Traces in the Sand

Document 139 · Letter

22 July 1804

Poznań (Posen)

Peter Friedrich von Triebenfeld, Councillor of War and Forests, Hohenlohe-Ingelfingen's agent → Prince Friedrich Ludwig of Hohenlohe-Ingelfingen

Triebenfeld reports that the settlement with Broniewski can no longer be undone. Glenck submitted it for approval on the 6th, and the Prince's protest arrived on the 8th but was set aside. No one will take the blame, each shifting it onto the other, though Melzer admits that a deposit would have defeated Broniewski. He says that against Bornstädt, as against the Trąbczyn tenants, they sued for eviction without fixing a liquidated sum. Triebenfeld intends to go to Pszczew. Melzer expects a liquidation suit lasting 6 to 8 years.

One line per manuscript line, with broken words hyphenated and stray break marks removed. Editorial decisions are set out in About the edition.
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  1. 139
  2. Durchlauchtigster Fürst
  3. Gnädigster Herr!
  4. Meine Ahndung, daß hier alle Bemühungen, den fameusen Vergleich rückgängig zu
  5. machen, vergeblich sein würden, bestätiget sich leider. Die Bösewichter
  6. haben alles so verclausuliert, daß man bey den grösten Aufopfe-
  7. rungen auch nicht den mindesten Vorteil zu erringen, hoffen darf
  8. Es ist eine Spizbuberey ohne gleichen — das Hof Rescript wegen
  9. der Deposition war hier — demohngeachtet würde der nieder
  10. trächtige Vergleich geſchloßen — Glenck reichte ſolchen den
  11. 6 ten zur Approbation ein und bath um die möglichste Beschleu-
  12. nigung selbigen zu vollziehen und für beide Theile ausfertigen
  13. zu laßen. Ewr Hochfürstl durchl. Schreiben war den 8ten hier
  14. worin Sie gegen den Vergleich protestirten.
  15. Man legte dies schnell bey Seite Approbirte und expedirte mit Kläger
  16. Schnelligkeit, den verfluchten Vergleich, und schickte ihm bey Hofe ein
  17. Was ſoll ich nun thun? Dagegen klagen nach Berlin gehen und Lerm
  18. machen — Das hilft alles nichts, man macht sich ridicule.
  19. Gute Menschen deren es hier kaum 2 giebt, Beklagen Ewr Durchlaucht
  20. der große Haufen aber zu Bett und verlauft jeden der Theil an
  21. dieser Sache nimmt. O ich möchte rasend werden.
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  1. das Niederträchtigste ist nun, daß Glenck nicht komt — Er hat ohnerachtet
  2. er meine Briefe hier erhalten nicht warten wollen, sondern ist nach Betsche
  3. gegangen. Ich habe an ihm Estaffetten und Bothen geschickt — er kommt
  4. nicht, antwortet auch keine Sylbe. Hier nage ſizze ich hier ver-
  5. geblich — Gott es ist schrecklich was sich diese Menschen erlauben.
  6. Das Tolleste ist, das keiner an diesen Buben stück schuld sein will.
  7. Melzer ſchimpft, das Wunſter den Vergleich nicht beßer gemacht hat.
  8. und verdammt Glenck bis in Ewigkeit, daß er nicht sub spec rati
  9. abgeschloßen hat — Er sagt er habe wollen den Vergleich machen,
  10. und sagen wollen / ich habe zwar keine Vollmacht, werde sie aber
  11. nachbringen / den hätte man Spielraum genug gehabt, dies aber
  12. habe Glenck nicht acceptirt. Daher habe Glenck ganz alleine
  13. ohne sein vorwißen abgeschlossen.
  14. Leugnen könne er nicht, daß wan die Deposition erfolgt wäre.
  15. würde der Erfolg für den Fürsten sehr gut gewesen sein,
  16. den selbst Broniewski hätte schon erklärt, daß er sich
  17. ersäufen oder auf Kopf schießen, seine Weib und Kinder
  18. aber dem Fürsten hinterlaßen würde.
  19. Übrigens sagt Melzer Wunſter habe den Vergleich geſchloßen
  20. und alles so eingeleitet — kurz einer weißt es auf den
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  1. Andern — wie ich aber sehe sind alle gleich viel schutzlich
  2. Hier mag ich nun nicht mehr bleiben, sondern ich gehe man Glenck
  3. nicht kommt gegen Abend nach Betsche ab in dorten nichts zu ver-
  4. ſäumen — den mit Bornsted wird es viel Lärmen geben; man
  5. hatt mit diesen eben so verkehrt als mit dem Trąbczynern procedire
  6. d. h. man klage auf Exmission hat aber weder ein Liquidum
  7. festsezzen laßen noch weniger Execution nachgesucht — alles
  8. liegt hier in dunkeln und es wird unsägliche Mühe kosten
  9. dies schnell aufs Reine zu bringen
  10. von Betsche muß ich nochmals hierher gehe um Bornstedt
  11. zu delogiren und darauf zu sehen, was Broniewski für
  12. Caution stelt.
  13. Den Augenblick ist Glenck angekommen — Er weis weder
  14. zu seiner Entschuldigung was zu sagen noch weniger
  15. etwas zur redressirung der Sache anzugeben.
  16. Kurz der Mensch fühlt nichts wan ich mich todt ärgern
  17. Er hat Melzer gebeten alles zu verwurf und den Vergleich
  18. aufrecht zu erhalten — Dies weis ich gewis.
  19. Auch verschnappte sich Glenck — daß er das Hoff Decret
  20. gesehen ehe er den Vergleich zur Approbation ein
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  1. gereicht habe. — Melzer aber habe gesagt, daß — obgleich nicht
  2. darin stände, daß man die Causas Arreste beibringen solle.
  3. es sich doch von selbst verstünde, daß man sie würde nach
  4. bringen müßten; damit aber würde er sich nie befaßen.
  5. Rasend mögte man über dies Gewäſche werden — den gestan-
  6. gestand Meltzer doch ein hätte man auch nur auf 6 Tage
  7. deponiren können — so war Broniewski verlohren, und
  8. nahm was man ihm aus Gnaden gab.
  9. Kurz es ist zum Todt ärgern, wan man lange mit dies
  10. niedern raubsüchtige Gesindel umgeht.
  11. Auf die Frage wie lange der Liquidation Prozeß dauer
  12. würde meint Melzer sehr kalt blutig 6 bis 8 Jahre
  13. Dies ist eben der Grund warum die Buben die Sache so
  14. dreht haben, damit sie Ewr Durchlaucht stets in Händen
  15. behalten und Ihnen die Taschen leeren können.
  16. Ich ersterbe als
  17. Ewr Hochfürstliche Durchlaucht
  18. Posen den 22ten Jul.
  19. 1804
  20. treu unterthäniger Diener
  21. v Triebenfeld