Document 156 · Letter
19 January 1805
Berlin
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
Triebenfeld reports that he cannot obtain the 25,000 Rthl without the large transaction. He says the money has twice been thwarted, probably by young Eysenhardt, who is demanding 18,000 Rthl. He declined, for the time being, an offer from Court Councillor Meyer, since 9,000 Rthl are entered against Szetlewek. Enclosed is a Copy in which Countess Schlabrendorff threatens to continue the suit in Berlin if the outstanding settlement money for her children is not paid by the next post day.
Triebenfeld berichtet, dass er die 25000 Rthl ohne das große Geschäft nicht erhalten kann. Zweimal sei das Geld hintertrieben worden, vermutlich vom jungen Eysenhardt, der 18000 Rthl fordert. Ein Angebot des Hoffrath Meyer lehnte er vorerst ab, da 9000 Rthl auf Szetlewek eingetragen seien. Beigelegt ist eine Abschrift, in der Gräfin Schlabrendorff mit Fortsetzung der Klage in Berlin droht, falls die rückständigen Vergleichsgelder für ihre Kinder nicht bis zum nächsten Posttag gezahlt werden.
- 156
- Durchlauchtigster Fürst
- Gnädigster Herr!
- Wann ich auf irgend einer Art die 25000 rt, ohne das große
- Geschäfte zu machen, erhalten können, so hätte ich solches längst
- mit den glühendesten Eyfer bewürkt.
- Nehme aber das wenigere so kostet es und die Hände
- sind mir gebunden, weil ich die schweren Papiere
- bey den Kleinen Anlehn, so gut als bey den großen
- verpfänden muß. Noch habe ich keine erste Versiche
- rung war ich die Capitalien erhalten ſoll. Mann
- findet die Pappiere gut, und die Sicherheit sufficient
- aber man zögert, Gott weis warum.
- Ich thue gewis alles was Menschliche Kräfte vermög
- und Ruhe noch Raste nicht, wen an Ziel aller Wünsche
- zu gelangen. Nur erzwingen läst sich hier nichts
- Schon 2 mahl glaubten wir das Geld gewis zu haben
- aber ein böser Mensch hat es hintertrieben, wie ich denke
156
Durchlauchtigster Fürst
Gnädigster Herr!
Wann ich auf irgend einer Art die 25,000 rt, ohne das große Geschäfte zu machen, erhalten können, so hätte ich solches längst mit den glühendesten Eyfer bewürkt.
Nehme aber das wenigere so kostet es und die Hände sind mir gebunden, weil ich die schweren Papiere bey den Kleinen Anlehn, so gut als bey den großen verpfänden muß. Noch habe ich keine erste Versiche rung war ich die Capitalien erhalten ſoll. Mann findet die Pappiere gut, und die Sicherheit sufficient aber man zögert, Gott weis warum.
Ich thue gewis alles was Menschliche Kräfte vermög und Ruhe noch Raste nicht, wen an Ziel aller Wünsche zu gelangen. Nur erzwingen läst sich hier nichts Schon 2 mahl glaubten wir das Geld gewis zu haben aber ein böser Mensch hat es hintertrieben, wie ich denke
- ist es der junge Eyſenhardt — der will an Ewr
- Durchlaucht auch 18000 rt zu fordern haben, für diese
- will ihm der Hoft Rath Meyer die 20000 rt angeben
- und die Schuld annehmen — ich habe dies vor der
- Hand abgewiesen — weil der Prozeß wegen den
- Janvelen noch nicht entschieden ist und weil, die
- 9000 rthl auf Szetlewek eingetragen daher er
- mit den Zinsen zufrieden sein muß die ich ihm selbst
- zu zahlen eine Versicherung gegeben habe.
- Eben so werde ich mit der Ziemeckischen Sache machen
- Von Bernhardis Benehmen schweige ich — den er wolte
- mich ärger als der gröste Wucherer in Staate behandeln
- und sezte mich durch eine 11 tägige Verzögerung in die
- allergrößte Verlegenheit — Gott lob ich habe die Sache
- glücklich als ich es denken konte beendiget und laße den
- Bauer laufen.
- Solte die Schlabrendorffen unartig sein, so ist hier für
- alles gesorgt, und sie allen würde ein thörigtes Benehmen
- zu bereuen haben.
ist es der junge Eyſenhardt — der will an Ewr Durchlaucht auch 18,000 rt zu fordern haben, für diese will ihm der Hoft Rath Meyer die 20,000 rt angeben und die Schuld annehmen — ich habe dies vor der Hand abgewiesen — weil der Prozeß wegen den Janvelen noch nicht entschieden ist und weil, die 9,000 rthl auf Szetlewek eingetragen daher er mit den Zinsen zufrieden sein muß die ich ihm selbst zu zahlen eine Versicherung gegeben habe. Eben so werde ich mit der Ziemeckischen Sache machen Von Bernhardis Benehmen schweige ich — den er wolte mich ärger als der gröste Wucherer in Staate behandeln und sezte mich durch eine 11 tägige Verzögerung in die allergrößte Verlegenheit — Gott lob ich habe die Sache glücklich als ich es denken konte beendiget und laße den Bauer laufen.
