Traces in the Sand

Document 141 · Letter

4 August 1804

Poznań (Posen)

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld, bedridden with bilious fever in Poznań, reports on the Broniewski affair. He says the settlement that was concluded offers no security and should be altered; Broniewski's wife would be needed for that. He considers Wunster a rogue who is in league with Broniewski and Guderian. He says Meyer Bernhard and Simon want to pay only 6,000 Rthl instead of 13,000 Rthl. The plan: Broniewski provides security and Glenck presses for the 66,000 Rthl to be deposited; Broniewski receives 53,000 Rthl and the Prince 13,000 Rthl. He intends to fetch 30,000 Rthl from Pszczew.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
Page 1lines 1-25
  1. 141
  2. Durchlauchtigſter Fürſt
  3. Gnädigster Fürst und Herr!
  4. Durch den vielen Ärger habe ich ein arges Gallen Fieber bekommen und muß
  5. hier in Posen das Bette hüten.
  6. die Sachen sind alle so verworren, daß man alle wege so viel gegenstände
  7. antrift die einen immer wieder vom Ziele zurückdrängen.
  8. So fand ich hier die Lage in betreff der Broniewskischen Geschichte — Nicht genug
  9. daß man den verfluchten Vergleich geschloßen hat. Nein! Er ist so fehler
  10. haft daß er keines Groschens wertl. Sicherheit gewährte —
  11. dies soll alles aufgeräumt und umgeändert werden, dazu gehört
  12. des Broniewski sey Weib, und die ist Gott weis wo bald heiß es in
  13. Kollo bald ist sie in Warschau. Kurz die Menschen gehe auf nichts aus
  14. Als Ewr Durchlaucht zu betrügen.
  15. Und frey gestanden; so halte ich Wunstern für den ärgsten Spitzbuben —
  16. Er ſticht ſtets mit Broniewski und Guderian zu sammen, erhält gewis
  17. vom erſtern ein paar Tauſend d und hat daher den nachteiligſten Vergleich
  18. geschmiedet, selbigen Glencken in die Hände gestochen, daß der ihm hat ab
  19. Schließen müßen — er aber hat sich wohl weißlich aus dem Staube ge-
  20. zogen, ein hernach alles auf den einfältigen Glenck schieben zu können.
  21. Der Jude M[eyer] Bernhard ist mit dem Simon hier. Diese Gauner wol
  22. nur statt 13000 rt 6000 rt an Ewr Durchlaucht bezahlen — das soll
  23. Dieſen Buben aber nicht glücken — Erſt ſoll nur Broniewski sufficiente
  24. Sicherheit leisten, diese verspricht man morgen — dan soll Glenck
  25. auf die Deponirung der vollen 66000 rt mit Melzer dringen wogegen
Page 2lines 26-49
  1. Broniewski sofort die Tradition der Güter gerichtl. einräumt —
  2. den ist der Jude et Consorten in dieser Sache befriediget. Hernach
  3. nimmt Broniewski bei seine 53000 rt und Glenck die 13000 für Ewr
  4. Durchl. In Betsche hat der Jude eine ebenmäßige Pfändung vor
  5. nehmen und den Leuten die Kopfe verwirren wollen — Indes soll es
  6. ihm dorten so wenig als hier glücken — Mein Vorsazz ist Ewr
  7. Durchlaucht absolut die ganzen 30000 rt aus Betsche und die vollen
  8. 13000 rt von hier zu führen. Hernach können höchst die jeden
  9. nach Würde abzahlen —
  10. Dem Niederträchtigen Kerl den Wunſter bekomme ich faſt gar nicht
  11. zu sehen. Er hat sein Mensch hier hat sie beim Theater ange-
  12. bracht und giebt Bälle für die ganze Bande damit sie das
  13. Bockfell unter sich aufnehmen — das kostet viel und daher muß
  14. der Bube alle Wege einschlagen u was zu erhaschen.
  15. Wegen Glenck thun mich Ewr Durchlaucht sehr wohn — ich bin kein
  16. Kriechender Sünder, sondern gehe gerne gerade und offen —
  17. Was ich Ewr Durchlaucht schreibe, sage ich ihm — Ja er liest alles
  18. was ich schreibe. Dies glaube ich rechtfertigt meine Handlung.
  19. In tiefsten Respect ersterbe als
  20. Ewr Hochfürstliche durchlaucht
  21. Posen den 4ten Aug.
  22. 1804
  23. unterthäniger Diener
  24. v Triebenfeld