Traces in the Sand

Document 140 · Letter

26 July 1804

Pszczew (Betsche)

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld asks for help by express courier: the village communities at Pszczew, stirred up by Rochlitz, want to withdraw from the purchase. What is demanded is the cancellation of the contract between Leixner and v. Brandenstein, Glenck's surrender of the partnership contract, and an arrangement with Bornstädt. The Prince is to demand the papers from Glenck and send Brandenstein's written undertaking. Triebenfeld asks what he should reply to Bornstädt about the promised 1,000 Friedrich d'or. He says Glenck has advised Meyer Bernhard against paying the 66/m Rthl on the 29th in Poznań.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 140
  2. Durchlauchtigster Fürst
  3. Gnädigster Herr!
  4. Mein erſter Vorſaz war, Ewr Hochfürſtl. Durchlaucht durchaus keine Audiosa mehr
  5. zu melden, und Dinge die nicht mehr zu andern wären ihren Gang gehen zu laßen.
  6. Nothgedrungen aber muß ich diesen Vorsazz aufgeben und Hochstderoselbe Hülfe recta
  7. mirn — die Sache ist diese.
  8. Ehe ich hieher gieng erhielt ich das sub Litt A beigebogene Schreiben des v. Bornstädt
  9. in Posen. Ich hätte von dem Verfaßer keine gute Meinung und suchte ihm dadurch
  10. zu demüthigen, daß ich dh. p. Glenck ein bloßes Recipisse geben lies, da es in Sachen
  11. Sr Durch ein Schreiben dH. p v Bornstädt eingegangen wäre, worüber er als General
  12. Mandatarius ihm bescheiden würde.
  13. Ich suchte u[?] Posen als dann noch den Melzer und den Pre: Braunschweig zu gewinnen
  14. ein alles aufzubieten, daß die Berliner Verfügung aufrecht erhalten und die
  15. Gelder deponirt werden mögten beſonders aber daß Broniewski gleich exmittirt
  16. werden mögte. Mann versprach mir dies und ich reisete allen in der Nacht
  17. hierher nach Betsche, ſchickte ſogleich einen reitenden Boten nach Frankfurth
  18. und beſtellte Meyer Bernhard und Conſorten hier her. Beigehende Abſchrift
  19. sub B beſagt das weitere.
  20. Nach dieser Expedition bis ich die Deputirten welche in Breslau waren rufen
  21. äußerst befremdend war es mich daß keiner erscheinen wolte, endlich er
  22. fuhr ich daß die Leute aufgehezt waren vom Kauf zurückzutreten,
  23. Ich suchte den Grund zu erforschen, und höhrte zu meinen Schrecken, daß der Rochlitz
  24. die Leute die Köpfe verwirre und ſie drohe, alles zu zerreißen, weil er um
  25. sein Schwager Klein einen Contract in Händen hätte nach welchen sie das Vor
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  1. Vorwerk Abre und den grösten Theil der Waldung abnehmen würden.
  2. Der Justiz Bürgermeister Melzig, der als Beistand der Gemeinde ernannt
  3. ist, erklärte mir endlich gerade hin, daß ihm H. B. v. Glenck angelegen die
  4. ganze Verhandlung in Breslau zu zureichten, daß er große Forderung
  5. habe die er geltend machen würde, und daß er Glenck, wenn er der
  6. Melzig mit ihm halten wolle, sehr erkenntlich sein würde.
  7. Er Melzig erklärte ferner, daß er zwar sehe daß man Ewr Durchlaucht
  8. prellen wolle, daß er aber als Beistand der Gemeinden darauf bei
  9. stehen müße.
  10. daß erstens diese Sache gänzlich behoben, und daß zweitens mit
  11. dHl. v. Bornstädt erst alles beseitiget sein müße, ehender können
  12. Die Gemeinden kein Geld zahlen und sich in nichts einlaßen.
  13. Nach dieser traurigen Erfahrung erhielt ich das sub c beigehende
  14. Schreiben des v. Bornstädt, erfuhr auch noch von mehreren Einsaßen daß
  15. H. Glenck selbige ersucht habe von den Contract abzustehen und solche
  16. zu zernichten, er wolte ſie alle davor glücklich machen
  17. Warum Glenck dies thut bleibt im Rathsel.
  18. Ich erwartete übrigens seine und Wunsters Ankunft-Glencks erfolgte vor
  19. gestern. Ich war bemüht alles auf das gelindeste zu erforschen habe aber
  20. nichts weiter von ihm heraus gebracht, daß er nichts wiße indem
  21. ihm die Pappiere mangelten, auf die Frage wo der zwischen ihm und
  22. dem Leixner geschloßene Contract sey, antwortet er, daß solchen
  23. der Lieut[enant]: v Brandenstein hinter sich habe, und auf sein Gut oder das
  24. Geld dafür dringen würde.
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  1. beigehendes Schreiben des v Bornstädt sub d aber beweis daß Glenck mir belogen und
  2. daß der Contract bereits an, Kaufmann Klein einen Vetter des Rochlitz
  3. Cedirt sey. Noch zweifelte ich und suchte alles mit den Leuten aufs Beste
  4. zu arangiren, bis ich beigehendes Billet sub C von Meyer Bernhard
  5. erhielt. Dies veranlaßt mich diese Estaffette schleunig an Ewr Durchlaucht
  6. zu senden.