Solte die Schlabrendorffen unartig sein, so ist hier für alles gesorgt, und sie allen würde ein thörigtes Benehmen zu bereuen haben.
- 156 a)
- Abschrifft.
- Euer Durchlaucht haben durch den Krieges Rath v. Trieben
- Feld dem Kanzler Hemuth in den bündigsten Ausdrü-
- ken versichere lassen, daß ich an verflossenen
- Weihnachten die rükständigen Vergleichs Gelder
- für meine Kinder ganz ohnfehlbar erhalten,
- würde.
- Im vollen Vertrauen auf Euer mir gegebennt
- Wort habe ich über diese bereits seit zwey
- Jahren zahlbare Summe disponirt, und bitte
- finde, mich nun in der verlegenheit, selbst
- nicht Wort halten zu können.
- Ich würde, mich durch eine fernere Nachsicht
- bey meinen eignen Kindern verantwort-
- lich machen, und es bleibt mir dahero nichts
- übrig, als die Klage in Berlin, wen̄ die Zahlung
- nicht bis zum nächsten Posttag erfolgen sollte,
- fortsetzen zu laßen.
- Euer melde solches hierdurch ergebenst
- und habe die Ehren pp
- Breslau 16ten Jan.
- 1805.
- Graefin von Schlabrendorff
156 a)
Abschrifft.
Euer Durchlaucht haben durch den Krieges Rath v. Trieben Feld dem Kanzler Hemuth in den bündigsten Ausdrüken versichere lassen, daß ich an verflossenen Weihnachten die rükständigen Vergleichs Gelder für meine Kinder ganz ohnfehlbar erhalten, würde.
Im vollen Vertrauen auf Euer mir gegebennt Wort habe ich über diese bereits seit zwey Jahren zahlbare Summe disponirt, und bitte finde, mich nun in der verlegenheit, selbst nicht Wort halten zu können.
Ich würde, mich durch eine fernere Nachsicht bey meinen eignen Kindern verantwortlich machen, und es bleibt mir dahero nichts übrig, als die Klage in Berlin, wen̄ die Zahlung nicht bis zum nächsten Posttag erfolgen sollte, fortsetzen zu laßen.
Euer melde solches hierdurch ergebenst und habe die Ehren pp
Breslau 16ten Jan.
1805.
Graefin von Schlabrendorff
- von des Generals v. Köckritz Hülfe habe ich noch keinen
- Gebrauch machen wollen, weil Amelang ohne diesen
- durchzukommen gedenkt.
- Der C[?] General empfiehlt sich Ewr Durchlaucht auf das
- ehrerbietigſte.
- den Frey Paß auf 120 Eignier Wein werden Ewr Durchl.
- laucht wohl schon dorten haben.
- In tiefster Submission verharre
- Ewre Durchlaucht
- So eben höhre ich das Bernhardi
- wieder ein Bubenstück gemacht hat.
- er solte die ihm zugezahlen 3200 r.
- wäben 1200 f[?]. prox. marz an
- meinen Professor Rhode abgeben
- Dies hat er aber, um die Gelder
- an sich zu behalten an den zu den Liep Meyer
- gewiesen, dieser Kerl zahlt das Geld
- nun nicht und ich bey aufs neue in
- Verlegenheit.
- Berlin d. 19ten Januar
- 1805.
- unterthäniger Diener
- v Triebenfeld
von des Generals v. Köckritz Hülfe habe ich noch keinen Gebrauch machen wollen, weil Amelang ohne diesen durchzukommen gedenkt.
Der C[?] General empfiehlt sich Ewr Durchlaucht auf das ehrerbietigſte.
den Frey Paß auf 120 Eignier Wein werden Ewr Durchl. laucht wohl schon dorten haben. In tiefster Submission verharre Ewre Durchlaucht So eben höhre ich das Bernhardi wieder ein Bubenstück gemacht hat. er solte die ihm zugezahlen 3,200 r. wäben 1,200 f[?]. prox. marz an meinen Professor Rhode abgeben Dies hat er aber, um die Gelder an sich zu behalten an den zu den Liep Meyer gewiesen, dieser Kerl zahlt das Geld nun nicht und ich bey aufs neue in Verlegenheit.
Berlin d. 19ten Januar
1805.
unterthäniger Diener
v Triebenfeld



