Document 153 · Letter
12 January 1805
Berlin
Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen
v. Triebenfeld is worried about raising the 25,000 Rthl, since the bank president von Stein has again forbidden any discounting. He says the capital of 140,000 Rthl is to be provided by the Invalids' Fund or the Potsdam orphanage, but only once all the formalities have been settled, and not in instalments. Together with Amelang he is trying to raise the 25,000 Rthl for the time being. He reports a shortage of money and looming bankruptcies in South Prussia. The letter breaks off.
v. Triebenfeld sorgt sich um die Beschaffung der 25000 Rthl, da Bankpräsident von Stein erneut jedes Diskontieren untersagt hat. Das Kapital von 140000 Rthl soll die Invaliden Casse oder das Potsdamer Waisenhaus geben, aber erst nach Erledigung aller Formalien und nicht in Raten. Mit Amelang sucht er die 25000 Rthl vorläufig zu beschaffen. Er berichtet über Geldmangel und drohende Bankrotte in Südpreußen. Der Brief bricht ab.
- 153
- Durchlauchtigſter Fürſt
- Gnädigster Fürst und Herr!
- Die Anschaffung der 25000 rt. macht mich viel Kummer, da Herr von
- Stein, der jezt President der Bank ist, aufs neue alles discontiren
- untersagt hatt. Das Capital wird entweder von der Invaliden
- Casse oder von Potsdamschen Waysen Haus mit 140000 rt gegeben
- zur Stückweisen Zahlung aber will sich keiner entschließen
- Ehe indes alle formalia behoben sind giebt keine Casse das
- Capital — ich arbeite daher mit Amelang daran um nur
- vorläufig die 25000 rt. wo zu erhalten, die da, wo die 140000
- rt. gegeben werden, wieder abgezahlt werde können.
- Es sieht hier überhaupt traurig aus — aller Verkehr liegt wegen
- obiger Verfügung, und die Liebe Wittwen Casse ist mit samt die
- Pupillen Collegio wegen den drohenden Banquersts in Südpreußen
- grausam in Gedränge — diese wollen auch nichts mehr wägen
- Überdem ist der König ſehr hinten dran wo alle die Millionen
- geblieben ſind, die man nach Südpreußen gegeben hat, da troz den
- dahin gegebenen großen Summen dennoch der gröste Geld mangel
- herrscht, und es das Ansehen hat als wären alle diese Gelder
- mit samt den Guts besizieren nach Rußland ausgewandert.
- Es soll also, wer irgend mit den Zinsen ausbleibt, oder sich sonsten
- 12. Jan 1805
153
Durchlauchtigſter Fürſt
Gnädigster Fürst und Herr!
Die Anschaffung der 25,000 rt. macht mich viel Kummer, da Herr von Stein, der jezt President der Bank ist, aufs neue alles discontiren untersagt hatt. Das Capital wird entweder von der Invaliden Casse oder von Potsdamschen Waysen Haus mit 140,000 rt gegeben zur Stückweisen Zahlung aber will sich keiner entschließen Ehe indes alle formalia behoben sind giebt keine Casse das Capital — ich arbeite daher mit Amelang daran um nur vorläufig die 25,000 rt. wo zu erhalten, die da, wo die 140,000 rt. gegeben werden, wieder abgezahlt werde können. Es sieht hier überhaupt traurig aus — aller Verkehr liegt wegen obiger Verfügung, und die Liebe Wittwen Casse ist mit samt die Pupillen Collegio wegen den drohenden Banquersts in Südpreußen grausam in Gedränge — diese wollen auch nichts mehr wägen Überdem ist der König ſehr hinten dran wo alle die Millionen geblieben ſind, die man nach Südpreußen gegeben hat, da troz den dahin gegebenen großen Summen dennoch der gröste Geld mangel herrscht, und es das Ansehen hat als wären alle diese Gelder mit samt den Guts besizieren nach Rußland ausgewandert. Es soll also, wer irgend mit den Zinsen ausbleibt, oder sich sonsten
12. Jan 1805
