Document 176 · Letter
4 August 1805
Wrocław (Breslau)
Hahn, court councillor in Hohenlohe-Ingelfingen's service → Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent
Hahn reports the death of the reigning Prince of Hohenlohe-Neuenstein on 27 July from a stroke. He says that under the will Hahn's Prince is sole heir, and that possession was taken at once in Öhringen and the other places. Measures by the Princes of Langenburg and Kirchberg, based on a partition treaty, were repelled and their troops turned back. The Prince intends to travel there in September after the Silesian reviews. He leaves the South Prussian affairs to Triebenfeld's judgement, since he will be away for a long time.
Hahn meldet den Tod des regierenden Fürsten zu Hohenlohe-Neuenstein am 27. Juli durch Schlagfluss. Laut Testament ist Hahns Fürst Alleinerbe; in Öhringen und den übrigen Orten wurde sofort Besitz ergriffen. Maßnahmen der Fürsten zu Langenburg und Kirchberg, gestützt auf einen Teilungsvertrag, wurden abgewehrt, ihre Truppen zurückgewiesen. Der Fürst will im September nach den schlesischen Revuen dorthin reisen. Er überlässt die südpreußischen Angelegenheiten Triebenfelds Einsicht, da er lange abwesend sein wird.
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- Hochwohlgebohrner Herr
- Hochzuverehrender Herr Krieges und Forst Rath!
- Euer Hochwohlgebohren, melde ich hierdurch ganz ge-
- horsamst, daß gestern Nachmittag und
- 6 Uhr p Estafette die Nachricht von dem Able-
- ben des regierenden Fürsten zu Hohenlohe
- Neuenstein durchl. eingetroffen ist, der
- hohe Greiß schoß den 20ten Julii noch im
- Thiergarten ein Stük Tannwild, wurde
- den 24ten selbigen Monats von dem Rathlauf
- das eine gewönliche Krankheit bey Ihm war
- befallen, und endete durch einen hinzugetra-
- tenen Schlagfluß, den 27ten frühe nach 10 Uhr
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Hochwohlgebohrner Herr Hochzuverehrender Herr Krieges und Forst Rath! Euer Hochwohlgebohren, melde ich hierdurch ganz gehorsamst, daß gestern Nachmittag und 6 Uhr p Estafette die Nachricht von dem Ableben des regierenden Fürsten zu Hohenlohe Neuenstein durchl. eingetroffen ist, der hohe Greiß schoß den 20ten Julii noch im Thiergarten ein Stük Tannwild, wurde den 24ten selbigen Monats von dem Rathlauf das eine gewönliche Krankheit bey Ihm war befallen, und endete durch einen hinzugetratenen Schlagfluß, den 27ten frühe nach 10 Uhr
- Sein Fraues und rähmliches Leben. In Oehrin-
- gen, so wie in allen Hohenlohischen Orten die-
- ses Stammtheils, wurde sogleich, laut dem
- Testamente, welches meinen gnädigsten
- Fürsten zum alleinigen Erben dieser schon
- nen Lande ernannt hat, — Besitz ergriffen
- und Freudig leisteten Städt und Land die
- Handtreue. Man versuchte von Seiten
- der Herrn Fürsten zu Langenburg und
- Kirchberg geheliche Masregeln, die ſich auf
- einen gewissen falsch verstandenen Par-
- tage Traktat gründen, zu üben, allein
- es wurde von den Aufaenger der Ingel-
- finger Seite mannlich widerstanden, die
- Trouppen zurückgewiesen, und die Ingel-
- fingischen Besitz-Ergreifungs Patente-
Sein Fraues und rähmliches Leben. In Oehringen, so wie in allen Hohenlohischen Orten dieses Stammtheils, wurde sogleich, laut dem Testamente, welches meinen gnädigsten Fürsten zum alleinigen Erben dieser schon nen Lande ernannt hat, — Besitz ergriffen und Freudig leisteten Städt und Land die Handtreue. Man versuchte von Seiten der Herrn Fürsten zu Langenburg und Kirchberg geheliche Masregeln, die ſich auf einen gewissen falsch verstandenen Partage Traktat gründen, zu üben, allein es wurde von den Aufaenger der Ingelfinger Seite mannlich widerstanden, die Trouppen zurückgewiesen, und die Ingelfingischen Besitz-Ergreifungs Patente-
- angeschlagen, auch da, wo man sich von der gegne-
- rischen Seite beygehen lies — welche anzuschlagen,
- wurden sie wieder abgenommen und Ingel
- fingische dagegen angebracht. So steht die
- ganze Sache jezt — und sehnlichst erwartet man
- dort die Ankunft Sr. Durchlaucht, als nunmehri-
- gen Herrn der blühendsten Fluren Fran-
- kens Höchstdieselben werden, auch die Reiß[e]
- dahin im Monat September antretten, wenn
- die schleßischen Revuen beendigt sind, wie
- lange der Aufenthalt dauern wird, ist noch
- unentschieden, nur glauben jezt Sr. durchl.
- um so mehr Euer Hochwohlgebohren weisen Ein-
- sicht alle südpreußischen Angelegenheiten
- unterlassen zu müßen, da höchſt Sie aber
- mals eine geraume Zeitweg seyn werden
angeschlagen, auch da, wo man sich von der gegnerischen Seite beygehen lies — welche anzuschlagen, wurden sie wieder abgenommen und Ingel fingische dagegen angebracht. So steht die ganze Sache jezt — und sehnlichst erwartet man dort die Ankunft Sr. Durchlaucht, als nunmehrigen Herrn der blühendsten Fluren Frankens Höchstdieselben werden, auch die Reiß[e] dahin im Monat September antretten, wenn die schleßischen Revuen beendigt sind, wie lange der Aufenthalt dauern wird, ist noch unentschieden, nur glauben jezt Sr. durchl. um so mehr Euer Hochwohlgebohren weisen Einsicht alle südpreußischen Angelegenheiten unterlassen zu müßen, da höchſt Sie aber mals eine geraume Zeitweg seyn werden
- Alles dies habe ich denenselben pflichtschuldigst
- berichten wollen, und erlaube nur mus noch
- die Versicherung wahrer Verehrung anzuhren
- gen, in der ich stets zu seyn die Ehre habe.
- Euer Hochwohlgebohren
- Breslau den 4ten August
- 1805
- unterthäniger diener
- A. Hahn
Alles dies habe ich denenselben pflichtschuldigst berichten wollen, und erlaube nur mus noch die Versicherung wahrer Verehrung anzuhren gen, in der ich stets zu seyn die Ehre habe. Euer Hochwohlgebohren
Breslau den 4ten August
1805
unterthäniger diener
A. Hahn



