klewitz muste gestern nach Südpreußen eilen und dor-
  6. ten Getreide zu sammen zu treiben, Miniſt. v Voss ſizt in Havelberg und singt
  7. Psalme daher ist, was in diesen Fach schlägt vor der Hand nichts zu thun.
  8. Die Approbation wird von Geheime Rath Reinbeck betrieben, der solche
  9. sofort als Voss zurück komt besorgen und vollziehen laßen will.
  10. von der Approbation der Dismembrirung hängt das Geld Geschäft ab,
  11. sobald ich dies habe stehen die Revenuen reiste, und dann hoffe ich von der
  12. Invaliden Casse und vom Pupillen Collegio die Summa des benöthigten Geldes
  13. zur Bezahlung aller Schulden zu erhalten. Eingeleitet ist dies alles —
  14. indes kan ich das Dings nicht abwarten, sondern ich muß wieder nach
  15. Trąbczyn eilen um dorten zu würken. Mitt Betsche wird um muß
  16. die Sache auch gehen. Reinbeck ist Amelangs Busen und Jugend Freund,
  17. durch dieſen wird alles zu betreiben ſen. Solte man in etwas
  18. widerspenstig sein, so habe ich die Zusagung des mächtigsten Schuzzes
  19. vom Hofe.
  20. An H. M[inister] v Voss gieng gestern von Potsdam aus ein Befehl daß er das Psalmen
  21. singen bis auf eine andere Zeit aussezzen und zu Hause kommen solle.
  22. indem hier wichtigere Geschäfte abzuthun wären. Er soll heute
  23. Abend eintreffen. Reinbeck hat so eben an Amelang die Verführung
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  1. gegeben, daß morgen die Dismembrationis Sache dem Minister vorgelegt
  2. und übermorgen der Bericht am König abgehen und die höchste Approbation
  3. eingehohlt werden solle. Nach lage der Acten hafte er dafür, daß selbige
  4. nicht entstehen könne ſondern abſolut ertheilt werden müße.
  5. wegen Betsche soll ich nach anrathen des Reinb[eck?]: nichts ehender einreichen bis ich
  6. jene Approbation habe — dann soll ich dem Minister die Sache selbst einreichen
  7. damit er selbige allen wieder zum Besten tourniren könne.
  8. In Ansehung der Kriegs Geschichte bleibt es dabey daß die ganze Armee
  9. mobil gemacht wird.
  10. Der Kayser hat nun eine entre vue zwischen ihr und unsern König vorgeschlagen. Der
  11. König hat ihm par Courir geantwortet, daß er sich das gefallen ließe.
  12. von seinen Vorsaz seine ganze Armee mobil zu machen gienge er
  13. aber nicht ab — den durch sein Land ließe er die Buße nicht ziehen, das
  14. wäre ärger als verlöhre er eine ganze Campagne — Überhaupt
  15. wolle er sich jezt weiter in nichts mischen, wer ihm indes zu was zwingen
  16. wolle dem trete er mit seiner ganzen Macht entgegen, und ehender
  17. wolle er mit seinen lezten Manne unter den Trümern begraben, sind
  18. als von diesen Vorsaz abgehen.
  19. General Rüchel geht morgen nach Ost Preußen ab, eben so soll General
  20. Kalckreuth / der sehr unzufrieden ist und den Abschied fordern will / dieser
  21. Tage nach Pommern abgehn. Wie General Köckritz sagt so wünscht
  22. man daß Ewr Durchlaucht auch bald in SüdPreußen sein mögten.
  23. Sieben Generals werden in Ruhe stand versezt worunter General Dolfe auf
  24. war als ich sie nennen hörte. Feld Marschall Mollendorf soll Haus
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  1. benennung der neuen Dörfer die durch die Dis-
  2. membration bey Zagorowo, und Trąbczyn ent-
  3. stehen.
  4. Friedrichsfeld,
  5. Ludwigslust.
  6. = Grądzyń.
  7. Sophienberg,
  8. Adelow.
  9. = Drzewce.
  10. Augustinow,
  11. Emilienhein.
  12. = alte Hütte.
  13. Wildenbruch,
  14. Schönau, oder
  15. Klein Ingelfingen.
  16. = hinter Kopojno.
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  1. B.
  2. Verzeichnis der etablirten neuen Dörfer und der dem Dominio bleibende Gründe
  3. 1. in der Zagorower Herrschaft sind dismembrirt
  4. a. bey Grądzyń
  5. 1. Collonie vom 1650 Morgen besezt mit 39 wirthe heiß Klein Ingelfingen
  6. b. auf Drzewce
  7. 2. Collonie von 960 Morgen besezt mit 18 wirthe heiß Alexandrow
  8. 3. Collonie von 1200 Morgen besezt mit 40 M wirthe heiß Augustinow
  9. 4. Collonie von 1221 Morgen besezt mit 40 M wirthe heiß Emilienhain
  10. 5. Collonie von 600 Morgen besezt mit 20 M wirthe heiß Adolphsberg
  11. c. bey Kopojno
  12. 6. Collonie von 1830 Morgen besezt mit 31 wirthe heiß Friedrichsfelde
  13. 7. Collonie von 1590 Morgen besezt mit 40 wirthe heiß Ludwigslust
  14. 8. Collonie von 720 Morgen besezt mit 24 wirthe heiß Sophienthal
  15. 9. Collonie von 1530 Morgen besezt mit 35 wirthe heiß Adelowo
  16. An Alte Pohl[e]n[?]. einzden 1230 Morgen besezt mit 20 wirthe heiß bey Kopojno Dorfs und Skokum
  17. d. bey Trąbczyn
  18. 10. Collonie von 1524 Morgen besezt mit 40 wirthe heiß Justinsau
  19. 11. Collonie von 1274 Morgen besezt mit 34 wirthe heiß Kaschubowe
  20. 12. Collonie von 1866 Morgen besezt mit 60 wirthe heiß Furstenfelde
  21. Collonie von 538 Morgen besezt mit 8 wirthe heiß das ehemalige Przybysław
  22. 13. Collonie von 1266 Morgen besezt mit 42 wirthe heiß Klein Schrotzberg
  23. Collonie von 300 Morgen besezt mit 8 wirthe heiß die alte Hütte
  24. 14. Collonie von 1632 Morgen besezt mit 54 wirthe heiß Hellendorff
  25. 15. Collonie von 476 Morgen besezt mit 25 wirthe heiß Stetten[i?]feld.