  7. Sowohl die Gemeinden, als die Frankfurter bestehen darauf daß dieser
  8. zwischen Leixner und den Herrn v. Brandenstein geschloßene Contract
  9. vor allen Dingen herbey geſchaft, um völlig Cassirt werde.
  10. 2tens will Bernhard und Leixner ehender keinen groschen weiter
  11. zahlen als bis Glenck den zwischen sie geschloßenen Societaets Con-
  12. tract heraus giebt.
  13. 3tens besteht die Gemeinden darauf daß mit Bornstedt alles ab
  14. gemacht wird, ehender wollen sie sich weiter zu nichts verstehen.
  15. Mein Rath um Bitte ist diese, daß Ewer Hochfürstl Durchlaucht an Glenck par
  16. Estaffette ſchreiben daß er ſofort dieſe ſamtl Pappiere heraus giebt, und
  17. daß so wohl er als Herr v Brandenstein ſich wegen der Aufhebung beide
  18. Contracte gerichtl. reverirn, daß sie weiter nichts von die Frankfurter
  19. herren, — oder von die Betscher Gründe praetendiren können, oder mögen.
  20. v Brandenstein, der schwerlich von alle die Drehereien des H. Glencks was wißen
  21. mag, wird den Reversch dorten gewis gleich ausſtellen, und ich bitte unterthänig
  22. daß Ewr Durchlaucht diesen jungen Mann, der wohl an der Sache ganz unschuldig
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  1. sein mag, höchst Ihre Gnade nicht zu entziehen. Ich werde auch dafür in meinen Erster
  2. nicht ermüden.
  3. Den Revers von Herrn v Brandenstein geruhen Ewr Hochfürstliche Durchlaucht mir
  4. Ja auf das eiligste zur Estaffette hier her zu senden. Den sonsten kan ich nichts
  5. mit den Leuten abmachen.
  6. Glenck aber befehlen, höchst dieselbe daß er hier so fort den cedirten Contract
  7. Zurück schaft um selbigen nebst den Societaets Contract zurük giebt und
  8. gerichte auf alle Forderungen renuncirt.
  9. Ich hätte Ewer Durchl. gerne mit dieser Sache verschont. Ich komme aber anders
  10. nicht durch, den die Leute bestehen darauf.
  11. Mit Bornstädt sieht alles schrecklich verworren aus Glenck Rochlitz
  12. [Werlitz?], Bornstaedt, und wie das Gesindel alles heißt, haben ſich ſtets wie die
  13. Keßelflicker unter Ewr Durchlaucht Augen gezänckt, im Grunde
  14. aber haben sie alle in brüderlicher Eintracht betrogen, daß jedem die
  15. Haare zu Berge stehen. Ewr Durchlaucht wäre es stets den sie alle
  16. gerne reine ausgeplündert hätte.
  17. Der Wald ist ganz ruinirt und was die Diebe noch ein Jahrhier ge-
  18. haußet hätte, so waren die ſchönen Güter nicht 50/m mehr werth —
  19. Jezt bin ich bemüht den Bornstädt so recht solide zu überflügeln.
  20. Er ſchien Gebrauch von den Verkauf am der Unterthanen zu machen.
  21. diese aber habe ich soweit, daß sie ihm, gegen meine Garantie bis aus
  22. gemachter Sache ſezzen laßen. Da werde ich den wohl mit den Helden
  23. fertig werden — Schändlich ist es mir daß solche infamien in dem
  24. Acten vorkommen, so sagt der Bornstädt zu Beispiel — Bey
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  1. Antritt meiner Pacht müste ich Glenck 500 rt. proxeneticum gelegen ein
  2. anderer Pächter verſprach ihn nach Jahres Frist mehr darum wolte er
  3. mich vertreiben, um wieder 600 rt zu erpreßen.
  4. Unwahr, sagt er weiter, muß er doch wohl sein, daß der Herr
  5. Fürst, wie Glenck sich rühmt, um solche Prelliren weis — pp
  6. den der Fürst hatt doch den Ruf des erhabensten grösten Mannes und Men-
  7. schen freundes —
  8. Rasend mögte ich werden wenn ich so was vor Augen bekomme, und
  9. ich kan weiter nichts wünschen als alle diese schmuzzige Dinge zu beseitigen
  10. und dergestalt aus der Welt zu ſchaffen, daß Ewr Durchlaucht keinen Ver
  11. dens mehr haben.