  26. Summa Morg. 21407 und 578 Wirthe
  27. bey Trąbczyn bleibt
  28. 1. Vorwerck v. 724 Morgen
  29. 2. bey Marianton 60 Morgen (= 784 Morg.)
  30. Wald Bleibt bey Trąbczyn 1500 Morg.
  31. bey Kopojno 832 Morg.
  32. bey Grądzyń 1126 Morg.
  33. bey Wrąbczyn 333 Morg. (= 3791 Morg.)
  34. = 4575 Morgen
  35. Außerden habe die alten Unterthl.
  36. Ihre Weide und Holzklazze[?] Con-
  37. tractmäßig bestimmt.
  38. Gelder
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  1. Gelder sind erst eingegangen 7130 rt. davon sind Interesse bezahlt und
  2. der Rest nach Breslau geschickt!
  3. Radzinski soll und muß diese Tage 6000 rt erlegen, sonst erhält
  4. er Execution — das ist wahrlich der böseste Mensch den ich zu gefunden habe.
  5. Den Donnerstag wollen von die aus einander geprellten Collonisten
  6. sich wieder welche einfinden. Gott weis ob sie Wort halten werden.
  7. sie versprachen etliche Tausend rt baar zu erlegen.
  8. Den Montag hatt ein Mensch, der das vorwürdchen Pachte und Gründe
  9. kaufe will auch versprochen 5000 rt zu bringen.
  10. Hätte Herr v. Voss nach der Erndte den Lerm angefangen, so hatte
  11. ich über seine Thorheiten gelacht, so aber verscheuchte er mir die
  12. Leute zur Unzeit — jezt würden die Menschen schwerlich ehender
  13. als nach der Erndte wieder zusammen kommen.
  14. Hier ist auch wieder befohlen der Prusimska ihre 20000 rt zubezahlen
  15. H. Weigel soll und muß die ihm noch kommende 23000 rt haben
  16. dan ist die Schlabrendorfen zu befriedigen mit 25000 rt
  17. Das ist noch einesumme von 68000 rt
  18. Es sollen diese und noch über hundert Tausend uf mehr einkommen
  19. Nur weis Gott wenn dies geschehen wird —
  20. Wenn ich nur recht bald die approbirte Contracte / den die
  21. habe ich alle zu Beweis mit einreichen müßen / mit der Concession
  22. aller Revenuen zurück erhielte den glaube wird es wohl
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  1. das Beste sein, daß man noch 150000 rth zusamen 30000 rt von der Invaliden
  2. Casse nimt, den Oppenheimer und hier alles ausbezahlt, alles reinen
  3. macht und diese Schuldpost nach und nach aus den Revenuen der Güterkilgt.
  4. so wie ich hier das Vorwerck verpachtet und einen Klumpen Geld bei
  5. sammen habe eile ich sogleich nach Kalisz in dort alles zu leiten
  6. und komme nach Breslau im Euer Durchlaucht weitere hohe Meinung
  7. zu vernehmen.
  8. v Triebenfeld
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  1. wahren, und die Reserve Armee wan es zu was kömt commandiren. Der Herzog
  2. von Braunschweig aber das ganze Leiten —
  3. Die Nachrichten welche ich schon vor 8 Wochen schrieb und die man damals als
  4. sehr unbedeutend ansah findet man jezt bestätiget, und erst vor 3 Tagen
  5. schrieb selbige Chlebowski und Köhler als wichtige Neuigkeiten — der König
  6. hat über manches sehr gewißert — Ich soll wie ich schon lezt schrieb mit
  7. gehen — aber ich werde mich vorsehen — Er Durchlaucht kann soll über
  8. Wieluń nach Lenschitz zu gehen, da sind Sie nicht weit von Ihren Gütern
  9. In tiefsten Respect ersterbe als
  10. Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
  11. Der Obrist v Schlieben habe ich
  12. gestern 2000 rt gegeben, den Meierowitz
  13. hatte kein Geld geschickt, um muß
  14. Sie den Prozeß aufheben — auch habe
  15. ich hier noch an die Helfer 100 fr d'or
  16. gezahlt — Es geht wahrhaftig alles
  17. Gut — M[inister]. Hardenberg ist noch
  18. bisher zu rare gewesen dem
  19. habe ich noch nicht sprechen können.
  20. heut ist er ein paar Tage auf
  21. seine Güter gegangen und der
  22. Könne ist ein Paretz, wo er bis zum Fadel-Tanz
  23. der Ferdinandschen Jubel Hochzeit die den 27ten ist, bleiben will.
  24. Berlin den 24ten Sept.
  25. 1805
  26. unterthänigster Diener
  27. v Triebenfeld