  12. Was mich jezt am mehrsten quält ist dies — Ewr Durchlaucht haben den
  13. Bornstädt, wan er Betsche für 200/m Rthl verkaufen hilft, 1000 stück
  14. frid: d'or zugesagt. Glenck hat dies hier vor dem Melzig bestätiget.
  15. Was soll ich armer Mann nun darauf antworten? Der Mensch
  16. ſchiebt desfals Ewr Durch — dem Glenck und Rochlitz den Eid zu
  17. Was soll ich den Kerl hierauf antworten und mit was sollich
  18. ihm abfinden? Geruhen Sie gnädigster Fürst mir desfals eine
  19. Weisung zu gebe.
  20. Die Pacht Sache würde ich rechtens abmachen, und bey Gott nichts ver-
  21. ſchneden, aber in der Geſchichte kan ich ohne Ewr Durchl. Befehl nichts
  22. weiter thun. Generals, um Gott weis welche Menschen alle in-
  23. tressiren sich vor den Armen wicht und sein Weib, die eine wahre [k?]antigen
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  1. zu sein scheint, daher wünsche ich den elenden B. mit guter Manier los
  2. zu werden.
  3. Wegen die Holz Contracte sieht es eben so gräßlich aus — den so viel da
  4. seid, gehörden solche den Rochlitz unter andern Nahmen — die Nahmen
  5. träger schreien nun alle, daß sie kein Geld sondern die Con-
  6. tracten beſtimmte Summen Holz haben wollen. Dies soll nun
  7. wieder ein Motif ſie in den Kauf mit den Unterthanen zu zer-
  8. nichten. Hier werde ich aber mit die Gauner laut reden. Den die
  9. Ganzen Gemeinden werden auftreten und die Bösewichter ihre infamien
  10. laut beweisen — Ewr Durchlaucht werden sich über alle die Spizbüberin
  11. wundern.
  12. Den Augenblick erfahre ich eine neue Intrigue des Glencks — ich hatte
  13. wie vor gesagt den Meyer Bernhard so weit, daß er den 29ten
  14. Abends oder den 30ten früh mit die 66/m rt. in Posen sein wolte.
  15. zu diesem Moment sagt mir Wunster hat, Glenck den Meyer
  16. Bernhard aufgeredt das Geld nicht den 29ten zu bezahlen sondern
  17. nach Breslau zu gehen und Ewr Durchl zu frage, was er thun,
  18. solle — den es wäre nicht ehender als den 2ten Aug nötig ge-
  19. daß das Geld an Broniewski erlegt würde.
  20. Der Jude dreht nun wieder, sagt er würde dieſ thu die
  21. er habe so viel Forderungen an Ewr Durchlaucht wir sezzen
  22. hier nun alle wie die Närren — Es ist mehr als zu arg
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  1. was sich diese Menschen erlauben —
  2. Wege, der Kaemener und Kulmner Dismembration kan ich auch vor der
  3. Hand nichts thun. Den Glenck hat ihm schon alles / wo von der Liebt[?] bei
  4. gehende Brief im Beweis ist / alles verrathen, um was zu verdienen
  5. O Gott! was sind das vor schändliche Menschen?
  6. Ich werde sehen was der Jude thun will besteht er auf der Reise nach
  7. Breslau, ſo ſehe ich nur wie ich mit die Unterthanen hier halbweg fertig
  8. werde, und komme auch zu der Zeit hin, aber den bitte ich Ewr Durchlaucht
  9. auch so recht herzig, alle dieſe B: ſo recht derb zu verarbeiten
  10. damit sie einmahl zu Trau zu Kriegen und die verdammten Menées
  11. einstellen. In tiefster Ehrfurcht ersterbe als
  12. Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
  13. Geruhen Ewr Hochfürstliche Durchlaucht die Estaffette mit allen Sachen
  14. nach Posen an den alten Reinhardt zu schicken. Ka ich noch alles
  15. wenden, so bei ich dorten — wo nicht so muß der Sie mir hieher
  16. ſenden. Ach das ist nun wahre Hollen Pein die Menſchen
  17. zur raison zu bringen. Das Schreiben an meiner Tochter bitte
  18. Submissiſt, abgeben zu laßen und wenn dorten was aus Südpreußen pp
  19. eingegangen ist an mich durch der Estaffette mit gehen zu laßen.
  20. Betsche den 26ten July
  21. 1804
  22. treu unterthäniger Diener
  23. v Triebenfeld